PolitikMassenamnestie in Myanmar: Früherer Präsident kommt frei
SDA
17.4.2026 - 09:21
ARCHIV – 16.04.2018, Myanmar, Naypyidaw: Win Myint, Präsident von Myanmar, tanzt am letzten Tag des Neujahrsfestes Thingyan. Foto: Aung Shine Oo/AP/dpa
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Der frühere Präsident von Myanmar, Win Myint, ist im Zuge einer Massenamnestie der Militärjunta überraschend freigelassen worden. Anlass sei das traditionelle Neujahrsfest des Landes, zu dem die Führung fast 4.500 Gefangene begnadigt hat, darunter auch Ausländer, wie staatsnahe Medien berichteten.
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17.04.2026, 09:21
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Win Myint war nach dem Militärputsch am 1. Februar 2021 gemeinsam mit der damaligen Regierungschefin Aung San Suu Kyi festgenommen worden. Später verurteilte ihn ein Gericht wegen angeblicher Vergehen zu mehr als neun Jahren Haft. Auch Friedensnobelpreisträgerin Suu Kyi (80) wurde zu einer langjährigen Haftstrafe verurteilt. Ob es für sie ebenfalls Hoffnung auf eine Freilassung gibt, war zunächst unklar.
Preisgekrönte Filmemacherin ebenfalls frei
Insgesamt wurden rund 4.300 Gefangene sowie 179 ausländische Staatsbürger freigelassen. Vor dem berüchtigten Insein Prison in der grössten Stadt Yangon (früher: Rangun) warteten Hunderte Angehörige auf Nachrichten über ihre inhaftierten Familienmitglieder. Unter den Entlassenen soll sich auch die preisgekrönte Dokumentarfilmerin Shin Daewe (53) befinden, die 2024 zu lebenslanger Haft verurteilt worden war, wie verschiedene Medien in dem Krisenland berichteten.
In den vergangenen Jahren hat die Junta anlässlich wichtiger Feiertage bereits mehrfach Tausende Häftlinge freigelassen. Die jüngste Amnestie erfolgte in einer Phase politischer Umbrüche: Im Dezember und Januar hatten die Generäle eine international umstrittene Parlamentswahl durchführen lassen, aus der wie erwartet die vom Militär unterstützte und faktisch konkurrenzlose «Union Solidarity and Development Party» (USDP) als Sieger hervorging.
Armeechef jetzt Präsident
Anfang April hatte das vom Militär kontrollierte Parlament Armeechef Min Aung Hlaing zum Präsidenten gewählt. Kritiker und internationale Beobachter sehen darin jedoch keinen echten demokratischen Prozess, sondern eine Inszenierung zur Festigung der Militärmacht.
Seit dem Putsch befindet sich Myanmar in einer schweren Krise. Das Militär hatte damals die gewählte Regierung entmachtet, was landesweite Proteste und einen anhaltenden bewaffneten Konflikt auslöste. Seither prägen Gewalt, wirtschaftlicher Niedergang und Widerstand gegen die Junta das Land.
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O-Ton Johann Wadephul, Aussenminister
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