InternationalKriege befeuern Klimakrise – Beim Militär klafft Datenlücke
SDA
13.11.2025 - 17:25
ARCHIV - Israelische Panzer sind in einem Bereitstellungsraum nahe der Grenze zum Gazastreifen im Süden Israels geparkt. Foto: Ohad Zwigenberg/AP/dpa/Symbolbild
Keystone
Die weltweite Aufrüstung und Kriege wie in Gaza, der Ukraine und im Sudan befeuern auch die Klimakrise – doch müssen die Treibhausgase aus dem Militärsektor Stand jetzt nicht an die Vereinten Nationen gemeldet werden. Diese Ausnahmeregelung müsse ein Ende haben, forderte die Expertin Elly Kinney vom britischen Observatorium für Konflikt und Umwelt auf der Klimakonferenz in Brasilien. Es müsse verpflichtende Meldungen an die UN geben. «Wir können diese blinde Stelle im Klimaschutz nicht länger hinnehmen.»
Keystone-SDA
13.11.2025, 17:25
SDA
Das Militär ist nach ihren Worten schätzungsweise für 5,5 Prozent der jährlichen Treibhausgase rund um den Planeten verantwortlich. Wenn das Militär der Welt ein einzelnes Land wäre, hätte es den viertgrössten CO2-Fussabdruck aller Staaten.
So viel wie 120 Millionen Benzinautos
Kinney verwies auf Schätzungen von Forschern, dass allein die Emissionen durch die Zerstörung, Räumung und den Wiederaufbau des Gazastreifens bis zu 31 Millionen Tonnen Kohlendioxid betragen könnten. Das sei mehr als 135 Länder weltweit jeweils allein für sich genommen ausstossen. Und drei Jahre des russischen Angriffskriegs in der Ukraine entsprächen dem Ausstoss, den 120 Millionen Benzinautos in einem Jahr in die Atmosphäre pusten. Sie betonte, man spreche nicht über diese Zahlen, um das menschliche Leid zu verharmlosen. Es gehe darum aufzuzeigen, dass das Leid sogar noch vergrössert werde.
Weiter kritisierte sie, dass die EU- und Nato-Staaten planen, ihre Militärausgaben stark zu erhöhen. Damit würden Treibhausgasemissionen, etwa von Panzern und Jets, auf Jahrzehnte festgelegt. Ein F-35-Kampfjet habe beispielsweise eine durchschnittliche Lebensdauer von etwa 40 Jahren.
Barbara Magalhães Teixeira vom Stockholmer Friedensforschungsinstitut Sipri verwies auf die jüngsten Ergebnisse ihres Instituts, wonach die weltweiten Militärausgaben im Jahr 2024 etwa 2,7 Billionen US-Dollar erreicht haben. «Dies ist der höchste jemals verzeichnete Wert.» Prognosen zufolge könnten sie bis 2030 auf 3,5 bis 5,2 Billionen US-Dollar steigen.
Ukraine-Beratungen in Berlin: An diesem Sonntag wollen aussenpolitische Berater unter anderem der USA, der Ukraine und Deutschlands ihre Gespräche über einen möglichen Waffenstillstand in der Ukraine fortsetzen.
13.12.2025
Ukraine-Treffen am Samstag? Trump unsicher über Teilnahme
«Well, there's a meeting on Saturday»: US-Präsident Donald Trump nennt als Termin für ein mögliches Treffen in Europa zur Befriedung des Ukraine-Kriegs den Samstag. «Am Samstag findet ein Treffen statt, wir werden sehen, ob wir daran teilnehmen oder nicht.» Das sagt Trump am Donnerstag im Weissen Haus – ohne zu erwähnen, mit wem die Gespräche geführt werden.
12.12.2025
Ukraine-Friedensplan: US-Regierung soll Änderungen prüfen
Nach dem Treffen in London: Eine überarbeitete Version des US-Friedensplans für ein Ende des Ukraine-Kriegs soll nach Angaben der Staatsführung in Kiew am Dienstag an Washington übermittelt werden. Diese soll deutlich veränderte Züge tragen. Der von der US-Regierung ausgearbeitete Friedensplan sei inzwischen von 28 auf 20 Punkte gekürzt worden, teilte Präsident Wolodymyr Selenskyj mit. Er sagt dazu: «Die offen Ukraine-feindlichen Positionen wurden herausgenommen.»
10.12.2025
Ukraine-Beratungen am Sonntag in Berlin
Ukraine-Treffen am Samstag? Trump unsicher über Teilnahme
Ukraine-Friedensplan: US-Regierung soll Änderungen prüfen