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Fischer retteten den völlig entkräfteten Mann aus seiner Lage.
IMAGO/Xinhua
Ein Spaziergang endet für Qin Jianping in einer Katastrophe: Der Chinese stürzt ins Meer und treibt tagelang auf offener See. Ohne Nahrung und fast ohne Hoffnung kämpft er ums Überleben – bis Fischer ihn zufällig entdecken.
Eigentlich wollte Qin Jianping nur einen Abendspaziergang machen. Der 39-Jährige befand sich Ende Mai in den Ferien auf der chinesischen Insel Hainan. Doch der Ausflug nahm ein dramatisches Ende: Auf einem Küstenweg rutschte er laut chinesischen Medienberichten auf einer weggeworfenen Fruchtschale aus und stürzte ins Meer.
Obwohl Qin schwimmen konnte, hatte er gegen Wind und Wellen keine Chance. Immer wieder versuchte er, ans Ufer zurückzukehren. Doch die Strömung zog ihn weiter hinaus auf das offene Meer. Schon am nächsten Morgen war die Küste nicht mehr zu sehen. Zwei vorbeifahrende Schiffe bemerkten ihn nicht.
Nach mehr als 40 Stunden ohne Schlaf und Nahrung gelang es Qin, sich auf eine treibende Boje zu retten. Dort konnte er kurz ausruhen, bevor ihn eine Welle wieder ins Wasser riss. Aus Verzweiflung trank er Meerwasser und später sogar seinen eigenen Urin. Beides verschaffte ihm jedoch kaum Erleichterung.
Am fünften Tag entdeckte er eine weitere Navigationsboje. Zu schwach, um daraufzuklettern, hielt er sich daran fest. In Ritzen des Schwimmkörpers fand er winzige Seekrabben. Er fing Dutzende davon und ass sie roh. Es blieb seine einzige Nahrungsquelle bis zur Rettung.

Qin Jianping nach seiner Rettung im Spital.
IMAGO/Xinhua
Während Qin auf dem Meer ums Überleben kämpfte, suchte seine Familie verzweifelt nach ihm. Freunde meldeten ihn als vermisst, seine Ehefrau reiste nach Hainan und suchte tagelang die Küste ab. Behörden erklärten der Familie, dass die Überlebenschancen nach mehreren Tagen im Meer praktisch gegen null gingen. Seine Frau bereitete sich bereits auf das Schlimmste vor.
Am siebten Tag bemerkten die Fischer Zheng Shizhong und Fu Tingsan einen Mann im Wasser. Als sie näher kamen, fanden sie Qin völlig entkräftet und kaum noch ansprechbar vor. Mit einer langen Stange zogen sie ihn an Bord und brachten ihn zurück ans Festland. Dort warteten bereits Rettungskräfte und Polizei.
Im Krankenhaus stellten Ärzte schwere Dehydrierung, infizierte Wunden und Schäden durch das Trinken von Meerwasser fest. Zudem hatte Qin rund zehn Kilogramm Gewicht verloren. Nach zwei Tagen auf der Intensivstation stabilisierte sich sein Zustand jedoch. Die Ärzte rechnen mit einer vollständigen Genesung.
Nach seiner Entlassung wolle er als Erstes die beiden Fischer besuchen, die ihm das Leben gerettet haben.