Hamas meldet hunderte ToteIsrael bricht Gaza-Waffenruhe – das musst du wissen
dpa
18.3.2025 - 09:28
Ein palästinensischer Junge inspiziert heute Morgen nach einem israelischen Luftangriff die Schäden an einer Schule in Gaza City.
KEYSTONE
Im Januar vereinbarten Israel und die Hamas eine sechswöchige Waffenruhe. Jetzt greift Israels Armee wieder massiv an. Geht der Krieg damit wieder los?
DPA
18.03.2025, 09:28
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Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen
Die israelische Armee hat die Waffenruhe gebrochen und den Gazastreifen angegriffen, weil die Hamas sich bei der Geisel-Freilassung angeblich nicht bewegt.
Die Hamas meldet bisher mindestens 330 Tote. Sie hat wohl noch 24 lebende Geiseln in ihrer Gewalt.
Die USA wurden offenbar vorab über die Luftangriffe informiert.
Israels Armee hat rund zwei Monate nach Beginn der Waffenruhe im Gazastreifen wieder massive Angriffe auf die islamistische Hamas in dem Küstengebiet aufgenommen. Regierungschef Benjamin Netanjahu und Verteidigungsminister Israel Katz hätten die Streitkräfte angewiesen, «mit Wucht» gegen die Hamas vorzugehen, gab die Armee in der Nacht bekannt.
Derzeit würden im gesamten Gazastreifen umfangreiche Angriffe gegen die Terrororganisation durchgeführt, teilte das Militär mit. Nach Angaben des Zivilschutzes in Gaza kamen mehr als 330 Palästinenser ums Leben, Dutzende weitere seien verletzt.
In accordance with the political echelon, the IDF and ISA are currently conducting extensive strikes on terror targets belonging to the Hamas terrorist organization in the Gaza Strip. pic.twitter.com/mYZ1WBPVPG
Es handelt sich um die schwersten Luftangriffe im Gazastreifen durch Israel seit Inkrafttreten der Waffenruhe. Grund sei die «wiederholte Weigerung der Hamas, unsere Geiseln freizulassen, sowie auf ihre Ablehnung aller Vorschläge, die sie vom Gesandten des US-Präsidenten Steve Witkoff und von den Vermittlern erhalten hat», hiess es in der Nacht aus dem Büro des israelischen Ministerpräsidenten.
Netanjahu und seine «extremistische Regierung» hätten beschlossen, das Waffenruhe-Abkommen «zu brechen», hiess es in einer nächtlichen Erklärung der Hamas. Damit riskiere Israel das Leben der Geiseln. Die Hamas forderte die Vermittler Ägypten, Katar und USA auf, Israel «für den Bruch» des Abkommens zur Verantwortung zu ziehen.
US-Regierung vorab informiert
Netanjahu hatte wiederholt erklärt, Israel werde alle seine Kriegsziele in Gaza erreichen. Dazu gehört die vollständige Zerschlagung der Hamas und die Freilassung aller restlichen Geiseln. Berichtenzufolge wurde die US-Regierung über die Luftangriffe vorab informiert.
Des frappes israéliennes sans précédent depuis l'entrée en vigueur du cessez-le-feu le 19 janvier ont fait "au moins 330 morts" à Gaza dans la nuit de lundi à mardi, a annoncé le ministère de la Santé du gouvernement du Hamas pour le territoire palestinien.
Vor knapp zwei Wochen hatte Donald Trump mit einer ultimativen «letzten Warnung» versucht, den Druck auf die Hamas weiter zu erhöhen. Die Hamas müsse sofort alle israelischen Geiseln im Gazastreifen freilassen und auch alle Leichen der ermordeten Israelis übergeben, «oder es ist vorbei für Euch», schrieb er damals auf seiner Plattform Truth Social.
Trump drängt Hamas zur Freilassung aller Geiseln: «Letzte Warnung»
STORY: Donald Trump bei einem Treffen mit ehemaligen Geiseln der Hamas am Mittwoch in Washington. An die radikal-islamische Palästinenserorganisation, die am 7. Oktober 2023 mehr als 200 Menschen in den Gazastreifen verschleppt hatte, richtete der US-Präsident erneut die Forderung, alle noch verbliebenen Geiseln freizulassen und das Palästinensergebiet zu verlassen. «Dies ist eure letzte Warnung! Für die Führung ist es jetzt an der Zeit, Gaza zu verlassen, solange sie noch eine Chance hat», schrieb Trump auf seinem Kurznachrichtendienst Truth Social. «Eine schöne Zukunft erwartet euch, aber nicht, wenn ihr Geiseln nehmt. Wenn ihr das tut, seid ihr TOT!» Bei Bürgern in Chan Junis, im Süden des Gazastreifens, stiessen Trumps harte Worte am Donnerstag auf Kritik. Der US-Präsident solle lieber eine neutrale Rolle einnehmen, findet dieser Mann. «Seine Arbeit sollte darin bestehen, Frieden und Austausch zwischen den palästinensischen Fraktionen und der israelischen Armee zu vermitteln, indem Geiseln zwischen den beiden Parteien ausgetauscht werden, und nicht darin, Drohungen, Beschuldigungen und Einschüchterungen gegen die Menschen im Gazastreifen auszusprechen, die unter den Folgen dieses Krieges leiden müssen.» «Er ruft zu einem Krieg auf, und sagt, dass er Israel mit allen möglichen Mitteln unterstützt. Wir lehnen dieses Gerede ab und werden nicht gehen. Im Laufe der Jahre sind wir im Gazastreifen, im Westjordanland und in Jerusalem standhaft geblieben, und wir werden es bleiben, bis wir in unserem Land sterben. Es ist nicht zulässig, dass Trump oder irgendjemand anderes uns von diesem Land vertreibt.» Die USA und Israel wollen eine Verlängerung der bereits am Wochenende abgelaufenen ersten Phase der Waffenruhe und die Übergabe aller verbliebenen Geiseln. Die Hamas hingegen pocht auf die getroffene Vereinbarung, wonach über eine zweite Phase einer Waffenruhe verhandelt werden soll, in der die übrigen Geiseln freikommen sollen, aber auch Israel seine Truppen aus dem Gazastreifen abzieht.
07.03.2025
Von jetzt an werde man «mit zunehmender militärischer Stärke» gegen die Hamas vorgehen, teilte die israelische Armee in der Nacht weiter mit. Der Einsatzplan sei Ende vergangener Woche von der Armeeführung vorgelegt und von der politischen Führung genehmigt worden, hiess es. Im Januar war zwischen Israel und der Hamas eine zunächst sechswöchige Waffenruhe vereinbart worden. Bisher konnten beide Seiten sich nicht auf die Bedingungen für eine Verlängerung einigen.
Angriffe auch während der Waffenruhe
Israel hatte mit einer Wiederaufnahme des Krieges gedroht, sollte die Hamas keine weiteren israelischen Geiseln freilassen. Auch während der Waffenruhe war es immer wieder zu tödlichen Angriffen im Gazastreifen gekommen. Die Hamas und andere Islamisten haben nach israelischen Informationen noch 24 Geiseln und die Leichen von 35 Verschleppten in ihrer Gewalt.
Eine palästinensische Familie bereitet in Dschabalia am 17. März ihr Znacht im Schutt vor.
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Auslöser des Krieges war der Überfall der Hamas und anderer extremistischer Gruppierungen auf Israel am 7. Oktober 2023, bei dem rund 1200 Menschen getötet und mehr als 250 Israelis als Geiseln in den Gazastreifen verschleppt wurden.
Laut der von der Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörde wurden im Gazastreifen seitdem mehr als 48'500 Menschen getötet, darunter auch viele Frauen und Minderjährige. Die Angaben, die nicht zwischen Kämpfern und Zivilisten unterscheiden, lassen sich nicht unabhängig überprüfen. Israel spricht von rund 20'000 getöteten Terroristen.
Johann Wadephul: UN muss Verantwortung im Iran-Krieg übernehmen
Berlin, 27.04.2026: Krisendiplomatie in New York: Aussenminister Johann Wadephul fordert mehr Einsatz vom UN-Sicherheitsrat im Iran-Konflikt.
O-Ton Johann Wadephul, Aussenminister
«Die UN müssen jetzt ihrer Verantwortung gerecht werden, insbesondere der Sicherheitsrat. Kriege und Konflikte schwelen, und wir sehen zum Teil die Unfähigkeit von Staaten, effektive Konfliktlösungsmechanismen in Kraft zu setzen. Insbesondere der Konflikt um den Iran und die blockierte Strasse von Hummus wird ein Thema sein, zu dem ich auch das Wort ergreifen werde im Sicherheitsrat.»
Wadephul fordert, der UN-Sicherheitsrat müsse handlungsfähiger werden: Blockaden, auch durch China und Russland, dürften Lösungen nicht länger verhindern.
Deutschland hofft zudem auf ein UN-Mandat für eine mögliche Mission in der Strasse von Hormus, einer wichtigen Route für die weltweite Energieversorgung.
In New York plant Wadephul Gespräche mit UN-Generalsekretär António Guterres sowie weiteren ranghohen UN-Vertretern und Amtskollegen. Dabei soll es auch um die Zukunft der Vereinten Nationen gehen.
28.04.2026
Einsatz im Mittelmeer: Minenjagdboot wird bald wegen Iran-Krieg verlegt
Das deutsche Minenjagdboot «Fulda» soll schon bald aufbrechen – Verteidigungsminister Boris Pistorius will, dass es schnell geht, sollte demnächst ein Einsatz zur Sicherung der Strasse von Hormus anstehen. Pistorius betont, Voraussetzung für einen Einsatz sei zuallererst ein Ende der Kampfhandlungen im Krieg der USA und Israels mit dem Iran. Zudem erinnert er daran, dass ein solcher Einsatz nur mit einem Mandat des Bundestags möglich sei.
27.04.2026
Pete Hegseths «Pulp Fiction»-Gebet
Verteidigungsminister Pete Hegseth zitiert am 16. April auf einer Pressekonferenz in Washington ein abgewandeltes Gebet, das bei der Rettung der US-Piloten im Iran gesprochen worden sei.
«Sie nennen es CSAR [Combat Search and Rescue] 25:17, was meiner Meinung nach Hesekiel 25:17 reflektieren soll», sagt er und betet drauflos. Hegseth zitiert ein abgewandeltes Gebet, das bei der Rettung der US-Piloten im Iran gesprochen worden sei. «Sie nennen es CSAR [Combat Search and Rescue] 25:17, was meiner Meinung nach Hesekiel 25:17 reflektieren soll», sagt er und betet drauflos.
Im Video siehst du jedoch, dass es sich um ein abgewandeltes Zitat aus dem Kultfilm «Pulp Fiction» von 1994 handelt, das nur an den Bibelvers angelehnt ist.
17.04.2026
Johann Wadephul: UN muss Verantwortung im Iran-Krieg übernehmen
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