Vielsagender Rage Bait Mamdani will arabische Zahlen an Schulen – X-User fallen vom Glauben ab

Philipp Dahm

24.11.2025

Der künftige New Yorker Bürgermeister Zohran Mamdani ist einer bestimmten X-Klientel offenbar suspekt. 
Der künftige New Yorker Bürgermeister Zohran Mamdani ist einer bestimmten X-Klientel offenbar suspekt. 
Bild: Keystone/AP Photo/Evan Vucci

Rage Bait bezeichnet Internet-Inhalte, die gezielt aufregen oder empören sollen, um Reichweite zu generieren. In diesem Fall lässt der Pseudo-Aufreger jedoch tief blicken – und sorgt gleichzeitig für Heiterkeit. Es geht um Zohran Mamdani, der die arabischen Zahlen in allen New Yorker Primarschulen durchsetzen will.

Philipp Dahm

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Brian Krassenstein aus Fort Myers, Florida, legt die X-Gemeinde mit der «Nachricht» herein, dass Zohran Mamdani in allem New Yorker Primarschulen auf die Einhaltung arabischer Zahlen pocht.
  • Gemeint sind die ganz normalen Zahlen von 0 bis 9. Die Reaktionen hat blue News in vier Kategorien unterteilt:
  • Blanke Empörung, Shoot the Messenger, Ungläubigkeit und Spassvögel.

Der Original-Post von Brian Krassenstein wird auf X innerhalb von zwei Tagen mehr als 17,2 Millionen Mal gesehen. «Breaking [News]», beginnt fettgedruckt die Nachricht, die viele in Wallungen bringt.

Denn: «Es wird erwartet, dass Zohran Mamdani von ALLEN New Yorker Primarschülern verlangt, arabische Zahlen zu lernen.» Und weiter: «Als jüdischer Amerikaner unterstütze ich dies immer noch zu 100 Prozent.»

Viele der Kommentatoren begreifen, dass die arabischen Zahlen diejenigen sind, die wir tagtäglich benutzen.

Einige – vor allem Inder – betonen, dass die Zahlen­schreibweise in Indien entwickelt wurde, auch wenn sie auf der Arbeit arabischer Gelehrter basiert.

Und nicht wenige fallen voll auf den Scherz herein.

Kategorie: Blanke Empörung

«Das ist lächerlich», schreibt eine X-Userin über die arabischen Zahlen. «Das Lernen einer anderen Sprache sollte freiwillig sein, keine Forderung.» Ein anderer Kommentator wirft ein, man könne dann auch gleich indische oder thailändische Zahlen lernen.

Beth stöhnt: «Es ist schockierend, dass irgendjemand mit dieser Anforderung einverstanden sein könnte.» Und MAGA Elvis meint: «Heilige Sch***.»**

Grossartig ist diese Konversation: «Nein, sie sollen dafür in den Nahen Osten gehen», schreibt ein User entschieden. Brian Krassenstein antwortet darauf und spielt den Unschuldigen: «Das könnten sie, aber warum sollten sie das tun, wenn man sie auch hier lernen kann?»

Ein weiterer User setzt noch einen drauf und fragt die X-KI Grok, wie man so etwas Dummes posten könne – und es später nicht einmal lösche.

Gar nicht überrascht zeigt sich dieser Herr – weil Mamdani «sich selbst nicht als Amerikaner betrachtet und seine Loyalität woanders liegt». Ausserdem ist er überzeugt: «Arabische Zahlen in der Primarschule zu lehren, trägt nicht zur Förderung der amerikanischen Kultur und Ideale bei und sollte daher nicht gemacht werden.»

Kategorie: Shoot the Messenger!

Dann gibt es jene Kommentatoren, die sauer auf den Überbringer der vermeintlich schlechten Nachricht sind. «Wie wäre es, Kindern erstmal Lesen und Rechnen beizubringen, du Trottel», schleudert ein User Krassenstein entgegen – in typisch schroffem X-Ton.

«Natürlich [unterstützt du Mamdanis Forderung], obwohl Muslime Israel am liebsten vernichten würden», zeigt sich ein anderer fassungslos. Und richtig saftig wird es bei einem User, der sich ausgerechnet Concerned dad nennt – und das Konzept von Zahlen offensichtlich missversteht.

«Amerika hat eine Hauptsprache, und das ist Englisch», weiss der Sorgen-Vater. «Unsere öffentlichen Schulen haben die Aufgabe, unsere Kinder auf Englisch zu unterrichten. FOH [F* Outta Here] mit diesem Sch**** – du bist ein Verräter an deinem Land, Brian.»**

Kategorie: Ungläubigkeit

Krassensteins Post über die arabischen Zahlen wirft Fragen auf. «Warum müssen unsere Kinder das lernen?», klagt einer. Ein anderer ergänzt, die Kleinen könnten doch kaum lesen.

«Wir brauchen das, warum?», fragt er noch. Brian Krassenstein antwortet staubtrocken: «Weil es wichtig für ihre Bildung ist.»

Wieder eine andere Userin erkennt, dass mit den arabischen Zahlen auch der Islam Einzug in die Klassenzimmer hält. Aus diesem Grund sollten «alle Religionen in Schulen gelehrt und erlaubt werden».

Kategorie: Spassvögel

Krassensteins Post regt aber auch dazu an, auf den fahrenden Zug aufzuspringen. «Verflucht, als Nächstes lässt er Schüler den Gregorianischen Kalender benutzen», heisst es hier.

«Das ist so dumm», wütet dieser X-User. «Was kommt als Nächstes, das verdammte lateinische Alphabet?»

Ein Comedy-Kränzchen muss diesem X-User gebunden werden: «Warten Sie nur, bis sie auf die Highschool kommen und man ihnen die Methoden der Terrororganisation Al-Gebra beibringt.»

Sonderbar: Der X-Kanal Polymarket, der sich eigentlich auf Finanz-Themen konzentriert, greift die «Nachricht» auf. «Es wird noch schlimmer», witzelt ein User mit Blick auf die Angst vieler Rechter vor der Trans-Gemeinde: «Er sagt, sie müssten mit nicht-binären Zahlen anfangen.»

Und wie sähe unsere Welt eigentlich ohne arabische Zahlen aus?

Dieser User spielt auf eine Umfrage aus dem Jahr 2019 an, in der sich «LVI Prozent» der Teilnehmenden gegen die arabischen Zahlen ausgesprochen haben.

Also 56 Prozent.

Fazit

Der typische X-Charme dieses Users beschreibt Brian Krassenstein Post ganz gut: «Normalerweise hasse ich es, deine Beiträge zu sehen, aber Leute, die nicht wissen, dass die von uns verwendeten Zahlen arabischen Ursprungs sind, zu rage baiten, ist äusserst witzig.»

Und wie es sich für X gehört, kommt am Ende noch ein Tüpflischisser.

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