PolitikIsrael erwartet heute Freilassung weiterer Geiseln
SDA
15.2.2025 - 05:14
ARCHIV - Drei weitere Geiseln könnten heute aus dem Gazastreifen freikommen. Foto: Ariel Schalit/AP/dpa
Keystone
Nach tagelanger Sorge über ein drohendes Wiederaufflammen des Gaza-Krieges wird heute die Freilassung drei weiterer israelischer Geiseln erwartet. Die islamistische Hamas will nach eigenen Angaben die beiden Männer Sagui Dekel-Chen (36) sowie Jair Horn (46) übergeben, die kleinere Terrorgruppe Palästinensischer Islamischer Dschihad den 29-jährigen Alexander (Sascha) Trufanov. Im Gegenzug soll Israel palästinensischen Angaben zufolge 369 inhaftierte Palästinenser freilassen. Darunter befänden sich 36, die zu lebenslanger Haft verurteilt worden waren.
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15.02.2025, 05:14
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Israelische Medien gingen davon aus, dass damit die Waffenruhe hält. Eine eindeutige Bestätigung der Regierung gibt es aber nicht. Nachdem die Hamas Anfang der Woche eine Aussetzung der Geiselfreilassungen verkündet hatte, herrschte Sorge, dass der Krieg wieder losbrechen könnte. Israel verstosse gegen Vereinbarungen und behindere Hilfslieferungen, hatte die Hamas ihren Schritt begründet. US-Präsident Donald Trump forderte daraufhin ultimativ die Freilassung gleich aller Geiseln bis heute Mittag. Sonst breche die Hölle los. Die Entscheidung über die Konsequenzen liege jedoch letztlich bei Israel, sagte er.
Hält die Waffenruhe?
Eigentlich sollen die letzten der noch 76 israelischen Geiseln erst in einer zweiten Phase freikommen, über die aber noch gar nicht verhandelt wird. Israel warnte, der Krieg werde noch härter werden, falls die Entführten nicht freikämen. Er wisse nicht, was heute passieren werde, sagte Trump auf Nachfrage einer Journalistin im Weissen Haus. «Wenn es nach mir ginge, würde ich eine sehr harte Haltung einnehmen.» Die Entscheidung liege jedoch bei Israels Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu: «Es hängt davon ab, was Bibi tun wird. Es hängt davon ab, was Israel tun wird», betonte Trump.
Die Hamas hatte zuvor eingelenkt und nach Vermittlungsgesprächen in Ägypten mitgeteilt, sie sei der Umsetzung der Waffenruhe-Vereinbarung mit Israel verpflichtet. Dem Abkommen entsprechend würden heute drei weitere Geiseln freigelassen. Fristgerecht übermittelte die Hamas auch ihre Namen. Sie waren in den Gazastreifen verschleppt worden, als die Hamas und andere Extremisten aus Gaza am 7. Oktober 2023 Israel überfielen und damit den Krieg auslösten.
Islamisten veröffentlichen Video von Gaza-Geisel
Kurz vor seiner für heute angekündigten Freilassung veröffentlichte die Terrororganisation Palästinensischer Islamischer Dschihad ein Video der Geisel Trufanov. Der 29-Jährige, der auch die russische Staatsbürgerschaft besitzt, ist darin in sportlicher Kleidung zu sehen. Er geht am Meer, hält eine Angel und isst etwas, wirft einen Stein ins Wasser und schreibt einen Brief. Er wirkt äusserlich gesund. Es wurde jedoch nicht mitgeteilt, wann das Video aufgenommen wurde, das offensichtlich suggerieren soll, wie gut er behandelt worden sei.
Die am vergangenen Samstag freigelassenen drei israelischen Geiseln waren hingegen in einem derart schlechten gesundheitlichen Zustand, dass Trump seine ultimative Forderung nach Freilassung aller Geiseln bis heute Mittag erhob. Die drei blassen, abgemagerten und sichtlich geschwächten Männer waren vor der Übergabe an das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) von der Hamas auf einer Bühne vorgeführt worden. Trump hatte wie auch israelische Politiker gesagt, sie erinnerten ihn an Überlebende des Holocausts.
US-Aussenminister Rubio in Israel erwartet
Derweil wird US-Aussenminister Marco Rubio nach seiner Teilnahme an der Münchner Sicherheitskonferenz in Israel erwartet. Weitere Stationen sind Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate. Er rief von Antritt seiner Reise die arabischen Staaten zu eigenen Vorschlägen bezüglich der Zukunft des Gazastreifens auf, nachdem Trump mit seinem Plan zur dauerhaften Umsiedlung der rund zwei Millionen Bewohner in arabische Staaten für Unruhe gesorgt hatte. Nach Trumps Vorstellung soll der verwüstete Gazastreifen unter Kontrolle der USA in eine «Riviera des Nahen Ostens» verwandelt werden.
Trump und Xi in China: Treffen beginnt mit Warnung wegen Taiwan
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Johann Wadephul: UN muss Verantwortung im Iran-Krieg übernehmen
Berlin, 27.04.2026: Krisendiplomatie in New York: Aussenminister Johann Wadephul fordert mehr Einsatz vom UN-Sicherheitsrat im Iran-Konflikt.
O-Ton Johann Wadephul, Aussenminister
«Die UN müssen jetzt ihrer Verantwortung gerecht werden, insbesondere der Sicherheitsrat. Kriege und Konflikte schwelen, und wir sehen zum Teil die Unfähigkeit von Staaten, effektive Konfliktlösungsmechanismen in Kraft zu setzen. Insbesondere der Konflikt um den Iran und die blockierte Strasse von Hummus wird ein Thema sein, zu dem ich auch das Wort ergreifen werde im Sicherheitsrat.»
Wadephul fordert, der UN-Sicherheitsrat müsse handlungsfähiger werden: Blockaden, auch durch China und Russland, dürften Lösungen nicht länger verhindern.
Deutschland hofft zudem auf ein UN-Mandat für eine mögliche Mission in der Strasse von Hormus, einer wichtigen Route für die weltweite Energieversorgung.
In New York plant Wadephul Gespräche mit UN-Generalsekretär António Guterres sowie weiteren ranghohen UN-Vertretern und Amtskollegen. Dabei soll es auch um die Zukunft der Vereinten Nationen gehen.
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Einsatz im Mittelmeer: Minenjagdboot wird bald wegen Iran-Krieg verlegt
Das deutsche Minenjagdboot «Fulda» soll schon bald aufbrechen – Verteidigungsminister Boris Pistorius will, dass es schnell geht, sollte demnächst ein Einsatz zur Sicherung der Strasse von Hormus anstehen. Pistorius betont, Voraussetzung für einen Einsatz sei zuallererst ein Ende der Kampfhandlungen im Krieg der USA und Israels mit dem Iran. Zudem erinnert er daran, dass ein solcher Einsatz nur mit einem Mandat des Bundestags möglich sei.
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