US-Medien berichten Trump soll Angriff auf Iran kurz vor Ausführung gestoppt haben

Sven Ziegler

15.1.2026

Donald Trump soll einen Angriff auf den Iran befohlen und dann gestoppt haben.
Donald Trump soll einen Angriff auf den Iran befohlen und dann gestoppt haben.
KEystone / Bildmontage blue News

Der Luftraum über dem Iran war stundenlang gesperrt, US-Truppen wurden aus einer wichtigen Basis in Katar verlegt – und in Washington wurde offen über einen Militärschlag gesprochen. Nun ist die Sperre aufgehoben. 

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Sven Ziegler, Agence France-Presse

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Der Iran hat seinen Luftraum nach einer kurzfristigen Sperre wieder geöffnet, nachdem US-Schritte einen möglichen Angriff befeuert hatten.
  • NBC News berichtet von Evakuierungen aus der US-Basis Al Udeid in Katar, die «New York Times» von Bombern in Alarmbereitschaft und möglichen Sekundärangriffen.
  • Trump sagte, Iran habe Hinrichtungen gestoppt, zugleich bleiben Opferzahlen und die Lage im Land wegen Informationssperren schwer überprüfbar.

Es sah für Stunden so aus, als würde die Lage zwischen den USA und dem Iran kippen. Am Mittwoch sperrte Teheran den Luftraum zeitweise für den Flugverkehr – eine Massnahme, die in internationalen Sicherheitskreisen als Warnsignal verstanden wurde. Am Donnerstagmorgen wurde der Betrieb über dem Iran jedoch wieder aufgenommen, wie Irans zivile Luftfahrtbehörde laut staatlich ausgerichteten Medien mitteilte. ABC News berichtet, die Sperre sei über eine NOTAM-Anordnung erfolgt und später ausgelaufen.

Parallel dazu verdichteten sich die Hinweise, dass Washington militärische Optionen ernsthaft prüfte. NBC News schreibt, die USA hätten begonnen, Hunderte Soldaten von der grössten US-Basis in der Region, Al Udeid in Katar, an andere Orte zu verlegen – aus Sorge vor Vergeltungsschlägen, falls es zu einem Angriff auf Iran kommt. Die Verlegung sei Teil von Vorsichtsmassnahmen angesichts «erhöhter Spannungen», heisst es.

Auch in der Luft gab es auffällige Bewegungen. Flugdaten hätten gezeigt, dass zwei amerikanische Tankflugzeuge von der US-Luftwaffenbasis in Katar abhoben, wie es in deinem Text unter Verweis auf Flugdaten-Dienste heisst. Zusätzlich berichtet die «New York Times», zwei US-Langstreckenbomber seien in Alarmbereitschaft versetzt worden, um bei Bedarf Sekundärangriffe zu fliegen. Ein nicht namentlich genannter US-Beamter habe später signalisiert, dies sei am späten Mittwochabend Schweizer Zeit ausgesetzt worden.

Weiteres Vorgehen aktuell unklar

In dieser aufgeheizten Lage setzte Präsident Donald Trump dann einen neuen Akzent – zumindest rhetorisch. Er sagte vor Journalistinnen und Journalisten, das Töten von Demonstrierenden durch die iranische Regierung sei gestoppt worden. «Sie haben aufgehört, und es gibt keine Pläne für Hinrichtungen», sagte Trump. Zugleich räumte er selbst ein, dass seine Informationen aus «sehr wichtigen Quellen auf der anderen Seite» stammten – und dass unklar sei, ob das dauerhaft stimmt.

Ob damit ein Militärschlag vom Tisch ist, liess Trump offen. «Wir werden beobachten, wie der Prozess läuft», sagte er.

Teheran sendet aktuell widersprüchliche Signale. Zwar hatte Irans Justizchef Gholamhossein Mohseni-Ejei laut Associated Press beschleunigte Verfahren und rasche Strafen gefordert – «Wenn wir etwas tun wollen, müssen wir es schnell tun». Aussenminister Abbas Araghchi sagte dagegen in einem Interview, es gebe keinen Plan, Menschen im Zusammenhang mit den Protesten hinzurichten.