Der Sonderzug des Kreml-ChefsKosmetiksalon, Fitnessstudio und Hamam – so luxuriös reist Putin
tchs
5.7.2023
Wie geleakte Dokumente offenlegen, reist Wladimir Putin mit seinem Sonderzug ausgesprochen luxuriös.
Bild:Imago
Russlands Präsident Wladimir Putin bevorzugt als Reisemittel seinen Sonderzug. Wie geleakte Dokumente nun zeigen, verfügt dieser unter anderem über ein türkisches Bad – und ein Beatmungsgerät.
tchs
05.07.2023, 20:30
tchs
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Geleakte Dokumente zeigen Details aus dem Inneren des Sonderzugs von Wladimir Putin.
So finden etwa ein Kosmetiksalon, ein Fitnessstudio und ein Hamam im Inneren des Zuges Platz, aber auch medizinisches Gerät.
Die Leaks stammen vom Londoner Dossier Center, dem Recherchebüro desKremlkritikers Michail Chodorkowskij.
Der Kreml-Chef reist bevorzugt mit der Bahn: Von Wladimir Putin ist bekannt, dass er den Zug dem Flugzeug vorzieht. Nun geben interne geleakte Dokumente Einblicke in die Reisegewohnheiten der russischen Präsidenten.
Bislang kannte man Putins Sonderzug nur von aussen, doch nun veröffentlichte das Londoner Dossier Center, das Recherchebüro von Kremlkritiker Michail Chodorkowskij, Bilder und Pläne aus dem Inneren des Sonderzugs. Den Dokumenten zufolge wurde der Zug für 6,8 Millionen Rubel renoviert, neben einem Fitnessstudio und einem Kosmetiksalon soll er nun sogar ein türkisches Bad, Hamam genannt, enthalten.
Zwischen Beatmungsgerät und Haut-Verjüngung
Im Fitnessstudio sollen sich neben Gewichten und Geräten auch eine Hantelbank, eine Stufenplattform und eine Gymnastikmatte befinden. Der Kosmetiksalon soll sich direkt daneben befinden und verfügt sowohl über Spezialgeräte zur Haut-Verjüngung durch Hochfrequenz-Wellen oder Vakuumreinigung, als auch über medizinisches Gerät wie einen Defibrillator, eienen Atemwegssauger oder ein Beatmungsgerät. Wie der frühere Angehörige der Präsidentengarde Gleb Karakulow Ende April berichtete, ist Putin bekannt dafür, sich sehr um seine Gesundheit zu sorgen.
Ein Unternehmen für spezielle Bahnwünsche
Doch woher stammen die Unterlagen? Dem deutschen Nachrichtenmagazin «SPIEGEL» zufolge gehören sie der Firma Zirkon Service. Selbige wurde 1994 von Mitarbeitern der Luft- und Raumfahrtindustrie aus der Taufe gehoben. Das Unternehmen wandelte sich von einem Anbieter von Laborwaggons hin zu einem Spezialisten für individuelle Bahnwünsche - auch für die Wünsche von Kreml-Chef Putin.
Gemeinsam mit einer Gruppe internationaler Medien, darunter unter anderem CNN und die «Süddeutsche Zeitung» hat das Dossier Center die Dokumente ausgewertet. Eine Zusammenfassung ist auf der gemeinsamen Website zu finden.
Arbeiten auch an Wochenende und Feiertagen
Im März 2017 soll der Chef der russischen Eisenbahn, Oleg Belozerov, den Auftrag zum Bau des Zuges demnach persönlich erteilt haben. Auch für den Fortgang der Arbeiten zeichnete Belozerov gemeinsam mit seinen Stellvertretern verantwortlich.
Angeblich waren Arbeiter sieben Tage die Woche und sogar an Feiertagen mit dem Umbau des Zuges beschäftigt, teils sollen sie sogar im Drei-Schicht-Betrieb gewerkelt haben.
Drei Lokomotiven ziehen den Sonderzug
Gleich drei Lokomotiven ziehen den Zug, für den Fall eines Ausfalls. Lediglich die Kommunikationsantennen, die auf den Dächern angebracht sind, weisen auf die Besonderheit der Waggons hin. Von aussen betrachtet fällt Putins Fortbewegungsmittel im Vergleich zu «normalen» Zügen kaum auf, es ist ebenso rot-grau lackiert.
Die gepanzerten Wände sieht man natürlich nicht. Sie sollen laut den Dokumenten auch bei Minustemperaturen noch vor dem Beschuss von Kalaschnikow-Sturmgewehren sowie Scharfschützengewehren schützen. Dies gilt zumindest für die Bereiche des Sicherheits- und Begleitpersonals. Inwiefern Putins persönliche Abschnitte gesichert sind, geht aus den Dokumenten nicht hervor.