Expeditionsleiter besorgt Lawine geht nahe Mount-Everest-Basecamp nieder – eine Frau stirbt

Lea Oetiker

13.5.2026

Ein Video zeigt eine Lawine, die in der Nähe des südlichen Basecamps am Mount Everest talwärts rauscht.
Ein Video zeigt eine Lawine, die in der Nähe des südlichen Basecamps am Mount Everest talwärts rauscht.
Screenshot Instagram

Nahe des südlichen Basecamps am Mount Everest hat sich am Montag eine ungewöhnlich grosse Lawine gelöst. Ein Expeditionsleiter zeigt sich besorgt.

Lea Oetiker

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Nahe des südlichen Basecamps am Mount Everest ging am Montag eine ungewöhnlich grosse Lawine ab.
  • Der Expeditionsleiter sorgt sich wegen der Sicherheit und der verspäteten Fixierung der Seile.
  • Trotz genauer Wettervorhersagen und Vorbereitung sieht er die Lage dieses Jahr kritischer als sonst.

Am Montag ist in der Nähe des südlichen Basecamps am Mount Everest eine Lawine abgegangen. Laut dem Expeditionsleiter, der sich auf Instagram dazu äusserte, sei ein Ereignis dieser Grössenordnung direkt beim Camp seit Jahren nicht mehr vorgekommen.

«Als Expeditionsorganisator ist meine oberste Pflicht immer die Gewährleistung der Sicherheit. Nicht nur die der Teilnehmer, sondern auch die unseres Sherpa-Teams», schreibt der Expeditionsleiter unter das Video auf Instagram. Doch in diesem Jahr fühle sich diese Verantwortung «schwerer an als je».

Der Grund dafür ist unter anderem, dass das Befestigen der Seile am Berg länger dauert als geplant. Diese Seile sind wichtig, weil sich die Bergsteiger daran festhalten, um sicher auf den Gipfel zu kommen. Wenn diese Arbeiten verzögert werden, bleibt den Alpinisten weniger Zeit im Jahr, um den Everest überhaupt zu besteigen – das sogenannte «Gipfelzeitfenster» wird also kleiner.

Ausserdem ist diese Klettersaison besonders stark belastet. Laut seinem Beitrag hat die nepalesische Regierung bereits jetzt etwa 496 Genehmigungen für Besteigungen des Mount Everest vergeben. 

So viele Bergsteiger gleichzeitig sorgen für mehr Andrang, längere Wartezeiten an schwierigen Stellen und insgesamt höhere Belastung für die Infrastruktur am Berg.

Expeditionsleiter blickt zurückhaltend auf die Saison

Trotz der angespannten Situation habe man sich intensiv vorbereitet. So würden mittlerweile Wetterdaten aus fünf verschiedenen Quellen ausgewertet, um möglichst präzise Prognosen zu erhalten. Normalerweise habe ihm diese Art der Vorbereitung Sicherheit gegeben, schreibt er.

In diesem Jahr aber überwiege die Vorsicht. Die Kombination aus unruhiger Wetterlage, logistischen Verzögerungen und der hohen Zahl an Bergsteigern lasse ihn deutlich zurückhaltender auf die laufende Saison blicken.

Eine Frau durch Lawine getötet

Beim Lawinenunglück ist eine 53-jährige US-amerikanische Bergsteigerin ums Leben gekommen, wie mehrere Medien berichteten. Die Frau wurde am Montag während ihres Abstiegs vom Makalu erfasst, dem fünfthöchsten Berg der Welt mit einer Höhe von 8485 Metern.

Nach Angaben des Expeditionsveranstalters «Expedition Himalaya» ereignete sich das Unglück «kurz unterhalb von Lager 3» in rund 7200 Metern Höhe. Die Bergsteigerin hatte den Gipfel zuvor erfolgreich erreicht und war gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten sowie zwei nepalesischen Bergführern unterwegs.

Rettungsmassnahmen blieben ohne Erfolg. Die genaue Ursache der Lawine ist noch unklar.

Bereits zuvor kamen vier Personen am Berg ums Leben

Die Tragödie reiht sich in eine Serie tödlicher Unfälle in dieser Saison ein: Bereits zuvor kamen im Himalaya ein 38-jähriger Bergsteiger aus Tschechien sowie drei nepalesische Bergführer ums Leben.

Der Makalu gilt als einer der technisch anspruchsvollsten Achttausender. Der Berg liegt im Osten von Nepal nahe der Grenze zu China und ist bekannt für seine steilen, exponierten Routen und extremen Wetterbedingungen.


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