US-Gesundheitsminister über seine Drogenvergangenheit «Ich habe keine Angst vor Keimen, ich schnupfte Kokain von Toilettensitzen»

Samuel Walder

13.2.2026

US-Gesundheitsminister Kennedy hat in einem Podcast über seine Drogensucht gesprochen.
US-Gesundheitsminister Kennedy hat in einem Podcast über seine Drogensucht gesprochen.
Evan Vucci/AP/dpa

US-Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. hat in einem Podcast überraschend offen über seine frühere Drogenabhängigkeit gesprochen. Für ihn war die tägliche Teilnahme an Sucht-Meetings während der Pandemie entscheidend für seine mittlerweile 40-jährige Abstinenz.

Samuel Walder

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • US-Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. sprach in einem Podcast offen über seine frühere Drogenabhängigkeit und schilderte drastisch seine Zeit mit Kokain und Heroin.
  • Seit über 40 Jahren lebt er abstinent und betont, dass tägliche Meeting mit Suchtkranken entscheidend für seine Genesung waren – auch während der Corona-Pandemie.
  • Eine Ansteckung mit dem Coronavirus habe er weniger gefürchtet als einen möglichen Rückfall, da für ihn die Sucht die grössere Gefahr dargestellt habe.

Mit dieser Offenheit hatten wohl selbst viele Kritiker nicht gerechnet: US-Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. hat in einem Podcast mit dem YouTuber Theo Von überraschend detaillierte Einblicke in seine frühere Drogenabhängigkeit gegeben – und dabei drastische Worte gewählt.

Zu Gast im Podcast «This Past Weekend» («Dieses letzte Wochenende»), deren Folge am Donnerstag erschien, bestätigte Kennedy, dass er und Von sich «von Meetings» kennen. Beide hätten gemeinsam einen Drogenentzug durchlaufen.

«Ich habe früher Kokain von Toilettensitzen geschnupft»

Seit mehr als 40 Jahren lebt der Neffe des ehemaligen US-Präsidenten John F. Kennedy abstinent. Den Grundstein für seine dauerhafte Nüchternheit sieht er in der konsequenten Teilnahme an täglichen Meetings mit anderen Suchtkranken.

Besonders während der Corona-Pandemie habe er an diesem Ritual festgehalten. «Das war eines der Dinge, die wir während Covid weiterhin jeden Tag gemacht haben: Live-Treffen», sagte Kennedy. «Wir sind aus der Bank ausgezogen. Wir waren etwa 15 Leute, die aus der Bank ausgezogen sind, und wir sind ins Palisades Playhouse, in Los Angeles gezogen, das jetzt während des Feuers abgebrannt ist. (...) Es war eine Art Piratengruppe. Und ich sagte, es ist mir egal, was passiert. Ich gehe jeden Tag zu einem Treffen.»

Und dann der Satz, der aufhorchen lässt: «Ich sagte, ich habe keine Angst vor Keimen, wissen Sie, ich habe früher Kokain von Toilettensitzen geschnupft, und ich weiss, dass diese Krankheit mich umbringen wird, wenn ich nichts dagegen tue, wenn ich mich nicht behandeln lasse – was für mich bedeutet, jeden Tag zu den Treffen zu gehen. Es ist einfach schlecht für mein Leben. Für mich ging es also ums Überleben.»

Keine Angst vor Corona

Vor einer Infizierung mit dem Coronavirus habe er deshalb keine Angst gehabt, erklärte Kennedy, der als harter Kritiker der Corona-Massnahmen der Biden-Regierung gilt. Für ihn sei klar gewesen: Die grössere Gefahr liege in einem Rückfall.

Kennedy hat aus seiner Drogen-Vergangenheit nie ein Geheimnis gemacht. 1983 wurde er wegen Heroinbesitzes festgenommen. Ein Jahr später begann er mit seinem Entzug – der Start in ein neues Leben. Die Treffen mit anderen Suchtkranken seien das Elixier gewesen, «das uns alle abstinent hält».


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