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Alexander Lukaschenko (l.) und Wladimir Putin (r.)
KEYSTONE
Belarus-Präsident Alexander Lukaschenko sorgt mit ungewöhnlichen Aussagen zum Ukraine-Krieg für Aufsehen. Der langjährige Verbündete von Wladimir Putin hält einen militärischen Sieg für unrealistisch und entschuldigt sich sogar bei Wolodymyr Selenskyj für frühere Angriffe.
Alexander Lukaschenko gehört seit Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine zu den engsten Verbündeten von Kremlchef Wladimir Putin. Umso grösser ist die Aufmerksamkeit für Aussagen, die der belarussische Machthaber nun in einem Interview mit dem arabischen Sender Al Arabiya machte.
Darin erklärte Lukaschenko, weder Russland noch die Ukraine könnten den Krieg auf militärischem Weg gewinnen. Beide Seiten litten inzwischen unter einem Mangel an Soldaten. Deshalb brauche es Kompromisse und neue Verhandlungen, um den inzwischen mehr als vier Jahre dauernden Konflikt zu beenden.
«Wenn Senekslyj beleidigt war, dann entschuldige ich mich für diese Worte»
Besonders bemerkenswert waren seine Worte an den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. Wie die staatliche Nachrichtenagentur Belta berichtet, entschuldigte sich Lukaschenko für frühere scharfe Angriffe auf den ukrainischen Staatschef. «Wenn Wolodymyr Alexandrowitsch beleidigt war, entschuldige ich mich für diese Worte», sagte er. Gleichzeitig fügte er hinzu, Selenskyj müsse seinerseits vorsichtiger auftreten und Belarus nicht provozieren.
Lukashenko admits:
— Clash Report (@clashreport) June 15, 2026
We have said many times that it is absolutely unacceptable for the war between Ukraine and Russia to spill over onto the territory of Belarus.
Belarus is highly vulnerable militarily, and we recognize this reality, so we have no desire to engage in war.… pic.twitter.com/EBA8Bkpkne
Von Belarus gehe keine Gefahr für die Ukraine aus, beteuerte Lukaschenko. Kiew müsse keine Angriffe von belarussischem Gebiet befürchten. Er verwies darauf, dass ein direkter Kriegseintritt seines Landes erhebliche Risiken mit sich bringen würde. Belarus sei militärisch verwundbar, die Bevölkerung lehne einen Krieg ab, und eine neue Front entlang der mehr als 1500 Kilometer langen Grenze würde die Lage zusätzlich verschärfen.
Lukaschenko argumentierte zudem, dass die Ukraine nicht über genügend Soldaten verfüge, um zusätzliche Kräfte an die Grenze zu Belarus zu verlegen. Das eigentliche Problem des Krieges sei inzwischen der Personalmangel auf beiden Seiten. «Die Menschen sind ausgegangen», sagte er in dem Interview.
Lukashenko on Zelensky:
— Clash Report (@clashreport) June 15, 2026
As for my criticism of Zelensky, well, maybe I went too far somewhere, but it was a response. A response to his inappropriate statements: “We have 500 targets! We know where Lukashenko is; we'll hit him tomorrow with missiles and drones.”
I remained… pic.twitter.com/TegQTPLNPB
Der belarussische Präsident äusserte sich auch grundsätzlich skeptisch gegenüber militärischen Lösungen. Weder im Ukraine-Krieg noch im Konflikt zwischen Israel und Iran gebe es einen militärischen Ausweg. Die offenen Fragen könnten nur am Verhandlungstisch gelöst werden.
Gleichzeitig hielt Lukaschenko an seiner bisherigen Darstellung fest, wonach Russland auf dem Schlachtfeld langsam vorankomme. Die russischen Streitkräfte würden Schritt für Schritt Geländegewinne erzielen, während die Ukraine vor allem unter Personalmangel leide. Einen schnellen Sieg für Moskau sieht jedoch auch er nicht mehr.
Die Aussagen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem die Spannungen entlang der Grenze zwischen Belarus und der Ukraine wieder zunehmen. Ukrainische Militärvertreter hatten zuletzt vor möglichen russischen Aktivitäten von belarussischem Gebiet aus gewarnt. Lukaschenko weist solche Befürchtungen zurück und betont, sein Land wolle nicht in den Krieg hineingezogen werden.