Das ist in der Nacht passiert Iran rächt Laridschani – Angriffe auf Tel Aviv

Agenturen

18.3.2026

Trump drängt Nato zu Hilfe bei Strasse von Hormus – und droht

Trump drängt Nato zu Hilfe bei Strasse von Hormus – und droht

Washington, 16.03.2026: Donald Trump droht Nato: Sollte das Verteidigungsbündnis im Iran-Krieg nicht bei der Sicherung von Öltransporten in der Strasse von Hormus helfen, werde die Nato vor einer «sehr schlechten» Zukunft stehen. Das sagt der US-Präsident in einem kurzen Interview mit der «Financial Times». Der Schiffsverkehr in der Meerenge ist sehr wichtig für den Transport von Öl und Flüssiggas. Wegen drohender iranischer Angriffe ist er praktisch zum Erliegen gekommen. Bundeskanzler Friedrich Merz hat einem Militäreinsatz in der Strasse von Hormus bereits zuvor eine Absage erteilt. Für ihn gebe es im Augenblick «keine Veranlassung, über eine militärische Absicherung der Seewege nachzudenken». Deutschland sei nicht Teil dieses Kriegs «und wir wollen es auch nicht werden», betonte er.

16.03.2026

Die iranischen Streitkräfte greifen Israel mit Streumunition an – aus Rache für die Tötung von Sicherheitschef Laridschani. Auch die Golfstaaten geraten erneut unter Beschuss. Und Israel fliegt neue Angriffe auf Ziele im Südlibanon. Das sind die Entwicklungen der vergangenen Stunden.

Agenturen

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Bei einem heftigen iranischen Raketenangriff aus Rache für den Tod eines Spitzenfunktionärs der Islamischen Republik sind zwei Menschen in Israel getötet worden.
  • Die iranischen Streitkräfte haben in der Nacht ihre Angriffe auf die Golfstaaten fortgesetzt, die sie als Mithelfer des israelisch-amerikanischen Angriffskriegs ausgemacht haben.
  • Auf dem Gelände des iranischen Atomkraftwerks Buschehr ist ein Geschoss eingeschlagen.

Die US-Botschaft in Bagdad ist erneut Ziel von Angriffen gewesen. Laut IAEA wurde das Gelände des iranischen AKW Buschehr von einem Geschoss getroffen.

blue News fasst zusammen, was in der Nacht auf Mittwoch (18.3.) passiert ist.

Zwei Tote bei iranischem Raketenangriff auf Israel

Bei einem heftigen iranischen Raketenangriff aus Rache für den Tod eines Spitzenfunktionärs der Islamischen Republik sind zwei Menschen in Israel getötet worden. Bei dem Angriff setzten die iranischen Streitkräfte Medienberichten zufolge mit Streumunition versehene Gefechtsköpfe ein. Am Einschlagsort in der Stadt Ramat Gan nahe Tel Aviv seien ein Mann und eine Frau im Alter zwischen 70 und 80 Jahren getötet worden, teilte der Rettungsdienst Magen David Adom mit.

Mit der Attacke sei die Tötung des Generalsekretärs des Nationalem Sicherheitsrats im Iran, Ali Laridschani, vergolten worden, berichtete die den Revolutionsgarden nahestehende Nachrichtenagentur Tasnim. Seit Beginn des Iran-Kriegs kamen bei Raketenangriffen in Israel nach Angaben von Magen David Adom 14 Menschen ums Leben, im Iran ist die Rede von Tausenden Toten und Verletzten seit Kriegsbeginn vor knapp drei Wochen.

Der Einschlagsort einer iranischen Rakete in Ramat Gan am Mittwochmorgen.
Der Einschlagsort einer iranischen Rakete in Ramat Gan am Mittwochmorgen.
Bild: Keystone/AP Photo/Ohad Zwigenberg

Am Ort des tödlichen Einschlags in Ramat Gan bot sich den Rettungskräften ein Bild der Zerstörung. «Als wir eintrafen, sahen wir dichten Rauch und Zerstörungen in einem Wohnhaus. Überall lagen Glasscherben und verstreute Gegenstände. Bei der Durchsuchung der Wohnung wurden zwei Verletzte gefunden, die bewusstlos waren, keinen Puls hatten und nicht mehr atmeten», zitierte der Rettungsdienst einen Sanitäter. Angesichts ihrer schweren Verletzungen seien sie nicht mehr zu retten gewesen

Iran attackiert Golfstaaten mit Raketen und Drohnen

Die iranischen Streitkräfte haben in der Nacht ihre Angriffe auf die Golfstaaten fortgesetzt, die sie als Mithelfer des israelisch-amerikanischen Angriffskriegs ausgemacht haben. Eine Rakete schlug in den Vereinigten Arabischen Emiraten in der Nähe des Luftwaffenstützpunktes Minhad ein. Der Flugplatz südöstlich von Dubai wird unter anderem von der australischen Luftwaffe genutzt.

Bei dem Angriff seien keine australischen Soldaten verletzt worden, sagte Premierminister Anthony Albanese vor Journalisten. Durch einen von der Rakete verursachten Brand habe es lediglich geringfügigem Schaden an Unterkünften und einer medizinischen Einrichtung auf dem Stützpunkt gegeben.

Die US-Botschaft in der irakischen Hauptstadt Bagdad soll auch in der Nacht wieder Ziel von einem Drohnenangriff gewesen sein. Das melden mehrere Nachrichtenagenturen unter Berufung auf Sicherheitskreise. Erst vor wenigen Stunden waren von dort Drohnen- und Raketenangriffe gemeldet worden.

In Saudi-Arabien fing das Militär nahe dem Luftwaffenstützpunkt Prinz Sultan eine ballistische Rakete ab. Teile des Geschosses seien in der Umgebung des auch von den US-Streitkräften genutzten Stützpunktes niedergegangen, ohne Schäden zu verursachen. Auch die kuwaitische Luftabwehr schoss nach eigenen Angaben mehrere Raketen und Drohnen ab. Für heute lud Saudi-Arabien die Aussenminister arabischer und islamischer Staaten zu Beratungen über den Iran-Krieg ein.

Iranisches Atomkraftwerk Buschehr von Geschoss getroffen

Auf dem Gelände des iranischen Atomkraftwerks Buschehr ist ein Geschoss eingeschlagen. Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) teilte in der Nacht auf Mittwoch mit, dass sie aus Teheran einen Bericht erhalten habe, wonach der Komplex bei einem Angriff getroffen worden sei. «Es wurden keine Schäden am Kraftwerk oder Verletzungen von Mitarbeitern gemeldet», hiess es. Die vorsichtig formulierte Erklärung der IAEA war die erste öffentliche Stellungnahme außerhalb von Iran oder Russland zu dem Vorfall am Dienstag.

Iran und Russland hatten zuvor mitgeteilt, dass ein Angriff in der Nähe des Atomkraftwerks am Persischen Golf erfolgt sei. Es habe weder eine Freisetzung von radioaktivem Material noch Verletzte gegeben. Die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass zitierte Rosatom-Chef Alexej Lichatschew mit der Aussage, ein Angriff habe das Gelände neben dem Gebäude des Metrologiedienstes am Standort des Kernkraftwerks getroffen – «in unmittelbarer Nähe der in Betrieb befindlichen Reaktoreinheit». Auch Lichatschew betonte, dass die Strahlung vor Ort im Normalbereich liege.

IAEA-Generaldirektor Rafael Grossi rief erneut zu «maximaler Zurückhaltung während des Konflikts» auf, um das Risiko eines nuklearen Unfalls zu vermeiden.

Buschehr liegt rund 750 Kilometer südlich der iranischen Hauptstadt Teheran und wird von russischer Technik betrieben. Der Bau des Kraftwerks begann unter dem Schah Mohammed Reza Pahlavi Mitte der 1970er Jahre. Nach der Islamischen Revolution 1979 war das Kraftwerk während des Iran-Irak-Kriegs wiederholt Ziel von Angriffen. Später wurde der Bau der Anlage von Russland abgeschlossen.

Israel fliegt neue Angriffe auf Ziele im Südlibanon

Die israelische Luftwaffe hat nach eigenen Angaben in der Nacht erneut Ziele im Süden des Libanons angegriffen. Die Angriffe galten der Infrastruktur der vom Iran unterstützten Terrororganisation Hisbollah, wie das Militär mitteilte. Zuvor hatten die israelischen Streitkräfte Bürger in der südlibanesischen Stadt Tyros zur Flucht aufgefordert, nachdem laut Armeeangaben Raketen aus der Region auf Israel abgefeuert worden waren.

Israels Militär ging zuletzt wieder massiv gegen die schiitische Hisbollah-Miliz im Libanon vor. Der Einsatz begann infolge von Raketenangriffen aus dem nördlichen Nachbarland und beschränkte sich zunächst auf Luftangriffe, inzwischen gibt es aber auch Einsätze am Boden.

Merz kontert Trump: Nato in Strasse von Hormus «nicht gefragt»

Merz kontert Trump: Nato in Strasse von Hormus «nicht gefragt»

Brüssel/Berlin/London, 16.03.2026: Donald Trump fordert Nato und andere Staaten auf, Kriegsschiffe in die umkämpfte Strasse von Hormus zu schicken – um Öltanker zu schützen. Deutschland und wichtige Verbündete lehnen die Forderungen von US-Präsident Donald Trump ab. Bundeskanzler Friedrich Merz kritisiert auch den Umgang von Trump mit den Verbündeten. Der Iran-Krieg sei keine Angelegenheit der Nato. O-TON Friedrich Merz, Bundeskanzler «Die NATO ist ein Verteidigungsbündnis und kein Interventionsbündnis, Und deswegen ist die NATO hier auch überhaupt nicht gefragt.» Trump hatte die Verbündeten in dem Militärbündnis zuvor mit konfrontativen Worten zur Unterstützung bei der Sicherung von Öltransporten in der Strasse von Hormus aufgefordert. Die Nato werde vor einer düsteren Zukunft stehen, sollten die Partner dabei nicht helfen, sagte er der «Financial Times».

16.03.2026