ARCHIV - Der iranische Präsident Massud Peseschkian spricht in einer öffentlichen Sitzung des Parlaments. Foto: Vahid Salemi/AP/dpa
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Irans Präsident Massud Peseschkian hat sich nach erneuten militärischen Drohungen von US-Präsident Donald Trump für eine friedliche Lösung des Konflikts mit Washington ausgesprochen.
Keystone-SDA
01.02.2026, 06:21
SDA
In einem Telefonat mit Ägyptens Präsidenten Abdel Fattah al-Sisi habe Peseschkian die «Notwendigkeit betont, diplomatische Prozesse einzuleiten», berichtete Irans staatliche Nachrichtenagentur Irna. Der Iran habe «niemals einen Krieg angestrebt» und strebe auch jetzt keinen Krieg an, sagte Peseschkian. Die Islamische Republik sei «zutiefst davon überzeugt, dass ein Krieg weder dem Iran noch den Vereinigten Staaten oder der Region nützen würde», hiess es.
Iran stellt sich auf Verhandlungen ein
Teheran bereitet nach Angaben des obersten Sicherheitsbeamten des Landes Verhandlungen vor. Der Generalsekretär des Nationalen Sicherheitsrats, Ali Laridschani, schrieb auf X, entgegen der «künstlich geschürten Kriegsrhetorik» der Medien würden «strukturelle Vorbereitungen für Verhandlungen voranschreiten». Die Gespräche über Irans Atomprogramm nähmen «trotz der verschärften Drohungen einer militärischen Konfrontation» Gestalt an, schrieb dazu die Nachrichtenagentur Irna unter Bezugnahme auf Laridschanis X-Post.
Das US-Nachrichtenportal «Axios» berichtete in diesem Zusammenhang, Laridschani habe sich am Samstag in der iranischen Hauptstadt Teheran mit Katars Ministerpräsidenten Mohammed bin Abdulrahman Al Thani getroffen. Al Thani versuche, zwischen den USA und dem Iran zu vermitteln, hiess es.
Trump erhöht Druck
Trump hatte den Druck auf Teheran mit neuen Drohungen verstärkt. Es seien weitere Kriegsschiffe Richtung Iran unterwegs – «und hoffentlich werden wir einen Deal machen», sagte Trump im Weissen Haus. Auf einem Flug nach Florida sagte er zu Journalisten: «Ich hoffe, sie verhandeln etwas, das akzeptabel ist.» Dabei soll es neben der Einstellung von Irans umstrittenem Atomprogramm auch um eine Begrenzung der Entwicklung ballistischer Raketen im Iran gehen.
Irans Aussenminister Abbas Araghtschi hatte am Freitag erklärt, sein Land sei sowohl für Verhandlungen als auch für Krieg bereit. Verteidigungsstrategien und Raketensysteme würden niemals Gegenstand von Verhandlungen sein. Er warnte die USA davor, dass ein militärischer Konflikt diesmal über einen bilateralen Krieg hinausgehen könnte. Im vergangenen Juni hatte das US-Militär im Iran – flankierend zu israelischen Angriffen – Atomanlagen bombardiert.
Israel hatte zwölf Tage lang Krieg gegen den Erzfeind geführt. Die USA sind der engste Verbündete Israels. Trump hat der Führung in Teheran mehrfach mit Militärschlägen gedroht, auch im Zusammenhang mit dem brutalen Vorgehen staatlicher Repressionskräfte gegen Demonstranten bei den jüngsten regierungskritischen Protesten im Iran. Dabei sollen Tausende, wenn nicht sogar Zehntausende Menschen getötet worden sein. Das US-Militär hat seine Präsenz in der Region seit Anfang Januar deutlich ausgebaut, etwa mit dem Flugzeugträger «USS Abraham Lincoln» und dessen Begleitschiffen.
Irans Elitestreitkräfte halten Manöver ab
Die iranischen Revolutionsgarden, die als Elitestreitkräfte der Islamischen Republik gelten und dem obersten Führer Ajatollah Ali Chamenei unterstellt sind, wollen heute vor dem Hintergrund der militärischen Spannungen ein dreitägiges Manöver im Persischen Golf beginnen. Daran sollen auch China und Russland teilnehmen.
Die Übung in der Strasse von Hormus, bei der mit scharfer Munition geschossen werden solle, dürfe die Freiheit der Schifffahrt und die internationale Handelsschifffahrt in der wichtigen Meeresenge nicht beeinträchtigen, hatte zuvor das für Nahost zuständige US-Regionalkommando (Centcom) gewarnt.
US-Militär warnt vor Provokationen
Die rund 55 Kilometer breite Meerenge zwischen Iran und Oman gilt als eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten für den weltweiten Ölexport. Irans Einheiten hätten zwar das Recht, in internationalen Gewässern und im internationalen Luftraum zu operieren, erklärte das US-Militär in einer Mitteilung. Man werde aber keine «unsicheren» Manöver wie etwa Flüge über US-Kriegsschiffe oder Stützpunkte in niedriger Höhe tolerieren, hiess es weiter. Das gelte auch für das Annähern iranischer Schnellboote auf Kollisionskurs mit US-Schiffen.
Dazu schrieb Irans Aussenminister Araghtschi auf X: «Das US-Militär, das vor unseren Küsten operiert, versucht nun, unseren mächtigen Streitkräften vorzuschreiben, wie sie auf ihrem eigenen Territorium Zielübungen durchführen sollen.» Die Präsenz fremder Kräfte «in unserer Region hat immer das Gegenteil von dem bewirkt, was verkündet wird: Eskalation fördern statt Deeskalation.»
Die EU hatte sich zuvor darauf geeinigt, Irans Revolutionsgarden wegen ihres grausamen Vorgehens gegen die regierungskritischen Proteste als Terrororganisation einzustufen. Der jahrelang kontrovers diskutierte Schritt erfolge vor dem Hintergrund der Ereignisse der vergangenen Wochen, hatte EU-Chefdiplomatin Kaja Kallas nach einem Aussenministertreffen in Brüssel gesagt. Irans Aussenminister Araghtschi warf der EU auf X vor, das Feuer in der Region weiter anzufachen und einen grossen strategischen Fehler zu begehen.
Umstrittenes Atomwaffenprogramm: USA und Iran verhandeln erneut
USA und Iran wollen verhandeln: Für Freitag sind neue Gespräche der beiden Staaten im Oman geplant. Für die USA sollen der Sondergesandte Steve Witkoff und der Schwiegersohn von Präsident Donald Trump, Jared Kushner, teilnehmen. Unklar bleibt die Tagesordnung.
Der Iran möchte laut Aussenminister Abbas Araghtschi nur über sein Atomprogramm und eine mögliche Lockerung von Sanktionen sprechen. Die USA drängen hingegen darauf, dass auch Irans Raketenprogramm sowie die Unterstützung von Irans Verbündeten Themen sein müssten.
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