PolitikIsrael will erstmals verurteilte Attentäter ausweisen
SDA
10.2.2026 - 20:33
ARCHIV - Männer arbeiten im Jahr 2024 an einem Ort in Tel Aviv, wo ein Anschlag stattgefunden hat. Foto: Ilia Yefimovich/dpa
Keystone
Israel hat erstmals zwei verurteilten Attentätern die Staatsbürgerschaft entzogen und ihre Ausweisung beschlossen. Die beiden Männer, die finanzielle Unterstützung von der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) erhalten haben sollen, hätten Angriffe auf israelische Zivilisten verübt, teilte das Büro von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu mit. Das Parlament in Jerusalem hatte vor drei Jahren ein Gesetz gebilligt, das eine solche Ausweisung ermöglicht. Es wird nun zum ersten Mal umgesetzt.
Keystone-SDA
10.02.2026, 20:33
SDA
Kritiker monieren, das Gesetz widerspreche internationalem Recht, weil es Menschen staatenlos mache.
Netanjahu habe die Aberkennung der Staatsbürgerschaft der beiden sowie auch deren Ausweisung unterzeichnet, hiess es in der Mitteilung weiter, und: «Viele weitere werden folgen.» Früheren Angaben zufolge wurden Ausweisungsverfahren gegen Hunderte Menschen eingeleitet.
Berichte: Betroffene werden in den Gazastreifen abgeschoben
Israelischen Medien zufolge handelt es sich bei den beiden Betroffenen um israelische Araber, die wegen ihrer Taten zu langen Haftstrafen verurteilt worden waren. Demnach werden beide in den Gazastreifen abgeschoben – ein bereits aus der Haft entlassener Mann umgehend, ein weiterer nach Verbüssung seiner Gefängnisstrafe. Das Gesetz sieht eine Abschiebung in palästinensisch kontrollierte Gebiete vor.
Vor allem seit Beginn des Gaza-Kriegs gibt es verstärkt Anschläge auf Israelis. Die meisten Anschläge werden allerdings von Palästinensern aus dem Westjordanland verübt, die keine Israelis sind. Im Westjordanland wiederum gibt es zugleich verstärkt Gewalttaten radikaler israelischer Siedler gegen Palästinenser.
Am 13. Januar 2026 ziehen Beamte der Einwanderungspolizei ICE eine Frau in Minneapolis, Minnesota, aus ihrem Wagen und verhaften Aliya Rahman.
15.01.2026
Trump und Xi in China: Treffen beginnt mit Warnung wegen Taiwan
Chinas Staatschef warnt Trump vor Konflikt um Taiwan. Zum Auftakt des Besuchs von US-Präsident Donald Trump macht der chinesische Staatschef Xi klar, dass die Taiwan-Frage die Beziehung zwischen seinem Land und den USA in eine «äusserst gefährliche Lage bringen» könnte. Ob und was Trump auf Xis Äusserungen entgegnet hat, ist nicht bekannt. Die USA spielen in Bezug auf Taiwan eine wichtige Rolle – unter anderem, weil sie trotz grosser Kritik Pekings Taiwan mit Waffen beliefern.
14.05.2026
Johann Wadephul: UN muss Verantwortung im Iran-Krieg übernehmen
Berlin, 27.04.2026: Krisendiplomatie in New York: Aussenminister Johann Wadephul fordert mehr Einsatz vom UN-Sicherheitsrat im Iran-Konflikt.
O-Ton Johann Wadephul, Aussenminister
«Die UN müssen jetzt ihrer Verantwortung gerecht werden, insbesondere der Sicherheitsrat. Kriege und Konflikte schwelen, und wir sehen zum Teil die Unfähigkeit von Staaten, effektive Konfliktlösungsmechanismen in Kraft zu setzen. Insbesondere der Konflikt um den Iran und die blockierte Strasse von Hummus wird ein Thema sein, zu dem ich auch das Wort ergreifen werde im Sicherheitsrat.»
Wadephul fordert, der UN-Sicherheitsrat müsse handlungsfähiger werden: Blockaden, auch durch China und Russland, dürften Lösungen nicht länger verhindern.
Deutschland hofft zudem auf ein UN-Mandat für eine mögliche Mission in der Strasse von Hormus, einer wichtigen Route für die weltweite Energieversorgung.
In New York plant Wadephul Gespräche mit UN-Generalsekretär António Guterres sowie weiteren ranghohen UN-Vertretern und Amtskollegen. Dabei soll es auch um die Zukunft der Vereinten Nationen gehen.
28.04.2026
ICE-Agenten zerren Frau aus ihrem Auto
Trump und Xi in China: Treffen beginnt mit Warnung wegen Taiwan
Johann Wadephul: UN muss Verantwortung im Iran-Krieg übernehmen