Gefahr für Nachbarländer

Kims Atomtest-Gelände soll eingestürzt sein

uri mit Material von sda und dpa

25.4.2018

Kim Jong Un besichtigt mit Wissenschaftlern und Militärs eine Atomwaffe an einem unbekannten Ort.
Kim Jong Un besichtigt mit Wissenschaftlern und Militärs eine Atomwaffe an einem unbekannten Ort.
Keystone

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un verkündete vergangenen Samstag völlig überraschend den vorläufigen Stopp seiner Atom- und Raketenversuche. Chinesische Wissenschaftler meinen, der Berg in dem die Tests durchgeführt werden, sei kollabiert. Sogar für die Nachbarländer könne das zu einer Gefahr werden.

Zwei verschiedene chinesische Wissenschaftler-Teams bestätigten der «South China Morning Post» aus Hongkong, Satellitenaufnahmen und seismographische Messungen hätten ergeben, dass das Testgelände nach insgesamt fünf Nuklear-Detonationen schwer beschädigt worden sei.

Nachdem im letzten Herbst die stärkste der nordkoreanischen Wasserstoffbomben in einem Tunnel gezündet worden sei, der sich rund 700 Meter unter dem Gipfel des Berges Mantapsan befunden habe, sei der Berg nun an einer Stelle in sich zusammengebrochen. Hier sei ein Krater mit einem Durchmesser von 200 Meter sichtbar. Auch sei ein grösserer Teil des Bergrückens abgebrochen.

Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass durch die Risse und Löcher im schwer beschädigten Berg radioaktiver Staub entweichen könne, der sich womöglich bis in die Nachbarländer und damit auch nach China ausbreite. Es sei sogar denkbar, dass im Berg eine Art Kamin entstanden sei, durch den radioaktives Material aus dem Zentrum des Berges in die Erdatmosphäre gesogen werde.

Kim hatte den Stopp seiner Atomversuche nach Berichten staatlicher Medien unter anderem mit der Vollendung des nordkoreanischen Atomprogrammes begründet. Dieser «grosse Sieg» mache weitere Tests unnötig. Das Land könne sich jetzt auf den wirtschaftlichen Aufbau konzentrieren, hiess es aus Pjöngjang. Nach Meinung der chinesischen Wissenschaftler könnte der wahre Grund auch sein, dass Nordkorea das Geld für den Ausbau eines neuen Testgeländes fehlt.

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