Macron verteidigt Saudi-Arabien-Reise gegen Kritik

SDA

3.12.2021 - 18:00

Emmanuel Macron, Staatspräsident von Frankreich, hält eine Rede. 
Bild: Keystone

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat vor einer Saudi-Arabien-Reise und einem Treffen mit Kronprinz Mohammed bin Salman den Vorwurf zurückgewiesen, das Land nach der Ermordung des Journalisten Jamal Khashoggi damit wieder salonfähig zu machen.

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3.12.2021 - 18:00

Es gehe nicht um eine Rehabilitation oder ein Billigen, sagte Macron am Freitag in Dubai. Wie könne man dem Libanon helfen oder Frieden und Stabilität im Nahen Osten sichern, wenn man sage, man rede nicht mit Saudi-Arabien, dem bevölkerungsreichsten und wichtigsten Golfstaat? «Das heisst nicht, dass ich gutheisse und vergesse und das wir keine anspruchsvollen Partner sind», sagte Macron.

Auch den Vorwurf, als erster Staatschef von Rang nach dem Khashoggi-Mord nach Saudi-Arabien zu reisen, wies Macron zurück. Im vergangenen Jahr habe Saudi-Arabien das G20-Treffen organisiert, an dem alle Staatschefs teilgenommen hätten. «Wir sind eine grosse Nation, die im Orchester der Nationen mitwirken muss.»

Streitfall Khashoggi-Ermordung 

Khashoggi war am 2. Oktober 2018 im saudischen Konsulat in Istanbul von einem Spezialkommando aus Riad getötet worden. Die Führung des islamisch-konservativen Königreichs war danach scharfer Kritik ausgesetzt. Die Regierung in Riad räumte den Mord erst auf internationalen Druck hin ein. Nach einem Ende Februar 2021 veröffentlichten Bericht des US-Geheimdienstes hatte der Kronprinz den Einsatz zur Gefangennahme oder Tötung Khashoggis genehmigt. Saudi-Arabien wies dies als falsch zurück.

Macron war am Freitag zu Beginn eines zweitägigen Besuchs in den Vereinigten Arabischen Emiraten, Katar und Saudi-Arabien nach Dubai gereist. In Saudi-Arabien wird er am Samstag erwartet.

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