PolitikNach Protesten: Brasilien kündigt zehn neue indigene Gebiete an
SDA
18.11.2025 - 20:29
Indigene demonstrieren während eines Klimaprotestes während des UN-Klimagipfels COP30. Foto: Andre Penner/AP/dpa
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Nach Protesten von indigenen Aktivisten bei der Weltklimakonferenz in Belém hat Brasiliens Regierung die Ausweisung von zehn neuen indigenen Gebieten angekündigt. «Die Botschaft, die wir der Welt vermitteln wollen, lautet, dass es keinen Kampf gegen den Klimanotstand ohne Rücksichtnahme und Respekt gegenüber den Hütern des Planeten geben kann», teilte die Ministerin für indigene Völker von Brasilien, Sonia Guajajara, bei der Unterzeichnung entsprechender Verordnungen mit.
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18.11.2025, 20:29
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Die Massnahme stellt einen wichtigen Schritt im Prozess der Grenzziehung für indigene Gebiete dar. Die Verordnungen sind offizielle Akte der institutionellen Anerkennung des Rechts auf indigene Gebiete und der Festlegung ihrer Grenzen. Die endgültige Entscheidung obliegt allerdings dem Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva, der die Gebiete per Dekret offiziell bestätigen muss.
Tausende Indigene protestieren beim Klimagipfel
Die Verordnungen erfolgen wenige Tage, nachdem am Wochenende Tausende Indigene und internationale Klimaschützer bei der UN-Klimakonferenz für Klimagerechtigkeit und den Schutz indigener Gebiete protestiert hatten. Zuvor hatten indigene Aktivisten den Haupteingang der Konferenz stundenlang blockiert, und es kam zu einem Sturm der Eingangshalle der eigentlich stark gesicherten Zeltstadt.
Bereits im vergangenen Jahr hatte die Regierung die permanente indigene Besitznahme von elf Territorien anerkannt. Seit 2018 – unter der Regierung von Ex-Präsident Jair Bolsonaro – waren keine Schritte dieser Art eingeleitet worden.
Landkonflikte und Gewalt
In Brasilien bestehen seit Jahrzehnten ungelöste Landkonflikte zwischen indigenen Völkern und Grossgrundbesitzern oder Siedlern, die immer wieder in Gewalt und Todesfällen eskalieren.
Bei der Weltklimakonferenz COP30 wird derzeit über konkrete Schritte gegen die Erderwärmung verhandelt. Indigene gelten dabei als Schlüssel im Kampf gegen den Klimawandel. In Regionen, in denen sie über verbriefte Landrechte verfügen, wird Studien zufolge weniger Wald abgeholzt als anderswo.
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