Er entriss dem Täter die Waffe «Betet für mich» – Held von Sydney meldet sich in Videobotschaft

SDA

15.12.2025 - 18:24

Wird wegen einer Schussverletzung im Spital behandelt: Ahmed al Ahmed.
Wird wegen einer Schussverletzung im Spital behandelt: Ahmed al Ahmed.
X/The Resonance

Er stellte sich einem der Attentäter entgegen, wurde angeschossen – und rettete Menschenleben: Ahmed Al Ahmed, ein Obstverkäufer und Vater zweier kleiner Töchter, wird für seinen mutigen Einsatz in Sydney weltweit gefeiert.

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Keystone-SDA, Samuel Walder

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  • Ahmed Al Ahmed, ein 43-jähriger Obstladenbesitzer und zweifacher Vater, überwältigte bei dem Anschlag in Sydney einen der Angreifer und wurde dabei selbst angeschossen.
  • Er wird in Australien als Held gefeiert, eine Spendenaktion für ihn sammelte in kurzer Zeit über 550'000 Australische Dollar.
  • Seine Eltern, erst kürzlich aus Syrien eingereist, äusserten sich voller Stolz über seinen Mut und seine Bereitschaft, anderen das Leben zu retten.

Sein Mut beeindruckt weltweit: Bei dem Mann, der einen der Angreifer von Sydney überwältigt hat, handelt es sich Medienberichten zufolge um Ahmed Al Ahmed, einen 43 Jahre alten Obstladenbesitzer und zweifachen Vater.

Dem australischen Sender ABC zufolge erlitt er Schusswunden in der Schulter und muss mehrfach operiert werden. Bei dem Anschlag auf ein jüdisches Fest am beliebten Strand Bondi Beach starben 16 Menschen, unter ihnen ein Täter.

Al Ahmed hat ABC zufolge zwei Töchter, drei und sechs Jahre alt. Eine Spendenaktion zugunsten des Mannes hat demnach innerhalb von zwölf Stunden mehr als 550'000 Australische Dollar (rund 291'000 Franken) eingebracht. Die Schusswunden soll ihm der zweite Angreifer zugefügt haben, der von einer Brücke aus schoss.

«Betet für mich»

Indessen hat sich der Held von Sydney mit einer Videobotschaft zu Wort gemeldet. Ahmed el Ahmed ist in dem kurzen Clip im Spitalbett zu sehen und wirkt stark erschöpft. «Betet für mich, betet für meine Gesundheit», sagt er. 

Seit 2006 in Australien

Millionenfach in sozialen Netzwerken geklickte Aufnahmen zeigen, wie Al Ahmed einen der beiden Angreifer überwältigt. Er pirscht sich an, umgreift ihn von hinten und entreisst ihm nach einem kurzen Kampf die Waffe. Zunächst richtet er sie auf den am Boden liegenden Angreifer und lässt ihn dann weggehen. Der Entwaffnete dreht sich mehrfach um, als er davon humpelt.

«Mein Sohn ist ein Held», sagte Vater Mohamed Fateh Al Ahmed auf Arabisch dem Sender ABC. Sein Sohn sei seit 2006 in Australien und australischer Staatsbürger. Die Eltern sagten dem Sender, sie seien erst vor einigen Monaten aus Syrien nach Sydney gekommen, wo ihr Sohn lebe.

Vater: «Ich fühle Stolz und Ehre»

Der 43-Jährige sei bei der Polizei gewesen und bei den Zentralen Sicherheitskräften. «Er hat den Drang, Menschen zu beschützen. Als er Menschen am Boden liegen sah und überall Blut, zwangen ihn sein Gewissen und seine Seele sofort dazu, sich auf einen der Terroristen zu stürzen und ihm die Waffe zu entreissen», sagte der Vater. «Ich fühle Stolz und Ehre – denn mein Sohn ist ein Held von Australien.»

Sein Sohn habe mit einem Freund Kaffee trinken wollen, als die beiden die bewaffneten Männer gesehen hätten, erzählte der Vater der Übersetzung des Senders zufolge.

Die Mutter des 43-Jährigen, Malakeh Hasan Al Ahmed, sagte ABC: «Ich bin stolz, dass mein Sohn Menschen geholfen hat, er hat Leben gerettet, Seelen, Gott wird ihm nicht schaden, weil er ein Wohltäter war. Mein Sohn ist schon immer mutig gewesen, er hilft Menschen, so ist er.»

Als dem Angreifer die Munition ausgegangen sei, habe ihr Sohn ihm die Waffe abgenommen, aber er sei getroffen worden. «Wir beten, dass Gott ihn beschützt.» Ahmed Al Ahmed hat laut ABC zwei Brüder – einer von ihnen lebt demnach in Deutschland, der andere in Russland.