Rekordandrang auf den Everest hat Folgen: Müll, so weit das Auge reicht: Neue Bilder vom Everest sorgen für Entsetzen
Der höchste Berg der Welt versinkt im Abfall: Ein aktuelle Video aus dem letzten Lager vor dem Gipfel des Everest zeigt Müllberge auf fast 8000 Metern Höhe. Gleichzeitig erlebt der Everest einen nie dagewesenen Ansturm von Bergsteigern.
04.06.2026
Der höchste Berg der Welt versinkt im Abfall: Ein aktuelle Video aus dem letzten Lager vor dem Gipfel des Mount Everest zeigt Zelte im Sturm – und Müllberge auf fast 8000 Metern Höhe. Gleichzeitig erlebt der Everest einen nie dagewesenen Ansturm von Bergsteigern.
Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen
- Müll statt Bergidylle: Aktuelle Videos aus dem letzten Lager vor dem Everest-Gipfel zeigen Abfallberge auf fast 8000 Metern Höhe.
- Rekord am höchsten Berg der Welt: Laut der «Kathmandu Post» erreichten in diesem Frühjahr 1008 Menschen den Gipfel – so viele wie nie zuvor.
- Problem bleibt ungelöst: Trotz Pfandsystem, Kontrollen und Aufräumaktionen bekommen die Behörden die Müllflut am Everest nicht in den Griff.
Die aktuellen Bilder aus Camp 4, dem letzten Lager vor dem Gipfel des Mount Everest, zeigen ein Problem, das den höchsten Berg der Welt seit Jahren begleitet. Zwischen flatternden Zelten, die von starken Windböen durchgeschüttelt werden, liegen Sauerstoffflaschen, Verpackungen, kaputte Ausrüstung und anderer Abfall.
Der Everest trägt längst den wenig schmeichelhaften Spitznamen «höchste Müllhalde der Welt». Die Aufnahmen erscheinen ausgerechnet in einer Saison, in der der Berg einen neuen Besucherrekord erlebt: Laut der nepalesischen Zeitung «Kathmandu Post» erreichten in diesem Frühjahr insgesamt 1008 Bergsteiger und Bergführer den Gipfel des Everest – so viele wie noch nie zuvor.
Acht Kilogramm Abfall pro Person
Die Ursachen des Müllproblems liegen vor allem im Massenansturm auf den Berg. Kaum ein Bergsteiger reist allein an. Zu jeder Person kommen Bergführer, Träger und weiteres Personal hinzu. Tonnenweise Ausrüstung werden in die Hochlager transportiert. Ein Teil davon bleibt zurück.
Nach Schätzungen produziert jede Person während einer Everest-Expedition durchschnittlich rund acht Kilogramm Abfall. Hinzu kommen menschliche Exkremente, die seit Jahren ein weiteres Umweltproblem darstellen.
Durch die Klimaerwärmung taucht zudem immer mehr Müll aus dem schmelzenden Eis auf – darunter Überreste von Expeditionen, die Jahrzehnte zurückliegen.
Warum die Massnahmen nur begrenzt wirken
Nepal versucht seit Jahren, gegenzusteuern. Bereits 2014 wurde ein Pfandsystem eingeführt: Wer den Everest besteigen will, muss mehrere tausend US-Dollar hinterlegen und erhält das Geld nur zurück, wenn mindestens acht Kilogramm Abfall ins Basislager gebracht werden. Regelmässig werden zudem grosse Aufräumaktionen organisiert, bei denen tonnenweise Müll vom Berg entfernt wird.
Seit dieser Saison gelten zusätzlich strengere Vorschriften. Bergsteiger müssen neu nachweisen, dass sie auch Abfall aus den höher gelegenen Lagern mit zurückbringen. Zudem werden spezielle Kotbeutel ausgegeben und kontrolliert, um die Verschmutzung durch menschliche Hinterlassenschaften einzudämmen. Die NGO Sagarmatha Pollution Control Committee will damit insbesondere die stark verschmutzten Lager 3 und 4 entlasten.
Trotz aller Massnahmen bleibt das Problem bestehen. Die Kontrolle in den extremen Höhen ist schwierig, viele Expeditionen bewegen sich ausserhalb direkter Aufsicht. Gleichzeitig wächst der Druck durch immer mehr Besucher. Viele Experten warnen deshalb, dass Aufräumaktionen allein nicht ausreichen werden. Solange immer mehr Menschen auf den Everest drängen, dürfte auch der Müllberg auf dem Dach der Welt weiter wachsen.
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