EstlandLitauen: Ostseestaaten wollen Sabotage mit Schiffen vereiteln
SDA
30.12.2024 - 20:03
Öltanker «Eagle S» vor Porkkalanniemi, Kirkkonummi, im Finnischen Meerbusen, neben dem finnischen Schlepper Ukko. Foto: Jussi Nukari/Lehtikuva/dpa
Keystone
Nach dem Ausfall des Unterseekabels Estlink 2 wollen die baltischen und nordischen Staaten die Überwachung von Schiffsbewegungen in der Ostsee verstärken.
Keystone-SDA
30.12.2024, 20:03
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Die Länder arbeiten nach Angaben von Litauens Regierungschef Gintautas Paluckas an einem Aktionsplan, um den Schutz der Energieinfrastruktur sicherzustellen. Verfolgt werden soll etwa, wo Schiffe manövrieren und welche Risiken dies mit sich bringe, sagte er litauischen Medienberichten zufolge nach einer Regierungssitzung in Vilnius. Zum Einsatz kommen sollen dabei auch technische Mittel.
Litauen selbst wird nach der Beschädigung von Estlink 2 zusätzliche Massnahmen zur Überwachung ergreifen, wie Energieminister Zygimantas Vaiciunas ankündigte. Die Regierung in Vilnius hatte zuvor bereits Anfang Dezember beschlossen, dass die Sicherheitsbehörden von 2025 an mehrere Objekte stärker schützen werden, die für die Energieversorgung des baltischen EU- und Nato-Landes wichtig sind.
Die Stromleitung Estlink 2 zwischen Estland und Finnland war in der Vorwoche unterbrochen worden. Die finnischen Behörden vermuten Sabotage und setzten den unter der Flagge der Cookinseln fahrenden Öltanker «Eagle S» fest. Dessen Anker könnte den Schaden am Kabel verursacht haben. Das Schiff gehört laut EU zur russischen Schattenflotte. Über Weihnachten wurden zudem Störungen an Kommunikationskabeln in der Ostsee bekannt.
Hohe volkswirtschaftliche Kosten
In Litauen und anderen Ostsee-Anrainerstaaten herrscht erhöhte Wachsamkeit und Alarmbereitschaft wegen möglicher Sabotageakte, nachdem es zuletzt mehrfach zu Ausfällen und Störungen von Stromkabeln, Gaspipelines und Telekommunikationsverbindungen gekommen war. Paluckas betonte, dass auch Offshore-Windparks besondere Aufmerksamkeit erforderten und die Beschädigung von Stromkabeln Volkswirtschaften aufgrund höherer Preise pro Kilowattstunde «Dutzende bis Hunderte Millionen Euro» kosten könne.
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