PolitikIran: Haftstrafen für frühere Minister in Tee-Skandal
SDA
4.3.2025 - 10:15
Tee der iranischen Marke Debsch. Foto: Arne Bänsch/dpa
Keystone
Zwei ehemalige iranische Minister sind in einem der grössten Korruptionsskandale der Geschichte der Islamischen Republik zu langen Haftstrafen verurteilt worden. Resa Fatemi Amin, ehemals Handelsminister, wurde laut der iranischen Justiz wegen Beihilfe zur schweren wirtschaftlichen Destabilisierung zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Dschawad Sadatinedschad, ehemals Landwirtschaftsminister, muss für zwei Jahre in Haft. Das Urteil ist rechtskräftig, wie die Nachrichtenagentur Misan berichtete.
Keystone-SDA
04.03.2025, 10:15
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Beide Minister gehörten der Regierung des mittlerweile verstorbenen und erzkonservativen Ebrahim Raisi an. Im Zentrum des 2023 bekannt gewordenen Skandals stand das Unternehmen Debsch Tea. Die Firma erhielt mehr als 3,3 Milliarden Dollar aus den Devisenreserven der Regierung zu einem begünstigten Wechselkurs, um Tee und Maschinen zu importieren. Ein Teil der Devisen soll jedoch auf dem freien Markt verkauft worden sein, wodurch das Unternehmen hohe Gewinne erzielte.
66 Jahre Haft für ehemaligen Vorstandsvorsitzenden
Der frühere Vorstandsvorsitzende des Unternehmens, Akbar Rahimi Darabad, wurde laut Justiz in mehreren Anklagepunkten insgesamt zu 66 Jahren Haft verurteilt. Das Gericht befand ihn – ebenso wie die Minister – der Beteiligung an schwerwiegender wirtschaftlicher Destabilisierung des Landes sowie des Schmuggels für schuldig. Gemäss den gesetzlichen Bestimmungen werde jedoch nur die höchste Einzelstrafe von 25 Jahren vollstreckt, hiess es. Zudem wurde er zu einer Geldstrafe von umgerechnet etwa 2,69 Milliarden US-Dollar (2,57 Milliarden Euro) verurteilt.
Derart harte Urteile, die auch frühere Regierungsmitglieder betreffen, sind im Iran selten. Kritiker, darunter religiöse Gelehrte, führten den Fall Debsch Tea als Beispiel für Misswirtschaft im Land an. Staatsoberhaupt Ajatollah Ali Chamenei wies Vorwürfe systemischer Korruption stets kategorisch zurück. Insgesamt wurden mehr als 40 Personen in dem Prozess verurteilt.
Der Iran steckt aktuell in einer schweren Wirtschaftskrise. Viele Menschen klagen über stetig steigende Lebensmittelpreise und verzichten unter anderem auf Fleisch und Fisch, die für viele längst zu Luxusgütern geworden sind.
Johann Wadephul: UN muss Verantwortung im Iran-Krieg übernehmen
Berlin, 27.04.2026: Krisendiplomatie in New York: Aussenminister Johann Wadephul fordert mehr Einsatz vom UN-Sicherheitsrat im Iran-Konflikt.
O-Ton Johann Wadephul, Aussenminister
«Die UN müssen jetzt ihrer Verantwortung gerecht werden, insbesondere der Sicherheitsrat. Kriege und Konflikte schwelen, und wir sehen zum Teil die Unfähigkeit von Staaten, effektive Konfliktlösungsmechanismen in Kraft zu setzen. Insbesondere der Konflikt um den Iran und die blockierte Strasse von Hummus wird ein Thema sein, zu dem ich auch das Wort ergreifen werde im Sicherheitsrat.»
Wadephul fordert, der UN-Sicherheitsrat müsse handlungsfähiger werden: Blockaden, auch durch China und Russland, dürften Lösungen nicht länger verhindern.
Deutschland hofft zudem auf ein UN-Mandat für eine mögliche Mission in der Strasse von Hormus, einer wichtigen Route für die weltweite Energieversorgung.
In New York plant Wadephul Gespräche mit UN-Generalsekretär António Guterres sowie weiteren ranghohen UN-Vertretern und Amtskollegen. Dabei soll es auch um die Zukunft der Vereinten Nationen gehen.
28.04.2026
Einsatz im Mittelmeer: Minenjagdboot wird bald wegen Iran-Krieg verlegt
Das deutsche Minenjagdboot «Fulda» soll schon bald aufbrechen – Verteidigungsminister Boris Pistorius will, dass es schnell geht, sollte demnächst ein Einsatz zur Sicherung der Strasse von Hormus anstehen. Pistorius betont, Voraussetzung für einen Einsatz sei zuallererst ein Ende der Kampfhandlungen im Krieg der USA und Israels mit dem Iran. Zudem erinnert er daran, dass ein solcher Einsatz nur mit einem Mandat des Bundestags möglich sei.
27.04.2026
Pete Hegseths «Pulp Fiction»-Gebet
Verteidigungsminister Pete Hegseth zitiert am 16. April auf einer Pressekonferenz in Washington ein abgewandeltes Gebet, das bei der Rettung der US-Piloten im Iran gesprochen worden sei.
«Sie nennen es CSAR [Combat Search and Rescue] 25:17, was meiner Meinung nach Hesekiel 25:17 reflektieren soll», sagt er und betet drauflos. Hegseth zitiert ein abgewandeltes Gebet, das bei der Rettung der US-Piloten im Iran gesprochen worden sei. «Sie nennen es CSAR [Combat Search and Rescue] 25:17, was meiner Meinung nach Hesekiel 25:17 reflektieren soll», sagt er und betet drauflos.
Im Video siehst du jedoch, dass es sich um ein abgewandeltes Zitat aus dem Kultfilm «Pulp Fiction» von 1994 handelt, das nur an den Bibelvers angelehnt ist.
17.04.2026
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