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Irans Regime unter Druck USA bestellen weitere Bunkerbrecher +++ Nach Treffen mit Netanjahu: Trump will Iran-Verhandlungen fortsetzen
Agenturen/Redaktion blue News
13.2.2026 - 06:12
Nach den wochenlangen Protesten im Iran, bei denen Sicherheitskräfte mehrere tausend Menschen getötet haben sollen, geht das Regime weiter gegen seine Gegner vor. Noch vor wenigen Wochen forderte US-Präsident Donald Trump einen Machtwechsel, nun sitzen Washington und Teheran am Verhandlungstisch. Die Entwicklungen im Ticker.
Das Wichtigste im Überblick
- Am 28. Dezember 2025 begannen im Iran Demonstrationen.
- Die Menschen gingen nach dem Zusammenbruch des iranischen Rials, der inzwischen bei über 1,4 Millionen pro US-Dollar liegt, auf die Strasse.
- Irans Wirtschaft ächzt unter den internationalen Sanktionen, die unter anderem wegen des Atomprogramms verhängt wurden.
- Die Proteste breiteten sich rasch auf das Land aus und richteten sich zunehmend gegen die iranische Theokratie.
- Der Iran droht mit Gegenschlägen, sollten sich die USA einmischen.
- Die Massenproteste halten trotz wachsender Todeszahlen und exzessiver Drohungen des Sicherheitsapparats an.
- Mehr als 6000 Menschen sollen bisher getötet worden sein.
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8.59 Uhr
Trump schickt offenbar weiteren Flugzeugträger in den Nahen Osten
Die USA verstärken ihre Militärpräsenz in der Golfregion deutlich. Neben der bereits entsandten «USS Abraham Lincoln» soll nun auch die «USS Gerald R. Ford» verlegt werden – der modernste Flugzeugträger der US-Marine.
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Freitag, 13. Februar 2026, 4.50 Uhr
Nach Angriffen im Iran: USA bestellen weitere Bunkerbrecher
Rund ein Dreivierteljahr nach dem Einsatz gegen unterirdische Atomanlagen im Iran will das US-Militär Nachschub der massiven bunkerbrechenden Bomben vom Typ GBU-57 bestellen. Die Neuanschaffungen seien infolge des Einsatzes vom vergangenen Juni nötig, um die Lager wieder aufzufüllen, erklärte das US-Verteidigungsministerium zur Begründung der Ausschreibung. Die Bomben seien nötig, «um die Einsatzbereitschaft wiederherzustellen».
Der mit einem GPS-System präzisionsgelenkte Bunkerbrecher ist rund sechs Meter lang und 13,6 Tonnen schwer. Aufgrund ihrer Dimensionen und des hohen Gewichts kann die Bombe nur von Tarnkappenbombern des Typs B-2 abgeworfen werden, über die ebenfalls nur das US-Militär verfügt. Insgesamt 14 der massiven Bomben wurden bei dem Einsatz im Iran abgeworfen, die meisten davon auf die besonders tief reichende Anlage Fordo. Die Angriffe im Iran waren der erste Kampfeinsatz der Bombe in der US-Geschichte.
Soldaten der U.S. Air Force mit einer bunkerbrechenden Bombe vom Typ GBU-57. (Archivbild) Bild: Keystone/U.S. Air Force via APAus dem stellenweise geschwärzten Dokument der Ausschreibung ging nicht hervor, wie viele der Bunkerbrecher die US-Luftwaffe nun beim Hersteller Boeing bestellt. Auch der Wert des Auftrags für die Bomben und damit zusammenhängende Dienstleistungen blieben einigermassen unklar: Er wurde mit der höchsten Kategorie von «mehr als 100 Millionen US-Dollar» angegeben. Ebenfalls blieb offen, bis wann mit der Lieferung der Bomben zu rechnen ist.
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22.12 Uhr
Nach Treffen mit Netanjahu: Trump will Iran-Verhandlungen fortsetzen
Fast drei Stunden verbrachte Benjamin Netanjahu im Weissen Haus. Doch der israelische Regierungschef kam und ging, ohne dass Journalisten ihn zu Gesicht bekamen. US-Präsident Donald Trump, der ebenfalls keine Fragen von Medienvertretern entgegennahm, gewährte dafür auf seiner Plattform Truth Social Einblick in das «sehr gute Treffen», wie er es bezeichnete.
Konkrete Beschlüsse habe es nicht gegeben, schrieb er. Er habe aber darauf bestanden, die Verhandlungen im Konflikt mit dem Iran fortzusetzen, um herauszufinden, ob ein Deal erreicht werden könne. Wenn dies möglich sei, sei das die bevorzugte Lösung. «Wenn nicht, müssen wir abwarten, wie sich die Dinge entwickeln.»
Als die Islamische Republik beim letzten Mal entschieden habe, dass es besser sei, kein Abkommen zu schliessen, sei das nicht gut für sie ausgegangen, erklärte Trump mit Blick auf zuvor gescheiterte Gespräche über das iranische Atomprogramm und die US-israelischen Angriffe auf iranische Atomanlagen. «Hoffentlich sind sie dieses Mal vernünftiger und verantwortungsbewusster.»
US-Präsident Donald Trump hat sich bereits zum siebten Mal mit Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu getroffen. (Archivbild) Bild: Keystone/Pool Reuters/AP/Evelyn HocksteinNetanjahus Büro teilte mit, bei dem Treffen im Weissen Haus sei es sowohl um Verhandlungen mit dem Iran als auch um die Entwicklungen im Gazastreifen und der weiteren Region gegangen. Trump und Netanjahu hätten vereinbart, ihre enge Zusammenarbeit fortzusetzen.
Netanjahu drängt Washington dazu, die Forderungen an Teheran zu erweitern, damit der Iran nicht nur sein Atom- und sein Raketenprogramm einschränkt, sondern auch seine Unterstützung für bewaffnete Gruppen wie die Hamas und die Hisbollah einstellt. Als Drohkulisse haben die USA bereits ihre Militärpräsenz im Nahen Osten für einen möglichen Angriff auf den Iran verstärkt.
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5.21 Uhr
Netanjahu trifft Trump – für harte Linie bei Iran-Gesprächen
Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu wird heute bei einem Treffen mit US-Präsident Donald Trump in Washington auf Forderungen seines Landes an ein mögliches Abkommen der USA mit dem Iran pochen. «Ich werde dem Präsidenten unsere Sichtweise zu den Grundsätzen dieser Verhandlungen darlegen», sagte Netanjahu vor seinem Abflug. Kurz zuvor hatte er deutlich gemacht, dass jegliche Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran sowohl eine Begrenzung ballistischer Raketen als auch eine Beendigung der Unterstützung der iranischen Verbündeten in der Region beinhalten müsse.
Israel sieht in Irans Atom- und Raketenprogramm seine grösste existenzielle Bedrohung. Vertreter der USA und des Irans hatten am Freitag in Omans Hauptstadt Maskat Gespräche begonnen. Ein Termin für eine mögliche Fortsetzung steht bisher nicht fest. Der Iran hat mehrfach erklärt, ausschliesslich über sein Atomprogramm verhandeln zu wollen, nicht aber über seine Raketen.
Am Mittwoch treffen sich US-Präsident Donald Trump und Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu bereits wieder – es ist das siebte Treffen seit Trumps Amtsantritt. (29. Dezember 2025) Bild: Keystone/AP Photo/Alex BrandonNetanjahu traf nach Angaben der israelischen Regierung nach seiner Ankunft in Washington zunächst die beiden Sondergesandten von Trump, Steve Witkoff und Jared Kushner. Sie hätten «regionale Angelegenheiten» erörtert und über den Stand der ersten Verhandlungsrunde mit dem Iran vom Freitag berichtet. Eine der Hauptbotschaften, die Netanjahu Trump überbringen werde, sei, dass Verhandlungen mit dem Iran wertlos seien, zitierte das «Wall Street Journal» den israelischen Energieminister Eli Cohen. «Der Iran hat keine seiner Verpflichtungen erfüllt», habe Cohen dem israelischen Armeeradio gesagt.
Trump sagte dagegen dem US-Nachrichtenportal «Axios», er glaube nicht, dass Netanjahu wegen der Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran nervös sei. «Auch er will ein Abkommen. Er will ein gutes Abkommen», sagte Trump demnach. Das Treffen zwischen ihm und Netanjahu im Weissen Haus – das siebte seit Trumps Amtsantritt – ist für 11.00 Uhr Ortszeit (17.00 Uhr MEZ) angesetzt. Laut der israelischen Zeitung «Jediot Achronot» will Netanjahu mit Trump unter anderem aktuelle Geheimdienstinformationen über Irans Raketenprogramm teilen. Netanjahu werde Trump zudem warnen, dass Teheran Langstreckenraketen entwickele, die die Vereinigten Staaten treffen können.
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Mittwoch, 11. Februar 2026, 0.10 Uhr
Trump droht Iran mit Entsendung von zweitem Flugzeugträger
US-Präsident Donald Trump erwägt im Konflikt mit dem Iran einen weiteren Flugzeugträger in die Region zu senden. «Wir haben eine Flotte, die unterwegs ist, und eine weitere könnte folgen», zitierte das Onlineportal «Axios» aus einem Interview mit dem Republikaner. Zugleich bekräftigte Trump, dass die USA ein Abkommen mit dem Iran schliessen könnten.
Der Flugzeugträger «USS Abraham Lincoln» ist unterwegs im Arabischen Meer. (1. Juni 2019) Bild: Keystone/Mass Communication Specialist 1st Class Brian M. Wilbur/U.S. Navy via APAm Freitag hatten Vertreter aus Teheran und Washington unter strengen Sicherheitsvorkehrungen im Oman neue Verhandlungen begonnen. Der Golfstaat vermittelt in dem Konflikt. Die Verhandlungen folgen auf die schweren Massenproteste im Iran, die der staatliche Sicherheitsapparat brutal niederschlug. Trump hatte der iranischen Führung daraufhin mit einem militärischen Eingreifen gedroht und die US-Militärpräsenz in der Region unter anderem mit dem Flugzeugträger «USS Abraham Lincoln» gestärkt. Zugleich ist die Rede von einem neuen Abkommen mit Blick auf Irans umstrittenes Atomprogramm. Irans Führung sieht Verhandlungen mit den USA weiter skeptisch.
Trump sagte laut «Axios» weiter: «Entweder wird es einen Deal geben oder wir werden wie beim letzten Mal zu sehr harten Massnahmen greifen müssen.» Israel hatte im Juni 2025 zwölf Tage Krieg gegen den Erzfeind Iran geführt und zusammen mit den USA iranische Atomanlagen bombardiert.
An diesem Mittwoch empfängt Trump den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu zu Gesprächen. Bei dem Treffen um 11.00 Uhr (Ortszeit, 17.00 Uhr MEZ) im Weissen Haus wird es Netanjahu zufolge vor allem um die Verhandlungen der USA mit dem Iran gehen.
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Freitag, 6. Februar 2026, 4.45 Uhr
Weisses Haus: Verhandlungen mit dem Iran am Freitag
Die USA wollen am heutigen Freitag im Golfstaat Oman neue Verhandlungen mit dem Iran über dessen umstrittenes Atomprogramm aufnehmen. Für die Vereinigten Staaten sollen der Sondergesandte Steve Witkoff und der Schwiegersohn von Präsident Donald Trump, Jared Kushner, dabei sein. Das Weisse Haus bestätigte die zuvor bereits vom Iran angekündigten Gespräche. Trump habe sich klar gegen jegliche nukleare Aktivitäten des Irans ausgesprochen, sagte US-Regierungssprecherin Karoline Leavitt. Er wolle prüfen, ob ein Abkommen erzielt werden könne. Leavitt verwies darauf, dass Trump als Oberbefehlshaber «der mächtigsten Armee der Welt neben der Diplomatie noch viele weitere Optionen zur Verfügung» stünden.
Der US-Sondergesandte Steve Witkoff (r.) und der Schwiegersohn von Präsident Donald Trump, Jared Kushner (l.) werden am Freitag in Oman Verhandlungen mit dem Iran führen. (Archivbild) Bild: Keystone/Gian EhrenzellerUnklar bleibt die Tagesordnung. Der Iran möchte sich laut Aussenminister Abbas Araghtschi auf das iranische Atomprogramm und eine mögliche Lockerung von Sanktionen beschränken. Die USA drängen hingegen darauf, dass auch Irans Raketenprogramm sowie die Unterstützung von Irans Verbündeten wie der Hamas im Gazastreifen, der Hisbollah-Miliz im Libanon und der Huthi im Jemen Themen sein müssten. Bereits am Mittwoch hatte Araghtschi die Atomgespräche für Freitag um 10.00 Uhr (Ortszeit) in der omanischen Hauptstadt Maskat angekündigt. Kurz zuvor hatte es noch Medienspekulationen darüber gegeben, dass das Format abgesagt worden sei.
Die von den USA im Juni 2025 bombardierte iranische Atomanlage in Natans. (Archivbild) Bild: Keystone/Planet Labs PBC via APTrump hatte vor wenigen Wochen erklärt, beide Länder wollten wieder miteinander sprechen. Zuvor hatte der Republikaner der iranischen Führung noch mit Angriffen gedroht, nachdem der iranische Sicherheitsapparat brutal gegen Massenproteste vorgegangen war.
Am Mittwoch richtete Trump warnende Worte an den obersten Führer des Landes. Auf die Frage, ob Ajatollah Ali Chamenei aktuell besorgt sein solle, antwortete Trump dem Sender NBC News: «Ich würde sagen, er sollte sehr besorgt sein.» Einen konkreten Grund dafür nannte Trump in dem Zuge nicht direkt. Er verwies aber auf Verhandlungen beider Länder. Im Falle, dass der Iran versuche, sein Atomprogramm wiederaufzubauen, drohte der US-Präsident damit, der Führung des Landes «schlimme Dinge» anzutun.
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Mittwoch, 4. Februar 2026, 5.28 Uhr
Berichte: US-Militär schiesst iranische Überwachungsdrohne ab
Das US-Militär hat eine iranische Überwachungsdrohne unweit der Südküste des Landes abgeschossen. Eine weitere Drohne der iranischen Revolutionsgarden sei bereits auf dem Weg zur Überwachung eines amerikanischen Flugzeugträgers im Arabischen Meer, berichtete das Onlineportal Sabrin-News.
Zuvor hatte das US-Nachrichtenportal Axios berichtet, dass ein Kampfjet vom Typ F-35 eine iranische Drohne abgeschossen habe. Dabei handelt es sich Berichten zufolge um eine Überwachungsdrohne vom Typ Schahed-139, die vom iranischen Militär oft in Grenzregionen eingesetzt wird.
Ein Kampfjet vom Typ F-35 landet auf dem US-Flugzeugträger «USS Abraham Lincoln» im Arabischen Meer (28. Januar 2026) Bild: Keystone/EPA/Mass Communication Specialist Seaman Zoe Simpson/US Navy -
16.43 Uhr
Irans Revolutionsgarden kommen auf Terrorliste
Nach der Tötung Tausender regierungskritischer Demonstranten im Iran stufen die EU-Staaten die Revolutionsgarden des Landes als Terrororganisation ein. Das teilte EU-Chefdiplomatin Kaja Kallas nach Beratungen der Aussenminister in Brüssel mit. «Unterdrückung darf nicht unbeantwortet bleiben», sagte sie. Jedes Regime, das Tausende seiner eigenen Menschen töte, arbeite an seinem eigenen Untergang.
Der deutsche Aussenminister Johann Wadephul sagte: «Die iranischen Revolutionsgarden und ihre Hilfstruppen sind die Häscher des iranischen Regimes. Sie sind es, die mit unermesslicher Brutalität gegen die eigene Bevölkerung vorgehen, die ihre eigenen Menschen regelrecht hingerichtet haben, weil sie es wagten, ihre Stimme auf der Strasse zu erheben.»
Zudem verantworteten die Revolutionsgarden auch die destabilisierende Rolle, die der Iran in der Region spiele, und steckten hinter Anschlagsversuchen in Deutschland und in Europa. «Kurzum: Sie haben Blut an ihren Händen», sagte der CDU-Politiker.
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11.50 Uhr
EU verhängt neue Iran-Sanktionen
Die Aussenminister der EU-Staaten haben neue Iran-Sanktionen beschlossen. Mit den Strafmassnahmen wird auf die brutale Niederschlagung regierungskritischer Proteste und die fortgesetzte Unterstützung des Irans für den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine reagiert. Betroffen sind insgesamt rund 30 Akteure, wie die Deutsche Presse-Agentur nach der Entscheidung bei einem EU-Treffen in Brüssel von Beamten erfuhr. Die Namen sollen in Kürze im EU-Amtsblatt veröffentlicht werden.
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Donnerstag, 29. Januar 2026, 4.30 Uhr
EU-Aussenminister planen neue Iran-Sanktionen
Die Aussenminister der EU-Staaten wollen an diesem Donnerstag bei einem Treffen in Brüssel (10.30 Uhr) neue Iran-Sanktionen beschliessen. Insgesamt sollen etwa 30 Akteure betroffen sein. Mit den Strafmassnahmen gegen Personen und Organisationen soll auf die brutale Niederschlagung von Protesten und die fortgesetzte Unterstützung des Irans für den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine reagiert werden.
Teheran am 27. Januar 2026. Bild: KeystoneAP Photo/Vahid SalemiAls möglich gilt zudem, dass eine politische Grundsatzeinigung auf die Einstufung der iranischen Revolutionsgarden – der Elitestreitmacht der Islamischen Republik – als Terrororganisation erzielt werden kann. Frankreich teilte am Mittwochabend nach langer Blockade mit, den von Deutschland und vielen anderen EU-Staaten geforderten Schritt nun auch unterstützen zu wollen.
Die Einstufung der Revolutionsgarden als Terrororganisation gilt als symbolisch bedeutsam, auch wenn sie wegen bereits bestehender Sanktionen voraussichtlich kaum praktische Folgen hätte. Der Streitmacht wird eine Schlüsselrolle bei der Niederschlagung von Protesten vorgeworfen, weil sie auch für die Verhinderung von Putschversuchen zuständig sind.
Weiterhin soll bei dem Aussenministertreffen unter anderem über die jüngsten Entwicklungen in der Grönland-Krise und die weitere Unterstützung der Ukraine im Abwehrkampf gegen Russland gesprochen werden.
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19.49 Uhr
Viele Grossbuchstaben: Iran beantwortet Drohung im Trump-Stil
Die UN-Vertretung Irans hat die Drohungen von US-Präsident Donald Trump mit einer Imitation gekontert. Nachdem Trump zum wiederholten Mal mit einem Angriff gedroht hatte, ahmte die iranische UN-Vertretung im Kurznachrichtendienst X Trumps Wortwahl und Vorliebe für Grossbuchstaben nach. «Der Iran ist bereit für einen Dialog auf der Grundlage gegenseitigen Respekts und gemeinsamer Interessen – ABER WENN ER UNTER DRUCK GESETZT WIRD, WIRD ER SICH VERTEIDIGEN UND ANTWORTEN WIE NIE ZUVOR!», schrieb sie.
Zuvor hatte Trump auf seiner Plattform Truth Social gefordert, der Iran müsse schnell an den Verhandlungstisch kommen und ein faires und gerechtes Abkommen aushandeln. Er forderte «KEINE ATOMWAFFEN» und «MACHT EIN ABKOMMEN». «Die Zeit läuft ab», warnte Trump, Eine riesige US-Streitmacht sei unterwegs. Der nächste US-Angriff auf den Iran werde noch «viel schlimmer» als die Attacke auf die iranischen Atomanlagen im Sommer vergangenen Jahres.
Last time the U.S. blundered into wars in Afghanistan and Iraq, it squandered over $7 trillion and lost more than 7,000 American lives.
— I.R.IRAN Mission to UN, NY (@Iran_UN) January 28, 2026
Iran stands ready for dialogue based on mutual respect and interests—BUT IF PUSHED, IT WILL DEFEND ITSELF AND RESPOND LIKE NEVER BEFORE! pic.twitter.com/k3fVEv1rus -
17.58 Uhr
Irans Präsident räumt Fehler ein
Irans Präsident Massud Peseschkian räumt nach den Massenprotesten im Land Fehler ein. «Die Unruhen und Instabilität im Land erfordern einen realistischeren Ansatz», sagte er laut staatlicher Nachrichtenagentur Irna. Die Regierung solle auch interne Schwächen und Mängel anerkennen und nicht ausschliesslich das Ausland für die Unruhen verantwortlich machen.
Peseschkian forderte ausserdem einen Dialog mit der Justizbehörde, um einen Prozess für die Freilassung einiger der inhaftierten Demonstrierenden einzuleiten.
Der als moderat geltende Peseschkian vollzieht damit einen Kurswechsel. Irans Führung sprach bislang von einer ausländischen Verschwörung und bezeichnete die Demonstrierenden als Terroristen und von den USA und Israel bezahlte Söldner.
Irans Präsident Massud Peseschkian bricht mit dem bisherigen Kurs der Regierung. (Archivbild) Bild: Vahid Salemi/AP -
17.37 Uhr
Iran lehnt Beschränkungen an Atomprogramm ab
Der Iran weist Forderungen von US-Präsident Donald Trump zurück, sein Atomprogramm einzuschränken.
Irans Atomchef Mohamed Eslami sagte laut iranischer Nachrichtenagentur Isna, der Iran habe wie die USA das Recht, eine fortgeschrittene Nukleartechnologie zu nutzen. «Wir lehnen daher die amerikanischen Forderungen nach jeglichen Beschränkungen unseres Atomprogramms ab.»
Zuvor hatte Trump dem Iran mit einem militärischen Eingreifen wie in Venezuela gedroht. Auf seiner Plattform Truth Social schrieb Trump: «Hoffentlich wird der Iran schnell an den Verhandlungstisch kommen und ein faires und gerechtes Abkommen aushandeln – KEINE ATOMWAFFEN –, das für alle Parteien gut ist.» Trump droht andernfalls mit einem Militäreinsatz.
Atomchef Mohammed Eslami weist US-Forderungen nach einer Einschränkung des Atomprogramms zurück. (Archivbild) Vahid Salemi/AP/dpa -
Mittwoch, 28. Januar 2026, 4.02 Uhr
Trump: Weitere Flotte des US-Militärs segelt Richtung Iran
Nach Angaben von US-Präsident Donald Trump ist eine weitere US-Kriegsflotte Richtung Iran unterwegs. «Und übrigens, da ist noch eine andere schöne Armada, die gerade schön in Richtung Iran segelt», sagte der Republikaner in einer Rede im US-Bundesstaat Iowa. Es war nicht sofort klar, ob Trump sich dabei auf den Flugzeugträger «USS Abraham Lincoln» und die ihn begleitenden Kriegsschiffe bezog, die am Montag bereits im Nahen Osten eingetroffen waren, oder auf andere Kräfte des US-Militärs.
Das zuständige Regionalkommando des US-Militärs (Centcom) kündigte unterdessen eine mehrtägige Luftwaffenübung im Nahen Osten an.
U.S. Air Forces Central will be conducting a multi-day readiness exercise to demonstrate the ability to deploy, disperse, and sustain combat airpower across the U.S. Central Command area of responsibility.
— U.S. Central Command (@CENTCOM) January 27, 2026
Read more: https://t.co/F4rRENnVGD pic.twitter.com/ny80gdjuQUTrump hat ein militärisches Eingreifen seines Landes im Iran wegen der Tötung Tausender Demonstranten bei den jüngsten Massenprotesten nicht ausgeschlossen.
Mit Blick auf die Führung der Islamischen Republik sagte Trump in Iowa: «Ich hoffe, dass sie ein Abkommen abschliessen.» Er hatte zuvor dem US-Nachrichtenportal «Axios» gesagt, der Iran sei an einer diplomatischen Lösung der Spannungen mit den USA interessiert. Die Lage sei «im Fluss», weil die US-Regierung eine grosse Kriegsflotte in die Region entsandt habe.
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4 Uhr
Trump: Der Iran möchte einen Deal
Der Iran ist nach Darstellung von US-Präsident Donald Trump an einer diplomatischen Lösung der Spannungen mit den USA interessiert. Die Lage mit dem Iran sei «im Fluss», weil die US-Regierung eine grosse Kriegsflotte in die Region entsandt habe, sagte Trump dem Nachrichtenportal «Axios» in einem Interview. «Wir haben eine grosse Armada neben dem Iran. Grösser als (vor der Küste von) Venezuela», sagte der Republikaner. Er glaube aber, dass Teheran ein Abkommen schliessen wolle. «Sie wollen einen Deal machen. Das weiss ich. Sie haben mehrfach angerufen. Sie wollen reden», fügte der US-Präsident hinzu.
Eine Flotte von US-Kriegsschiffen samt dem Flugzeugträger «USS Abraham Lincoln» ist inzwischen in der Region angekommen, wie das Regionalkommando des US-Militärs Centcom mitteilte. Nähere Angaben zur genauen Position des Schiffsverbunds gab es nicht.
Der US-Flugzeugträger «USS Abraham Lincoln» (21. Januar 2026. ). Bild: Keystone/Mass Communication Specialist Seaman Daniel Kimmelman/U.S. Navy via APTrump hatte ein militärisches Eingreifen seines Landes im Iran wegen der Tötung Tausender Demonstranten bei den jüngsten Massenprotesten in der Islamischen Republik zuletzt nicht ausgeschlossen. Nach Informationen von «Axios» hat er aber noch keine endgültige Entscheidung zum weiteren Vorgehen getroffen.
Trump werde wahrscheinlich diese Woche weitere Konsultationen abhalten und von seinen Sicherheitsberatern zusätzliche militärische Optionen vorgelegt bekommen, zitierte das Nachrichtenportal Quellen, die mit der Situation vertraut seien. Mit dem Flugzeugträger «USS Abraham Lincoln» und den ihn begleitenden Kriegsschiffen erhalte Trump zusätzliche Offensiv- und Defensivmöglichkeiten für den Fall, dass er sich für einen Angriff auf den Iran entscheiden sollte, berichtete das «Wall Street Journal».
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Dienstag, 27. Januar 2026, 3.27 Uhr
Aktivisten: Zahl der Toten bei Protesten steigt auf 6126
Die Zahl der Toten bei der blutigen Niederschlagung der Proteste im Iran ist nach Angaben von Aktivisten auf mindestens 6126 gestiegen. Es werde befürchtet, dass viele weitere Menschen getötet worden seien, teilte die in den USA ansässige Gruppe Human Rights Activists News Agency (HRANA) am Dienstag mit. Unter den Toten seien 5777 Protestierende sowie 214 Sicherheitskräfte. Zudem seien 86 Kinder und 49 Zivilisten zu Tode gekommen, die sich nicht an den Demonstrationen beteiligt hätten, hiess es.
Ein riesiges Plakat in Teheran zeigt einen US-Flugzeugträger mit zerstörten Kampfjets auf seinem Deck. (25. Januar 2026) Bild: Keystone/AP Photo/Vahid SalemiDie Zahl der Festnahmen gab HRANA zudem mit 41'800 an. Bisher hat die Nachrichtenagentur AP die Angaben nicht unabhängig prüfen können, zumal die Behörden in der Islamischen Republik die Internetverbindung gekappt haben. Bei früheren Unruhen im Iran lieferte die Gruppe HRANA, die sich auf ein Netzwerk von Aktivisten stützt, verlässliche Zahlen.
Die iranische Regierung hat bisher von 3117 Toten gesprochen und erklärt, bei 2427 von ihnen habe es sich um Zivilisten oder Sicherheitskräfte gehandelt. Die übrigen Toten bezeichnete die Führung in Teheran als «Terroristen». Sie hat bei früheren Unruhen häufig zu geringe Opferzahlen genannt.
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Montag, 26. Januar 2026, 4.30 Uhr
Schweiz weist iranische Staatsangehörige nicht ab
Iranische Staatsangehörige werden derzeit nicht aus der Schweiz weggewiesen, selbst bei voraussichtlich negativem Asylentscheid. Dies hat das Staatssekretariat für Migration (SEM) entschieden und begründet es mit den Protesten im Iran und deren brutaler Niederschlagung durch das Regime. Den Entscheid hatte das SEM am 13. Januar gefällt, wie SEM-Sprecher Daniel Bach der Nachrichtenagentur Keystone-SDA eine Meldung des Schweizer Radios und Fernsehens SRF vom Sonntag bestätigte. Positive Asylentscheide und negative Entscheide mit Anordnung der vorläufigen Aufnahme können demnach weiterhin erlassen werden.
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Sonntag 25. Januar 11.43 Uhr
Israel gab USA Geheimdienstberichte über Hinrichtungen im Iran
Der US-Geheimdienst verfüge über «eindeutige Augenzeugenberichte über Hinrichtungen, die mit verschiedenen Methoden durchgeführt wurden», hiess es in dem Bericht. Israel sei an der Beschaffung dieser Informationen beteiligt gewesen. Ausserdem gebe es «zahlreiche detaillierte Berichte über den Einsatz scharfer Munition gegen Demonstranten auf den Strassen sowie über Protestanten, die nach ihrer Festnahme hingerichtet wurden». So berichtet die Zeitung «Israel Hayom»
Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen. Israel verfügt nach Medienberichten über ein gutes Geheimdienstnetz im Iran. Im vergangenen Juni kam es zu einem zwölftägigen Krieg zwischen Israel und dem Iran, der von heftigem gegenseitigem Beschuss geprägt war. Vor dem Hintergrund von Spekulationen über einen möglichen neuen US-Angriff im Iran hatten beide Länder gegenseitige Drohungen ausgesprochen.
Der US-Präsident hatte zunächst gesagt, ein Militärangriff auf die Führung der Islamischen Republik sei ausgeblieben, weil die Behörden die Hinrichtung von 800 Menschen abgesagt hätten. Während der Protestwelle gegen die autoritäre Regierung hatte er den Demonstranten wiederholt seine Unterstützung zugesichert und rote Linien für die Führung in Teheran gezogen – bisher ohne Konsequenzen. Irans Justiz hat Trumps Äusserungen, wonach die Exekution von 800 Demonstranten gestoppt worden sei, dementiert.
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20.03 Uhr
Internet in einigen Teilen Irans wieder funktionsfähig
Nach einer zweiwöchigen Internetsperre im Iran können viele Nutzer in dem Land allmählich wieder mit der Welt online kommunizieren. Daten des IT-Unternehmens Cloudflare zufolge erreichte der landesweite Datenverkehr beim Aufrufen von Webseiten inzwischen wieder rund 30 Prozent des üblichen Niveaus vor der Blockade. Mit sogenannten Tunneldiensten (VPN) gelang es ausserdem einigen Bewohnern der Hauptstadt Teheran wieder WhatsApp-Nachrichten zu verschicken. Apps des Facebook-Konzerns sind beliebt im Iran, aber grundsätzlich gesperrt. Iranerinnen und Iraner, die am Freitag wieder online gehen konnten, äusserten jedoch die Sorge, dass es sich nur um eine temporäre Lockerung handelte.
«Seit Freitagmorgen ist die breitere Verfügbarkeit von Messaging-Apps bestätigt und es werden mehr VPN-Tunnel aus dem Iran hergestellt», schrieb die auf Internetsperren spezialisierte Organisation Netblocks auf X. Das Netz werde jedoch stark zensiert und die beobachtbare internationale Konnektivität bleibe gering.
ℹ️ Update: As of Friday morning, the wider availability of messaging apps is confirmed and more VPN tunnels are connecting from Iran. However, service is heavily filtered and observable international connectivity remains low, indicating a "filternet plus" configuration. https://t.co/4y9n7EFqeb
— NetBlocks (@netblocks) January 23, 2026Der Staat hatte die Sperre offiziell mit Sicherheitsbedenken begründet. Ali Akbar Purdschamschidian, Vorsitzender eines nationalen Sicherheitsgremiums, verteidigte die Blockade am Mittwoch im Staatsfernsehen. «Für die Bevölkerung gibt es das Thema Sicherheit und es gibt das Thema Wirtschaft», sagte der frühere General. «Und in dieser Situation war uns die Sicherheit wichtiger.»
Der Präsident der iranischen Industrie- und Handelskammer warnte jüngst vor unvorhersehbaren Folgen für die Wirtschaft. Mehr als 400.000 Unternehmen seien in ihrer Existenz bedroht, sagte Gholamhossein Schafei dem Onlineportal Asre-Eghtesad. Halte die Internetsperre an, stehe der Lebensunterhalt von rund neun Millionen Beschäftigten auf dem Spiel.
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4.30 Uhr
Aktivisten: Zahl der Todesopfer übersteigt 5000
Die Niederschlagung der landesweiten Proteste im Iran hat nach Angaben von Aktivisten inzwischen mehr als 5000 Menschen das Leben gekostet. Das teilte die in den USA ansässige Gruppe Human Rights Activists News Agency (HRANA) am Freitag mit. Unabhängig liessen sich die Zahlen von HRANA nicht überprüfen. Bei früheren Protesten hatte die Organisation aber verlässliche Zahlen geliefert.
On day 26 of Iran’s nationwide protests, HRANA reports 5,002 confirmed deaths, 9,787 under review, 7,391 seriously injured, and 26,852 arrests, amid internet blackouts and continued repression.#IranProtests
— HRANA English (@HRANA_English) January 23, 2026
Check out HRANA’s full report: https://t.co/NUjEt2GGlR pic.twitter.com/SAuq26xrx5Die iranische Regierung hatte am Mittwoch auch erstmals ihre eigenen Opferzahlen bekanntgegeben. Demnach seien 3117 Menschen getötet worden. Die Theokratie im Iran hat in der Vergangenheit Todesopfer von Unruhen entweder gar nicht gemeldet oder weniger Todesopfer angegeben.
Die von HRANA genannte Opferzahl übertrifft jede andere Protest- oder Unruhewelle im Iran seit Jahrzehnten und erinnert an das Chaos rund um die Islamische Revolution von 1979.
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Freitag, 23. Januar 2026, 4 Uhr
Trump: Riesige Flotte ist auf dem Weg Richtung Iran
US-Präsident Donald Trump schliesst ein militärisches Eingreifen seines Landes im Iran weiterhin nicht aus. «Wir haben eine riesige Flotte, die in diese Richtung unterwegs ist», sagte der Republikaner vor Journalisten auf dem Rückweg aus Davos nach Washington. «Und vielleicht müssen wir sie nicht einsetzen, wir werden sehen», fügte er hinzu. Viele Schiffe befänden sich nur für den Fall der Fälle auf dem Weg in die Region. «Ich würde es vorziehen, wenn nichts passiert, aber wir beobachten sie sehr genau», sagte Trump über den Iran.
Bereits Ende der vergangenen Woche hatten US-Medien berichtet, dass der Flugzeugträger «USS Abraham Lincoln» und Begleitschiffe auf dem Weg vom Südchinesischen Meer in die Region seien. Der von einem Atomreaktor angetriebene Flugzeugträger transportiert normalerweise mehrere Tausend Soldaten sowie Dutzende Kampfflugzeuge und wird von Zerstörern der Marine begleitet.
Ein F/A-18-Kampfjet auf dem Flugzeugträger «USS Abraham Lincoln». (Archivbild) Bild: Keystone/AP Photo/Jon Gambrell -
Donnerstag, 22. Januar 2026, 1 Uhr
Iran veröffentlicht offizielle Todeszahlen der Proteste
Der Iran hat offizielle Todeszahlen zu den jüngsten Massenprotesten veröffentlicht. Insgesamt 3117 Menschen seien ums Leben gekommen, hiess es in einer von der Regierung veröffentlichten Erklärung des Sicherheitsrats. Darin war die Rede von «2427 unschuldigen Menschen und Hütern von Ordnung und Sicherheit».
In ihrer Erklärung machte der Nationale Sicherheitsrat die Erzfeinde Israel und USA dafür verantwortlich, in den Nächten vom 8. und 9. Januar gezielt «zahlreiche terroristische Handlungen» in weiten Teilen des Landes verübt zu haben. Dies sei eine Fortführung des «aufgezwungenen Krieges» vom vergangenen Juni, schrieb das mächtige Gremium.
Die tatsächlichen Opferzahlen dürften unterschiedlichen Schätzungen zufolge deutlich höher liegen. Das Menschenrechtsnetzwerk HRANA mit Sitz in den USA hatte zuletzt 4500 Tote verifiziert mit rund 9000 weiteren Fällen in der Prüfung. In den beiden Nächten vor gut zwei Wochen waren Menschenmassen gegen die autoritäre Führung der Islamische Republik auf die Strasse gegangen.
Bei den Protesten in Teheran ausgebrannte Busse. (21. Januar 2026) Bild: Keystone/EPA/Abedin TaherkenarehDie Unzufriedenheit im Land wächst seit Jahren – geschürt durch fehlende Perspektiven, wirtschaftliche Not, die Klimakrise, politische Repression und internationale Isolation. Auslöser der jüngsten Proteste Ende Dezember war zunächst die schwere Wirtschaftskrise. Noch nie in der Geschichte der Islamischen Republik wurden so viele Demonstranten bei Protesten getötet.
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Mittwoch, 21. Januar 2026, 0.10 Uhr
Aktivisten: Rund 4500 Tote bei Iran-Protesten bestätigt
Bei den jüngsten Massenprotesten im Iran sind Aktivisten zufolge rund 4500 Menschen ums Leben gekommen. Das Menschenrechtsnetzwerk HRANA verifizierte bislang 4519 Tote, wie aus einem Bericht der Aktivisten mit Sitz in den USA hervorgeht. Weitere knapp 9000 Todesfälle würden noch untersucht. Neben 4251 getöteten Demonstranten kamen ihren Informationen nach auch 197 Sicherheitskräfte ums Leben.
Day 24 of Iran’s protests: at least 4,519 confirmed deaths, 9,049 under review, 5,811 seriously injured, and 26,314 arrests amid an ongoing internet blackout and UN warnings of crimes against humanity.
— HRANA English (@HRANA_English) January 20, 2026
Read more in HRANA’s report:https://t.co/wpiw34CGBZ pic.twitter.com/NXT2XF1dDtDas Internet im Iran bleibt weiter gesperrt. Nur langsam dringen Aufnahmen nach aussen, die das volle Ausmass der gewaltsamen Niederschlagung der Massenproteste vom 8. und 9. Januar zeigen.
In ihrem Bericht verweisen die Aktivisten auf erschütternde Aufnahmen, die von Medizinern analysiert worden seien. Diese kommen demnach zu dem Schluss, dass einige der getöteten Demonstranten zuvor in Behandlung waren. Medizinische Geräte wie Katheter und Beatmungsschläuche an den Leichen nähren den Angaben zufolge den Verdacht, dass Verletzte nach Beginn einer Behandlung ums Leben kamen und ohne Todesfeststellung weggebracht wurden.
Irans Staatsführung macht «terroristische Elemente» sowie die Erzfeinde USA und Israel für Gewalt bei den Massenprotesten verantwortlich. Auch wegen der Kommunikationsblockade lassen sich die Informationen nicht unabhängig überprüfen.
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11.02 Uhr
Iranischer Aussenminister darf doch nicht am WEF auftreten
Der geplante Auftritt von Abbas Araghtschi am Weltwirtschaftsforum in Davos ist vom Tisch. Nachdem sein Name am Sonntagabend kurzfristig im offiziellen Programm aufgetaucht war, verschwand der Eintrag weniger als 24 Stunden später wieder. Der entsprechende Link führt inzwischen ins Leere. Auf Anfrage mehrerer Medien bestätigt das World Economic Forum, dass Araghtschi nicht nach Davos reisen wird.
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5.52 Uhr
Aktivisten melden mehr als 3900 Tote
Die Zahl der Todesopfer bei den Protesten im Iran ist nach Angaben von Aktivisten inzwischen auf mindestens 3919 gestiegen. Mehr als 24'669 Menschen seien festgenommen worden, teilte die in den USA ansässige Gruppe Human Rights Activists News Agency (HRANA) am Sonntag mit. Unabhängig liessen sich die Zahlen von HRANA nicht überprüfen. Bei früheren Protesten hatte die Organisation aber verlässliche Zahlen geliefert.
Die iranische Regierung hat bislang keine Zahlen zu den Opfern vorgelegt. Am Samstag jedoch erklärte Irans oberster Führer Ajatollah Ali Chamenei, die Proteste hätten «mehrere Tausend» Todesopfer gefordert – und machte die Vereinigten Staaten für die Todesfälle verantwortlich. Es war die erste Andeutung eines iranischen Führers über das Ausmass der Opfer der Proteste, die am 28. Dezember aufgrund der angeschlagenen Wirtschaft des Landes begannen.
In Berlin und anderen Städten sind am Wochenende zahlreiche Menschen zur Unterstützung der Demonstrationen im Iran auf die Strasse gegangen. Bild: Keystone/AP Photo/Ebrahim NorooziDie Opferzahl der HRANA übertrifft jede andere Protest- oder Unruhewelle im Iran seit Jahrzehnten und erinnert an das Chaos rund um die Islamische Revolution von 1979.
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Montag, 19. Januar 2026, 4.30 Uhr
Skandal bahnt sich an: Irans Aussenminister tritt am WEF auf
Ein kurzfristig geplanter Auftritt des iranischen Aussenministers Abbas Araghtschi am Weltwirtschaftsforum in Davos hat laut «Blick» eine Kontroverse ausgelöst. Der Chefdiplomat Teherans erhalte demnach am Dienstag eine Gesprächsbühne am Jahrestreffen des WEF, obwohl dem iranischen Regime eine brutale Niederschlagung des Volksaufstands mit Tausenden Toten vorgeworfen wird.
Dialog oder Bühne für ein Mörderregime? Das fragt «Blick» angesichts des für Donnerstag anberaumten Auftrittes des iranischen Aussenministers Abbas Araghtschi. (18. Januar 2026) Bild: Keystone/EPA/Abedin TaherkenarehDas offiziell angesetzte Gespräch mit Araghtschi soll von der Chefredaktorin der Londoner «Financial Times», Roula Khalaf, moderiert werden. Der französische Philosoph Bernard-Henri Lévy bezeichnete die Einladung auf der Plattform X als «absoluten Skandal».
The sudden presence of #Iran at #Davos is an absolute scandal. Davos claims to be a sanctuary of dialogue, yet it offers its platform to a regime that has just massacred 20,000 of its own citizens. If Davos does not cancel this invitation, Davos should be shamed and boycotted. https://t.co/ClTwPzZtyN
— Bernard-Henri Lévy (@BHL) January 18, 2026 -
21.14 Uhr
Trump für Regimewechsel im Iran
US-Präsident Donald Trump hat sich für einen Regierungswechsel im Iran ausgesprochen. «Es ist Zeit, nach einer neuen Führung im Iran zu suchen», sagte Trump dem Nachrichtenportal «Politico». Die Machthaber in Teheran stützten ihre Herrschaft auf Unterdrückung und Gewalt.
Über den obersten iranischen Führer Ali Chamenei sagte Trump: «Womit er sich schuldig gemacht hat, als Anführer eines Landes, ist die vollständige Zerstörung des Landes und die Anwendung von Gewalt in einem Ausmass, das es noch nie gegeben hat.»
Will einen Regimewechsel im Iran: US-Präsident Donald Trump. Bild: Keystone/AP Photo/Julia Demaree NikhinsonDer US-Präsident fügte hinzu: «Um das Land funktionstüchtig zu halten – auch wenn dies auf einem sehr niedrigen Niveau geschieht – sollte sich die Führung darauf konzentrieren, das Land ordentlich zu regieren, so wie ich es mit den Vereinigten Staaten tue, und nicht Tausende Menschen zu töten, um die Kontrolle zu behalten.»
Zuvor hatte Chamenei Trump für die landesweiten Massenproteste verantwortlich gemacht. Vor Anhängern in Teheran sagte der Ajatollah, Trump habe persönlich in die Unruhen eingegriffen und die «Aufständischen» ermutigt, weiterzumachen und keine Angst zu haben.
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Samstag, 17. Januar 2026, 19.19 Uhr
Teherans Staatsanwalt widerspricht Trump-Äusserungen
Der Teheraner Staatsanwalt Ali Salehi hat Äusserungen von US-Präsident Donald Trump zurückgewiesen, wonach der Iran die Todesurteile gegen Hunderte festgenommene Menschen gestoppt habe. Ali Salehi sprach laut der iranischen Rundfunkagentur Iribnews von «leeren und unbegründeten Worten». Die Reaktion auf die jüngsten Demonstrationen werde «entschlossen, abschreckend und schnell» sein.
Irans oberster Führer Ali Chamenei sagte danach in einer Rede, die «Schuldigen» im Land würden nicht ungeschoren davonkommen. «Wir werden den Unruhestiftern den Rücken brechen», so Chamenei.
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20.54 Uhr
Trump: Respekt für Absage von 800 Hinrichtungen im Iran
Präsident Donald Trump hat das Ausbleiben eines US-Angriffs im Iran mit der Absage von Hinrichtungen von Demonstranten in Verbindung gebracht. Auf die Frage, ob ihm israelische und arabische Politiker einen Militärschlag ausgeredet hätten, sagte Trump: «Niemand hat mich überzeugt. Ich habe mich selbst überzeugt.» Er verwies darauf, dass die iranischen Behörden die Hinrichtung von 800 Menschen abgesagt hätten. «Das hatte einen grossen Einfluss gestern.»
Das Weisse Haus verwies bereits am Donnerstag auf angeblich abgesagte 800 Hinrichtungen – ohne eine Quelle für die Information zu nennen. Berichten zufolge töteten iranische Sicherheitskräfte mehrere tausend Menschen bei der Niederschlagung der Proteste.
Trump sagte, er respektiere sehr die Tatsache, dass die Hinrichtungen abgesagt worden seien. Er machte keine Hinweise zu seinem weiteren Vorgehen. Die Website «Axios» berichtete am Donnerstag, dass Israels Premierminister Benjamin Netanjahu Trump gebeten habe, dem Land mehr Zeit für die Vorbereitung auf einen möglichen iranischen Vergeltungsschlag zu geben. Auch die «New York Times» schrieb, dass Netanjahu um einen Aufschub eines US-Angriffs gebeten habe.
I greatly respect the fact that all scheduled hangings, which were to take place yesterday (Over 800 of them), have been cancelled by the leadership of Iran. Thank you! DONALD J. TRUMP PRESIDENT OF THE UNITED STATES OF AMERICA
— Commentary: Trump Truth Social Posts On X (@TrumpTruthOnX) January 16, 2026
(TS: 16 Jan 12:40 ET)… -
16.55 Uhr
Schah-Sohn Pahlavi hofft auf Überläufer aus Irans Militär
Der Sohn des 1979 gestürzten Schahs hofft angesichts der jüngsten Massenproteste im Iran auf Überläufer aus Polizei und Militär. «Ich vertraue darauf, dass die Sicherheitskräfte das Land schützen, das Leben (...) der Menschen sichern und Teil der Lösung sind», sagte Reza Pahlavi bei einer Pressekonferenz in Washington. «Als Resultat haben wir bereits gesehen, dass Menschen ihre Bereitschaft zur Zusammenarbeit signalisiert haben», sagte er.
Pahlavi, den sein autoritär regierender Vater, der letzte Schah von Persien, einst zum Kronprinzen ernannte, lebt seit Jahrzehnten im Exil in den USA. Während der jüngsten Massenproteste beanspruchte der 65-Jährige aus dem Ausland eine Führungsrolle in der zerstrittenen und zersplitterten iranischen Opposition. Am Freitag forderte er erneut ein militärisches Eingreifen der USA, um die Herrschaft der Islamischen Republik zu stürzen.
Experten betrachten Spekulationen über Überläufer aus dem iranischen Sicherheitsapparat mit Skepsis. Insbesondere die Revolutionsgarden, Irans Elitestreitkräfte, wurden einst gegründet, um Putschversuche zu verhindern.
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4 Uhr
Berichte: USA verlegen Flugzeugträger nach Nahost
Nach den Drohungen von US-Präsident Donald Trump gegen den Iran verstärken die USA Medienberichten zufolge ihre militärische Präsenz in Nahost. Der Flugzeugträger «USS Abraham Lincoln» und Begleitschiffe seien auf dem Weg vom Südchinesischen Meer in die Region, berichteten unter anderem die «New York Times» und das Portal «Axios». Der rechte US-Sender «NewsNation» hatte dies bereits gemeldet.
Der US-Flugzeugträger «USS Abraham Lincoln» ist auf dem Weg in den Nahen Osten. Bild: KeystoneUAP Photo/Jon GambrellDer von einem Atomreaktor angetriebene Flugzeugträger transportiert normalerweise mehrere Tausend Soldaten sowie Dutzende Kampfflugzeuge und wird von Zerstörern der Marine begleitet. Die «USS Abraham Lincoln» soll in etwa einer Woche im Nahen Osten ankommen. Zudem würden zusätzliche Waffen und Verteidigungsausrüstung dorthin gebracht, berichtete die «New York Times». Es könnten auch weitere Kampfflugzeuge folgen. Eine offizielle Bestätigung der Verlegung durch das Pentagon gab es zunächst nicht.
Seit Beginn der Massenproteste gegen das autoritäre Herrschaftssystem der Islamischen Republik Ende Dezember hat Trump dem Iran bereits mehrfach mit einem Eingreifen der USA gedroht. Ausgelöst wurden die Proteste unter anderem von einer dramatischen Wirtschaftskrise, einer sehr hohen Inflationsrate und grosser Unzufriedenheit mit der Führung in Teheran. Irans Sicherheitsapparat hat die Proteste brutal niedergeschlagen. Menschenrechtler sprechen von Tausenden Toten.
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Freitag, 16. Januar 2026, 2.34 Uhr
US-Botschafter bei UN: «Alle Optionen auf dem Tisch»
Die USA haben der iranischen Regierung wegen der brutalen Niederschlagung der Massenproteste erneut mit einem militärischen Eingreifen gedroht. US-Präsident Donald Trump sei «ein Mann der Tat, nicht der endlosen Worte, wie wir sie bei den UN sehen», sagte der UN-Botschafter der USA, Mike Waltz, bei einer Sitzung des UN-Sicherheitsrats in New York. «Er hat klargestellt, dass alle Optionen auf dem Tisch liegen, um das Schlachten zu beenden.»
Mike Waltz, UN-Botschafter der USA, am Donnerstag bei einer Sitzung des UN-Sicherheitsrats in New York. Bild: Keystone/EPA/Sarah YeneselDer Iran wolle weder Konfrontation noch Eskalation, sagte der stellvertretende iranische UN-Botschafter Gholamhossein Darzi. «Aber jeder Akt der Aggression – direkt oder indirekt – wird entschieden, verhältnismässig und rechtmässig beantwortet. Das ist keine Drohung, sondern eine Aussage von rechtlicher Realität.»
Seit Beginn der Massenproteste gegen das autoritäre Herrschaftssystem der Islamischen Republik vor gut zwei Wochen hatte US-Präsident Trump dem Iran bereits mehrfach mit einem Eingreifen der USA gedroht. Ausgelöst wurden die Proteste unter anderem von einer dramatischen Wirtschaftskrise, einer sehr hohen Inflationsrate und grosser Unzufriedenheit mit der Führung in Teheran. Irans Sicherheitsapparat hat die Proteste brutal niedergeschlagen, es gibt Berichte über Tausende Tote.
Das Treffen des Sicherheitsrats war auf Bitten der USA angesetzt worden. Das Gremium ist eines der wichtigsten Organe der Vereinten Nationen. Seine Aufgabe ist es, internationalen Frieden und Sicherheit zu wahren.
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21.01 Uhr
Weisses Haus: 800 Hinrichtungen im Iran abgesagt
In Iran sind nach Darstellung des Weissen Hauses auf US-Druck 800 Hinrichtungen abgesagt worden. Sprecherin Karoline Leavitt machte keine Angaben zur Quelle für diese Information, die Präsident Donald Trump erhalten habe. Trump hatte bereits am Vortag gesagt, ihm sei «von sehr wichtigen Quellen auf der anderen Seite» zugesichert worden, dass Tötungen im Iran aufhören würden. Berichten zufolge töteten iranische Sicherheitskräfte mehrere tausend Menschen bei der Niederschlagung der Proteste.
Die abgesagten 800 Hinrichtungen seien für Mittwoch angesetzt gewesen, sagte Leavitt. Trump beobachte die Situation weiter und halte sich alle Optionen offen. Er hatte die Staatsführung in Teheran davor gewarnt, Teilnehmer der jüngsten Massenproteste hinrichten zu lassen – und auch ein militärisches Eingreifen nicht ausgeschlossen. Am Mittwoch hatte eine Sperrung des iranischen Luftraums Spekulationen über einen möglichen US-Luftangriff ausgelöst. «Nur Präsident Trump weiss, was er unternehmen wird» – und eine sehr kleine Gruppe von Beratern sei mit seinen Ansätzen vertraut, sagte Leavitt am Donnerstag.
Die US-Regierung will sich von ihren Plänen für Grönland nicht abbringen lassen. (Archivbild) Alex Brandon/AP/dpaDie Website «Axios» berichtete, Trump zögere eine Entscheidung zu einem möglichen Angriff auf den Iran hinaus, während das Weisse Haus darüber unter anderem mit Verbündeten berate. «Axios» berichtete zudem, dass Israels Premierminister Benjamin Netanjahu Trump gebeten habe, dem Land mehr Zeit für die Vorbereitung auf einen möglichen iranischen Vergeltungsschlag zu geben. Auch die «New York Times» schrieb, dass Netanjahu um einen Aufschub eines US-Angriffs gebeten habe. Leavitt bestätigte lediglich ein Gespräch von Netanjahu und Trump, wollte sich aber nicht zu Inhalten äussern.
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19.14 Uhr
Schweiz bietet USA und Iran Vermittlung an
Die Schweiz will bei den Spannungen zwischen den USA und dem Iran vermitteln. Der Chef der Abteilung Internationale Sicherheit im Aussendepartement, Gabriel Lüchinger, hat dazu mit dem Sekretär des Obersten Nationalen Sicherheitsrates des Irans, Ali Laridschani, telefoniert, wie das Amt bestätigt. «Gabriel Lüchinger hat während dieses Gesprächs die Guten Dienste der Schweiz angeboten, um in der aktuellen Situation zur Deeskalation beizutragen», hiess es.
US-Präsident Donald Trump hat dem Iran seit Beginn der Massenproteste gegen das autoritäre Herrschaftssystem der Islamischen Republik vor gut zwei Wochen mehrfach mit einem Eingreifen der USA gedroht.
Die Schweiz vertritt die Interessen der USA im Iran, weil die USA dort seit 1980 keine diplomatische Vertretung mehr haben. Unter anderem unterhält sie in Teheran eine sogenannte Interessensektion, die US-Bürgerinnen und -Bürgern konsularischen Schutz gewährt.
Gabriel Lüchinger, Chef der Abteilung Internationale Sicherheit im Aussendepartement. Keystone (Archivbild) -
17.31 Uhr
Neue US-Sanktionen gegen iranische Politiker und Unternehmen
Die US-Regierung reagiert auf das brutale Vorgehen gegen Proteste im Iran mit einer neuen Welle von Sanktionen gegen Politiker und Unternehmen. Betroffen ist diesmal unter anderem der Generalsekretär des Nationalen Sicherheitsrates, Ali Laridschani. Er sei einer der ersten ranghohen Politiker gewesen, die zu einer gewaltsamen Niederschlagung der Demonstrationen aufgerufen habe, hiess es in der Mitteilung.
Ali Laridschani ist eine Schlüsselfigur in der Islamischen Republik und gehört zu den engsten Vertrauten des obersten Führers Ajatollah Ali Chamenei. (Archiv) IMAGO/Middle East Images/Courtney BonneauxBei den Sanktionen geht es dem Finanzministerium zufolge auch darum, die Machthaber in Teheran finanziell auszutrocknen. So nehmen man verdeckte Banken-Netzwerke ins Visier, über die Einnahmen aus dem Erdölgeschäft flössen. Das neue Vorgehen richtet sich gegen 18 Personen und Firmen, gegen die die US-Regierung solche Vorwürfe erhebt. Iran ist seit Jahren von verschiedenen Sanktionen belegt.
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11.15 Uhr
USA schicken Flugzeugträger zum Persischen Golf
Das Pentagon hat den Flugzeugträger USS Abraham Lincoln und seine Begleitgruppe vom Südchinesischen Meer in Richtung Nahen Osten beordert, berichtet der rechte US-Sender «NewsNation». Es wird angeblich zwei Tage dauern, bis die Carrier Strike Group (CSG) in der Region eintrifft.
Lincoln CSG position as of 2 days ago in the South China Sea. pic.twitter.com/QawpjqNbrD
— OSINTtechnical (@Osinttechnical) January 14, 2026Weiter wird berichtet, die US-Botschaften in Saudi-Arabien, Kuwait und Katar hätten Amerikanerinnen und Amerikaner aufgefordert, sich nicht in der Nähe von militärischen Einrichtungen aufzuhalten. Der Flugverkehr kommt nach der jüngsten Luftraumsperre nur langsam wieder in Fahrt.
Semi-regular air traffic has return to the airspace over Iran following last night’s Notice-to-Airmen (NOTAM) issued due to concerns of military strikes by United States, with all domestic and several international airlines already back to using Iranian Airspace, though a number… pic.twitter.com/2c5NhaTdtM
— OSINTdefender (@sentdefender) January 15, 2026 -
8.25 Uhr
«Alles verwandelte sich in eine Kriegszone»
Iraner haben der Nachrichtenagentur AP von der Gewalt im Zuge der anhaltenden Proteste im Land berichtet. «Wir haben grosse Angst wegen dieser Schussgeräusche und der Proteste», sagte eine Mutter von zwei Kindern beim Einkaufen von Obst und Gemüse.
Aus Angst vor Repressalien wollte sie ihren Namen nicht nennen. «Wir haben gehört, dass viele getötet und viele verletzt wurden. Jetzt ist zwar wieder Frieden eingekehrt, aber die Schulen sind geschlossen, und ich habe Angst, meine Kinder wieder zur Schule zu schicken.»
This huge protest is in support of Iran's Islamic ruler Khamenei in Kargil
— Kapadia CP (@Ckant72) January 15, 2026
These radicals are going against the Iranians people only because of Majhab.. Iranians believe themselves Persian and not Muslims.#FreeIranpic.twitter.com/aspjPgdoPMDer 36-jährige Ahmadresa Tawakoli berichtete der AP, dass er eine Demonstration in Teheran miterlebt habe und vom Einsatz von Schusswaffen durch die Sicherheitskräfte schockiert gewesen sei.
«Die Menschen gingen hinaus, um zu protestieren und ihre Meinung zu äussern, doch schnell verwandelte sich alles in eine Kriegszone», sagte Tawakoli. «Die Menschen haben keine Waffen. Nur die Sicherheitskräfte sind bewaffnet.»
“They might cut the internet. I love you all.”
— Masih Alinejad 🏳️ (@AlinejadMasih) January 14, 2026
This was #Setayesh_Shafiei’s last message on Telegram. Then she took to the streets in Iran. She was killed by security forces. Only 20!years old. Brave and full of hope.
The regime will continue slaughtering unarmed people. pic.twitter.com/oq7vYTnp8TDie Demonstrationen begannen am 28. Dezember nach dem Zusammenbruch des iranischen Rials, der inzwischen bei über 1,4 Millionen pro US-Dollar liegt. Irans Wirtschaft ächzt unter den internationalen Sanktionen, die unter anderem wegen des Atomprogramms verhängt wurden. Die Proteste verschärften sich und forderten die Theokratie im Iran zunehmend direkt heraus.
Tehran, Iran — crowds protest the ruling regime.
— Fared Al Mahlool | فريد المحلول (@faredalmahlool.bsky.social) 12. Januar 2026 um 21:31
[image or embed]Tausende Menschen sind nach Angaben von Aktivisten in den vergangenen Wochen bei der Niederschlagung der Massenproteste im Iran getötet worden, die meisten von ihnen Demonstranten. Mehr als 18'000 weitere wurden festgenommen, wie die in den USA ansässige Gruppe Human Rights Activists News Agency (HRANA) mitteilte.
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8 Uhr
Siebter Tag ohne Internet
Das Internet im Iran ist wegen der landesweiten Massenproteste den siebten Tag in Folge blockiert. Die auf Netzsperren spezialisierte Organisation Netblocks berichtete auf der Plattform X, dass die Internetsperre inzwischen länger als 156 Stunden andauere.
Gleichzeitig führe das Informationsvakuum zu einer Verstärkung von regimefreundlichen Accounts und KI-Fälschungen, hiess es von Netblocks.
Der iranische Sicherheitsapparat hat das Internet für die Bevölkerung komplett abgeschaltet. Ausnahmen gelten beispielsweise für Sicherheitskräfte oder ausgewählte Staatsmedien. Menschen umgehen den Blackout Berichten zufolge per Starlink-Satelliteninternet – vorausgesetzt sie konnten die dafür notwendigen Terminals illegal einführen.
Laut Beobachtern verfolgt die Führung mit der Blockade vor allem zwei Ziele. Zum einen soll es Demonstrierenden erschwert werden, Proteste zu organisieren. Zum anderen soll die Veröffentlichung von Berichten, Fotos und Videos über die Unruhen und Repressalien unterdrückt werden.
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7.44 Uhr
Iran verschiebt Hinrichtung von Erfan Soltani
Im Iran ist die geplante Hinrichtung eines jungen Demonstranten kurzfristig verschoben worden. Der 26-jährige Ladenbesitzer Erfan Soltani bleibt zwar in Haft, soll vorerst aber nicht hingerichtet werden.
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4.10 Uhr
Irans Aussenminister: Keine Hinrichtungen geplant
Der Iran plant nach Angaben von Aussenminister Abbas Araghtschi infolge der Massenproteste keine Hinrichtungen. Es gebe überhaupt keinen Plan, Menschen zu erhängen, sagte Araghtschi in einem Interview des US-Senders Fox News. In der Islamischen Republik Iran werden Todesurteile in der Regel durch Hinrichtungen am Galgen vollstreckt.
Iran’s foreign minister Abbas Araghchi blamed Israel and foreign “terrorist elements” for unrest inside the country and rejected reports that Iranian security forces carried out mass killings of protesters, during a contentious interview with Fox News host Brett Baier.
— Iran International English (@IranIntl_En) January 14, 2026
Araghchi…US-Präsident Donald Trump hatte dem Iran zuvor für den Fall, dass festgenommene Demonstranten hingerichtet werden, mit einer entschlossenen Reaktion gedroht. «Wir werden sehr hart reagieren», sagte er am Dienstag dem Sender CBS News. Trump machte keine genaueren Angaben, welche Schritte die US-Regierung in Erwägung zieht. Am Mittwoch erklärte er dann, die USA hätten die Information erhalten, dass es im Iran keine Pläne für Hinrichtungen gebe. «Uns wurde gesagt, dass die Tötungen im Iran aufhören», sagte der Republikaner im Weissen Haus. Er hoffe, dass es stimme, betonte Trump.
Seit Beginn der Proteste gegen das autoritäre Herrschaftssystem der Islamischen Republik vor gut zwei Wochen drohte Trump dem Iran auch mehrfach mit einem Eingreifen der USA, falls Demonstranten getötet würden.
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4 Uhr
Iran erneuert Vorwurf angeblicher Einmischung von aussen
Der iranische Aussenminister Abbas Araghtschi hat am Mittwoch in einem Interview bei Fox News seinen Vorwurf erneuert, dass ausländische «terroristische Elemente» für die Eskalation bei den Protesten verantwortlich seien. Er erhob auch den Vorwurf, dass gezielt Menschen getötet worden seien, um Trump in den Konflikt hineinzuziehen. Araghtschi sprach von einem angeblichen israelischen Plan. Er legte in der Sendung keinerlei Belege für diese Behauptung vor.
Tatsächlich wurden die Massenproteste im Iran von einer dramatischen Wirtschaftskrise, einer sehr hohen Inflationsrate und grosser Unzufriedenheit mit der Führung in Teheran ausgelöst. Irans Sicherheitsapparat schlägt die Massenproteste brutal nieder.
Irans Aussenminister Abbas Araghtschi. (Archivbild) Bild: Keystone/AP Photo/Hussein MallaAraghtschi sagte weiter, es gebe Hunderte Todesopfer. Genaue Zahlen wolle man bald veröffentlichen. Dem widersprechen Informationen von Aktivisten. Seit Ende Dezember wurden nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Iran Human Rights (IHRNGO) mit Sitz in Oslo mindestens 3428 Demonstranten getötet. Die Gruppe wies zugleich darauf hin, dass die tatsächliche Opferzahl noch deutlich höher liegen könnte. Tausende Demonstranten sollen festgenommen worden sein.
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2.33 Uhr
Iran schliesst zeitweise seinen Luftraum
Der Iran hat am frühen Donnerstagmorgen die Schliessung seines Luftraums angeordnet. Die iranische Regierung gab keine nähere Begründung für die Entscheidung ab. Die Anordnung erfolgte vor dem Hintergrund erhöhter Spannungen wegen der landesweiten Proteste sowie der Möglichkeit eines amerikanischen Militärangriffs als Reaktion darauf.
Einem Pilotenhinweis zufolge sollte die Sperrung voraussichtlich bis 7.30 Uhr Ortszeit dauern. Nach Angaben der Flugverfolgungswebsite FlightRadar24.com war die Schliessung des iranischen Luftraums zunächst nur für etwas mehr als zwei Stunden angedacht.
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1.43 Uhr
USA raten von Fahrten zu Militärstützpunkt in Katar ab
Die US-Botschaft in Katar rät ihren Mitarbeitern und den Amerikanern in dem Emirat angesichts der angespannten Lage in der Region, auf nicht notwendige Fahrten zum Militärstützpunkt Al-Udeid zu verzichten. Dabei handelt es sich um den grössten US-Militärstützpunkt im Nahen Osten, der bei einem möglichen Konflikt mit dem Iran wohl eine Schlüsselrolle spielen würde. Die US-Botschaft erklärte, die personelle Situation der diplomatischen Vertretung bleibe aktuell unverändert, auch konsularische Dienste würden weiter angeboten.
Qatar: Given ongoing regional tensions, the U.S. Embassy in Doha has advised its personnel to exercise increased caution and limit non-essential travel to Al Udeid Airbase. We recommend U.S. citizens in Qatar do the same. The U.S. Mission to Qatar continues to monitor the… pic.twitter.com/wGXYW8uF0G
— TravelGov (@TravelGov) January 14, 2026Die Lage im Nahen Osten ist infolge der Massenproteste im Iran und deren brutaler Niederschlagung extrem angespannt. Im Raum steht die Befürchtung, dass es zu Luftangriffen der USA oder Israels auf den Iran kommen könnte.
Nach israelischen und US-Angriffen gegen sein Atomprogramm im vergangenen Jahr griff der Iran auch den Militärstützpunkt Al-Udeid in Katar an. Dort sind Berichten zufolge normalerweise rund 10'000 US-Soldaten und ziviles Personal stationiert. Al-Udeid ist auch die Kommandozentrale des US-Militärs in der Region.
Auch die US-Botschaft in Kuwait forderte Angestellte und Soldaten auf, besonders vorsichtig zu sein. Es sei für alle nicht dringend notwendigen Mitarbeiter zeitweise verboten, sich auf vier Militärstützpunkte in dem Land zu begeben.
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Donnerstag, 15 Januar 2026, 1.26 Uhr
Grossbritannien rät Bürgern von Reisen nach Israel ab
Grossbritannien warnt seine Staatsbürger angesichts der angespannten Lage in der Region vor nicht notwendigen Reisen nach Israel. Wohl mit Blick auf die angespannte Lage im Iran erklärte das Aussenministerium, eine Eskalation der Lage in der Region könne das Reisen unmöglich machen und andere nicht vorhergesehene Folgen haben. Für Teile Israels und die Palästinensischen Autonomiegebiete gelte weiter eine komplette Reisewarnung, die höchste Warnstufe des Ministeriums.
#Palestine FCDO now advises against all but essential travel to Israel and continues to advise against all travel to parts of Israel and Palestine. https://t.co/8O3TciM2ej pic.twitter.com/OAQ5iHwbdT
— FCDO Travel Advice (@FCDOtravelGovUK) January 14, 2026Die Lage im Nahen Osten ist infolge der Massenproteste im Iran und deren brutaler Niederschlagung extrem angespannt. Im Raum steht die Befürchtung, dass es zu Luftangriffen der USA oder Israels auf den Iran kommen könnte.
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18.19 Uhr
Aktivisten: Mehr als 3400 Demonstranten getötet
Im Iran sind seit Ausbruch der Proteste Ende Dezember Aktivisten zufolge mindestens 3428 Demonstranten getötet worden. Die Menschenrechtsorganisation Iran Human Rights (IHRNGO) mit Sitz in Oslo wies zugleich darauf hin, dass die tatsächliche Zahl der Toten noch deutlich höher liegen könnte.
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11.29 Uhr
Flagge an iranischer Botschaft in Berlin heruntergerissen
Zwei Männer haben auf dem Gelände der iranischen Botschaft in Berlin am Dienstagabend nach Polizeiangaben die Flagge vom Mast gerissen. Danach wollten sie zwei historische Fahnen des Landes aufhängen, was ihnen jedoch nicht gelang, wie ein Polizeisprecher sagte.
Die Männer im Alter von 28 und 33 Jahren verliessen laut Polizei das Gelände, als der Objektschutz Pfefferspray einsetzte. Auf dem Gehweg seien die beiden dann vorläufig festgenommen worden.
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11.17 Uhr
Iran meldet Festnahme von Protestführern in Provinz
Der iranische Sicherheitsapparat hat die Festnahme mutmasslicher Protestführer im Westen des Landes gemeldet.
Einige «Hauptverantwortliche für die Unsicherheit» in der Provinz Tschaharmahal und Bachtiari seien vom Geheimdienst der Revolutionsgarden gefasst worden, berichtete der staatliche Rundfunk.
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8.46 Uhr
Trump droht vergeblich – Iran will Demonstranten hinrichten lassen
«Falls sie das machen, werden wir sehr entschlossen handeln», sagte US-Präsident Donald Trump noch am Dienstag in Bezug auf mögliche Hinrichtungen von Protestteilnehmern im Iran. Die Warnung scheint ihre Wirkung zu verfehlen: Er plane solche Hinrichtungen, sagte der Oberste Richter des Landes, Gholamhossein Mohseni-Esche'i, im iranischen Staatsfernsehen gemäss der Nachrichtenagentur AP.
«Wenn wir eine Aufgabe erledigen wollen, sollten wir sie jetzt erledigen. Wenn wir etwas tun wollen, müssen wir es schnell tun», sagte der Justizchef demnach. Und weiter: «Wenn es zu spät wird, zwei Monate, drei Monate später, hat es nicht mehr die gleiche Wirkung.»
Der iranische Oberste Richter Gholamhossein Mohseni-Esche'i. Rouzbeh Fouladi/ZUMA Press Wire/dpaZuvor warnte die Menschenrechtsorganisation Amnesty International, dass bereits am Mittwoch das erste Todesurteil vollstreckt werden könnte.
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5.04 Uhr
Erste Anklagen gegen Demonstranten – erste Hinrichtung befürchtet
Die iranische Justiz hat die ersten Protestteilnehmer vor Gericht gestellt. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International warnte, dass bereits heute das erste Todesurteil vollstreckt werden könnte. «Falls sie das machen, werden wir sehr entschlossen handeln», sagte US-Präsident Donald Trump in einem Interview am Dienstag.
Among those who may be at risk of execution is protester Erfan Soltani, a 26-year-old man from Alborz province. Reports indicate Iranian authorities might execute him as early as 14 January. 3/5 pic.twitter.com/1CbRBxAhau
— Amnesty Iran (@AmnestyIran) January 13, 2026Die Justiz des Landes leitete unterdessen erste Anklagen gegen festgenommene Demonstranten in die Wege. Im Raum steht dabei auch der Vorwurf der «Kriegsführung gegen Gott» – ein Tatbestand, der nach islamischem Recht im Iran mit der Todesstrafe geahndet werden kann. Auch bei früheren Protestwellen hatte die Justiz des Landes Todesurteile verhängt.
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5.14 Uhr
Bewohner Teherans berichten von angespannter Ruhe
In der iranischen Hauptstadt Teheran herrscht angespannte Ruhe, wie Bewohner am Telefon erzählten, nachdem am Dienstag erstmals wieder Anrufe ins Ausland möglich waren. Ab Samstag seien die Demonstrationen zunehmend kleiner geworden, hiess es. Einige Protestteilnehmer hätten sich nach den Drohungen von Trump ein Eingreifen der Vereinigten Staaten gewünscht. «Wir hören, dass täglich Hunderte Opfer – Tote und Verletzte – in die Krankenhäuser gebracht werden. Die Lage ist nicht gut», sagte ein junger Mann am Telefon.
Der britische «Guardian» berichtete unter Berufung auf Ärzte in Teheran, dass es sich bei den Schusswunden meist um Verletzungen an den Augen handele. Die Sicherheitskräfte würden absichtlich auf den Kopf und die Augen schiessen. Das sei laut Menschenrechtlern eine schon bei früheren Protesten angewandte Taktik, berichtete die Zeitung weiter. Ein Augenarzt habe allein in einem Krankenhaus mehr als 400 durch Schüsse verursachte Augenverletzungen dokumentiert. Vielen Patienten hätten die Augen entfernt werden müssen.
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4.30 Uhr
Naher Osten rät vorerst von US-Angriff ab
Israelische und arabische Regierungsvertreter sollen Trumps Regierung nach Informationen des US-Senders NBC News nahegelegt haben, vorerst von einem Angriff auf den Iran abzusehen. Sie seien der Ansicht, dass die Führung in Teheran möglicherweise noch nicht ausreichend geschwächt ist, um durch einen US-Angriff gestürzt zu werden, berichtete der Sender. Er berief sich auf einen amtierenden und einen ehemaligen US-Beamten, eine mit Israels Überlegungen vertraute Person sowie zwei arabische Regierungsvertreter.
Einige würden es vorziehen, abzuwarten, bis die Führung in Teheran noch stärker unter Druck gerät, hiess es. Die Lage im Iran entwickele sich rasch. Die Stabilität des Regimes könne sich schnell in die eine oder andere Richtung verändern. Das «Wall Street Journal» berichtete, Irans arabische Rivalen hätten sich bei der US-Regierung gegen einen Angriff auf Teheran ausgesprochen.
Hinter den Kulissen hätten Saudi-Arabien, Oman und Katar das Weisse Haus gewarnt, dass ein Versuch, die iranische Führung zu stürzen, die Ölmärkte erschüttern und letztlich der US-Wirtschaft schaden würde, wurden arabische Beamte zitiert. Vor allem fürchteten sie Auswirkungen in den eigenen Ländern.
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4.10 Uhr
Trump ruft Iraner zur Revolte auf
US-Präsident Donald Trump hat angesichts der staatlichen Gewalt gegen Demonstranten im Iran bis auf weiteres alle Gespräche mit der Führung in Teheran ausgesetzt. «Iranische Patrioten, protestiert weiter! Übernehmt eure Institutionen!», schrieb er auf seiner Plattform Truth Social. Er habe alle Treffen mit iranischen Regierungsvertretern abgesagt, bis das «sinnlose Tötung von Demonstranten aufhöre». «Sie werden einen hohen Preis zahlen», schrieb Trump und kündigte an, dass Hilfe unterwegs sei. Was genau er damit meinte, war zunächst unklar.
Screenshot Truth Social/Donald TrumpIm Iran kehrte unterdessen wieder etwas Normalität ein. Sicherheitskräfte und Polizei waren jedoch noch in den Metropolen an zentralen Plätzen postiert, wie Bewohner am Telefon erzählten. Einige Protestteilnehmer hätten sich nach den Drohungen von Trump ein Eingreifen der Vereinigten Staaten gewünscht. «Die Menschen hatten die Hoffnung, dass etwas passiert.» Die grösste Gewalt gab es Augenzeugen zufolge in den Nächten am vergangenen Donnerstag und Freitag, als in der Stadt absoluter Ausnahmezustand herrschte. Ab Samstag seien die Demonstrationen dann zunehmend kleiner geworden. Es herrsche angespannte Ruhe.
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4 Uhr
Aktivisten: Mehr als 2500 Tote bei Protesten
Im Iran sind seit Ausbruch der Proteste Ende Dezember Aktivisten zufolge mindestens 2500 Menschen ums Leben gekommen. Das berichtete die Menschenrechtsorganisation Hengaw mit Sitz in Norwegen und wies darauf hin, ihr Verifikationsteam sei täglich damit beschäftigt, Todesfälle im Kontext der Massenproteste zu dokumentieren.
Hengaw confirms that more than 2,500 people have been killed across Iran during the recent protests.
— Hengaw Organization for Human Rights (@Hengaw_English) January 13, 2026
Hengaw’s verification team is working daily to confirm identities and publish the names of those killed.
To date, the identities of 80 victims have been fully verified,… pic.twitter.com/IcYyUAdWr0Am Dienstag hatte Iran Human Rights (IHRNGO), die ebenfalls in Norwegen registriert sind, die Zahl der getöteten Demonstranten auf mindestens 734 beziffert. Die Organisation warnte aber auch davor, dass die tatsächliche Zahl der Todesopfer deutlich höher, gar bei Tausenden, liegen könnte. «Aufgrund der vollständigen Abschaltung des Internets seit Donnerstagabend und der massiven Einschränkungen des Informationszugangs ist eine unabhängige Überprüfung dieser Zahlen derzeit äusserst schwierig», hiess es in dem Bericht.
Protest in Teheran. (9. Januar 2026) Bild: Keystone/UGC via AP -
2.32 Uhr
Trump droht Iran erneut mit hartem Eingreifen der USA
US-Präsident Donald Trump hat der Regierung Irans für den Fall, dass Teheran festgenommene Demonstranten hinrichten lässt, mit einem entschlossenen Eingreifen der Vereinigten Staaten gedroht. «Wir werden sehr hart reagieren», sagte der Republikaner dem TV-Sender CBS News in Detroit. «Falls sie das machen, werden wir sehr entschlossen handeln.» Trump machte auf Nachfragen des Moderators keine genaueren Angaben, welche Schritte die US-Regierung in Erwägung zieht. «Das Ziel ist es, zu gewinnen. Ich gewinne gerne. Und wir gewinnen», sagte Trump weiter.
FULL INTERVIEW: At a Ford factory in Dearborn, Michigan, President Trump exclusively spoke with @TonyDokoupil about the unrest in Iran, the economy and Fed Chair Jerome Powell. Trump brushed off a question about political retribution and said, "I can’t help what it looks like." pic.twitter.com/iVkZq9pxuU
— CBS Evening News with Tony Dokoupil (@CBSEveningNews) January 13, 2026Wenige Stunden vorher hatte Trump den Demonstranten im Iran angesichts der anhaltenden Massenproteste bereits seine Unterstützung zugesagt. Seit Beginn der Proteste gegen das autoritäre Herrschaftssystem der Islamischen Republik vor gut zwei Wochen drohte Trump dem Iran schon mehrfach mit einem Eingreifen der USA, falls Demonstranten getötet würden.
In dem CBS-Interview sagte Trump, es gebe verschiedene Angaben zur Zahl der bei der Niederschlagung der Proteste getöteten Demonstranten. «Aber es sieht so aus, dass es eine ziemlich beträchtliche Zahl sein könnte. Und das wird für sie viele Probleme bedeuten», sagte er mit Blick auf die Führung in Teheran.
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Mittwoch, 14. Januar 2026, 0.03 Uhr
Musks Satelliten-Internet Starlink kostenlos im Iran
Angesichts von Internet-Blockaden im Iran hat Elon Musks Weltraumfirma SpaceX ihren Satelliten-Dienst für das Land kostenlos gemacht. Entsprechende Informationen von Aktivisten wurden dem Finanzdienst Bloomberg von SpaceX-Kreisen bestätigt. SpaceX machte dazu zunächst keine offiziellen Angaben. Die iranische Regierung greift angesichts der landesweiten Proteste seit Tagen zu weitreichenden Internetsperren.
Elon Musk’s SpaceX is now offering free Starlink satellite service in Iran amid deadly protests and a days-long internet blackout. https://t.co/EMDuHsLRdH
— Bloomberg (@business) January 13, 2026Um Starlink zu nutzen, braucht man spezielle Antennen und Empfangsgeräte. Sie sind im Iran verboten, werden aber dennoch ins Land geschmuggelt. Nach früheren Schätzungen könnten sich etwa 20'000 der Terminals im Land befinden. Die Gruppe Holistic Resilience, die für Internet-Zugänge im Iran sorgen will, geht inzwischen sogar von mehr als 50'000 Geräten aus, wie ihr Chef Ahmad Ahmadian Bloomberg sagte. Die kompakten Terminals kommunizieren direkt mit Starlink-Satelliten, was sie unabhängiger von Massnahmen von Regierungen macht. Iranischen Behörden gelang es aber Medienberichten zufolge bereits, den Starlink-Empfang teilweise zu stören.
Starlink-Systeme werden auch von der ukrainischen Armee eingesetzt. Sie waren besonders wichtig zu Beginn des Krieges, nachdem die russischen Angreifer herkömmliche Telekommunikations-Infrastruktur zerstört hatten. Starlink stellte die Geräte dabei zunächst selbst zur Verfügung, inzwischen gibt es einen Vertrag mit dem Pentagon für die Versorgung der Ukraine. Bis dahin konnte Musk über die Verwendung von Starlink bestimmen. So sagte der Tech-Milliardär seinem Biografen Walter Isaacson, dass er sich geweigert habe, auf Bitten der Ukraine die Starlink-Versorgung in der Nähe der von Russland besetzten Halbinsel Krim freizuschalten, und damit einen Angriff auf russische Truppen verhindert habe.
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21.09 Uhr
Iraner gehen in Zürich und Bern gegen das Regime auf die Strasse
In Bern und Zürich sind am Dienstag Menschen im Protest gegen das iranische Regime auf die Strasse gegangen. In Zürich nahmen an einer Kundgebung mehrere Hundert teil, in Bern schritt de Polizei vor der iranischen Botschaft ein.
In Zürich versammelten sich am Dienstagabend mehrere hundert Menschen auf dem Europaplatz beim Hauptbahnhof, wie ein Fotograf von Keystone-SDA beobachtete. Die bewilligte Platzkundgebung, die von Free Iran Switzerland organisiert worden war, blieb friedlich. Die Gruppierung setzt sich für ein Ende der Islamischen Republik ein, wie sie auf ihrer Website schreibt.
Menschen demonstrieren am 13. Januar 2026 in Zürich gegen das Regime in Teheran. Bild: Keystone/EPA/Michael BuholzerDie Demonstrierenden zeigten klar, was sich ihrer Ansicht nach im Iran ändern müsste. Mehrere Bilder des religiösen Führers Ali Khamenei wurden verbrannt. Auch viele Fahnen aus Zeiten des Schahs, der durch die Islamische Revolution 1979 gestürzt wurde, waren zu sehen.
In Bern blieb eine Demonstration weniger friedlich. Die Polizei setzte am Nachmittag Reizstoff ein. Die Stimmung sei «aufgeheizt» gewesen, schrieb die Kantonspolizei Bern am Dienstagabend in einer Mitteilung.
Die Teilnehmenden der unbewilligten Kundgebung bei der iranischen Botschaft hätten der Aufforderung, die Strasse für den Verkehr umgehend freizugeben, zunächst nicht Folge geleistet. Der Einsatz des Reizstoffes habe der Gewährleistung der Sicherheit gedient, so die Polizei. Es kam gemäss Mitteilung ausserdem zu einem «medizinischen Zwischenfall». Ein Ambulanzteam habe die betroffene Person betreut.
Vor dem Polizeieinsatz waren drei Männer unbefugt in das Botschaftsgelände eingedrungen. Einer von ihnen wurde von der Polizei angehalten, kontrolliert und auf eine Polizeiwache gebracht. Die anderen zwei Männer konnten laut Mitteilung bislang nicht angehalten werden.
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20.29 Uhr
Ex-Kaiserin zu Militär: Schliesst euch dem Protest an
Irans Ex-Kaiserin Farah Pahlavi, die Frau des 1979 gestürzten persischen Schahs, hat die Streitkräfte im Iran aufgerufen, sich «in diesem kritischen Moment der iranischen Geschichte» den Protestierenden anzuschliessen. «Bedenkt, dass das Überleben einer Regierung und der Erhalt von Errungenschaften niemals das Vergiessen des Blutes eurer Landsleute rechtfertigen», schrieb die in Paris lebende Ex-Kaiserin auf der Plattform X.
«Schliesst euch euren Brüdern und Schwestern an, bevor es zu spät ist, und verknüpft euer Schicksal nicht mit dem der Mörder», schrieb die 87-Jährige. «Das freie Iran von morgen gehört auch euren Kindern. Zerstört nicht eure Zukunft und die eurer Familien, indem ihr das Blut eurer Landsleute vergiesst.»
Dass die Sicherheitskräfte der Islamischen Republik dem Aufruf der früheren Monarchin Gehör schenken, ist wenig wahrscheinlich, denn die frühere Monarchie gilt im Staatsapparat weiterhin als verhasst.
Die ehemalige Kaiserin des Iran, Farah Pahlavi, unterstützt die Proteste gegen das Regime der Mullahs. Bild: Imago/Abacapress -
19.21 Uhr
Bericht: Mehr als 700 Demonstranten im Iran getötet
Bei den landesweiten Protesten gegen die autoritäre Staatsführung im Iran sind nach Angaben von Menschenrechtlern mehr als 700 Demonstranten getötet worden. Die Menschenrechtsorganisation Iran Human Rights (IHRNGO) mit Sitz in Oslo bezifferte die Toten seit Ausbruch der Proteste Ende Dezember auf mindestens 734.
Die Organisation warnte aber auch davor, dass die tatsächliche Zahl der Todesopfer deutlich höher, gar bei Tausenden, liegen könnte. «Aufgrund der vollständigen Abschaltung des Internets seit Donnerstagabend und der massiven Einschränkungen des Informationszugangs ist eine unabhängige Überprüfung dieser Zahlen derzeit äusserst schwierig», hiess es in dem Bericht.
Der iranische Staat verteidigte das gewaltsame Vorgehen damit, dass es sich bei den Teilnehmern der Unruhen um «Terroristen» oder «Randalierer» gehandelt habe. Dutzende Sicherheitskräfte seien getötet worden, hiess es in Berichten des staatlichen Rundfunks.
Alle Informationen können derzeit nicht unabhängig überprüft werden. Am Dienstag konnten Landesbewohner erstmals wieder ins Ausland telefonieren. Das Internet blieb weiter gesperrt. Bewohner der Hauptstadt Teheran berichteten von schrecklichen und von Gewalt überschatteten Nächten.
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18.06 Uhr
Bilder im Netz deuten auf eskalierende Staatsgewalt hin
Aus dem weitgehend von der Aussenwelt abgeschnittenen Iran gelangen trotz Internet-Blockade besorgniserregende Bilder nach aussen. Aktivisten und Oppositionelle teilen etwa Videos, die auf dem Boden aufgereihte Leichensäcke mit Toten darin zeigen sollen.
Dabei soll es sich um bei den Protesten getöteten Demonstranten handeln. Die Videos liessen sich zunächst nicht unabhängig verifizieren, schüren aber bei vielen die Sorge, dass die Gewalt gegen die Protestierenden ein besonders hohes Mass an Brutalität erreicht haben könnte.
Bereits vor vier Tagen hatte ein persischsprachiges Faktencheck-Team mit Sitz in Kanada ein Video aus einem Vorort der iranischen Hauptstadt Teheran analysiert, das verletzte und blutüberströmte Menschen auf dem Boden eines Gebäudes zeigt. Das Portal «Fatnameh» kam zu dem Schluss, dass die Aufnahmen echt sind – unter anderem, weil sie zuvor nicht im Netz kursierten und mit Details zum aktuellen Geschehen im Iran übereinstimmen.
Der Iran geht mit Härte gegen die Proteste der Bevölkerung vor. Bild: Uncredited/UGC via AP/dpa -
15.40 Uhr
Von der Leyen bringt weitere Sanktionen ins Spiel
Angesichts der Lage im Iran plant die EU weitere Massnahmen gegen die «für die Unterdrückung Verantwortlichen».
In enger Zusammenarbeit mit der Aussenbeauftragten der EU, Kaja Kallas, würden rasch weitere Sanktionen vorgeschlagen werden, schrieb EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen auf sozialen Netzwerken. «Wir stehen an der Seite der Menschen im Iran, die mutig für ihre Freiheit demonstrieren.»
Weiter schrieb die Deutsche, die steigende Zahl der Opfer im Iran sei erschreckend. «Ich verurteile den exzessiven Einsatz von Gewalt und die anhaltende Einschränkung der Freiheit auf das Schärfste.»
Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur (dpa) dürfte es zunächst vor allem um Strafmassnahmen gegen Verantwortliche für die Gewalt gegen Demonstranten gehen – möglicherweise auch gegen Minister. Gegen sie könnten EU-Einreiseverbote und Vermögenssperren erlassen werden.
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat weitere Sanktionen gegen den Iran vorgeschlagen. (Archivbild) Bild: Virginia Mayo/AP/dpa -
07.31 Uhr
Bericht: Handynutzer im Iran können wieder ins Ausland telefonieren
Die gekappten Mobilfunkverbindungen im Iran sind laut Augenzeugen offenbar teilweise wiederhergestellt worden. Mit ihren Handys hätten Nutzer am Dienstag wieder ins Ausland telefonieren können, wie die Nachrichtenagentur AP berichtete.
Demnach konnten Menschen in Teheran das AP-Büro in Dubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten anrufen. Die Journalisten konnten diese Nummern jedoch nicht zurückrufen. SMS-Nachrichten konnten augenscheinlich aber nicht abgesetzt werden, auch das Internet im Iran war weiterhin abgeschaltet.
Inmitten landesweiter Proteste gegen die Führung in Teheran wurden die Internet- und Telefonverbindungen gekappt. Beobachter im Ausland fürchten, dass der Iran die Sperre nutzt, um die Proteste brutal niederzuschlagen - so wie auch bei früheren Protestwellen. Nach Angaben von Aktivisten sind bei den seit mehr als zwei Wochen andauernden Demonstrationen bisher rund 650 Menschen getötet worden.
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4.15 Uhr
Können die Proteste aufrechterhalten werden?
Wie lange die Demonstranten noch auf Irans Strassen bleiben werden, ist Analysten zufolge unklar. Die Internetsperre erschwere es den Demonstranten, einzuschätzen, wie weitreichend die Proteste inzwischen seien, erklärte Vali Nasr, Berater des US-Aussenministeriums unter dem früheren US-Präsidenten Barack Obama. Die Proteste seien «echte Ausbrüche von Volkszorn. Ohne Führung, Richtung und Organisation fällt es solchen Bewegungen – nicht nur im Iran, sondern weltweit – schwer, sich zu halten», sagte Nasr.
Demonstranten in Teheran. (10. Januar 2026) Bild: Keystone/UGC via AP -
4.05 Uhr
Regierungstreue Demonstranten gehen auf Strasse
Am Montag sind regierungstreue Demonstranten in grosser Zahl auf die Strassen gegangen, um ihre Unterstützung für die Theokratie zu zeigen – eine Machtdemonstration nach Tagen von Protesten, die die Herrschaft des 86-jährigen Obersten Führers Ajatollah Ali Chamenei direkt infrage gestellt hatten. Das iranische Staatsfernsehen übertrug Sprechchöre der Menge, die «Tod Amerika!» und «Tod Israel!» skandierten. Zudem wurden Bilder ähnlicher Kundgebungen im ganzen Land gezeigt, um zu signalisieren, die Proteste seien überwunden.
In Teheran berichtete ein Augenzeuge der Nachrichtenagentur AP, dass die Strassen zum Sonnenuntergangsgebet leer seien und spätestens zum Nachtgebet wie ausgestorben. Dies liege zum Teil an der Angst vor Repressionsmassnahmen. Eine SMS, die angeblich vom Geheimdienstzweig der paramilitärischen Revolutionsgarden stammte, warnte ausdrücklich davor, an Demonstrationen teilzunehmen.
Eine regierungsfreundliche Kundgebung in Teheran am Montag, 12. Januar 2026 Bild: IMAGO / Anadolu Agency -
4 Uhr
Aktivisten: Inzwischen rund 650 Tote bei Protesten im Iran
Die Zahl der Todesopfer bei den landesweiten Protesten im Iran ist nach Angaben von Aktivisten inzwischen auf mindestens 646 gestiegen. Es werde befürchtet, dass die Totenzahl weiter steige, teilte die in den USA ansässige Human Rights Activists News Agency mit. Die Organisation stützt sich auf ein Netzwerk von Aktivisten innerhalb des Irans, das alle gemeldeten Todesfälle überprüft.
Die iranische Führung hat bisher keine offiziellen Opferzahlen bei den regierungskritischen Demonstrationen genannt. Unabhängig liessen sich die Zahlen von HRANA nicht überprüfen, da im Iran das Internet abgeschaltet und Telefonverbindungen unterbrochen wurden. Bei früheren Protesten hat HRANA aber verlässliche und letztlich akkurate Zahlen geliefert.
Beobachter im Ausland fürchten, dass der Iran die Internetsperre nutzt, um die Proteste brutal niederzuschlagen – so wie auch bei früheren Protestwellen.
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Dienstag, 13. Januar 2026, 2.43 Uhr
Schah-Sohn Pahlavi drängt USA zum Eingreifen
Reza Pahlavi, der Sohn des 1979 gestürzten Schahs, setzt angesichts der Massenproteste im Iran auf ein baldiges Eingreifen der USA. «Es müssen Massnahmen ergriffen werden», sagte Pahlavi in einem Interview mit dem US-Sender CBS News. «Der beste Weg, um sicherzustellen, dass weniger Menschen im Iran getötet werden, ist ein frühzeitiges Eingreifen, damit dieses Regime endlich zusammenbricht und all die Probleme, mit denen wir konfrontiert sind, ein Ende finden», sagte er.
FULL INTERVIEW: Exiled Iranian Crown Prince Reza Pahlavi speaks with @NorahODonnell about the deadly anti-government protests gripping Iran and President Trump leaving a possible U.S. military intervention on the table. pic.twitter.com/y7I7LR1Imf
— CBS News (@CBSNews) January 12, 2026Pahlavi sagte, er habe mit der Regierung von US-Präsident Donald Trump kommuniziert, gab jedoch keine Einzelheiten preis. Trump hatte zuvor gesagt, dass die USA die Lage im Iran sehr ernst nähmen. «Das Militär befasst sich damit, und wir prüfen einige sehr drastische Optionen. Wir werden eine Entscheidung treffen», sagte er und fügte hinzu, dass er stündlich Berichte über die Entwicklung im Land bekomme.
Pahlavi sagte bei CBS News, die Staatsführung der Islamischen Republik in Teheran versuche, die Welt «auszutricksen», indem sie vorgebe, bereit zu sein, über einen Ausweg aus den Unruhen zu verhandeln. Der entscheidende Wendepunkt wäre es, «wenn dieses Regime erkennen würde, dass es sich nicht mehr auf eine fortgesetzte Unterdrückungskampagne verlassen kann, ohne dass die Welt darauf reagiert», sagte Pahlavi.
Auf die Frage, ob er Trump dazu dränge, einen Regimewechsel einzuleiten, antwortete er, Trump sei solidarisch mit den Menschen im Iran, was bedeute, dass Trump letztlich deren Forderungen unterstütze. «Und deren Forderung ist, dass dieses Regime verschwinden muss», fügte Pahlavi hinzu. Der von seinem autoritär regierenden Vater, dem Schah von Persien, einst zum Kronprinzen ernannte Pahlavi lebt seit Jahrzehnten in den USA im Exil.
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23.52 Uhr
Deutscher Aussenminister fordert härtere Sanktionen
Der deutsche Aussenminister Johann Wadephul hat nach einem Treffen mit US-Aussenminister Marco Rubio schärfere Massnahmen gegen die Führung in Teheran gefordert. Im Iran sehe man ein «Unrechtsregime» ohne Legitimität im Volk, das gegen die eigene Bevölkerung Mittel einsetze, «die alle Regeln der Menschlichkeit verletzen», sagte Wadephul. Er kündigte an, die Bundesregierung werde versuchen, Sanktionen auf die iranische Führung auszuweiten. Dazu zähle eine Listung im Terror-Sanktionsregime der Europäischen Union. Diese habe bislang nicht durchgesetzt werden können, weil dafür Einstimmigkeit in der EU benötigt werde. Er rief die Mitgliedstaaten auf, die Frage vor dem Hintergrund des gewalttätigen Vorgehens gegen Demonstrierende erneut zu prüfen.
Die internationale Gemeinschaft müsse ausserdem gemeinsam deutlich machen, dass sie solidarisch an der Seite des iranischen Volkes stehe, sagte Wadephul weiter. Mit Rubio habe es dazu ein gemeinsames Verständnis gegeben. Deutschland und die USA wollten demnach darauf hinarbeiten, dass die G7-Staaten eine gemeinsame Erklärung abgeben.
Auf eine Frage nach einem möglichen militärischen Eingreifen der USA verwies Wadephul auf die Zuständigkeit der amerikanischen Regierung und des US-Präsidenten Donald Trump für entsprechende Entscheidungen. Es sei die Aufgabe der amerikanischen Regierung zu kommunizieren, ob und wann konkrete Massnahmen ergriffen würden.
Der deutsche Aussenminister Johann Wadephul war zu Besuch bei US-Aussenminister Marco Rubio in Washington. AP Photo/Mark Schiefelbein/Keystone -
23.06 Uhr
Trump kündigt Strafzölle gegen alle Handelspartner des Iran an
Update 23.25 Uhr: Für alle Länder, die Geschäfte mit dem Iran machen, sollen US-Zölle von 25 Prozent gelten. Das kündigte Präsident Donald Trump auf der Online-Plattform Truth Social an. In dem kurzen Beitrag wurde zunächst nicht klar, was genau die Formulierung «Geschäfte mit dem Iran machen» umfasst. Zu den wichtigsten Handelspartnern der Islamischen Republik, die von den USA und der EU mit weitreichenden Sanktionen belegt ist, gehören unter anderem Indien, China und die Türkei.
Es ist nicht das erste Mal, dass der US-Präsident zu solchen «indirekten» Zöllen greift. Trump hatte im Ukraine-Krieg bereits Zölle von bis zu 50 Prozent auf Waren aus Indien im Zusammenhang mit Käufen russischem Erdöls durch das Land verhängt. Zusätzliche Zölle gegen China könnten unterdessen den Handelskonflikt zwischen Peking und Washington nach relativer Ruhe wieder aufbauschen.
Unklar blieb auch, mit welcher rechtlichen Grundlage die Zölle gegen Irans Handelspartner verhängt werden sollen. Bisher setzte Trump dafür grösstenteils auf das Notstandsgesetz IEEPA (International Emergency Economic Powers Act). Allerdings prüft das Oberste Gericht der USA gerade, ob der Einsatz des Gesetzes rechtmässig war. Die Richter machten in einer Anhörung zu dem Streit einen eher skeptischen Eindruck.
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22.43 Uhr
Sprecherin: Trump erwägt weiterhin Luftangriffe im Iran
US-Präsident Donald Trump erwägt nach Angaben des Weissen Hauses weiterhin eine mögliche Militärintervention im Iran, um das gewaltsame Vorgehen der dortigen Sicherheitskräfte gegen die Massenproteste zu stoppen. Luftangriffe seien «eine der vielen, vielen Optionen», die für Trump auf dem Tisch lägen, sagte dessen Sprecherin Karoline Leavitt. Zugleich betonte sie aber auch, dass «die Diplomatie immer die erste Option für den Präsidenten» sei. Laut Leavitt schlagen iranische Vertreter in Kontakten mit dem US-Sondergesandten Steve Witkoff «einen ganz anderen Ton» an als in ihren Aussagen in der Öffentlichkeit. Trump sei interessiert daran, diese unter Ausschluss der Öffentlichkeit gesandten Botschaften der iranischen Seite «zu erkunden», fügte sie hinzu. Konkreter äusserte sich die Sprecherin dazu nicht.
Luftangriffe «eine der vielen, vielen Optionen»: Karoline Leavitt, Sprecherin des Weissen Hauses. Evan Vucci/AP/dpaDer iranische Aussenminister Abbas Araghtschi hatte zuvor gesagt, dass seine Regierung auf einen Krieg vorbereitet sei. Doch fügte er hinzu, dass Teheran zugleich «zu Verhandlungen bereit» sei. Diese Verhandlungen müssten allerdings «fair sein, mit gleichen Rechten und auf der Grundlage gegenseitigen Respekts».
Trump hatte am Sonntag mit der Prüfung «sehr drastischer Optionen» durch das US-Militär zum Vorgehen gegen den Iran gedroht. Er äusserte sich vor Journalisten an Bord des Präsidentenfliegers Air Force One auf die Frage, ob die Führung in Teheran die von ihm zuvor genannte rote Linie – die Tötung von Demonstranten – überschritten habe. «Es sieht so aus, als würden sie damit beginnen», sagte er. Am Montag sagte Leavitt dann, Trump wolle nicht sehen, dass «Menschen auf den Strassen von Teheran getötet werden, und leider ist das etwas, was wir jetzt sehen».
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22.08 Uhr
Iran bestellt Botschafter europäischer Länder ein
Der Iran hat nach Solidaritätsbekundungen europäischer Regierungschefs für die regierungskritischen Proteste nach eigenen Angaben Botschafter aus Deutschland, Frankreich und Grossbritannien ins Aussenministerium einbestellt. In einer Mitteilung des staatlichen Rundfunks hiess es, man habe bei dem Treffen Videos der Unruhen gezeigt. Die «gewalttätigen Handlungen» hätten die Grenzen friedlicher Demonstrationen überschritten. Aus dem deutschen Auswärtigen Amt war zu hören, der deutsche Botschafter sei einbestellt worden.
Regimekritische Demonstranten demonstrieren vor der iranischen Botschaft in London. Bild: Keystone/Tayfun Salci/ZUMA Press WireAuch das Aussenministerium in Paris bestätigte die Einbestellung des französischen Botschafters. Irans Aussenminister Abbas Araghtschi habe mit den europäischen Botschaftern die aktuellen Entwicklungen in dem Land thematisiert. Die europäischen Botschafter hätten ihre Besorgnis nachdrücklich zum Ausdruck gebracht, hiess es in Paris.
Aus London gab es keine ausdrückliche Bestätigung für die Einbestellung. Aus Regierungskreisen hiess es lediglich, der Botschafter habe einen geplanten Termin im iranischen Aussenministerium in Teheran wahrgenommen. Die britische Aussenministerin Yvette Cooper hatte zuvor den Mut insbesondere der Demonstrantinnen gelobt. Das Recht auf freie Meinungsäusserung und die Versammlungsfreiheit seien fundamentale Rechte, so Cooper. Sie fügte hinzu: «Der Ausübung dieser Rechte sollte niemals mit der Drohung mit Gewalt oder Repressionen begegnet werden.»
Teheran forderte eine Rücknahme der Solidaritätsbekundungen. Die Einbestellung eines Botschafters gilt als scharfes diplomatisches Mittel.
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21.30 Uhr
Offenbar mehr als 600 Demonstranten im Iran getötet
Bei den landesweiten Protesten gegen die autoritäre Staatsführung im Iran sind nach Angaben von Menschenrechtlern knapp 650 Demonstranten getötet worden. Die Menschenrechtsorganisation Iran Human Rights (IHRNGO) mit Sitz in Oslo bezifferte die Toten seit Ausbruch der Proteste Ende Dezember auf mindestens 648.
«Gleichzeitig deuten unbestätigte Berichte darauf hin, dass mindestens mehrere hundert Menschen, einigen Schätzungen zufolge sogar mehr als 6000, getötet worden sein könnten», schrieb die Organisation auf der Plattform X. Die Zahl der Festnahmen übersteige einigen Schätzungen mehr als 10'000, hiess es weiter.
Iranische Staatsmedien und Aktivisten berichteten in den vergangenen Tagen ausserdem über Dutzende Sicherheitskräfte, die bei den Unruhen getötet worden seien. Alle Informationen können derzeit nicht unabhängig überprüft werden.
Sixteen days into the new wave of anti-government nationwide protests in Iran, at least 648 protesters, including nine children under the age of 18, have been killed, and thousands injured.
— Iran Human Rights (IHRNGO) (@IHRights) January 12, 2026
At the same time, unverified reports indicate that at least several hundred people, and… pic.twitter.com/1qWNGHEp06 -
5.35 Uhr
Trump: «Der Iran hat angerufen, sie wollen verhandeln»
Angesichts der Massenproteste im Iran gegen die autoritäre Staatsführung erhöht US-Präsident Donald Trump den Druck auf die Islamische Republik. «Der Iran will verhandeln», sagte er an Bord des Regierungsflugzeugs Air Force One vor Journalisten. Man werde sich vielleicht mit Vertretern des Irans treffen, ein Treffen werde vorbereitet. Angesichts dessen, was im Iran passiere, müssten die USA allerdings vielleicht auch vorher handeln, warnte Trump mit Blick auf die andauernden Proteste. Worüber der Iran mit den USA Gespräche führen möchte, führte er nicht aus.
US-Präsident Donald Trump spricht am Sonntagabend (Ortszeit) an Bord der Air Force One mit Journalisten. Bild: Keystone/AP Photo/Julia Demaree Nikhinson«Der Iran hat angerufen, sie wollen verhandeln», sagte Trump. Sie seien es leid, von den USA geschlagen zu werden, sagte er – wohl mit Blick auf die israelischen Angriffe auf das iranische Nuklearprogramm, an denen sich im vergangenen Jahr auch das US-Militär beteiligt hatte. Eine Journalistin hatte Trump im Flugzeug zunächst gefragt, ob der Iran möglicherweise erneut mit den USA über sein umstrittenes Atomprogramm verhandeln wolle. Im Anschluss fragte die Reporterin allerdings allgemein danach, ob der Iran verhandeln wolle.
Trump erwägt, die Demonstranten im Iran mit Satelliteninternet zu unterstützen. Er wollte noch am Sonntag (Ortszeit) mit Tech-Milliardär Elon Musk telefonieren, dessen Firma SpaceX den Dienst Starlink betreibt. Irans Staatsführung hat den Internetzugang für die Menschen fast vollständig gesperrt, auch Telefonverbindungen schienen teils nicht mehr zu funktionierten. Damit will sie die Kommunikation zwischen den Demonstranten erschweren. Zudem soll die Veröffentlichung von Berichten, Fotos und Videos über die Massenproteste so unterdrückt werden.
Vor den Angriffen im Iran im vergangenen Jahr hatten Vertreter Teherans mit dem US-Sondergesandten Steve Witkoff in indirekten Gesprächen über das umstrittene iranische Atomprogramm verhandelt.
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3.39 Uhr
«Die Strassen sind voller Blut»
Laut Aktivisten haben sich die Demonstrationen im Iran auf 186 Städte ausgeweitet. 483 Demonstranten seien getötet worden, berichtete das Menschenrechtsnetzwerk HRANA mit Sitz in den USA. Insgesamt seien bisher 544 Menschen ums Leben gekommen, darunter auch Kinder sowie 47 Sicherheitskräfte. Rund 10'700 Menschen seien festgenommen worden, hiess es weiter. Die Angaben der Organisation liessen sich unabhängig nicht überprüfen.
Der britische Sender BBC zitierte eine Quelle in Teheran am Sonntag mit den Worten: «Die Lage hier ist sehr, sehr schlimm». Die Sicherheitskräfte hätten mit scharfer Munition geschossen. «Es ist wie in einem Kriegsgebiet, die Strassen sind voller Blut. Sie transportieren die Leichen in Lastwagen ab», hiess es. Auch diese Angaben liessen sich zunächst nicht überprüfen.
Die iranische Regierung hat bisher keine offiziellen Gesamtopferzahlen genannt. Unabhängig liessen sich die Zahlen von HRANA nicht überprüfen, weil im Iran das Internet abgeschaltet und Telefonverbindungen unterbrochen wurden. Bei früheren Protesten hat HRANA aber verlässliche und letztlich akkurate Zahlen geliefert. Die Organisation stützt sich auf ein Netzwerk von Aktivisten innerhalb des Irans.
Iran: Kein Ende der Proteste in Sicht – Sorge vor Ausweitung - Gallery
Die iranische Führung versucht, die landesweiten Proteste herunterzuspielen.
Bild: Keystone/UGC via AP
Ein maskierter Demonstrant hält ein Bild des ehemaligen iranischen Kronprinzen Reza Pahlavi während einer Demonstration in Teheran hoch. (9. Januar 2026)
Bild: UGC via AP
In einem Standbild eines vom iranischen Staatsfernsehen ausgestrahlten Video sind brennende Motorräder und Autos in Teheran zu sehen. (8. Januar 2026)
Bild: Keystone/Iran state TV via AP
US-Präsident Trump hat den Teilnehmern der Massenproteste gegen die Staatsführung im Iran Unterstützung zugesichert. (Archivbild)
Bild: dpa
Aus Solidarität mit den Demonstranten im Iran gingen auch in Berlin und Frankfurt am Main Menschen auf die Strasse.
Bild: dpa
Iran: Kein Ende der Proteste in Sicht – Sorge vor Ausweitung - Gallery
Die iranische Führung versucht, die landesweiten Proteste herunterzuspielen.
Bild: Keystone/UGC via AP
Ein maskierter Demonstrant hält ein Bild des ehemaligen iranischen Kronprinzen Reza Pahlavi während einer Demonstration in Teheran hoch. (9. Januar 2026)
Bild: UGC via AP
In einem Standbild eines vom iranischen Staatsfernsehen ausgestrahlten Video sind brennende Motorräder und Autos in Teheran zu sehen. (8. Januar 2026)
Bild: Keystone/Iran state TV via AP
US-Präsident Trump hat den Teilnehmern der Massenproteste gegen die Staatsführung im Iran Unterstützung zugesichert. (Archivbild)
Bild: dpa
Aus Solidarität mit den Demonstranten im Iran gingen auch in Berlin und Frankfurt am Main Menschen auf die Strasse.
Bild: dpa
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3.28 Uhr
Trump erwägt Hilfe für Proteste mit Satelliteninternet
Angesichts der Kommunikationsblockade im Iran erwägt US-Präsident Donald Trump, die Massenproteste in dem Land mit Satelliteninternet zu unterstützen. Auf die Frage einer Journalistin, ob er Starlink im Iran zugänglich machen werde, sagte der Republikaner, man werde darüber sprechen und das Internet wieder zum Laufen bringen, wenn das möglich sei. Trump erklärte später, er werde noch am Sonntagabend (Ortszeit) Tech-Milliardär Elon Musk anrufen. Dessen Firma SpaceX ist mit dem Dienst Starlink der weltweit bedeutendste Provider von Satelliteninternet.
Trump hatte den Teilnehmern der anhaltenden Massenproteste gegen die autoritäre Staatsführung in der Islamischen Republik Iran zuvor bereits mehrfach Unterstützung in Aussicht gestellt.
Die iranische Führung blockiert seit Donnerstag das Internet im Land, teils auch Telefonverbindungen. Damit will sie in der Regel die Kommunikation zwischen den Demonstranten erschweren. Ausserdem soll die Veröffentlichung von Berichten, Fotos und Videos über die Massenproteste unterdrückt werden. Eine Verbindung zur Aussenwelt wäre über das Starlink-Satellitensystem möglich, sofern die dafür notwendigen Terminals vorhanden sind.
Der US-Präsident sagte vor Journalisten an Bord des Regierungsfluzeugs Air Force One auch, dass die Vereinigten Staaten die Lage im Iran sehr ernst nähmen. «Das Militär befasst sich damit, und wir prüfen einige sehr drastische Optionen. Wir werden eine Entscheidung treffen.» Trump gab an, stündlich Berichte zur Entwicklung im Iran zu bekommen.
Mehrere US-Medien hatten zuvor unter Berufung auf US-Beamte berichtet, dass Trump mögliche Militärschläge im Iran erwäge, aber auch Massnahmen, die kein direktes militärisches Eingreifen verlangten. Trump und sein Team für nationale Sicherheit prüften unter anderem Cyberangriffe und militärische Angriffe durch die USA oder Israel, sagten zwei in die Beratungen im Weissen Haus eingeweihte Personen der Nachrichtenagentur AP.
Der Iran hatte dem Erzfeind Israel und den USA für den Fall eines US-Angriffs zur Unterstützung der landesweiten Protestbewegung mit Gegenschlägen gedroht, etwa auf Ziele wie US-Militärstützpunkte im Nahen Osten. Darauf angesprochen sagte Trump nun: «Wenn sie das tun, werden wir sie so hart treffen, wie sie noch nie zuvor getroffen wurden.»
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2 Uhr
Bericht: US-Regierung berät Optionen gegen Iran
Nach Informationen des «Wall Street Journal» ist am Dienstag ein Treffen mit ranghohen Beamten geplant. Dabei soll es um mögliche Optionen gehen, darunter die Stärkung regierungsfeindlicher Online-Quellen, der Einsatz von Cyberwaffen gegen iranische Militär- und Zivilstandorte sowie weitere Sanktionen gegen die Staatsführung und Militärschläge. Es wird aber nicht erwartet, dass Trump bei dem Treffen eine endgültige Entscheidung trifft.
Pahlavi rief derweil auf ausserdem dazu auf, ausserhalb des Irans an allen iranischen Botschaften und Konsulaten die «schändliche Flagge der Islamischen Republik» gegen die alte Flagge auszutauschen, die zuletzt während der Herrschaft seines Vaters Schah Mohammed Reza Pahlavi genutzt worden war. Dessen prowestliche Monarchie wurde 1979 durch eine islamische Revolution gestürzt. Der Schah verliess das Land mit seiner Familie und starb im Ausland.
Die alte Flagge war eine grün-weiss-rote Trikolore mit einem Löwen und der Sonne in der Mitte, einem historischen Symbol Persiens. Die ebenfalls grün-weiss-rote Flagge der Islamischen Republik weist in der Mitte ein rotes Emblem auf, das stilisiert das arabische Wort «Allah» (Gott) darstellt. Entlang der Übergänge zwischen Grün und Weiss sowie zwischen Weiss und Rot steht der Ausdruck «Allahu Akbar» (Gott ist am grössten) in weisser kufischer Schrift.
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1.27 Uhr
Schah-Sohn ruft zu Regimesturz auf
Reza Pahlavi, der Sohn des 1979 gestürzten Schahs, ruft in einer neuen Botschaft an die Protestbewegung im Iran zur nächsten Phase des Aufstands auf, «um die Islamische Republik zu stürzen». Neben der Besetzung zentraler Strassen in den Städten seien jetzt auch alle Institutionen, die für die Propaganda der Staatsführung und die Unterbrechung der Kommunikation verantwortlich seien, «legitime Ziele», erklärte er auf der Plattform X. Wegen der Internetsperre ist aber unklar, ob und in welchem Ausmass Menschen im Iran seine Forderungen überhaupt zu sehen bekommen.
Beloved people of Iran, my courageous compatriots,
— Reza Pahlavi (@PahlaviReza) January 11, 2026
Over the past two weeks—especially in the last four days—you have shaken the foundations of the illegitimate Islamic Republic through massive, nationwide demonstrations. Now, relying on your overwhelming response to the recent… https://t.co/o5uEd7KHsYPahlavi rief zudem dazu auf, ausserhalb des Irans an allen iranischen Botschaften und Konsulaten die «schändliche Flagge der Islamischen Republik» gegen die alte Flagge auszutauschen, die zuletzt während der Herrschaft seines Vaters Schah Mohammed Reza Pahlavi genutzt worden war. Dessen prowestliche Monarchie wurde 1979 durch eine islamische Revolution gestürzt. Der Schah verliess das Land mit seiner Familie und starb im Ausland.
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0.10 Uhr
Neue Drohungen gegen Demonstranten
Irans Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf hat der Protestbewegung vorgeworfen, eine Grundlage für eine Militärintervention der USA schaffen zu wollen. Die «Feinde» müssten jedoch wissen, dass die Verteidiger des Landes sie vernichten würden, sagte er laut Übersetzung des Propagandakanals Press TV.
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Montag, 12. Januar 2026, 0.01 Uhr
Guterres fordert Ende der Gewalt
UN-Generalsekretär António Guterres hat ein Ende der staatlichen Gewalt gegen die Demonstranten gefordert. Er sei «schockiert» angesichts der Berichte über die Gewalt, schrieb er auf X und forderte «maximale Zurückhaltung» der Sicherheitskräfte. EU-Parlamentspräsidentin Roberta Metsola ermunterte die Demonstranten, die Proteste fortzusetzen. «An die mutigen Mädchen, Studenten, Männer und Frauen auf den Strassen: Das ist eure Zeit», schrieb sie in sozialen Medien. Sie rief die Staatsführung auf, den Kurswechsel einzuleiten.
Shocked by reports of violence & excessive use of force by the Iranian authorities against protesters resulting in deaths & injuries in recent days.
— António Guterres (@antonioguterres) January 11, 2026
The rights to freedom of expression, association & peaceful assembly must be fully respected & protected.
I urge the Iranian…Irans Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf warf zuvor der Protestbewegung vor, eine Grundlage für eine Militärintervention der USA schaffen zu wollen. Die «Feinde» müssten jedoch wissen, dass die Verteidiger des Landes sie vernichten würden, sagte er laut Übersetzung des Propagandakanals Press TV. US-Präsident Trump hatte Teheran wiederholt vor der Tötung von Demonstranten gewarnt. Laut US-Medien erwägt er, den Iran wegen der Unterdrückung der Massenproteste anzugreifen.