Vater kämpft um sein LebenDeutsche Familie stirbt nach Mahlzeit in Türkei-Ferien – vier Verdächtige festgenommen
dpa
14.11.2025 - 08:48
Die Familie war zu Besuch in Istanbul. (Symbolbild)
Onur Dogman/SOPA Images via ZUMA Press Wire/dpa
Familienferien in der Türkei enden tödlich: Zwei Kinder aus Hamburg und ihre Mutter sind in Istanbul an einer mutmasslichen Lebensmittelvergiftung gestorben. Die türkischen Behörden haben Streetfood-Verkäufer festgenommen.
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14.11.2025, 08:48
14.11.2025, 13:11
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Zwei Kinder (3 und 6) aus Hamburg und ihre Mutter sterben in Istanbul an einer mutmasslichen Lebensmittelvergiftung.
Die Familie hatte zuvor gefüllte Muscheln und Ofenkartoffeln gegessen.
Behörden schliessen ein Lokal im Stadtteil Besiktas, die Ermittlungen laufen.
In der Türkei kommt es während den Ferien einer deutschen Familie zum Drama. Zwei Kinder und ihre Mutter sterben, der Vater kämpft um sein Leben.
Laut Berichten reiste die vierköpfige Familie aus Hamburg am Sonntag nach Istanbul. Drei Tage später klagten alle über starke Übelkeit und Erbrechen. Die Eltern und ihre beiden Kinder – drei und sechs Jahre alt – wurden am Mittwoch in ein Spital gebracht. Nach kurzer Behandlung durften sie die Klinik wieder verlassen.
Zurück im Hotel verschlechterte sich der Zustand der Familie jedoch rapide. Mutter und Tochter wurden laut der Agentur Anadolu bewusstlos in ihrem Zimmer aufgefunden. Alle vier kamen erneut ins Spital – doch für die beiden Kinder kam jede Hilfe zu spät. Kurz darauf verstarb auch die Mutter. Nur der Vater überlebte und wird weiterhin stationär behandelt.
Türkische Behörden haben nun vier Verdächtige festgenommen. Das teilte der türkische Justizminister Yilmaz Tunc auf der Plattform X mit. Ihnen werde fahrlässige Tötung vorgeworfen, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu. Laut dem Staatssender TRT handelt es sich um Verkäufer von Süssigkeiten, gefüllten Muscheln und einem Gericht aus Kalbsdärmen (Kokorec).
İstanbul’da bir otelde konaklayan 4 kişilik ailenin rahatsızlanarak zehirlenme şüphesiyle hastaneye kaldırılmasının ardından 2 çocuk ve annenin vefat ettiği, babanın tedavisinin halen sürdüğü olayla ilgili İstanbul Cumhuriyet Başsavcılığınca başlatılan soruşturma titizlikle…
Der Vater, die Mutter, der sechsjährige Sohn und die dreijährige Tochter waren am Sonntag nach Istanbul gereist und hätten dann das getan, was für Tausende Touristen in Istanbul zum Standardprogramm gehört: Streetfood essen. Besonders gefüllte Muscheln und gefüllte Kartoffeln werden im Zentrum der Metropole an zahlreichen Orten verkauft.
Die Familie aus Hamburg soll am Dienstag um die Mittagszeit in den Stadtteil Ortaköy gefahren sein. Das habe der Vater der Familie ausgesagt, bevor er intubiert wurde, berichtet die Zeitung «Sabah». Dort hätten sie bei einem fliegenden Händler gefüllte Muscheln und in einem anderen Laden dann Suppe und Kokorec gegessen, ein traditionelles türkisches Streetfood-Gericht aus Kalbsdärmen.
Auf dem Rückweg ins Hotel im Stadtteil Fatih hätten sie noch Lokum – eine türkische Süssigkeit – und Wasser eingekauft. Andere Medien berichteten, die Familie habe etwa auch Kumpir (gefüllte Kartoffeln) verzehrt.
Laut Justizminister Tunc wurden Proben an den Orten entnommen, an denen die Familie gegessen hatte. Türkische Behörden hatten zuvor einen Laden im Stadtteil Besiktas schliessen lassen. «Der Betrieb, von dem angenommen wird, dass er den Vorfall verursacht hat, wurde von den zuständigen Einheiten unserer Gemeinde zum Schutz der öffentlichen Gesundheit und Sicherheit auf unbestimmte Zeit versiegelt», zitierte die Zeitung «Cumhuriyet» die Stadtteilverwaltung.