Verschleppte Töchter frei Deutsche stellen sich mit gesuchten Kindern in Paraguay

dpa

9.6.2022 - 20:12

Das deutsche Paar wanderte im November 2021 mit den beiden Kindern ohne Zustimmung ihrer jeweiligen Ex-Partner nach Paraguay aus.
Das deutsche Paar wanderte im November 2021 mit den beiden Kindern ohne Zustimmung ihrer jeweiligen Ex-Partner nach Paraguay aus.
Bild: dpa

Ein deutsches Paar verschleppte ihre Töchter aus erster Ehe nach Paraguay – mehrere Monate tauchten sie unter. Nun haben sie zur Polizei begeben. Die beiden Kinder sollen in Kürze nach Deutschland zurückkehren.

9.6.2022 - 20:12

Die monatelange Suche nach den zwei deutschen Mädchen in Südamerika ist erfolgreich zu Ende gegangen. Das wegen Kindesentziehung in Paraguay gesuchte deutsche Auswanderer-Paar hat sich am Donnerstag nach Angaben von Anwälten der Polizei gestellt. «Jetzt ist alles in Ordnung. Die Suche ist zu Ende. Die Flucht ist zu Ende», hiess es in einem Schreiben des Anwalts Stephan Schultheiss in Paraguay. «Jetzt sind alle glücklich.»

Anwalt Stephan Schultheiss sagte der Deutschen Presse-Agentur, er habe sich an einem nicht genannten Ort mit dem mit zwei Mädchen in Südamerika untergetauchten Paar aus Deutschland getroffen. Eine Bestätigung der Behörden in Paraguay gab es zunächst nicht.

Schultheiss und dessen Partner Ingo Bott aus Düsseldorf vertreten die Eltern der gesuchten Kinder, die zehn und elf Jahre alt sind. Sie hatten zuvor bestätigt, dass sich das Paar wohl den paraguayischen Behörden stellen werde. Schultheiss zufolge ist in Kürze eine Rückkehr mit den Töchtern nach Deutschland geplant.

Das Paar sei freiwillig vor Polizei und Staatsanwaltschaft erschienen und habe die Kinder übergeben. Die zehn und elf Jahre alten Mädchen befänden sich jetzt in der Obhut der paraguayischen Behörden.

Landesweite Fahndung

Die paraguayische Polizei veröffentlichte Bilder der Geflüchteten mit Beamten und dem Anwalt. Die Zeitung «ABC Color» zitierte den Polizeikommissar Mario Vallejos mit den Worten: «Das gewünschte Ziel wurde erreicht.» Offensichtlich gehe es den Mädchen gut. «Aber wir werden sie dennoch einer medizinischen Untersuchung unterziehen.»

Der Vater des einen Mädchens und die Mutter des anderen Mädchens sind in zweiter Ehe miteinander verheiratet und waren im November vergangenen Jahres mit den beiden Kindern ohne die Zustimmung ihrer jeweiligen Ex-Partner nach Paraguay ausgewandert.

Gegen das Paar liegt nach Angaben der paraguayischen Staatsanwaltschaft ein über die internationale Polizeibehörde Interpol verbreiteter Haftbefehl vor. Zuletzt hatte es den Anwälten zufolge «fruchtbare Gespräche gegeben», die Mutter des einen und der Vater des anderen Mädchens, die aus Essen und München kommen, hätten mit ihren Kindern telefonieren können. Nun soll es auch bald zum Wiedersehen kommen.

dpa