«Noch nie erlebt» Kuh flieht vor dem Schlachthof – und findet Zuflucht bei einer Schafherde

Lea Oetiker

13.11.2025

Die Kuh «Mücke» konnte sich vor dem Schlachthof retten. (Symbolbild)
Die Kuh «Mücke» konnte sich vor dem Schlachthof retten. (Symbolbild)
Friso Gentsch/dpa

Die zur Schlachtung bestimmte Kuh «Mücke» nutzte ihre Chance zur Flucht – und fand Zuflucht bei einer Schafherde. Nach wochenlangem Streifen durch die Wälder lebt sie nun sicher auf einem Gnadenhof in Deutschland.

Redaktion blue News

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  • Die Kuh «Mücke» entkam auf dem Weg zum Schlachthof und streifte wochenlang allein durch die Wälder.
  • Schliesslich schloss sie sich einer Schafherde an, mit der sie sich überraschend gut verstand.
  • Nach ihrer Betäubung übernahm ein Tierschutzverein die Ausreisserin, die nun auf einem Gnadenhof lebt.

Die Kuh «Mücke» sollte eigentlich geschlachtet werden. Doch als ihr Besitzer sie zur Metzgerei im hessischen Beckargemünd, in Deutschland, bringen wollte, gelang ihr die Flucht. Wochenlang streifte sie allein durch die Wälder, bis sie schliesslich Anschluss an eine Schafherde fand. Darüber berichteten mehrere Medien.

Schäfer Alfons Gimber versuchte zunächst, die entlaufene Kuh «Mücke» mit einem Zaun einzufangen. Doch das widerspenstige Tier liess sich nicht stoppen, durchbrach die Absperrung und schloss sich kurzerhand den rund 200 Schafen an.

Als die Herde weiterzog, endete «Mückes» Freiheit vorerst

«Sie hat die Schafe beschnuppert, sich unter sie gemischt und scheint sich pudelwohl zu fühlen – sie verhält sich inzwischen fast wie ein Schaf. Und auch die Herde hat sie problemlos aufgenommen», sagte Gimber der Rhein-Neckar-Zeitung. «So etwas habe ich in all den Jahren noch nie erlebt.»

Als die Schafherde weiterzog, endete «Mückes» Freiheit vorerst. Auf einer Weide wurde die Kuh betäubt und zu ihrem Besitzer zurückgebracht. Der wollte die Ausreisserin jedoch nicht behalten – und so übernahm der Tierschutzverein Rüsselheim, der bereits rund 2000 Tiere betreut.

«Wegen der wirtschaftlichen Lage mussten wir erst überlegen», sagte die Vorsitzende Doris Rauh. Sie entschied: «Komm, die eine Kuh macht es jetzt auch nicht fett, die nehmen wir.» Jetzt grast «Mücke» auf dem Gnadenhof im hessischen Alsfeld – weit weg vom Schlachthof.


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