ICE-Agent tötet 37-Jährige Eine neue Aufnahme legt nahe, dass Trumps Regierung lügt

Sven Ziegler

8.1.2026

ICE-Agenten beim Auto der Frau: Kurz nach dieser Aufnahme kommt es zum tödlichen Schuss. 
ICE-Agenten beim Auto der Frau: Kurz nach dieser Aufnahme kommt es zum tödlichen Schuss. 
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Nach der Erschiessung einer 37-jährigen Frau durch einen Beamten der US-Einwanderungsbehörde ICE steht die Stadt Minneapolis unter Spannung. Videoaufnahmen und Augenzeugen widersprechen der Version der US-Regierung.

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DPA, Sven Ziegler

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Nach den tödlichen Schüssen eines ICE-Beamten ist die Stimmung in Minneapolis angespannt.
  • Neue Videos und Zeugenaussagen stellen die Notwehr-Darstellung der Trump-Regierung infrage. 
  • Die Ermittlungen laufen derzeit weiter. 

Nach den tödlichen Schüssen auf eine 37-jährige Frau ist Minneapolis in Aufruhr. Am Nachmittag am 7. Januar kam es nach dem Vorfall zu Protesten, hunderte Menschen versammelten sich am Tatort.

Der demokratische Bürgermeister von Minneapolis, Jacob Frey, warf den Bundesbehörden vor, die Lage eskaliert zu haben, und forderte die Einwanderungsbehörde mit deutlichen Worten auf, die Stadt zu verlassen.

Jacob Frey: "To ICE -- get the fuck out of Minneapolis"

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— Aaron Rupar (@atrupar.com) 7. Januar 2026 um 19:40

Nun werden weitere Details bekannt. So sind Videos aufgetaucht, welche die Tat zeigen. blue News zeigt diese Videos aus Pietätsgründen nicht. Allerdings wird aus den Aufnahmen nicht eindeutig klar, dass die Frau tatsächlich versucht hatte, einen ICE-Beamten zu überfahren, wie es das US-Heimatschutzministerium und Präsident Trump darstellen. Keines der bislang bekannten Videos zeigt einen solchen Moment.  

«New York Times» widerspricht offizieller Darstellung

Trump hatte auf seiner Plattform Truth Social erklärt, die Frau habe einen Beamten «gewaltsam und vorsätzlich» angegriffen, dieser habe in Notwehr geschossen. Diese Darstellung steht im Widerspruch zum Bildmaterial. 

Die «New York Times» konnte zudem mit einem Augenzeugen sprechen. Der Mann schildert, ein ICE-Beamter habe der Frau zugerufen, sie solle anhalten. Dann habe er «Stopp» gerufen – und «nicht mal eine Sekunde später» dreimal geschossen. Ob das Fahrzeug den Beamten überhaupt berührt habe, sei auf den Videos nicht klar zu erkennen.

NOW: Crowd continues to grow in Minneapolis at a vigil where a federal agent shot and killed Renee Good this morning. “SAY HER NAME!” “RENEE GOOD!”

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— daviss (@chaddavis.photography) 8. Januar 2026 um 00:22

Die «New York Times» schreibt zudem unter Berufung auf mehrere Augenzeugen, der Beamte sei nach den Schüssen nicht gestürzt oder gestrauchelt, sondern habe selbstständig weitergehen können. Auch das widerspricht der offiziellen Darstellung der US-Behörden.

«ICE-Agenten sind Helden»

Das US-Heimatschutzministerium hält dennoch an seiner Version fest. Ministerin Kristi Noem sprach von einem «defensiven» Schusswaffeneinsatz zum Schutz der Beamten. Auch das Weisse Haus verteidigte den Einsatz und bezeichnete die beteiligten ICE-Agenten als «Helden».

ICE agents stopped by protesters after the shooting an observer in Minneapolis, according to witnesse. ICE deployed pepper spray and tear gas.

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— Jon Collins (@jcollins.bsky.social) 7. Januar 2026 um 18:15

Vizepräsident JD Vance schrieb auf X: «Wir stehen hinter jedem ICE-Agenten. An die Radikalen, die sie angreifen, ihre persönlichen Daten veröffentlichen und sie bedrohen: Herzlichen Glückwunsch, wir werden uns noch mehr anstrengen, das Gesetz durchzusetzen.»

Die Stadt Minneapolis widerspricht dieser Lesart vehement. Bürgermeister Frey erklärte nach Sichtung der Videos erneut, die Notwehr-Erzählung sei «Bullshit». Die Anwesenheit von ICE-Beamten bringe Chaos in die Stadt, sagte er.

Der Fall wird derzeit untersucht. Die Behörden prüfen den Schusswaffeneinsatz, während Bund und Stadt sich öffentlich widersprechen. Bis zu einem rechtskräftigen Abschluss der Ermittlungen gilt die Unschuldsvermutung für alle Beteiligten.