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Friedensabkommen Naher Osten: Israel stellt sich gegen Trumps Iran-Deal
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«Für uns nicht bindend»

Israel dreht Trump eiskalt den Rücken zu

Israels Sicherheitsminister Itamar Ben-Gvir will von einem Friedensabkommen nichts wissen. 

Israels Sicherheitsminister Itamar Ben-Gvir will von einem Friedensabkommen nichts wissen. 

KEYSTONE

Das historische Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran sollte den Nahen Osten beruhigen. Doch noch bevor die Vereinbarung offiziell unterzeichnet ist, stellt sich Israel offen dagegen.

Sven Ziegler
DPA

Sven Ziegler, DPA

15.06.2026, 11:51

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Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Israel will seine Militäroperationen im Libanon trotz des Iran-Abkommens fortsetzen.
  • Sicherheitsminister Itamar Ben-Gvir erklärt, das Abkommen sei für Israel «in keiner Weise bindend».
  • Donald Trump kritisiert gleichzeitig Israels jüngste Angriffe im Libanon ungewöhnlich deutlich.
  • Der US-Präsident macht zudem klar, dass ein Scheitern der Atomgespräche neue Militärschläge nach sich ziehen könnte.
Zusammenfassung erstellt mitmyAi

Das zwischen den USA und dem Iran vereinbarte Rahmenabkommen sollte eigentlich den Grundstein für eine umfassende Beruhigung der Region legen. Nach Angaben des Vermittlers Pakistan sieht die Vereinbarung eine sofortige Einstellung der Kampfhandlungen an allen Fronten vor – ausdrücklich auch im Libanon.

Doch genau dort zeichnet sich bereits Widerstand ab.

Israels Sicherheitsminister Itamar Ben-Gvir machte am Montag deutlich, dass seine Regierung sich nicht an die Vereinbarung gebunden fühlt. «Wir sind eine unabhängige und souveräne Nation», schrieb er auf der Plattform X. Israel sei «kein Partner dieses Abkommens» und werde sich von Vereinbarungen, die die eigene Sicherheit nicht garantierten, nicht einschränken lassen.

ההסכם של טראמפ אינו מחייב אותנו. ישראל לא כפופה לארצות הברית ואנחנו מדינה עצמאית וריבונית!

חובתנו לאזרחי ישראל לחיילי צה״ל ולעם היהודי וחובתנו ההיסטורית לנרדפים ולנרצחים היהודים באלפי שנות גלות, להעניק ביטחון ליהודים בארץ ישראל.

בכל פעם שנכנענו ללחץ בינלאומי על חשבון ביטחון…

— איתמר בן גביר (@itamarbengvir) June 15, 2026

Auch Verteidigungsminister Israel Katz schlug laut Al Jazeera in dieselbe Kerbe. Israel werde sich nicht aus den besetzten Gebieten im Südlibanon zurückziehen. Sollte der Iran Israel wegen der Entwicklungen im Libanon angreifen, werde man zurückschlagen.

Damit geraten die Hoffnungen auf eine rasche Befriedung der Region bereits wenige Stunden nach Bekanntwerden des Deals unter Druck.

Trump kritisiert Israel ungewöhnlich scharf

Bemerkenswert ist vor allem die Reaktion von Donald Trump. Der US-Präsident hatte die jüngsten israelischen Angriffe auf Ziele in Beirut bereits am Sonntag öffentlich kritisiert.

Auf seiner Plattform Truth Social schrieb Trump, ein solcher Angriff hätte «nie stattfinden dürfen». Besonders ärgerte ihn offenbar der Zeitpunkt: Der Angriff erfolgte kurz vor dem Abschluss des Abkommens mit dem Iran.

Noch deutlicher wurde Trump in einem Telefonat mit der «New York Times». Darin bezeichnete er Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu als «einen sehr schwierigen Typ».

Zugleich machte Trump klar, dass Israel seiner Ansicht nach von den amerikanischen Bemühungen profitiert habe. «Er sollte uns sehr dankbar sein», sagte Trump laut der Zeitung über Netanjahu. Denn ohne das Eingreifen der USA wäre die Lage für Israel deutlich gefährlicher geworden. «Wenn der Iran eine Atomwaffe hätte, dann wäre Israel keine zwei Stunden mehr da.»

Atomstreit bleibt grösste Baustelle

Trotz der Einigung bleiben die schwierigsten Fragen ungelöst. Das Rahmenabkommen enthält noch keine definitive Regelung für das iranische Atomprogramm – jenes Thema also, das von den USA und Israel stets als Hauptgrund für den Krieg genannt wurde.

«Netanjahu ist ein sehr schwieriger Typ.»

Donald Trump

Trump kündigte gegenüber der «New York Times» an, dass die kommenden Verhandlungen sicherstellen müssten, dass der Iran «keine Atomwaffe entwickeln oder erwerben kann». Die Urananreicherung müsse dauerhaft auf einem Niveau bleiben, das keine militärische Nutzung ermögliche.

Gleichzeitig drohte der Präsident mit Konsequenzen, falls die Gespräche scheitern sollten. Dann könnten die USA ihre Militärschläge wieder aufnehmen oder dauerhaft eine dominante Sicherheitsrolle in der Region übernehmen.

Frieden bleibt fragil

Während Länder wie Katar, Kuwait, Deutschland, Frankreich und Grossbritannien das Abkommen als wichtigen diplomatischen Durchbruch feiern, zeigt die Reaktion Israels, wie fragil die Einigung tatsächlich ist.

Der Deal zwischen Washington und Teheran mag stehen. Ob daraus tatsächlich Frieden entsteht, entscheidet sich aber nicht nur in Genf oder Teheran – sondern auch in Beirut und Jerusalem.