254 Millionen Franken EinnahmenLondon will Tourismusgebühr einführen
Lea Oetiker
24.11.2025
London zählt mit rund 89 Millionen Übernachtungen im Jahr 2024 zu den meistbesuchten Städten der Welt.
Julia Kilian/dpa
London denkt über eine neue Tourismusabgabe nach. Bürgermeister Sadiq Khan zeigt sich offen für den Schritt, der Städten erstmals eigene Einnahmen aus dem Reiseverkehr erlauben könnte.
Der Londoner Bürgermeister Sadiq Khan zeigt sich offen für die Einführung einer Touristenabgabe, sobald ein neues Gesetz lokale Entscheidungen ermöglicht.
Eine Studie zufolge könnten fünf Prozent Zusatzkosten jährlich bis zu 240 Millionen Pfund (rund 254 Millionen Franken) einbringen.
Mehrere Bezirke unterstützen das Vorhaben, doch eine endgültige Entscheidung steht noch aus.
Der Londoner Bürgermeister Sadiq Khan hat sich offen für die Einführung einer Touristenabgabe gezeigt. Wie die BBC berichtet, wäre dies dank des neuen britischen Gesetzesentwurfs «English Devolution and Community Empowerment Bill» erstmals möglich. Das Vorhaben soll die Entscheidungsfreiheit lokaler Behörden ausweiten.
London zählt mit rund 89 Millionen Übernachtungen im Jahr 2024 zu den meistbesuchten Städten der Welt. Befürworter einer Abgabe betonen, sie könne zusätzliche Einnahmen schaffen, ohne den Tourismus zu bremsen. Eine Analyse des Thinktanks Centre for Cities zeigt laut BBC, dass bereits ein Aufschlag von fünf Prozent bis zu 240 Millionen Pfund jährlich einbringen könnte (rund 254 Millionen Franken).
Mehrere Londoner Bezirke, darunter Westminster, Southwark und Brent, unterstützen das Konzept. Vor allem Westminster verweist auf die Kosten durch Millionen von Tagesgästen. Bezirkschef Adam Hug sagte, eine Übernachtungsabgabe könne die finanzielle Last gerechter verteilen.
In anderen Ländern bereits Realität
In anderen Ländern ist die Abgabe längst etabliert: Schottland erlaubt Kommunen eigene Modelle, in Wales soll ab 2026 eine fixe Gebühr von 1,30 Pfund pro Nacht gelten. Auch Metropolen wie New York, Tokio, Paris und Mailand erheben bereits Tourismussteuern.
Noch ist keine Entscheidung gefallen. Khan betonte, eine moderate Abgabe könne das Wachstum fördern und Londons internationale Wettbewerbsfähigkeit sichern.