Das ist in der Nacht passiert IEA-Chef warnt vor schwerster Energie-Krise seit Jahrzehnten

Agenturen

23.3.2026

Öltanker und Schiffe in der Hormus-Meerenge. (11. März 2026)
Öltanker und Schiffe in der Hormus-Meerenge. (11. März 2026)
Bild: Keystone/AP Photo/Altaf Qadri

Trump gibt Irans Führung 48 Stunden, um die Strasse von Hormus zu öffnen. Die Zivilbevölkerung bangt – und ist uneins, ob der Krieg nicht dennoch das kleinere Übel ist. Und auch die Märkte reagieren. Das sind die Entwicklungen der vergangenen Stunden.

Agenturen

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Der Chef der Internationalen Energieagentur (IEA), Fatih Birol, warnt angesichts des Iran-Kriegs vor der womöglich schwersten Energie-Krise seit Jahrzehnten.
  • Schah-Sohn Reza Pahlavi hat an den US-Präsidenten appelliert, seine Drohung zu überdenken und zivile Infrastruktur im Iran bei Angriffen auf das Land zu verschonen.
  • Asiens Börsen haben die Handelswoche nach dem Ultimatum von US-Präsident Donald Trump an die iranische Führung im Minus begonnen.
  • Die pro-iranische Hisbollah im Libanon wird in ihrem Krieg gegen Israel nach Angaben des libanesischen Regierungschefs Nawaf Salam von Mitgliedern der iranischen Revolutionsgarden befehligt.

Angesichts des Ultimatums von US-Präsident Donald Trump an die iranische Führung zur Freigabe der Strasse von Hormus ist die Lage in Teheran angespannt. Die Machthaber geben sich trotzig und drohen ihrerseits mit der vollständigen Schliessung der für den weltweiten Ölhandel wichtigen Meerenge.

blue News fasst zusammen, was in der Nacht auf Montag (23.3.) passiert ist.

IEA-Chef warnt vor schwerster Energie-Krise seit Jahrzehnten

Der Chef der Internationalen Energieagentur (IEA), Fatih Birol, warnt angesichts des Iran-Kriegs vor der womöglich schwersten Energie-Krise seit Jahrzehnten. Während der zwei aufeinanderfolgenden Ölkrisen in den 1970er-Jahren habe die Welt «jeweils etwa fünf Millionen Barrel Erdöl pro Tag verloren», sagte Birol dem nationalen Presseklub im australischen Sydney. «Bis heute haben wir elf Millionen Barrel pro Tag verloren, also mehr als zwei grosse Ölschocks zusammengenommen», fügte er hinzu. Die Blockade der Strasse von Hormus nannte Birol eine «grosse Bedrohung» für die Weltwirtschaft. «Kein Land wird von den Auswirkungen dieser Krise verschont bleiben, wenn sie sich weiter in diese Richtung entwickelt», sagte er in Sydney. Daher seien globale Anstrengungen erforderlich. «Ich hoffe sehr, dass dieses Problem so bald wie möglich gelöst wird.»

IEA-Chef Fatih Birol am Montag bei seinem Auftritt im Presseclub in der australischen Hauptstadt Canberra.
IEA-Chef Fatih Birol am Montag bei seinem Auftritt im Presseclub in der australischen Hauptstadt Canberra.
Bild: Keystone/EPA/Lukas Coch

Schah-Sohn Pahlavi fordert von Trump Umdenken bei Hormus‑Ultimatum

Schah-Sohn Reza Pahlavi hat an den US-Präsidenten appelliert, seine Drohung zu überdenken und zivile Infrastruktur im Iran bei Angriffen auf das Land zu verschonen. Die Bewohner der Metropole Teherans leiden unter dem Krieg – manche fürchten ein Überleben der islamistischen Führung aber noch mehr. Am Morgen wurden erneut israelische Luftangriffe und heftige Explosionen aus der Millionenstadt gemeldet. Angaben zu Opfern oder Schäden gab es zunächst nicht.

Trump hatte dem Iran in der Nacht zum Sonntag (MEZ) mit der Zerstörung seiner Energieanlagen gedroht, sollte das Land nicht innerhalb von 48 Stunden die Strasse von Hormus vollständig und «ohne Drohungen» öffnen. Andernfalls würden die USA Irans Kraftwerke angreifen und zerstören, «beginnend mit dem grössten!», schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social.

Der Iran drohte seinerseits am Sonntag mit der vollständigen Schliessung der Meerenge, falls die USA iranische Kraftwerke angreifen sollten. Die Strasse von Hormus werde erst dann wieder geöffnet, wenn die bereits jetzt zerstörten Kraftwerke wieder aufgebaut seien, teilten die iranischen Revolutionsgarden über den Staatssender Irib mit. Davor hatte Teheran schon damit gedroht, Energieinfrastruktur und Entsalzungsanlagen in den mit den USA verbündeten Golfstaaten ins Visier zu nehmen. Angesichts des Wassermangels in der Region gehören Entsalzungsanlagen dort zur kritischen Infrastruktur.

Asiens Märkte nach Trump-Ultimatum im Minus

Asiens Börsen haben die Handelswoche nach dem Ultimatum von US-Präsident Donald Trump an die iranische Führung im Minus begonnen. Japans Leitindex Nikkei 225 rutschte nach der feiertagsbedingten Handelspause am Freitag zur Eröffnung zeitweise um knapp fünf Prozent ab. Südkoreas Leitindex Kospi begann die Woche ebenfalls mit rund fünf Prozent im Minus. In der chinesischen Sonderverwaltungsregion Hongkong sank der Index Hang Seng um etwa 2,8 Prozent, während in China der CSI-300-Index, der die wichtigsten Aktien auf dem Festland abbildet, zum Start zeitweise 1,4 Prozent nachgab.

Auch auf den Ölpreis haben die Entwicklungen im Iran-Krieg starke Auswirkungen. Der Preis für Rohöl der für Europa massgeblichen Nordsee-Sorte Brent pendelte weiter deutlich über der 100-Dollar-Marke bei etwa 112 US-Dollar pro Fass (159 Liter) und lag damit mehr als 50 Prozent im Plus gegenüber dem Preisniveau vor Beginn der amerikanisch-israelischen Angriffe auf den Iran.

Libanon: Revolutionsgarden befehligen Hisbollah vor Ort

Die pro-iranische Hisbollah-Miliz im Libanon wird in ihrem Krieg gegen Israel nach Angaben des libanesischen Regierungschefs Nawaf Salam von Mitgliedern der iranischen Revolutionsgarden befehligt. Die Revolutionsgarden seien «hier präsent und führen leider die Militäroperation im Libanon», sagte Salam in einem Interview mit dem saudiarabischen Sender Al Hadath. «Diese Leute besitzen gefälschte Pässe und sind illegal ins Land gekommen». Der Drohnenangriff auf den britischen Militärstützpunkt Akrotiri auf Zypern Anfang März sei ebenfalls von den iranischen Revolutionsgarden im Libanon ausgeführt worden.

Krieg gegen den Iran: Pete Hegseth sieht USA «klar im Plan»

Krieg gegen den Iran: Pete Hegseth sieht USA «klar im Plan»

Verteidigungsminister Pete Hegseth spricht am 19. März 2026 über den Verlauf des Krieges gegen den Iran.

19.03.2026