Mega-Verspätung Nachtzug-Passagiere wachen nicht am Zielbahnhof auf

Petar Marjanović

13.11.2025

Der Journalist Florian Klenk fotografierte die Abfahtstafel in St. Pölten (Ö).
Der Journalist Florian Klenk fotografierte die Abfahtstafel in St. Pölten (Ö).
Bluesky/Florian Klenk

Der Nightjet von Hamburg nach Wien schaffte diese Woche zwei Rekorde: Der Nachtzug erreichte sein Ziel nicht wie geplant am Morgen, sondern einmal mit vier und einmal mit fünf Stunden Verspätung.

Petar Marjanović

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Der Nightjet NJ 491 kam am Dienstag in Wien mit über vier Stunden Verspätung an, weil der Zug in Nürnberg stundenlang auf verspätete Waggons aus Amsterdam warten musste.
  • Die niederländische Bahn erklärt die grosse Verzögerung mit einer defekten Lokomotive bei der Stadt Rijssen und einer nötigen Ersatzlok.
  • Tags darauf wiederholte sich das Chaos – diesmal sogar mit mehr als fünf Stunden Verspätung.

Der österreichische Journalist Florian Klenk staunte am Dienstagmorgen in St. Pölten (Ö) nicht schlecht.

Auf der Abfahrtstafel stand, dass der Nightjet NJ 491 nach Wien statt um 8.40 Uhr erst um 14.06 Uhr losfahren sollte. Das sind satte sechseinhalb Stunden später.

Laut den Verspätungsdaten der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) waren es am Ende zwar «nur» etwas über vier Stunden. Doch die Frage bleibt: Was ist da passiert?

Nachtzug Hamburg–Wien bekommt Extrawagen

Für einmal war nicht die Deutsche Bahn schuld. Laut ÖBB und DB-Sprecherin Birgit Pörner kam gleich eine ganze Kette von Problemen zusammen.

#Nightmarejet

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— Florian Klenk 👨🏻‍💻 (@klenkflorian.bsky.social) 11. November 2025 um 10:16

Der Nightjet Hamburg–Wien bekommt in Nürnberg (D) normalerweise Waggons vom Nightjet NJ 421 aus Amsterdam angehängt. Doch dieser Zug traf erst mit rund drei Stunden Verspätung ein.

Die niederländische Bahn Nederlandse Spoorwegen bestätigte die Probleme, nennt aber einen anderen Hauptgrund:

Der Zug habe bei der Stadt Rijssen lange stillgestanden, weil die Lokomotive eine Störung hatte, sagt Sprecherin Anita Middelkoop. Eine Ersatzlok sei aus Amsterdam losgeschickt worden, doch das dauerte.

Entschädigung bei Verspätung von Nachtzug

Die Folge: Die Passagiere des NJ 491 konnten – anders als das Nachtzugs-Versprechen – nicht am Zielbahnhof aufwachen. Der Zug kam laut ÖBB-Daten mit rund vier Stunden Verspätung in Wien an. Und es blieb nicht bei diesem einen Ausrutscher:

Tags darauf wiederholte sich das Chaos, diesmal sogar mit mehr als fünf Stunden Verspätung.

Für die Reisenden bedeutet das immerhin eines: Bei beiden Fahrten haben gemäss europaweiten Passagierrechten Anspruch auf eine Entschädigung in der Höhe von der Hälfte des Billettpreises.

Eingefordert werden muss die Entschädigung bei Nachtzugs-Verspätung beim Unternehmen, welches das Ticket ausgestellt hat.


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