Formel entschlüsselt Mit einem simplen Dreisatz bittet Trump die Schweiz jetzt zur Kasse

Sven Ziegler

3.4.2025

Trump mit seiner grossen Tafel am Mittwoch. 
Trump mit seiner grossen Tafel am Mittwoch. 
IMAGO/Sipa USA

US-Präsident Donald Trump hat neue Strafzölle gegen Dutzende Länder angekündigt. Nun glauben User und Analysten, die zugrundeliegende Berechnungsformel entschlüsselt zu haben. Sie ist überraschend simpel.

Sven Ziegler

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Donald Trump kündigt im Rosengarten massive Zölle gegen zahlreiche Länder an.
  • Für die Schweiz soll ein Zoll von 31 Prozent gelten – als «Rabatt» auf angeblich 61 Prozent.
  • Online-Nutzer und Analysten haben die Formel hinter Trumps Zollpolitik offenbar geknackt.

Mit grossem Auftritt präsentierte US-Präsident Donald Trump am Mittwochabend eine neue Zollstrategie: Im Rosengarten des Weissen Hauses hielt er eine Tafel in die Kameras, auf der er die geplanten Zölle für Dutzende Länder aufführte – darunter auch für die Schweiz.

Wie die Administration zu den jeweiligen Zahlen kam, erklärte Trump nicht. Doch im Internet verdichten sich nun die Hinweise, dass die Berechnungen auf einer simplen Formel basieren.

So steht etwa neben dem Eintrag für die Schweiz: «Tariffs charged to the US: 61 Prozent», also angeblich von der Schweiz erhobene Zölle auf US-Produkte. In der Spalte daneben folgt der Satz: «U.S.A Discounted Reciprocal Tariffs: 31 Prozent». Die «Rabatt-Zölle» sollen nun gegen Schweizer Importe in die USA gelten.

Ein X-Nutzer will die Logik dahinter entschlüsselt haben. Laut seiner Formel ergibt sich der Prozentsatz, wenn man das Handelsdefizit der USA mit einem Land durch die Gesamtimporte aus diesem Land teilt.

Bei der Schweiz lagen diese Zahlen 2024 laut US-Regierung bei 38,5 Milliarden Dollar Defizit und 63,4 Milliarden Dollar Importvolumen. Das ergibt 0,607 – also rund 61 Prozent.

Für die «Discounted»-Zölle scheint die Trump-Regierung dann einfach die Hälfte dieses Wertes zu nehmen – in diesem Fall rund 31 Prozent.

Mindesttarif liegt bei 10 Prozent

Auch Datenanalysten haben die Formel überprüft und kommen bei mehreren Ländern zu deckungsgleichen Ergebnissen. 

Einziger festgelegter Mindestwert: Kein Land auf Trumps Liste wird mit weniger als 10 Prozent Zoll belegt – selbst wenn die Formel tiefere Werte ergeben sollte.

Kritiker werfen Trump unterdessen vor, mit symbolpolitischen Auftritten wirtschaftlichen Schaden zu riskieren. Beobachter sehen in der Zollliste eine Mischung aus wirtschaftlicher Revanche und politischer Machtdemonstration. Die Auswirkungen auf den Handel – auch mit der Schweiz – dürften erheblich sein.

Mehr zur Trumps Strafzöllen