«Beleidigung und Hohn» Italienisches Brandopfer erhält 70'000-Franken-Rechnung – Meloni putzhässig

Dominik Müller

21.4.2026

Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni kritisiert die Schweizer Bürokratie.
Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni kritisiert die Schweizer Bürokratie.
Roberto Monaldo/LaPresse/AP/dpa

Die Spitalrechnung eines Crans-Montana-Brandopfers bringt Unruhe zwischen Italien und der Schweiz. Die Familie des Jugendlichen zeigte sich irritiert über die Summe. Giorgia Meloni spricht von einer «Beleidigung».

Dominik Müller

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  • Die Familie eines 16-jährigen Opfers der Brandkatastrophe in Crans-Montana erhielt eine Spitalrechnung über 70'000 Franken.
  • Die Behörden sprechen von einem Versehen, nachdem die Familie intervenierte.
  • Italiens Premierministerin Giorgia Meloni kritisierte den Vorfall scharf als «Beleidigung» und «Hohn».

Eigentlich ist es eine Nicht-Meldung: Ein Schweizer Spital informiert einen italienischen Patienten über die entstandenen Behandlungskosten, geschuldet wird der Betrag aber nicht. Trotzdem veranlasste dies Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni zu einer empörten Reaktion. 

Der Grund: Beim betroffenen Patienten handelt es sich um ein 16-jähriges Opfer der Brandkatastrophe von Crans-Montana VS. Dessen Familie erhielt für einen rund 15-stündigen Aufenthalt im Spital Sitten eine Forderung von rund 70'000 Franken. Dabei hatte der Kanton Wallis zugesichert, die Behandlungskosten der Verletzten zu übernehmen.

Im Schreiben stand zwar, dass es sich um eine reine Informationsmitteilung handle und der Betrag nicht bezahlt werden müsse. Doch allein der Erhalt des Dokuments löste Unverständnis aus.

Meloni spricht von «Beleidigung»

Die Familie reagierte umgehend und wandte sich über den italienischen Botschafter in Bern an die Behörden. Diese stellten klar, dass die Rechnung irrtümlich ausgestellt worden sei.

Nach der Verunsicherung um hohe Spitalrechnungen für italienische Opfer der Brandkatastrophe von Crans-Montana beschwichtigt der Kanton Wallis. Die Behörden stellen klar, dass die betroffenen Familien die Kosten nicht selbst tragen müssen.

«Die im Spital Wallis erbrachten Leistungen gehen nicht zulasten der Familien», teilte die Dienststelle für Gesundheitswesen am Dienstag der Nachrichtenagentur Keystone-SDA auf Anfrage mit. Sie bestätigte damit frühere Angaben der italienischen Nachrichtenagentur Ansa.

Daraufhin äussert sich am Dienstag Meloni: Sie schreibt von einer «Beleidigung» und einem «Hohn, wie ihn nur unmenschliche Bürokratie hervorbringen kann». Zwar sei ihr bestätigt worden, dass es sich um ein Versehen handle, dennoch verlangte sie weitere Aufmerksamkeit für den Fall. Es wäre «abscheulich», wenn solche Kosten am Ende den Opfern oder Italien belastet würden.

Das Spital Wallis hatte vergangene Woche drei italienischen Familien Kopien von Spitalrechnungen zugestellt. Die Beträge für die Behandlung von drei Verletzten am 1. Januar liegen zwischen 17'000 und 66'800 Franken. Sie sorgten bei den Betroffenen für grosse Verunsicherung.

Um die Lage weiter zu klären, telefonierte der Walliser Staatsratspräsident Mathias Reynard (SP) am Montagabend mit dem italienischen Botschafter in der Schweiz, Gian Lorenzo Cornado. Ein Treffen ist für Freitag im Wallis geplant, um offene Fragen zu klären und Missverständnisse - insbesondere rund um den Versand der Rechnungen - auszuräumen.


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