Swiss streich mehrere Flüge Gefürchteter Wintersturm zieht über die USA − mehrere Tote

dpa

25.1.2026 - 18:55

Wintersturm trifft US-Ostküste: Stromausfälle und eisige Kälte

Wintersturm trifft US-Ostküste: Stromausfälle und eisige Kälte

Wintersturm trifft US-Ostküste: Klirrende Kälte, Schnee und Eis überziehen grosse Teile der Vereinigten Staaten. Auch New York und Washington DC sind mittlerweile in eine dicke weisse Schicht gehüllt.

25.01.2026

Der Wintersturm, vor dem Wetterdienste und Behörden seit Tagen warnen, hat die USA erreicht. Schnee fällt von Texas im Süden bis New York im Nordosten. Mehr als 1 Million Haushalte sind ohne Strom. Glatteis macht Strassen unpassierbar.

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DPA, Redaktion blue News

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Der seit Tagen erwartete Wintersturm hat die USA erreicht.
  • Vom Bundesstaat Texas im Süden bis New York und Illinois im Norden fällt Schnee. Viele Strassen sind mit Glatteis bedeckt.
  • Über 1 Million Haushalte sind ohne Strom. Die Hälfte der US-Bevölkerung kämpft mit den zunehmenden Folgen des extremen Winterwetters − laut Behörden nahezu 190 Millionen Menschen.
  • In mindestens 18 Bundesstaaten sowie in der Hauptstadt Washington wurde der Notstand ausgerufen, um Ressourcen und Einsatzkräfte zu mobilisieren.

Nach Tagen der Warnungen und Prognosen hat der Wintersturm am Wochenende die USA erreicht. Die starken Schneefälle, Eisglätte und gebietsweise extrem tiefen Temperaturen bringen Chaos auf den Strassen und Stromausfälle mit sich. Die Hälfte der US-Bevölkerung kämpft mit den zunehmenden Folgen des extremen Winterwetters − laut Behörden nahezu 190 Millionen Menschen.

Wie der Independent berichtet, sind in New York City aufgrund starkem Schneefalls und extremer Kälte mindestens fünf Menschen ums Leben gekommen. Bürgermeister Zohran Mamdani bestätigte die Todesfälle, betonte jedoch, dass die genauen Ursachen noch untersucht werden. Zugleich warnte er vor den erheblichen Gefahren der Wetterlage. Für Montag ordnete die Stadt als Vorsichtsmassnahme Fernunterricht an.

Zwei weitere Männer sind infolge des andauernden Wintersturms im Süden der USA ums Leben gekommen. Sie starben an Unterkühlung in der Region Caddo Parish im US-Bundesstaat Louisiana, wie die zuständige Gesundheitsbehörde am Sonntag mitteilte. Das Alter der Männer sei unbekannt.

Indes steigt die Zahl der Stromausfälle kontinuierlich: Landesweit waren in den frühen Stunden des Sonntages bereits mehr als 780'000 Haushalte ohne Strom, wie aus Angaben des Portals poweroutage.us hervorgeht. Mittlerweile sind es über 1 Million Haushalte. Stark betroffen waren Bundesstaaten im Süden und im Mittleren Westen, wo der Sturm am Freitagnachmittag begonnen hatte, darunter Texas, Mississippi und Louisiana.

Während der Sturm weiter in Richtung Osten zieht, stellt das Wetter für Reisende eine grosse Herausforderung dar. Übers Wochenende seien 15'000 Flüge gestrichen worden, berichtet CNN. Ausserdem seien Autobahnen aufgrund gefährlicher Strassenbedingungen teilweise gesperrt. Der Sender berichtete von mehreren Unfällen.

Auch die niedrigen Temperaturen sind bedrohlich: So berichtete der Sender NBC News von gefühlten minus 35 Grad Celsius in Teilen des Landes. Damit sei es ungewöhnlich kalt, selbst für diese Jahreszeit.

Die andauernde Kälte droht auch in den kommenden Tagen Teile des Landes lahmzulegen. Die Behörden riefen die Menschen auf, ihre Wohnungen möglichst nicht zu verlassen und das Auto stehenzulassen.

Mindestens 18 Staaten haben den Notstand ausgerufen, darunter New York, Texas, Georgia, South Carolina, North Carolina, Virginia, Maryland, Louisiana, Arkansas, Tennessee, Alabama, Mississippi und Missouri.

Grossstädte an der Ostküste bereiten sich vor

In Washington waren die Menschen aufgerufen worden, Taschenlampen bereitzulegen und ihre Handys aufzuladen. In New York sollten laut NBC News in allen fünf Bezirken Zentren eröffnet werden, in denen sich Anwohner aufwärmen können.

Medien sprachen von einem «Monstersturm». «Die kommenden zehn Wintertage werden in den Vereinigten Staaten die schlimmsten seit 40 Jahren sein», warnte der Meteorologe Ryan Maue im Onlinedienst X. Stormchaser, die sonst Tornados hinterherjagen, sind jetzt auf der Suche nach dem Winter-Ausnahmezustand – und treffen beispielsweise auf einen Meteorologen, der auf Schlittschuhen zur Arbeit läuft.

30 Zentimeter Schnee in New York City erwartet

Der Sturm sollte Meteorologen zufolge in den Nordosten der USA ziehen und von Washington über New York bis Boston etwa 30 Zentimeter Schnee bringen. Im Norden des Bundesstaates New York sanken die Temperaturen kurz vor Tagesanbruch auf minus 34 Grad Celsius, nachdem es tagelang stark geschneit hatte.

Im Mittleren Westen wurden gefühlte Temperaturen von bis zu minus 40 Grad Celsius gemessen. Bei solchen Temperaturen können innerhalb von zehn Minuten Erfrierungen auftreten. In Bismarck im Bundesstaat North Dakota, wo die gefühlte Temperatur minus 41 Grad Celsius betrug, war Colin Cross am Freitag dick eingepackt in lange Unterhosen, zwei langärmlige Hemden, Jacke, Mütze, Kapuze, Handschuhe und Stiefel, während er eine leerstehende Wohnung in dem Apartmentkomplex ausräumte, in dem er arbeitet. «Ich bin schon eine Weile hier und mein Gehirn hat komplett ausgesetzt», sagte Cross.

 Autos fahren auf einer schneebedeckten Autobahn in Houston.
 Autos fahren auf einer schneebedeckten Autobahn in Houston.
Archivbild: David J. Phillip/AP/dpa

Die US-Regierung versetzte knapp 30 Such- und Rettungsteams in Bereitschaft. Laut der Katastrophenschutzbehörde Fema wurden mehr als sieben Millionen Mahlzeiten, 600’000 Decken und 300 Generatoren in dem Gebiet bereitgestellt, das der Sturm voraussichtlich treffen wird.

Notunterkünfte vorbereitet 

«Millionen Menschen sind von katastrophalen Eis- und Schneeverhältnissen betroffen», schrieb der Sender CNN in der Nacht zum Samstag (Ortszeit). Die US-Medien veröffentlichten Bilder von leer geräumten Supermarktregalen und vorbereiteten Notunterkünften. 

Ein Auto fährt durch starken Schneefall in Lowville im US-Bundesstaat New York. 
Ein Auto fährt durch starken Schneefall in Lowville im US-Bundesstaat New York. 
Archivbild: Cara Anna/AP/dpa

«Das ist eine gefährliche Kombination aus viel Schnee und extrem niedrigen Temperaturen», sagte New Yorks Gouverneurin Kathy Hochul. Mit der Ausrufung des Notstands können die US-Bundesstaaten – falls notwendig – deutlich schneller Hilfsgelder und Personal mobilisieren. Der Sturm werde sich über eine Entfernung von rund 3000 Kilometern von New Mexico im Südwesten aus über das Wochenende bis nach Maine im Nordosten ausbreiten, warnte der Wetterdienst.

Swiss annulliert mehrere Flüge vorsorglich

Die Schweizer Fluggesellschaft Swiss hat angesichts des in den USA erwarteten Wintersturms mehrere Flüge vorsorglich gestrichen. Man beobachte die Situation und werde bei Bedarf weitere Anpassungen am Flugprogramm vornehmen, hiess es am Freitagabend auf Anfrage.

Am Wochenende werde es an mehreren Flughäfen an der US-Ostküste sowie in Kanada zu Verspätungen oder Flugannullierungen kommen, teilte die Swiss weiter mit. Daher wurden für den Samstag zwei Flüge gestrichen, nämlich einer von Zürich nach Chicago sowie einer von Chicago nach Zürich.

Für den Sonntag annullierte die Lufthansa-Tochter zudem drei Flüge nach New York sowie einen Rückflug nach Zürich. Hinzu kommen Flüge von Zürich nach Boston, Newark und Washington D. C. Und auch für den kommenden Montag strich die Swiss fünf Flüge: je einen von New York nach Zürich und Genf, je einen von Newark und Boston nach Zürich sowie einen von Washington nach Zürich.

Insgesamt seien von den Flugstreichungen rund 2600 Passagiere betroffen, hiess es weiter. Man bedauere die Unannehmlichkeiten für die betroffenen Passagiere sehr, teilte eine Swiss-Sprecherin auf Anfrage weiter mit. Die Fluggäste würden direkt informiert und bei Bedarf bei der Umbuchung auf alternative Reiseoptionen unterstützt.