Aspirin, wenig Schlaf: Debatte um Trumps Fitness
Debatte über Trumps Gesundheitszustand: Handelt es sich um normale Alterserscheinungen eines 79-Jährigen oder um Warnsignale eines überlasteten Staatschefs? Nun hat der US-Präsident erneut selbst Stellung dazu bezogen. In einem Interview mit dem «Wall Street Journal» räumt Donald Trump ein, seit Jahren täglich eine höhere Dosis Aspirin einzunehmen als ihm von Ärzten empfohlen wird. Das blutverdünnende Medikament nehme er laut eigener Aussage rein präventiv.
02.01.2026
Blutergüsse an der Hand, geschwollene Knöchel und mutmassliche Nickerchen vor laufenden Kameras: Auftritte des US-Präsidenten gaben im vergangenen Jahr Anlass zu Spekulationen über seinen Zustand. In einem Interview geht Donald Trump in die Offensive.
Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen
- «Ich habe sehr gute Gene»: Nach diversen Gerüchten spricht Donald Trump öffentlich über seinen Gesundheitszustand.
- Der Präsident hat eine chronische Venenschwäche: Auf Kompressionsstrümpfe hat der 79-Jährige aber keine Lust.
- «Ich will schönes, dünnes Blut»: Trump nimmt mehr Aspirin als angeordnet.
- «Wäre es viel besser, wenn sie es nicht gemacht hätten»: Trump bereut sein MRT im Herbst, das tatsächlich ein CT war.
US-Präsident Donald Trump hat den anhaltenden Spekulationen über seinen Gesundheitszustand in einem Interview ein Ende zu setzen versucht. Ihm fehle nichts; er habe viel Energie, was er auf seine Gene zurückführe, sagte Trump dem «Wall Street Journal». «Genetik ist sehr wichtig. Und ich habe sehr gute Gene.»
Öffentliche Auftritte Trumps hatten jedoch 2025 eine Debatte darüber ausgelöst, wie es um die körperliche Fitness des 79-Jährigen bestellt ist. Mehrmals wurde er etwa mit Blutergüssen auf dem Handrücken seiner rechten Hand gesehen, die auch trotz grosszügig aufgetragenem Make-up auffielen. Zudem waren seine Knöchel stark geschwollen.
Das Weisse Haus hatte im Sommer mitgeteilt, dass beim Präsidenten eine chronische Venenschwäche diagnostiziert worden sei – ein gerade unter älteren Erwachsenen verbreitetes Leiden. Es tritt auf, wenn Venen in den Beinen das Blut nicht ausreichend zum Herzen zurücktransportieren können und es sich in den Unterschenkeln staut.
Keine Lust auf Kompressionsstrümpfe
In dem Interview mit dem «Wall Street Journal» räumte Trump ein, dass er es wegen der Schwellungen kurzzeitig mit Kompressionsstrümpfen versucht habe, sie aber wieder abgelegt habe, da er sie nicht mochte.
Die Blutergüsse an Trumps Hand führte Regierungssprecherin Karoline Leavitt auf «häufiges Händeschütteln und die Einnahme von Aspirin» zurück. Trump nimmt das Mittel regelmässig ein, um das Risiko von Herzinfarkt und Schlaganfall zu senken.
www.cnn.com/2025/12/31/p...
Trump appeared with discoloration or light bruising on back of his left hand, in addition to more persistent bruise on his right hand that has been visible for months.
New bruise complicates explanation that the right-handed Trump developed bruising through handshaking.
[image or embed]
— Deborah Lynn (@mrsdeborahlynn.bsky.social) 31. Dezember 2025 um 17:58
Er schlucke eine höhere Dosis Aspirin, als seine Ärzte empfehlen würden, sagte der Präsident im Interview. Er weigere sich aber, die Dosis zu senken, weil er es seit 25 Jahren nehme und da «ein bisschen abergläubisch» sei.
«Man sagt, Aspirin sei gut, um das Blut zu verdünnen, und ich möchte kein dickes Blut haben, das durch mein Herz fliesst», erklärte Trump. «Ich will schönes, dünnes Blut, das durch mein Herz fliesst. Ergibt das Sinn?» Laut seinem Leibarzt Sean Barbabella nimmt Trump täglich 325 Milligramm Aspirin ein.
Trumps Entspannungsmethode
Im Interview bestritt Trump ausserdem, bei Sitzungen im Weissen Haus eingeschlafen zu sein. Dabei gibt es mehrere Videoaufnahmen, die nahelegen, dass der Präsident vor laufenden Kameras einnickte.
«Ich schliesse [die Augen] einfach. Das ist für mich sehr entspannend», sagte er. «Manchmal machen sie ein Foto von mir beim Blinzeln, und dann erwischen sie mich mitten im Blinzeln.» Er habe nachts noch nie viel geschlafen – eine Gewohnheit, über die er bereits in seiner ersten Amtszeit berichtet hatte.
Seinen Tag beginne er früh in der Residenz des Weissen Hauses, ehe er gegen 10 Uhr ins Oval Office gehe und bis 19 oder 20 Uhr arbeite, erklärte Trump. Zweifel an seinem Hörvermögen wies er ebenfalls zurück. Er habe nur dann Probleme, «wenn viele Leute gleichzeitig sprechen».
Bei seiner Amtseinführung im Januar 2025 war Trump der älteste Präsident der US-Geschichte. Ihm scheint es sehr wichtig zu sein, trotz seines Alters in der Öffentlichkeit als vital und dynamisch wahrgenommen zu werden. Umso sensibler reagiert Trump auf Zweifel an seiner Gesundheit, zumal er selbst wiederholt die geistige Fitness seines Vorgängers Joe Biden infrage gestellt hatte.
Kein MRT, sondern ein CT
Der heute 83 Jahre alte Biden hatte nach einem desaströsen TV-Duell gegen Trump im Sommer 2024 und Rufen auch aus seiner eigenen Demokratischen Partei, seine Kandidatur für eine zweite Amtszeit aufzugeben, nach längerem Hin und Her schliesslich seiner damaligen Vize Kamala Harris Platz gemacht. Sie unterlag Trump bei der Wahl im November 2024.
Nun ist Trump selbst mit Zweifeln an seiner Verfassung konfrontiert – eine Debatte, die er mit einer Untersuchung in einer Militärklinik im Herbst mitbefeuert habe, gestand er im Interview ein.
Dort habe er eine Computertomographie (CT) vornehmen lassen, einen bildgebenden Körperscan, sagte er. Im Oktober hatte er noch behauptet, es habe sich um eine Magnetresonanztomographie (MRT) gehandelt. Eine CT ist eine schnellere Form der diagnostischen Bildgebung als eine MRT, liefert aber weniger Details über Gewebeunterschiede.
Trump bereut Körperscan
Trumps Leibarzt Barbabella teilte gestern mit, der Körperscan habe keine Auffälligkeiten ergeben. Er habe Trump im Oktober zu der Untersuchung geraten, zumal dieser geplant habe, im Militärkrankenhaus Walter Reed Mitarbeiter zu treffen.
Zwar hatte Trump schon im April seine jährliche Routineuntersuchung absolviert. Doch sei ihm ein weiterer Routinecheck und eine CT oder MRT empfohlen worden, um mögliche Herz-Kreislauf-Probleme endgültig auszuschliessen, erklärte Barbabella.
Im Interview sagte Trump, dass er die Computertomographie von seinem Herzen und Unterleib bereue. «Rückblickend ist es blöd, dass ich sie machen liess, weil es ihnen ein wenig Munition gab», erklärte er mit Blick auf seine Kritiker. «Mir wäre es viel besser ergangen, wenn sie es nicht gemacht hätten, weil die Tatsache, dass ich sie gemacht habe, den Eindruck erweckte: «Oh je, stimmt etwas nicht?» Nun, mir fehlt nichts.»
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