Transaktionen im MilliardenwertUS-Justizministerium prüft offenbar möglichen Insiderhandel im Iran-Krieg
dpa
8.5.2026 - 05:25
Prognoseplattform Polymarket: Auch eine lukrative Wette auf den Machtverlust von Nicolás Maduro weckte Insider-Verdacht.
Bild:IMAGO/SOPA Images/Davide Bonaldo
Nutzen Insider ihre Verbindungen zu höchster politischer Ebene aus, um am Ölmarkt riesige Summen zu verdienen? Das Justizministerium will diesem Verdacht nachgehen – zumindest in vier Fällen.
DPA
08.05.2026, 05:25
dpa
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Online-Wettbüros boomen und verdienen seit Monaten viel Geld mit der Unberechenbarkeit der Trump-Regierung.
Nun berichten Medien, dass das US-Justizministerium eine Reihe von verdächtigen Transaktionen auf dem Ölmarkt untersucht, die kurz vor Ankündigungen von Präsident Donald Trump und anderen Regierungsvertretern getätigt wurden.
Dabei geht es offenbar um mindestens vier Geschäfte, bei denen Händler während des Iran-Kriegs mehr als 2,6 Milliarden Dollar auf fallende Ölpreise gesetzt haben sollen.
Die Wetten seien jeweils kurz vor neuen Ankündigungen Trumps oder iranischer Regierungsvertreter platziert worden.
Das US-Justizministerium untersucht Medienberichten zufolge eine Reihe von verdächtigen Transaktionen auf dem Ölmarkt, die kurz vor Ankündigungen von Präsident Donald Trump und anderen Regierungsvertretern getätigt wurden. Dabei gehe es um mindestens vier Geschäfte, bei denen Händler während des Iran-Kriegs mehr als 2,6 Milliarden US-Dollar auf fallende Ölpreise gesetzt hätten, berichteten die US-Sender ABC und NBC unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen.
Die Wetten seien jeweils kurz vor neuen Ankündigungen Trumps oder iranischer Regierungsvertreter platziert worden, hiess es. Auch die für Rohstoffgeschäfte zuständige Bundesbehörde Commodity Futures Trading Commission (CFTC) sei in die Ermittlungen involviert.
Laut ABC News hatten Händler im März mehr als 500 Millionen Dollar auf fallende Ölpreise gewettet, kurz bevor der US-Präsident die Verschiebung von angedrohten Angriffen auf das iranische Stromnetz bekanntgab. Im April gab es drei weitere Transaktionen, die nun untersucht würden:
• Am 7. April setzten Händler demnach 960 Millionen Dollar auf fallende Ölpreise, kurz bevor Trump eine vorübergehende Waffenruhe verkündete.
• Am 17. April wetteten Spekulanten 760 Millionen Dollar auf sinkende Ölpreise, 20 Minuten bevor der iranische Aussenminister Abbas Araghtschi die Öffnung der Strasse von Hormus bekanntgab.
• Am 21. April platzierten Unbekannte 430 Millionen Dollar auf nachgebende Ölpreise, 15 Minuten vor Trumps Ankündigung einer verlängerten Waffenruhe.
Weitere verdächtige Aktivitäten im Visier von Ermittlern
Eine Quelle betonte gegenüber NBC News, dass sich die Ermittlungen noch in einem frühen Stadium befänden und es bislang keine Beweise für strafbares Fehlverhalten gebe.
Neben den aktuellen Untersuchungen wollen die Ermittler in einem separaten Verfahren auch verdächtige Aktivitäten auf Spekulationsplattformen prüfen, die ebenfalls mit dem Iran-Krieg zusammenhängen.
Konflikt in Hormus treibt Gaspreise nach oben
Amsterdam, 20.04.2026: Der Preis für europäisches Erdgas zieht deutlich an. Grund sind neue Spannungen in der Strasse von Hormus: Der Iran hat die angekündigte Öffnung zurückgenommen und geht militärisch gegen Schiffe vor, die Märkte reagierten sofort.
An der Börse in Amsterdam steigt der richtungsweisende TTF-Terminkontrakt für die Lieferung in einem Monat um fast sechs Prozent auf gut 41 Euro je Megawattstunde.
Bereits am Wochenende hatte sich die Lage zugespitzt: Die USA brachten einen iranischen Frachter unter ihre Kontrolle. Teheran sprach von «bewaffneter Seepiraterie» und kündigte Gegenmassnahmen an.
Die Entwicklungen verschärfen die Unsicherheit auf den Energiemärkten weiter.