Zum ersten Mal überhauptMehr Binnenvertriebene durch Gewalt als durch Katastrophen
SDA
12.5.2026 - 10:17
Die sudanesische Binnenvertriebene Safia Abbakar bügelt in ihrem provisorischen Zelt im Lager Al Heshan am Rande von Port Sudan. Foto: Bernat Armangue/AP/dpa
Keystone
Erstmals sind im vergangenen Jahr weltweit mehr Menschen durch Konflikte und Gewalt in ihrem Heimatland vertrieben worden als durch Katastrophen. Das berichtet die renommierte Beobachtungsstelle für Binnenvertriebene (IDMC) in Genf.
Keystone-SDA
12.05.2026, 10:17
12.05.2026, 12:05
SDA
2025 registrierte sie 32,2 Millionen Vertreibungen durch Konflikte und Gewalt, 60 Prozent mehr als im Jahr davor. Fast zwei Drittel davon betrafen den Iran und die Demokratische Republik Kongo. Katastrophen wie Stürme und Überschwemmungen verursachten 29,9 Millionen Vertreibungen, 35 Prozent weniger als im Jahr davor. Dies entspricht nicht der Zahl der Betroffenen. Eine Person kann innerhalb eines Jahres mehrfach vertrieben werden.
Was eine Vertreibung bedeutet
Eine Vertreibung bedeutet, dass jemand wegen der Gefahr aus seinem Haus fliehen musste. Die Beobachtungsstelle erfasst, wer danach im eigenen Land ausserhalb seiner Heimat Zuflucht suchte. Es geht also um Binnenvertriebene, nicht Menschen, die auf der Flucht ihr Land verlassen haben.
Die IDMC wurde vom norwegischen Flüchtlingsrat gegründet. Sie ist für Regierungen und Vereinte Nationen eine der wichtigsten Quellen für Daten, Analysen und Berichte über Binnenflüchtlinge. Sie warnt, dass mangels Geld die Datenlage unzuverlässiger wird.
«Weltweites Versagen»
Insgesamt lebten nach IDMC-Angaben im vergangenen Jahr 82,2 Millionen Menschen nicht in ihren angestammten Dörfern und Städten (2024: 83,5). Das war die zweithöchste je registrierte Zahl. Die IDMC wurde 1998 gegründet. Die meisten Vertriebenen gab es im Sudan, in Kolumbien, Syrien, Jemen und Afghanistan.
Der Generalsekretär des Norwegischen Flüchtlingsrats (NRC), Jan Egeland, prangert ein «weltweites Versagen bei der Konfliktprävention und beim grundlegenden Schutz der Zivilbevölkerung», an. «So kann es nicht weitergehen», warnt er.
Am 13. Januar 2026 ziehen Beamte der Einwanderungspolizei ICE eine Frau in Minneapolis, Minnesota, aus ihrem Wagen und verhaften Aliya Rahman.
15.01.2026
Trump und Xi in China: Treffen beginnt mit Warnung wegen Taiwan
Chinas Staatschef warnt Trump vor Konflikt um Taiwan. Zum Auftakt des Besuchs von US-Präsident Donald Trump macht der chinesische Staatschef Xi klar, dass die Taiwan-Frage die Beziehung zwischen seinem Land und den USA in eine «äusserst gefährliche Lage bringen» könnte. Ob und was Trump auf Xis Äusserungen entgegnet hat, ist nicht bekannt. Die USA spielen in Bezug auf Taiwan eine wichtige Rolle – unter anderem, weil sie trotz grosser Kritik Pekings Taiwan mit Waffen beliefern.
14.05.2026
Johann Wadephul: UN muss Verantwortung im Iran-Krieg übernehmen
Berlin, 27.04.2026: Krisendiplomatie in New York: Aussenminister Johann Wadephul fordert mehr Einsatz vom UN-Sicherheitsrat im Iran-Konflikt.
O-Ton Johann Wadephul, Aussenminister
«Die UN müssen jetzt ihrer Verantwortung gerecht werden, insbesondere der Sicherheitsrat. Kriege und Konflikte schwelen, und wir sehen zum Teil die Unfähigkeit von Staaten, effektive Konfliktlösungsmechanismen in Kraft zu setzen. Insbesondere der Konflikt um den Iran und die blockierte Strasse von Hummus wird ein Thema sein, zu dem ich auch das Wort ergreifen werde im Sicherheitsrat.»
Wadephul fordert, der UN-Sicherheitsrat müsse handlungsfähiger werden: Blockaden, auch durch China und Russland, dürften Lösungen nicht länger verhindern.
Deutschland hofft zudem auf ein UN-Mandat für eine mögliche Mission in der Strasse von Hormus, einer wichtigen Route für die weltweite Energieversorgung.
In New York plant Wadephul Gespräche mit UN-Generalsekretär António Guterres sowie weiteren ranghohen UN-Vertretern und Amtskollegen. Dabei soll es auch um die Zukunft der Vereinten Nationen gehen.
28.04.2026
ICE-Agenten zerren Frau aus ihrem Auto
Trump und Xi in China: Treffen beginnt mit Warnung wegen Taiwan
Johann Wadephul: UN muss Verantwortung im Iran-Krieg übernehmen