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Katholische Messe in protestantischer Genfer Kathedrale St-Pierre

za, sda

5.3.2022 - 22:04

In Genf wurde zum ersten Mal seit fast 500 Jahren eine katholische Messe in der Kathedrale St-Pierre gefeiert, die seit 1535 eine Hochburg des Protestantismus ist. Rund 1500 Menschen nahmen am Samstagabend an dem Ereignis teil.
Keystone

In Genf ist zum ersten Mal seit fast 500 Jahren eine katholische Messe in der Kathedrale St-Pierre gefeiert worden, die seit 1535 eine Hochburg des Protestantismus ist. Rund 1500 Menschen nahmen am Samstagabend an dem Ereignis teil.

za, sda

5.3.2022 - 22:04

Die protestantische Kirche in Genf hatte 2020 die römisch-katholische Kirche eingeladen, eine Messe in St-Pierre zu feiern, aber die Zeremonie war wegen der Corona-Pandemie zweimal verschoben worden.

Seit der Genfer Reformation hatte in der Kathedrale keine Messe mehr stattgefunden. Am Samstag war St-Pierre voll, und einige Gläubige mussten draussen bleiben.

«Gegenseitiges Vertrauen»

«Der Kirchenrat ist sich bewusst, dass er ein Ereignis mit sehr starker Symbolik schafft», sagte sein Präsident Daniel Pilly vor der Versammlung. «Eine Messe nach 486 Jahren ist eine bedeutsame Geste. Wir freuen uns, diesen Schritt tun zu können», betonte er und erinnerte an die «fruchtbare ökumenische Zusammenarbeit» zwischen den beiden Kirchen und «das gegenseitige Vertrauen».

Für Pilly ist die Kathedrale St. Pierre der Ort aller Christen in Genf: «Das Evangelium verbindet, aber wir behalten unsere Identität», sagte er. Abbé Pascal Desthieux teilte diese Ansicht: «Ihre Kathedrale ist die Mutterkirche unseres Kantons», sagte er und begrüsste, dass sich die Beziehungen zwischen Katholiken und Protestanten verändert haben: «Das bedeutet nicht, dass wir verschmelzen.»

Gebet für die Ukraine

Das Datum der Messe war der Beginn der Fastenzeit, einer Zeit der Busse. Die Zeremonie wurde durch den Aschenritus gekennzeichnet. Pfarrer Emmanuel Rolland legte die Asche auf die Stirn von Abbé Pascal Desthieux und dieser wiederum auf Rolland.

Die Zeremonie, die auch ein Gebet für den Frieden in der Ukraine beinhaltete, dauerte fast zwei Stunden und wurde mit starkem Applaus bedacht. Die Gläubigen verliessen den Ort, nachdem sie den Segen erhalten hatten.

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