Protest gegen Aufenthaltsregelung der EU: LKW-Fahrer aus dem Balkan blockieren Grenzübergänge
Seit dem 26. Januar protestieren Transportunternehmen aus dem Balkan. Hunderte Lastwagen blockieren die Grenzübergänge zur EU. Grund dafür ist die rigorose Umsetzung eines EU-Ein- und Ausreiseverbots.
29.01.2026
Seit dem 26. Januar protestieren Transportunternehmen aus dem Balkan. Hunderte Lastwagen blockieren die Grenzübergänge zur EU. Grund dafür ist die rigorose Umsetzung eines EU-Ein- und Ausreiseverbots.
Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen
- Lastwagenfahrer vom Balkan protestieren gegen die strikte Anwendung der EU-Aufenthaltsregel, die maximal 90 Tage Aufenthalt in 180 Tagen erlaubt.
- Durch neue digitale Grenzkontrollen werden Aufenthaltszeiten genau erfasst, was vermehrt zu Abschiebungen von Fahrern wegen Überschreitungen führt.
- Transportunternehmen beklagen wirtschaftliche Schäden, während die EU-Kommission Gespräche mit Partnerländern und Lösungsansätze ankündigt.
Hunderte Lastwagen blockieren Grenzübergänge zwischen der EU und verschiedenen Balkanländern. Die unbefristete Aktion richtet sich gegen die zunehmend strikte Durchsetzung einer Aufenthaltsregelung der EU.
Diese bestimmt, dass sich Nicht-EU-Bürger aus europäischen Ländern nur 90 Tage innerhalb eines 180-Tage-Zeitraums im Gebiet der EU aufhalten dürfen. Lastwagenfahrer, die nahezu täglich zwischen ihren eigenen und den EU-Ländern hin- und herfahren, können diese Regel kaum einhalten.
Regel besteht seit Längerem
Die Regel besteht seit Längerem, wurde aber früher gegenüber Lastwagenfahrern und Pendlern nicht umgesetzt. Die Lage änderte sich, seitdem die EU-Grenzorgane einreisende Nicht-EU-Bürger an den Aussengrenzen computergestützt registrieren und somit ihre genaue Aufenthaltsdauer erfassen.
Frächterverbände aus dem Balkan klagen, dass in den letzten Monaten Hunderte Lastwagenfahrer aus der Region in Deutschland und anderen EU-Ländern wegen Überschreitung der zulässigen Aufenthaltsdauer polizeilich angehalten und wie irregulär eingereiste Migranten abgeschoben wurden.
«90 Tage in sechs Monaten reichen schlicht nicht aus», sagte Nedjo Mandic vom serbischen Verband der Transportunternehmen zum serbischen Fernsehsender N1. «In dieser Zeitspanne können unsere Fahrer nicht ausreichend Geld verdienen, wir können unsere Kosten nicht decken und sind gezwungen, den Betrieb einzustellen.»
Ein Sprecher der EU-Kommission sagte in Brüssel, die Union sei sich der Sorgen bewusst, die die Transportunternehmen der Balkanregion zum Ausdruck bringen. «Wir beobachten die Lage genau und sind mit unseren Partnern in der Region in Kontakt», fügte er hinzu. Bemühungen, um Abhilfe zu schaffen, seien im Gange.
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