ARCHIV - Ein Arzt misst den Armumfang eines unterernährten Babys. Die rote Markierung bedeutet: Das Kind ist schwer unterernährt und braucht dringend Spezialnahrung. Foto: Eva-Maria Krafczyk/dpa
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In der sudanesischen Region Nord-Darfur sind an zwei weiteren Orten die Grenzwerte für eine Hungersnot überschritten worden. Das geht aus neuen Zahlen der IPC-Initiative (Integrated Food Security Phase Classification) hervor, die Nahrungskrisen in aller Welt beobachtet.
Keystone-SDA
05.02.2026, 15:54
SDA
Nach IPC-Angaben liegt der Anteil der Kinder im Alter zwischen sechs Monaten und fünf Jahren, die akut unterernährt sind, in der Ortschaft Um Baru bei 52,9 Prozent, in Kernoi bei 34 Prozent.
Der Grenzwert für Stufe fünf der IPC liegt bei 30 Prozent akut mangelernährter Kinder. Das ist die allerhöchste und schlimmste der insgesamt fünf Stufen der Ernährungslage in einem Land oder einer Region. Sie steht für «Katastrophe/Hungersnot». Für eine Einstufung als Hungersnot müssen aber noch weitere Kriterien erfüllt sein.
Die IPC-Experten schliessen nicht aus, dass es in anderen Orten Nord-Darfurs ähnlich dramatische Werte gibt. Da sie wegen der Kämpfe in dem seit bald drei Jahren andauernden Bürgerkrieg nicht zugänglich sind, gibt es aber keine verlässlichen Zahlen.
Auch in der Region Kordofan, wo derzeit die intensivsten Kämpfe zwischen Regierungstruppen und der Miliz RSF stattfinden, verschlechtert sich die Ernährungslage nach IPC-Angaben rapide. In der von der RSF belagerten Stadt Kadugli hatte IPC bereits von einer Hungersnot gesprochen.
Nach IPC-Berechnungen droht in diesem Jahr 4,2 Millionen Menschen im Sudan akute Unterernährung. Mehr als 21 Millionen Menschen in dem afrikanischen Land haben nicht ausreichend Zugang zu Lebensmitteln.
Klingbeil: Nach Rubio-Rede nicht zufrieden zurücklehnen
Versöhnliche Töne bei der Münchner Sicherheitskonferenz: US-Aussenminister Marco Rubio bekommt für seine Rede viel Applaus – doch Vizekanzler Lars Klingbeil sieht noch keinen Grund für Entwarnung in den transatlantischen Beziehungen.
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Wankende Weltordnung: Lehren aus der Münchner Sicherheitskonferenz
München, 15.02.26: Freundlich im Ton, hart in der Sache: Nach drei Tagen mit Reden und Debatten auf der Münchner Sicherheitskonferenz fällt die Bilanz düster aus, aber immerhin nicht katastrophal.
Die wichtigsten Lehren aus einer Konferenz inmitten des grössten Umbruchs der Weltordnung seit Ende des Kalten Krieges.
US-Aussenminister Marco Rubio lässt in seiner Rede versöhnliche Töne gegenüber Europa anklingen – doch wer genau hinhört, findet viele Gründe für Zweifel. Kooperation kann es demnach nur geben, wenn die Europäer dem politischen Kurs von Trump folgen.
Europa gibt sich hingegen pragmatisch, laut Bundeskanzler Friedrich Merz müsse man nun mit mehr Eigenständigkeit reagieren. Deutschland und Frankreich sprechen etwa über einen möglichen europäischen Atomschirm.
Ein Staatschef bekommt in München diesmal weitaus weniger Aufmerksamkeit als sonst: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj muss anerkennen, dass der Krieg in seinem Land angesichts der Krise in den transatlantischen Beziehungen nicht im Mittelpunkt steht.
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Münchner Sicherheitskonferenz: Neue Welt der Grossmächte
Berlin, 13.02.2026: Krisen und Kriege: Das ist die Münchner Sicherheitskonferenz gewohnt. Dieses Jahr geht es in München aber um noch mehr: den tiefgreifendsten Umbruch der Weltordnung seit Ende des Kalten Krieges.
Das transatlantische Bündnis ist seit Donald Trumps zweitem Amtsantritt als US-Präsident erodiert. Die auf internationalen Regeln und Institutionen basierende Weltordnung droht durch eine auf dem Recht des Stärkeren beruhenden Grossmachtpolitik verdrängt zu werden.
Bundeskanzler Friedrich Merz hat diese Entwicklung bereits in zwei Reden beim Weltwirtschaftsforum in Davos und im Bundestag im Januar beschrieben und den Schluss gezogen: Europa werde seine Vorstellungen nur dann durchsetzen können, «wenn wir auch selbst die Sprache der Machtpolitik sprechen lernen, wenn wir selbst eine europäische Macht werden». Daran wird Merz anknüpfen, wenn er am frühen Nachmittag die diesjährige Konferenz eröffnet.
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