Junge und muslimische Frauen neu im US-Parlament

SDA/sob

7.11.2018

Bezeichnet sich selbst als «Sozialistin»: Alexandria Ocasio-Cortez, mit 29 Jahren die jüngste Frau, die je im US-Kongress sass.
Bild: Keystone

Gleich zwei muslimische Frauen sitzen künftig im US-Repräsentantenhaus. Beide gehören der demokratischen Partei an. Auch die mit 29 Jahren jüngste Frau, die je im Kongress sass, ist Demokratin.

Eines haben die Kongresswahlen in den USA eindrücklich gezeigt: Frauen und eine jüngere Generation drängen an die Macht. Zumindest auf der Seite der Demokraten – weniger auf der Seite der Republikaner.

So zieht etwa die hispanische Demokratin Alexandria Ocasio-Cortez ins Repräsentantenhaus ein. Mit 29 Jahren wird die selbsternannte demokratische Sozialistin die jüngste Frau, die jemals in den Kongress gewählt wurde.

Erstmals sind zudem muslimische Frauen in den US-Kongress gewählt worden: Rashida Tlaib (42) aus dem Bundesstaat Michigan und Ilhan Omar (36) aus Minnesota ziehen beide für die Demokraten in das Repräsentantenhaus ein.

Eine «Chancenlose» gewinnt

Tlaib war in ihrem Wahlbezirk ohne republikanischen Gegenkandidaten angetreten. Omar setzte sich gegen die republikanische Bewerberin Jennifer Zielinski durch, der Meinungsforscher keine Chancen eingeräumt hatten. Omar übernimmt den Sitz von Keith Ellison, der der erste Muslim im Repräsentantenhaus in Washington war.

Gewinner und Verlierer bei den Midterm-Wahlen

Tlaib stammt aus Detroit, ihre palästinensischen Eltern waren in die USA eingewandert. 2008 war sie als erste muslimische Frau in das Repräsentantenhaus von Michigan gewählt worden. Die Mutter von zwei Kindern setzt sich unter anderem dafür ein, das von Präsident Donald Trump erlassene Einreiseverbot für Menschen aus bestimmten muslimischen Ländern aufzuheben. Tlaib schreibt auf ihrer Webseite: «Ich bin eine stolze muslimische Frau und wir müssen uns jedem Versuch der Republikaner widersetzen, uns zu spalten, indem sie einzelne Gruppen für ihre diskriminierende Politik aussondern.»

«Wege zur Einbürgerung aufzeigen»

Omar stammt aus Somalia. Ihre Familie floh vor dem Bürgerkrieg in dem Land, als sie acht Jahre alt war. Die Familie lebte zunächst in einem Flüchtlingslager in Kenia, bevor sie 1997 in die USA kam. 2016 wurde die Mutter von drei Kindern als erste muslimische Amerikanerin aus Somalia in das Repräsentantenhaus in Minnesota gewählt. Omar setzt sich für eine liberale Migrationspolitik ein, die Trump verschärfen möchte. Sie schreibt auf ihrer Webseite: «Statt Einwanderer als Kriminelle zu behandeln, müssen wir sie in unserem Land willkommen heissen und ihnen Wege zur Einbürgerung aufzeigen.»

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