«Meine Kinder werden sich nicht an mich erinnern»Kennedy-Enkelin Tatiana Schlossberg ist unheilbar an Krebs erkrankt
Noemi Hüsser
23.11.2025
Tatiana Schlossberg im Jahr 2023 – da wusste die Enkelin von John F. Kennedy noch nichts von ihrer Leukämie-Erkrankung.
Keystone
Tatiana Schlossberg, Tochter von Caroline Kennedy, hat eine tödliche Krebserkrankung öffentlich gemacht. Ein persönlicher Bericht offenbart nicht nur ihre Ängste als Mutter, sondern auch Kritik an ihrer eigenen Familie.
Tatiana Schlossberg, Enkelin von John F. Kennedy, hat in einem Essay ihre unheilbare Krebserkrankung öffentlich gemacht, die kurz nach der Geburt ihrer Tochter im Mai 2024 diagnostiziert wurde.
Trotz intensiver Behandlungen blieb die Krankheit resistent. Ihr bleibt vermutlich nur noch etwa ein Jahr Lebenszeit.
In ihrem Text kritisiert sie zudem die Gesundheitspolitik ihres Cousins Robert F. Kennedy Jr., der als Gesundheitsminister massive Kürzungen in der medizinischen Forschung verantwortete.
Tatiana Schlossberg, die Tochter von Caroline Kennedy und Edwin Schlossberg, hat öffentlich gemacht, dass sie unheilbar an Krebs erkrankt ist. Das schreibt die Enkelin des ehemaligen US-Präsidenten John F. Kennedy in einem persönlichen Essay im «New Yorker».
Die akute myeloische Leukämie, so die genaue Diagnose, kam im Mai 2024 – nur wenige Stunden nach der Geburt ihrer Tochter. Ihr Arzt hatte Unregelmässigkeiten in ihrem Blutbild festgestellt. Schlossberg war da 34 Jahre alt. «Ich glaubte nicht, dass die Ärzte über mich sprachen. Ich fühlte mich nicht krank. Ich war sogar eine der gesündesten Personen, die ich kannte», schreibt Schlossberg in ihrem Essay.
Sie machte mehrere Chemotherapien, Knochenmarktransplantationen und klinische Studien. Doch die Krankheit kehrte immer wieder zurück. Während ihrer letzten klinischen Studie sagte der Arzt ihr, dass er sie noch ein Jahr lang am Leben halten könne.
Schlossberg schreibt: «Mein erster Gedanke war, dass meine Kinder sich nicht an mich erinnern würden. Mein Sohn hätte vielleicht ein paar Erinnerungen, aber wahrscheinlich würde er sie mit Bildern oder Geschichten verwechseln. Um meine Tochter konnte ich mich nie wirklich kümmern. Ich weiss nicht, ob sie sich daran erinnern wird, dass ich ihre Mutter bin, wenn ich nicht mehr da bin.»
Ihr Cousin kürzte die Ausgaben für medizinische Forschung
Schlossberg schreibt auch davon, wie während ihrer Behandlung ihr Cousin Robert F. Kennedy Jr. von US-Präsident Donald Trump zum Gesundheitsminister nominiert wurde. Sie kritisiert, dass er trotz fehlender Erfahrung in Medizin oder dem Gesundheitswesen massive Kürzungen in der medizinischen Forschung und Gesundheitsprogrammen vorgenommen hat – Massnahmen, die auch ihre eigenen Überlebenschancen beeinflussten.
«Mein ganzes Leben lang habe ich versucht, eine gute Schülerin, eine gute Schwester und eine gute Tochter zu sein und meine Mutter nie zu verärgern. Jetzt habe ich ihrem Leben, dem Leben unserer Familie, eine neue Tragödie hinzugefügt. Und ich kann nichts tun, um das aufzuhalten», schreibt Schlossberg. Sie wolle nun so viel Zeit wie möglich mit ihren Kindern verbringen: «Manchmal rede ich mir ein, dass ich mich für immer daran erinnern werde. Auch noch, wenn ich tot bin.»