Wegen Marine-BlockadeIran droht Trump, die Strasse von Hormus erneut zu schliessen
SDA
18.4.2026 - 05:32
Donald Trump zum Iran-Krieg: «Die Arbeit, die wir bis jetzt geleistet haben, ist grossartig.»
Bei einer Veranstaltung in Las Vegas, wo Donald Trmup über das Steuerreformgesetz des vergangenen Jahres sprach, prahlte er mit der wirtschaftlichen Bilanz und, dass der Iran-Krieg eine «kleine Ablenkung» war und die «geleistete Arbeit wunderbar».
17.04.2026
Der Iran droht mit der erneuten Schliessung der Strasse von Hormus, sollte die US-Blockade iranischer Häfen andauern.
Keystone-SDA
18.04.2026, 05:32
18.04.2026, 06:58
SDA
Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen
Weil die US Navy weiterhin Schiffe blockiert, die iranische Häfen ansteuern, erwägt Teheran, die Strasse von Hormus wieder zu schliessen.
Der Streit belastet die Verhandlungen über eine Fortsetzung der Waffenruhe über Mittwochmorgen hinaus.
Der Iran dementiert eine Meldung von Donald Trump, nach der das Mullah-Regine nukleares Material abgeben werde.
«Mit der Fortsetzung der Blockade wird die Strasse von Hormus nicht offen bleiben», schrieb Irans einflussreicher Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf auf der Plattform X.
Die Durchfahrt durch die für den globalen Öl- und Gasmarkt wichtigen Meerenge erfolge auf der vom Iran «festgelegten Route» und mit «iranischer Genehmigung», fügte Teherans Chefunterhändler hinzu.
Nach wochenlanger Blockade wegen des Iran-Kriegs hatte die Staatsführung in Teheran erklärt, dass Öltanker und Handelsschiffe während der laufenden Waffenruhe durch die Meerenge fahren könnten.
ARCHIV – Öltanker und Frachtschiffe reihen sich in der Strasse von Hormus auf, gesehen von Khor Fakkan. Foto: Altaf Qadri/AP/dpa
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Umgekehrt wollen die USA aber ihre eigene Seeblockade aufrechterhalten, die nur für Schiffe mit Start- oder Zielhafen im Iran gilt, wie Präsident Donald Trump betonte. Sie bleibe «bis zum vollständigen Abschluss unserer Vereinbarungen mit dem Iran» bestehen, schrieb er auf der Plattform Truth Social. In Teheran sorgte das für Empörung.
Iran droht den USA
Der Sprecher des iranischen Aussenministeriums, Ismail Baghai, drohte den USA. «Die sogenannte Seeblockade stellt einen Verstoss gegen die Waffenruhe dar und wird eine angemessene Reaktion des Irans zur Folge haben», sagte er der Nachrichtenagentur Tasnim zufolge.
Ghalibaf schrieb, ob die Strasse geöffnet oder geschlossen sei und welche Bestimmungen gelten, werde vor Ort entschieden, «nicht durch soziale Medien». Trump habe falsche Behauptungen aufgestellt. Damit würden die USA auch in Verhandlungen nicht weiterkommen.
Derzeit laufen Bemühungen unter Vermittlung Pakistans, um die bis Mittwochmorgen geltende Feuerpause zu verlängern und eine umfassende Einigung auch im Streit über das iranische Atomprogramm anzubahnen. Trump rechnet in den nächsten Tagen mit einem Abkommen.
«Warten wir ab»
«Die Gespräche laufen» und würden über das Wochenende fortgesetzt, sagte er Reportern. Laut unbestätigten US-Medienberichten könnten die Unterhändler am Montag in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad zu einer neuen Verhandlungsrunde zusammenkommen.
Eine erste Gesprächsrunde war dort am vergangenen Wochenende ohne konkrete Ergebnisse geendet. Pakistan bereitet sich auf weitere Verhandlungen bereits vor. Registrierungen für Medienvertreter haben begonnen, und es wurde zusätzliches Sicherheitspersonal in die Stadt verlegt.
Aus dem Weissen Haus verlautete, die Planungen liefen noch. Ein konkreter Termin sei bislang nicht angesetzt, sagte ein ranghoher US-Beamter der Deutschen Presse-Agentur. Angesprochen darauf, dass der Iran weiterhin erhebliche Unterschiede in den Positionen sehe, sagte Trump Reportern: «Nun, das könnte sein. Warten wir ab.» Er glaube aber nicht, «dass es allzu viele wesentliche Unterschiede gibt.»
Iran: Kein Transfer von Uran
Einer der zentralen Streitpunkte ist der Umgang mit Irans hoch angereichertem Uran. Der Sender CBS News zitierte Trump aus einem Telefoninterview mit der Aussage, die USA würden für die Bergung der Uran-Vorräte mit dem Iran zusammenarbeiten. «Unsere Leute werden gemeinsam mit den Iranern arbeiten, um es zu holen. Und dann bringen wir es in die Vereinigten Staaten.»
Irans Aussenamtssprecher Baghai wies dies umgehend zurück. «Der Transfer von Uran in die USA war nie eine Option und stand auch nicht zur Debatte», sagte er laut Nachrichtenagentur Tasnim. Trump schrieb dagegen auf Truth Social, die USA würden Irans Uran bekommen und Geld werde nicht fliessen.
Das US-Nachrichtenportal «Axios» hatte zuvor unter Berufung auf zwei US-Beamte und weitere mit den laufenden Verhandlungen vertraute Personen berichtet, dass unter anderem darüber diskutiert werde, ob die USA eingefrorene Gelder des Irans in Höhe von 20 Milliarden US-Dollar freigeben. Im Gegenzug solle Teheran seinen Vorrat an hoch angereichertem Uran aufgeben.
Trump: Seeminen sind weg – oder zumindest bald
Irans angereichertes werde «nirgendwohin transferiert», sagte Baghai laut Staatsmedien. Mit Blick auf mögliche weitere Verhandlungen mit den USA über einen dauerhaften Frieden sagte der Aussenamtssprecher: «Sobald wir das Gefühl haben, dass unsere Interessen berücksichtigt und gesichert sind, dann sind wir auch nicht weit von einer Einigung.»
Für den Iran seien die Aufhebung der Sanktionen und die Wiedergutmachung der Kriegsschäden enorm wichtig. Die angeblich in der Meerenge zwischen dem Oman und dem Iran verteilten iranischen Seeminen sollen unterdessen nach Angaben von Trump geborgen worden sein – oder werden derzeit noch entfernt.
«Der Iran hat mit Hilfe der USA alle Seeminen geräumt oder ist dabei, sie zu räumen!», schrieb Trump auf der Plattform Truth Social. Experten gehen von mehreren Dutzend Minen aus, die der Iran vor etwa einem Monat südlich der iranischen Gewässer verteilt haben soll – auch wenn Teheran einen solchen Einsatz nie bestätigt hat.
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O-Ton Johann Wadephul, Aussenminister
«Die UN müssen jetzt ihrer Verantwortung gerecht werden, insbesondere der Sicherheitsrat. Kriege und Konflikte schwelen, und wir sehen zum Teil die Unfähigkeit von Staaten, effektive Konfliktlösungsmechanismen in Kraft zu setzen. Insbesondere der Konflikt um den Iran und die blockierte Strasse von Hummus wird ein Thema sein, zu dem ich auch das Wort ergreifen werde im Sicherheitsrat.»
Wadephul fordert, der UN-Sicherheitsrat müsse handlungsfähiger werden: Blockaden, auch durch China und Russland, dürften Lösungen nicht länger verhindern.
Deutschland hofft zudem auf ein UN-Mandat für eine mögliche Mission in der Strasse von Hormus, einer wichtigen Route für die weltweite Energieversorgung.
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