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Jutta Schulz verschwand vor 12 Jahren spurlos.
Screenshot ZDF
Seit April 2014 fehlt von Jutta Schulz jede Spur. Nach einem Aufruf bei «Aktenzeichen XY» melden sich nun mehrere Zeugen. Einige wollen die Vermisste sogar in jüngerer Vergangenheit lebend gesehen haben.
Zwölf Jahre lang fehlt von Jutta Schulz jede Spur. Keine Nachricht, kein Anruf, keine Bewegung auf ihrem Konto. Freunde der Frau aus Sachsen-Anhalt gingen deshalb davon aus, dass ihr etwas Schreckliches zugestossen sein könnte.
Nun kommt plötzlich Bewegung in den rätselhaften Vermisstenfall.
Nach einem Aufruf in der ZDF-Sendung «Aktenzeichen XY» meldeten sich 15 neue Zeuginnen und Zeugen bei der Polizei. Einige von ihnen wollen Schulz sogar in jüngerer Vergangenheit lebend gesehen haben.
Unter den Anrufern befindet sich eine frühere Freundin der Vermissten. Sie kannte Schulz aus der Zeit, in der diese verschwand, hatte sich bislang aber nicht bei den Ermittlern gemeldet.
Die Frau soll nun Hinweise zu möglichen Aufenthaltsorten gegeben haben. Die Polizei prüft, ob sich daraus neue Verbindungen ergeben.
Besonders brisant sind weitere Meldungen: Mehrere Zeugen wollen Schulz erkannt und noch vor nicht allzu langer Zeit gesehen haben. Zudem gingen Hinweise zu einem bisher unbekannten Liebhaber ein.
Ob die Sichtungen glaubwürdig sind und tatsächlich die Vermisste zeigen, ist offen.
Jutta Schulz verschwand am 7. April 2014. Die damals 41-Jährige war zwischen Thale in Sachsen-Anhalt und Köln unterwegs und arbeitete als Barkeeperin und Fotomodell.
Kurz vor ihrem Verschwinden soll sie Streit mit ihrem Partner gehabt haben. Gleichzeitig habe sie einen neuen Mann kennengelernt und sich frisch verliebt. Zudem soll sie eine Tasche mit Kleidern gepackt haben.
Für die Ermittler ergaben sich daraus zwei mögliche Szenarien: Schulz könnte Opfer eines Verbrechens geworden sein. Oder sie verliess ihr bisheriges Leben freiwillig und begann unter einer anderen Identität von vorne.
Die zweite Theorie erinnert an Schulz’ Lieblingsfilm «Eat Pray Love». Darin lässt die von Julia Roberts gespielte Hauptfigur nach einer Trennung ihr altes Leben hinter sich und bricht zu einer Reise auf.
Auch Schulz könnte von einem Neuanfang geträumt haben. Die gepackte Tasche, der Streit mit ihrem Partner und der neue Mann würden zu dieser Theorie passen.
Doch mehrere Punkte sprechen dagegen.
Schulz nahm nach ihrem Verschwinden kein Geld mehr von ihrem Konto. Sie meldete sich bei keiner vertrauten Person und liess ihren Rottweiler Arno zurück. Freunde waren überzeugt, dass sie ihren geliebten Hund niemals freiwillig verlassen hätte.
Eine Leiche wurde nie gefunden. Deshalb kann die Polizei bis heute weder ein Verbrechen noch ein freiwilliges Verschwinden ausschliessen.
Sollte Schulz tatsächlich unter einem anderen Namen leben, könnte sie anhand ihrer Tätowierungen erkannt werden. Auf dem Bauch trägt sie den ägyptischen Sonnengott Re, auf der linken Schulter das Auge des Re.
Nun müssen die Ermittler die neuen Aussagen überprüfen. Erst dann wird sich zeigen, ob die Hinweise tatsächlich zu Jutta Schulz führen – oder ob der Fall weiterhin ungelöst bleibt.