ARCHIV – Öltanker und Frachtschiffe reihen sich in der Strasse von Hormus auf, gesehen von Khor Fakkan. Foto: Altaf Qadri/AP/dpa
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In der für den globalen Energiehandel wichtigen Strasse von Hormus ist eine rasche Normalisierung des Schiffsverkehrs nach Einschätzung von Datenanbietern und Branchenbeobachtern nicht in Sicht. Wie der Sender CNN unter Berufung auf Verkehrsdaten berichtet, passierten seit der offiziellen Freigabe durch Teheran lediglich fünf Frachtschiffe und ein leeres Kreuzfahrtschiff die Meerenge, jedoch keine Öltanker.
Keystone-SDA
18.04.2026, 09:54
SDA
Nach Einschätzung von John-Paul Rodriguez, Experte für Seeschifffahrt an der Texas A&M University, halten widersprüchliche Statusmeldungen Reedereien von der Durchfahrt ab. Rodriguez sagte dem Sender Al Jazeera: «Seit der Ankündigung haben Schiffe versucht, die Meerenge zu passieren... aber es sieht so aus, als würden viele von ihnen umkehren, weil die Lage unklar ist.» Grosse Reedereien würden sich wahrscheinlich nicht wohl dabei fühlen, die Meerenge zu durchfahren, bis die «derzeitige iranische Sperre vollständig aufgehoben» sei.
Der Iran hatte die Wasserstrasse nach Beginn der militärischen Auseinandersetzungen mit Israel und den USA am 28. Februar 2026 gesperrt. Zwar erklärte Aussenminister Abbas Araghtschi am Freitag, die Passage sei im Zuge der Waffenruhe für den Handel geöffnet. Teheran knüpft dies jedoch an Bedingungen. Schiffe müssen eine Genehmigung der iranischen Revolutionsgarden (IRGC) einholen und auf fest vorgegebenen Routen verbleiben. Unklar ist, ob sie auch eine Maut zahlen müssen.
Parallel dazu halten die USA an ihrer Seeblockade fest, die nur für Schiffe mit Start- oder Zielhafen im Iran gilt. Sie bleibe «bis zum vollständigen Abschluss unserer Vereinbarungen mit dem Iran» bestehen, schrieb US-Präsident Donald Trump auf der Plattform Truth Social.
Der iranische Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf warnte daraufhin, die Strasse von Hormus werde nicht offen bleiben, wenn die US-Blockade der iranischen Häfen andauere.
Der Analysedienst Kpler schrieb auf der Plattform X, dass die politischen Ankündigungen beider Seiten stark von der operativen Realität abwichen. Eine Rückkehr zur Normalität und die Wiederherstellung des Vertrauens der Versicherungsmärkte werde Monate in Anspruch nehmen.
Johann Wadephul: UN muss Verantwortung im Iran-Krieg übernehmen
Berlin, 27.04.2026: Krisendiplomatie in New York: Aussenminister Johann Wadephul fordert mehr Einsatz vom UN-Sicherheitsrat im Iran-Konflikt.
O-Ton Johann Wadephul, Aussenminister
«Die UN müssen jetzt ihrer Verantwortung gerecht werden, insbesondere der Sicherheitsrat. Kriege und Konflikte schwelen, und wir sehen zum Teil die Unfähigkeit von Staaten, effektive Konfliktlösungsmechanismen in Kraft zu setzen. Insbesondere der Konflikt um den Iran und die blockierte Strasse von Hummus wird ein Thema sein, zu dem ich auch das Wort ergreifen werde im Sicherheitsrat.»
Wadephul fordert, der UN-Sicherheitsrat müsse handlungsfähiger werden: Blockaden, auch durch China und Russland, dürften Lösungen nicht länger verhindern.
Deutschland hofft zudem auf ein UN-Mandat für eine mögliche Mission in der Strasse von Hormus, einer wichtigen Route für die weltweite Energieversorgung.
In New York plant Wadephul Gespräche mit UN-Generalsekretär António Guterres sowie weiteren ranghohen UN-Vertretern und Amtskollegen. Dabei soll es auch um die Zukunft der Vereinten Nationen gehen.
28.04.2026
Einsatz im Mittelmeer: Minenjagdboot wird bald wegen Iran-Krieg verlegt
Das deutsche Minenjagdboot «Fulda» soll schon bald aufbrechen – Verteidigungsminister Boris Pistorius will, dass es schnell geht, sollte demnächst ein Einsatz zur Sicherung der Strasse von Hormus anstehen. Pistorius betont, Voraussetzung für einen Einsatz sei zuallererst ein Ende der Kampfhandlungen im Krieg der USA und Israels mit dem Iran. Zudem erinnert er daran, dass ein solcher Einsatz nur mit einem Mandat des Bundestags möglich sei.
27.04.2026
Pete Hegseths «Pulp Fiction»-Gebet
Verteidigungsminister Pete Hegseth zitiert am 16. April auf einer Pressekonferenz in Washington ein abgewandeltes Gebet, das bei der Rettung der US-Piloten im Iran gesprochen worden sei.
«Sie nennen es CSAR [Combat Search and Rescue] 25:17, was meiner Meinung nach Hesekiel 25:17 reflektieren soll», sagt er und betet drauflos. Hegseth zitiert ein abgewandeltes Gebet, das bei der Rettung der US-Piloten im Iran gesprochen worden sei. «Sie nennen es CSAR [Combat Search and Rescue] 25:17, was meiner Meinung nach Hesekiel 25:17 reflektieren soll», sagt er und betet drauflos.
Im Video siehst du jedoch, dass es sich um ein abgewandeltes Zitat aus dem Kultfilm «Pulp Fiction» von 1994 handelt, das nur an den Bibelvers angelehnt ist.
17.04.2026
Johann Wadephul: UN muss Verantwortung im Iran-Krieg übernehmen
Einsatz im Mittelmeer: Minenjagdboot wird bald wegen Iran-Krieg verlegt