PolitikNach Haft für Imamoglu: Türkei weist Kritik aus Ausland zurück
SDA
27.3.2025 - 15:45
Der türkische Justizminister Yilmaz Tunc bei einer Pressekonferenz in Istanbul. Foto: Anne Pollmann/dpa
Keystone
Der türkische Justizminister Yilmaz Tunc hat Kritik aus dem Ausland an der Verhaftung und Absetzung des Istanbuler Bürgermeisters zurückgewiesen.
Keystone-SDA
27.03.2025, 15:45
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An einer Medienkonferenz in Istanbul sprach er von einer voreingenommenen Haltung gegenüber der Türkei und «Doppelmoral». «Unsere europäischen Freunde sollen in dieser Angelegenheit Besonnenheit zeigen», sagte Tunc. Es gelte das Ergebnis der laufenden Untersuchungen abzuwarten.
Vergangene Woche war der beliebte Oppositionspolitiker Ekrem Imamoglu nach Korruptions- und Terrorvorwürfen verhaftet und als Istanbuler Bürgermeister abgesetzt worden. Darauf folgten massive Proteste innerhalb des Landes und teils scharfe Kritik aus dem Ausland.
Die deutsche Regierung etwa nannte die Inhaftierung und Absetzung Imamoglus «absolut inakzeptabel». EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen bezeichnete den Vorgang «äusserst besorgniserregend». Die EU schliesst angesichts der Entwicklungen in der Türkei eine Absage geplanter Gespräche über den Ausbau der Zusammenarbeit nun nicht aus.
Tunc: Zwangsverwalter für Istanbul nicht ausgeschlossen
Im Land gehen seit der Verhaftung Imamoglus vergangene Woche jeden Tag Zehntausende auf die Strasse. Sie werfen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan vor, den Oppositionspolitiker mit den Ermittlungen politisch kaltstellen zu wollen. Imamoglu wurden bislang Chancen zugerechnet, sich bei der nächsten Präsidentschaftswahl gegen Erdogan durchsetzen zu können.
Tunc schloss nicht grundsätzlich aus, dass ein Zwangsverwalter anstelle des Istanbuler Bürgermeisters eingesetzt würde. Das türkische Recht sehe vor, dass das Innenministerium bei Terrorermittlungen einen solchen Schritt ergreifen könne. Im Falle Imamoglus hat das Stadtparlament am Mittwoch einen CHP-Abgeordneten zu seinem Stellvertreter gewählt.
Oppositionelle befürchten, die Regierung könne sich mit einem Zwangsverwalter die Kontrolle über die wirtschaftlich und politisch bedeutsamste Stadt des Landes sichern wollen. Diese war seit 2019 von Imamoglu und seiner CHP, der stärksten Oppositionspartei des Landes, regiert worden.
Johann Wadephul: UN muss Verantwortung im Iran-Krieg übernehmen
Berlin, 27.04.2026: Krisendiplomatie in New York: Aussenminister Johann Wadephul fordert mehr Einsatz vom UN-Sicherheitsrat im Iran-Konflikt.
O-Ton Johann Wadephul, Aussenminister
«Die UN müssen jetzt ihrer Verantwortung gerecht werden, insbesondere der Sicherheitsrat. Kriege und Konflikte schwelen, und wir sehen zum Teil die Unfähigkeit von Staaten, effektive Konfliktlösungsmechanismen in Kraft zu setzen. Insbesondere der Konflikt um den Iran und die blockierte Strasse von Hummus wird ein Thema sein, zu dem ich auch das Wort ergreifen werde im Sicherheitsrat.»
Wadephul fordert, der UN-Sicherheitsrat müsse handlungsfähiger werden: Blockaden, auch durch China und Russland, dürften Lösungen nicht länger verhindern.
Deutschland hofft zudem auf ein UN-Mandat für eine mögliche Mission in der Strasse von Hormus, einer wichtigen Route für die weltweite Energieversorgung.
In New York plant Wadephul Gespräche mit UN-Generalsekretär António Guterres sowie weiteren ranghohen UN-Vertretern und Amtskollegen. Dabei soll es auch um die Zukunft der Vereinten Nationen gehen.
28.04.2026
Einsatz im Mittelmeer: Minenjagdboot wird bald wegen Iran-Krieg verlegt
Das deutsche Minenjagdboot «Fulda» soll schon bald aufbrechen – Verteidigungsminister Boris Pistorius will, dass es schnell geht, sollte demnächst ein Einsatz zur Sicherung der Strasse von Hormus anstehen. Pistorius betont, Voraussetzung für einen Einsatz sei zuallererst ein Ende der Kampfhandlungen im Krieg der USA und Israels mit dem Iran. Zudem erinnert er daran, dass ein solcher Einsatz nur mit einem Mandat des Bundestags möglich sei.
27.04.2026
Pete Hegseths «Pulp Fiction»-Gebet
Verteidigungsminister Pete Hegseth zitiert am 16. April auf einer Pressekonferenz in Washington ein abgewandeltes Gebet, das bei der Rettung der US-Piloten im Iran gesprochen worden sei.
«Sie nennen es CSAR [Combat Search and Rescue] 25:17, was meiner Meinung nach Hesekiel 25:17 reflektieren soll», sagt er und betet drauflos. Hegseth zitiert ein abgewandeltes Gebet, das bei der Rettung der US-Piloten im Iran gesprochen worden sei. «Sie nennen es CSAR [Combat Search and Rescue] 25:17, was meiner Meinung nach Hesekiel 25:17 reflektieren soll», sagt er und betet drauflos.
Im Video siehst du jedoch, dass es sich um ein abgewandeltes Zitat aus dem Kultfilm «Pulp Fiction» von 1994 handelt, das nur an den Bibelvers angelehnt ist.
17.04.2026
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