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Migrationskrise in Ceuta: Laut spanischer Regierung sind die meisten irregulären Migrant:innen nach Marokko zurückgekehrt.
STR/AP/dpa
Die Migrationskrise in der spanischen Nordafrika-Exklave Ceuta scheint sich zu entspannen. Die meisten irregulären Migrant:innen sind nach Angaben der spanischen Regierung nach Marokko zurückgekehrt - freiwillig, wie es heisst.
Die meisten der seit Donnerstag in die spanische Exklave Ceuta gekommenen irregulären Migrant:innen sind nach Angaben der Regierung wieder nach Marokko zurückgekehrt. Das Innenministerium in Madrid bezifferte die Zahl der irregulär über die Grenze gekommenen Menschen am Freitag auf etwa 50.000. Davon seien bis zum Abend 48.300 freiwillig wieder nach Marokko zurückgekehrt. Hunderte weitere seien noch auf dem Rückweg. Die Regionalregierung von Ceuta sprach von etwa 60.000 angekommenen Personen – das entspricht 70 Prozent der regulären Einwohnerschaft.
Junge Marokkaner, die nach Ceuta gekommen waren, sagten der Nachrichtenagentur AP, sie hätten gehofft, in Spanien bessere Arbeitsmöglichkeiten zu finden. Sie hätten sich aber angesichts des Chaos in der Exklave zur Rückkehr entschlossen. «Zu Hause gibt es nichts. Ich muss Zwölf-Stunden-Schichten für einen mageren Lohn arbeiten. Deshalb bin ich hierhergekommen», sagte der 21-jährige Abdulah Buji, der aus der Stadt Tetouan stammt. «Aber auch hier habe ich keine Möglichkeiten gefunden, also muss ich zurück.»
Der 33-jährige Marokkaner Ahmed Karim sagte, er sei wegen des Mangels an Arbeitsplätzen in seiner Heimat nach Ceuta gekommen. «Viele Menschen wollen nach Europa oder Amerika, aber sie haben keine Möglichkeit dazu», sagte er.
Der Vorsitzende einer Gewerkschaft der Polizeieinheit Guardia Civil, Rachid Sbihi, teilte mit, bei dem massenhaften Grenzübertritt seien mindestens 57 Menschen zu Tode gekommen. Einige Opfer seien ertrunken, andere bei einer Massenpanik getötet worden. In Ceuta hätten Tausende Migranten, darunter unbegleitete Minderjährige, keine Unterkunft und deshalb in Parks oder auf Bürgersteigen geschlafen. Andere seien orientierungslos durch die Strassen gelaufen. «Es ist chaotisch», sagte Sbihi.