Nahost-Ticker Israel will Einsatz von Ärzte ohne Grenzen in Gaza stoppen

Philipp Dahm

2.2.2026

Trump droht nach Treffen mit Netanjahu Iran und Hamas

Trump droht nach Treffen mit Netanjahu Iran und Hamas

STORY: US-Präsident Donald Trump hat dem Iran mit einem weiteren Militärschlag gedroht, sollte das Land sein Raketen- oder Atomwaffenprogramm wieder aufnehmen. Während einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu auf seinem Anwesen Mar-a-Lago in Florida, sagte Trump, der Iran arbeite nach dem massiven US-Angriff im Juni möglicherweise an der Wiederherstellung seiner Waffenprogramme.   "Apropos Iran: Ich hoffe, dass sie nicht versuchen, sich wieder aufzurüsten, denn wenn sie das tun, haben wir keine andere Wahl, als diese Aufrüstung sehr schnell zu unterbinden. Ich hoffe also, dass der Iran nicht versucht, sich aufzurüsten, wie ich gelesen habe, dass sie Waffen und andere Dinge aufrüsten. Und wenn sie das tun, dann nutzen sie nicht die Standorte, die wir zerstört haben, sondern möglicherweise andere Standorte. Wir wissen genau, wohin sie gehen und was sie tun.» Mit Blick auf den Gazastreifen sagte Trump, er wolle zur zweiten Phase des im Oktober zwischen Israel und der Hamas geschlossenen Abkommens übergehen. Israel und die Hamas werfen sich gegenseitig schwere Verstösse gegen die Vereinbarung vor. Die Hamas weigert sich zudem, sich zu entwaffnen und hat ihre Kontrolle wieder gefestigt, während israelische Truppen in etwa der Hälfte des Gebiets verschanzt bleiben. Trump machte die Hamas für die Verzögerung verantwortlich und bekräftigte, es werde «die Hölle los sein», wenn die Gruppe ihre Waffen nicht niederlege.

30.12.2025

Am 7. Oktober 2023 überfielen Terrorkommandos der islamistischen Hamas Israel, verübten Massaker an der Zivilbevölkerung und entführten mehr als 240 Menschen. Israel reagierte mit einem Militäreinsatz in dem von der Hamas kontrollierten Gazastreifen. Die Entwicklungen im Ticker.

Redaktion blue News

Das Wichtigste im Überblick

  • Mit dem Terrorangriff der radikalislamischen Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 hat ein neuer Krieg im Nahen Osten begonnen.
  • Was vorher wichtig war, kannst du hier nachlesen.
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  • Montag, 2. Februar 2026, 0.10 Uhr

    Israel will Einsatz von Ärzte ohne Grenzen in Gaza stoppen

    Israel will Einsätze von Ärzte ohne Grenzen (MSF) im Gazastreifen unterbinden. Das Diaspora-Ministerium teilte mit, man habe «Schritte zur Beendigung der Tätigkeit von Ärzte ohne Grenzen im Gazastreifen» eingeleitet. Anlass sei der Verstoss gegen ein neues Registrierungsverfahren: MSF habe keine Listen palästinensischer Ortskräfte vorgelegt. Die Organisation müsse den Gazastreifen deshalb bis zum 28. Februar verlassen, heisst es in der Mitteilung.

    Das Registrierungsverfahren ziele darauf ab, «legitime humanitäre Arbeit zu ermöglichen und zugleich den Missbrauch humanitärer Strukturen für feindliche Aktivitäten und Terrorismus zu verhindern». Diese Vorschrift gelte für alle in der Region tätigen humanitären Organisationen.

    Nach einem israelischen Luftangriff an 31. Januar 2026 suchen Palästinenser*innen in den Trümmern eines Polizeipostens in Gaza-Stadt nach Überlebenden. 
    Nach einem israelischen Luftangriff an 31. Januar 2026 suchen Palästinenser*innen in den Trümmern eines Polizeipostens in Gaza-Stadt nach Überlebenden. 
    Bild: Keystone/AP Photo/Jehad Alshrafi

    Ärzte ohne Grenzen teilte am Sonntag mit, man habe die Namen der Mitarbeiter nicht herausgegeben, «da die israelischen Behörden keine konkreten Zusicherungen geben konnten, die die Sicherheit unserer Mitarbeiter gewährleisten, ihre personenbezogenen Daten schützen und die Unabhängigkeit unserer medizinischen Einsätze sichern». Es sei die Pflicht der Organisation, die eigenen Kollegen vor Schaden zu bewahren und inmitten einer humanitären Katastrophe und unvorstellbaren Leids weiterhin medizinische Hilfe zu leisten.

    Davor hatte MSF am Freitag mitgeteilt, entschieden zu haben, keine Liste seiner palästinensischen und internationalen Mitarbeitenden an die israelischen Behörden weiterzugeben. Vorangegangen seien monatelange erfolglose Versuche, mit den israelischen Behörden in einen Dialog zu treten, um die Sicherheit der Mitarbeiter zu gewährleisten.

    Die Entscheidung begründete die Organisation dann ebenfalls mit der Sorge um die Sicherheit der Mitarbeiter. «Denn in den besetzten palästinensischen Gebieten wurden medizinische und humanitäre Helfer immer wieder eingeschüchtert, willkürlich inhaftiert und angegriffen», hiess es in der Mitteilung von MSF. Seit Oktober 2023 seien 1.700 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des Gesundheitswesens sowie 15 Kollegen und Kolleginnen von MSF im Gazastreifen getötet worden.

  • 20.18 Uhr

    Aktivisten entrollen Bild von Hind Rajab in Barcelona

    Am zweiten Jahrestag des Todes von Hind Rajab im Gazastreifen haben Aktivisten ein grosses Bild des palästinensischen Mädchens am Strand von Barcelona entrollt. Das damals fünfjährige Mädchen war mutmasslich bei einer israelischen Armeeaktion getötet worden. Die israelische Armee hat das jedoch bisher nicht bestätigt und mitgeteilt, der Vorfall werde untersucht. 

    An der Aktion der Kampangengruppe Avaaz unter dem Motto «Befreit die Kinder Gazas» beteiligten sich mehrere Hundert Menschen, darunter auch die Mutter des kleinen Mädchens, Wissam Hamada. «Ich bin hier, um die Stimme von Hind Rajab weiterzutragen – und die Stimme der Kinder Gazas, die nicht schreien können, die nicht gehört werden», sagte sie nach Angaben von Avaaz. 

    Im Gazastreifen wurden nach Angaben der von der Hamas kontrollierten Behörden in zwei Jahren Krieg mehr als 70.000 Palästinenser getötet, darunter auch Tausende Kinder und Jugendliche. Auslöser des Krieges war das Massaker der Hamas und anderer extremistischer Gruppen aus dem Gazastreifen am 7. Oktober 2023 in Israel mit rund 1.200 Toten und mehr als 250 in den Küstenstreifen Verschleppten.

    Hind starb, nachdem das Auto, in dem sie mit Verwandten vor israelischen Angriffen floh, beschossen wurde. Sie überlebte zunächst schwer verletzt und war in Tonaufnahmen eines Notrufs zu hören, in denen sie stundenlang um Hilfe flehte, bevor sie starb.

    Bild von Hind Rajab – Kundgebung gegen den Krieg in Nahost
    Bild von Hind Rajab – Kundgebung gegen den Krieg in Nahost
    Bild: Kike Rincón/EUROPA PRESS/dpa
  • Mittwoch, 28. Januar 2026, 0.10 Uhr

    Netanjahu: Hamas-Entwaffnung wird «auf jeden Fall» passieren

    Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu beabsichtigt die im US-Friedensplan vorgesehene Entwaffnung der islamistischen Hamas umzusetzen. Wie er mit US-Präsident Donald Trump besprochen habe, könne dies «auf dem einfachen oder auf dem schwierigen Weg» geschehen, sagte er am Abend in Jerusalem. «Aber auf jeden Fall wird es passieren.» Darauf liege nun der Fokus des Gaza-Friedensplans, sagte Netanjahu. Die Hamas lehnt eine Entwaffnung bislang ab.

    Vor der Entmilitarisierung des Gazastreifens und der Zerstörung von Tunneln der Hamas dort werde es keinen Wiederaufbau des Palästinensergebiets geben, betonte Israels Ministerpräsident. Der Küstenstreifen wurde im Krieg zwischen Israel und der Terrororganisation Hamas grossflächig zerstört.

    Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu. (Archivbild)
    Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu. (Archivbild)
    Bild: Keystone/dpa/Kay Nietfeld

    Der israelische Regierungschef sagte zudem erneut, Israel werde die Sicherheitskontrolle über den Gazastreifen behalten. Details dazu nannte er nicht. Im Rahmen der zweiten Phase des von den USA vorangetriebenen Friedensplans ist vorgesehen, dass Israels Armee sich aus dem Gazastreifen zurückzieht und bislang gehaltene Gebiete schrittweise an eine internationale Stabilisierungstruppe (ISF) übergibt. Die USA hatten diese zweite Phase bereits ausgerufen. Die ISF ist allerdings noch nicht gegründet worden.

  • 15:30 Uhr

    Letzte tote Geisel nach Israel zurückgebracht

    Die Leiche des zuletzt noch in Gaza festgehaltenen israelischen Geisels ist nach Israel zurückgebracht worden. Das bestätigte die israelische Armee am Montag. Bei dem Toten handelt es sich um den 24-jährigen Ran Gvili.

    «Die verstorbene Geisel Ran Gvili wurde identifiziert und wird zur Beerdigung überführt», teilte die Armee auf der Plattform X mit. «Nach den uns vorliegenden Informationen und Erkenntnissen ist Ran Gvili, 24, der in den israelischen Polizeispezialkräften diente, am Morgen des 7. Oktober 2023 im Kampf gefallen, und seine Leiche wurde nach Gaza entführt.»

    Die Armee sprach der Familie ihr Beileid aus. «Die israelischen Streitkräfte werden die Familien und die Rückkehrer weiterhin unterstützen und Massnahmen ergreifen, um die Sicherheit der israelischen Bürger zu stärken», hiess es weiter.

  • 4.43 Uhr

    Israel startet Suchoperation nach letzter Geisel in Gaza

    Das israelische Militär hat einen gross angelegten Einsatz gestartet, um die sterblichen Überreste der letzten Geisel im Gazastreifen zu finden. Dies teilte das Büro von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu am späten Sonntagabend mit. Sobald die Operation abgeschlossen sei, werde Israel im Einklang mit einer Vereinbarung mit den USA den Grenzübergang Rafah zwischen dem Gazastreifen und Ägypten öffnen. Einen genauen Zeitplan nannte Netanjahus Büro nicht. Lokale Medien zitierten israelische Offiziere mit den Worten, dass die Operation einige Tage dauern könnte.

    Die Übergabe aller verbliebenen Geiseln an Israel – ob tot oder lebendig – gilt als zentraler Bestandteil der ersten Phase der Waffenruhe, die am 10. Oktober in Kraft trat. Israel hat der Hamas wiederholt vorgeworfen, die Übergabe der letzten Geisel Ran Gvili hinauszuzögern. Die militant-islamistische Gruppe erklärte wiederum am Sonntag, sie habe alle ihr vorliegenden Informationen über Gvilis sterbliche Überreste übermittelt. Die Hamas hielt Israel vor, die Suche nach der Leiche in von der israelischen Armee kontrollierten Gebieten des Gazastreifens selbst zu behindern.

    Die israelischen Streitkräfte teilten mit, die Suche konzentriere sich auf einen Friedhof im Norden des Gazastreifens nahe der Gelben Linie, die die von Israel kontrollierten Teile des Gebiets abgrenzt. Ein Offizier ergänzte, Gvili könnte in der Gegend Schedschaija-Tuffah in der Stadt Gaza begraben sein. Rabbiner und Zahntechniker seien gemeinsam mit Spezialkräften vor Ort. Der damals 24-jährige Polizist Gvili wurde am 7. Oktober 2023 während des von der Hamas angeführten Terrorüberfalls auf den Süden Israels getötet, der den Gaza-Krieg auslöste.

    Gvilis Familie hat die israelische Regierung aufgefordert, die zweite Phase der Waffenruhe nicht einzuleiten, ehe seine Überreste übergeben worden sind. Der Druck auf Netanjahu nimmt indes zu, insbesondere von der Regierung von US-Präsident Donald Trump, die in den vergangenen Tagen verkündete, dass die zweite Phase bereits begonnen habe. Erst am Samstag sprach Netanjahu mit dem US-Sondergesandten Steve Witkoff und Trumps Schwiegersohn und Berater Jared Kushner über die nächsten Schritte im Rahmen des von den USA vermittelten Friedensplans.

  • Montag, 26. Januar 2026, 1.10 Uhr

    Israel stimmt Rafah-Öffnung für Personenverkehr zu

    Israel will nach Abschluss eines Militäreinsatzes zur Auffindung der letzten Geisel-Leiche im Gazastreifen den Grenzübergang Rafah zwischen Ägypten und dem Küstengebiet eingeschränkt für den Personenverkehr wieder öffnen. Das gab das Büro von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu in der Nacht bekannt. Nach Abschluss dieses Einsatzes und in Übereinstimmung mit den Vereinbarungen mit den USA werde Israel den Übergang unter vollständiger israelischer Kontrolle öffnen. Ein Zeitplan wurde aber nicht genannt.

    Israel fordert in der Mitteilung, dass die islamistische Terrororganisation Hamas alle Anstrengungen unternimmt, den Leichnam der israelischen Geisel ausfindig zu machen und an Israel zu übergeben. Zugleich heisst es, die israelischen Streitkräfte würden derzeit einen Einsatz durchführen, um alle gesammelten Informationen auszuschöpfen, die Leiche des Polizisten zu finden und zurückzubringen. Die «Times of Israel» zitierte einen US-Beamten, wonach man davon ausgehe, dass der Einsatz mehrere Tage dauern wird. Demnach könnte der Grenzübergang Rafah bis Ende dieser Woche wieder geöffnet werden. Unklar ist jedoch, ob damit auch die Rückkehr geflüchteter Palästinenser wieder möglich wird, die in Ägypten gestrandet sind. Der seit fast einem Jahr geschlossene Rafah-Grenzübergang gilt als wichtigstes Tor des Gazastreifens zur Welt.

    Lastwagen mit Hilfsgütern warten am Grenzübergang in Rafah zwischen Ägypten und Gaza. (10. Oktober 2026)
    Lastwagen mit Hilfsgütern warten am Grenzübergang in Rafah zwischen Ägypten und Gaza. (10. Oktober 2026)
    Bild: Keystone/EPA/Stringer

    Bevor Israel der eingeschränkten Wiedereröffnung des Grenzübergangs Rafah nur für den Personenverkehr zustimmte, hatte Regierungschef Netanjahu am Samstagabend mit dem US-Gesandten Steve Witkoff und dem Schwiegersohn und Berater von US-Präsident Donald Trump, Jared Kushner, über die zweite Phase des Friedensplans von Trump gesprochen. Ali Schaath, Vorsitzender der neuen palästinensischen Regierung von Fachleuten für Gaza, hatte zuvor am Donnerstag die Öffnung des Grenzübergangs in beide Richtungen angekündigt.

  • Donnerstag, 22. Januar 2026, 4.46 Uhr

    Türkei und Saudi-Arabien verkünden Teilnahme an Trumps «Friedensrat»

    Die Türkei, Saudi-Arabien und andere mehrheitlich islamisch geprägte Länder haben ihren Beitritt zum umstrittenen «Friedensrat» unter Führung von US-Präsident Donald Trump angekündigt. Man begrüsse die Einladung Trumps und werde sich dem Gremium anschliessen, hiess es in einer gemeinsamen Erklärung der Aussenminister der acht Länder, zu denen auch Indonesien, Jordanien und Katar gehören. Die Vereinigten Arabischen Emirate, Ägypten und Pakistan sind ebenfalls dabei, hatten ihre Teilnahme aber bereits vorab separat angekündigt.

    Die Minister bekräftigten das Engagement ihrer Länder, die Umsetzung des Mandats des «Friedensrats» als Übergangsverwaltung im Gazastreifen zu unterstützen, wie es im Plan zur Beendigung des Gaza-Konflikts festgelegt und durch den UN-Sicherheitsrat gebilligt worden sei.

    Insgesamt 60 Staaten sollen Einladungen für den «Friedensrat» erhalten haben. Zugesagt haben bislang nicht allzu viele – darunter Israel, Ungarn, Argentinien und Belarus. Europäische Länder wie Deutschland oder Frankreich zeigen sich bisher überwiegend zurückhaltend.

    Trumps vollmundig angekündigtes Projekt eines «Friedensrats», zu dem er nach Angaben des Weissen Hauses heute eine Bekanntmachung plant, birgt politischen Zündstoff. Ursprünglich zielte das von den USA initiierte Gremium – zumindest offiziell – auf die Umsetzung des Gaza-Friedensplans ab und sollte die Nachkriegs-Ordnung in dem weitgehend zerstörten Küstengebiet am Mittelmeer überwachen. Doch längst ist die Rede davon, das sich das komplett auf Trump zugeschnittene Gremium noch vieler anderer Konflikte annehmen und Ordnung im Sinne des US-Präsidenten schaffen könnte. Kritiker sehen den «Friedensrat» als Kampfansage Trumps an die Vereinten Nationen, zu denen er eine konkurrierende Alternative aufbauen wolle.

  • 22.19 Uhr

    Trump: Putin hat Einladung zu Friedensrat angenommen

    Trump: Putin hat Einladung zu Friedensrat angenommenNach den Worten von US-Präsident Donald Trump hat Kremlchef Wladimir Putin die Einladung zu seinem umstrittenen «Friedensrat» angenommen – Putin selbst erklärte allerdings kurz zuvor, der Kreml prüfe das Angebot noch. «Er wurde eingeladen, er hat zugesagt», sagte Trump unter Verweis auf Putin am Mittwoch beim WEF in Davos vor Journalisten. «Viele haben zugesagt», fügte Trump hinzu.Darauf angesprochen, dass er auch nicht-demokratische Persönlichkeiten eingeladen habe, sagte Trump, einige seien «umstritten», aber «wenn ich nur Babys in den Rat aufnehmen würde, wäre das nicht sehr viel».

  • 7.39 Uhr

    Netanjahu nimmt Trumps Einladung zum «Friedensrat» an

    Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat die Einladung von US-Präsident Donald Trump zur Teilnahme am sogenannten Friedensrat für den Gazastreifen angenommen. Das gab sein Büro auf der Plattform X bekannt.

    Der «Friedensrat» ist Teil der zweiten Phase von Trumps Friedensplan für das vom Krieg zwischen Israel und der islamistischen Hamas weitgehend zerstörte Küstengebiet. Diese sieht ein dauerhaftes Kriegsende und die Entwaffnung der Terrororganisation vorsieht, was diese ablehnt. Es gibt aber Hinweise, dass die US-Regierung das Mandat des Rats stark erweitern möchte und sich der «Friedensrat» um Krisen und Konflikte weltweit kümmern soll.

  • Mittwoch, 21. Januar 2026, 4.05 Uhr

    Demonstrationen gegen syrische Regierung in Schweizer Städten

    Am Dienstagabend ist es in Bern, Winterthur ZH und Basel zu unbewilligten Kundgebungen gegen die Regierung Syriens gekommen. In Bern demonstrierten zahlreiche Menschen, zündeten Pyrotechnik und griffen bei der Lorrainebrücke eine Polizeisperre an. Die Polizei habe Reizgas und Gummischrot eingesetzt und drei Personen angehalten, wie sie in einer Mitteilung schrieb. In Winterthur hätten sich rund 300 Personen versammelt. In Basel seien laut Polizei rund 500 Personen durch die Innenstadt gezogen und hätten eine Sitzblockade auf Tramgleisen durchgeführt. Dabei sei ein Tram beschädigt und ein Fahrgast am Kopf verletzt worden.

  • Montag, 19. Januar 2026, 4 Uhr

    Syrischer Präsident verschiebt Deutschlandbesuch

    Der syrische Übergangspräsident Ahmed al-Scharaa hat seinen für Montag und Dienstag geplanten Deutschlandbesuch kurzfristig verschoben. Das bestätigte ein Sprecher der Bundesregierung der Deutschen Presse-Agentur. Grund sei die innenpolitische Situation in Syrien.

    Al-Scharaa sollte eigentlich am Dienstag Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, Bundeskanzler Friedrich Merz sowie mehrere Bundesminister und Wirtschaftsvertreter treffen. Zu den Hauptthemen sollten die Rückführung syrischer Flüchtlinge in ihre Heimat und der Wiederaufbau des arabischen Landes nach fast 14 Jahren Bürgerkrieg zählen.

    Der syrische Übergangspräsident Ahmed al-Scharaa. (Archivbild)
    Der syrische Übergangspräsident Ahmed al-Scharaa. (Archivbild)
    Bild: Keystone/EPA

    In Syrien hatte die Gewalt in den vergangenen Tagen wieder zugenommen und es war zu neuen militärischen Konfrontationen gekommen. Am Sonntag einigte sich dann die Regierung von Übergangspräsident al-Scharaa nach eigener Darstellung mit den kurdisch angeführten Milizen im Norden auf eine Waffenruhe. Eine «sofortige und umfassende Waffenruhe» gelte «an allen Fronten» zwischen den Syrischen Demokratischen Kräften (SDF) und den Regierungstruppen, zitiert die Staatsagentur Sana aus der Einigung. Von den SDF gab es aber zunächst keine Bestätigung und auch keine Reaktion.

  • Sonntag, 18. Januar 2026, 6.39 Uhr

    Israel verärgert wegen Besetzung von Gaza-Gremium

    Israel ist wegen der Besetzung eines wichtigen internationalen Aufsichtsgremiums für den Gazastreifen durch das Weisse Haus verärgert. Die Ankündigung bezüglich der Zusammensetzung des sogenannten ‹‹Gaza Executive Board», der dem «Friedensrat» unterstellt ist, sei «nicht mit Israel abgestimmt und widerspricht dessen Politik», heisst es in einer Stellungnahme des Büros von Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu. Dieser habe Aussenminister Gideon Saar angewiesen, sich in dieser Angelegenheit mit seinem US-Kollegen Marco Rubio in Verbindung zu setzen.

    Netanjahu stösst sich offensichtlich daran, dass dem Gremium der türkische Aussenminister Hakan Fidan und der ranghohe katarische Diplomat Ali Thawadi angehören. Die Türkei und Katar hatten Israels Krieg im Gazastreifen gegen die islamistische Palästinenserorganisation Hamas scharf kritisiert. Technisch ist der Gaza-Exekutivrat sowie ein weiteres Exekutivkomitee dem «Friedensrat» unterstellt, der sich aus führenden Politikern aus aller Welt zusammensetzen und von US-Präsident Donald Trump geleitet werden wird. Die Exekutivgremien werden jedoch direkter mit der Aufsicht über die Nachkriegsverwaltung in Gaza befasst sein.

    Auf Netanjahus Einwände angesprochen, sagte ein ranghoher US-Beamter der US-Nachrichtenseite «Axios»: «Das ist unsere Show, nicht seine Show. Wir haben in den vergangenen Monaten in Gaza Dinge erreicht, die niemand für möglich gehalten hätte, und wir werden weitermachen.» Netanjahu sei nicht zur personellen Besetzung des Exekutivgremiums konsultiert worden, weil er in dieser Angelegenheit kein Mitspracherecht habe. «Er soll sich auf den Iran konzentrieren und uns Gaza überlassen. Wir werden uns nicht mit ihm streiten.»

    Der «Friedensrat» ist Teil der zweiten Phase von Trumps Friedensplan für Gaza, die ein dauerhaftes Kriegsende und die Entwaffnung der Terrororganisation Hamas vorsieht, was diese ablehnt. Das internationale Gremium soll die aus palästinensischen Technokraten bestehende neue Übergangsregierung des im Krieg weitgehend zerstörten Küstenstreifens beaufsichtigen. Mehrere Staats- und Regierungschefs wurden nach eigenen Angaben vom Freitag von Trump eingeladen, in diesem «Friedensrat» mitzuwirken. Eine Einladung erhielt demnach unter anderem auch der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan.

  • Samstag, 17. Januar 2026, 6.50 Uhr

    Tony Blair übernimmt Rolle für Übergang in Gaza

    US-Präsident Donald Trump hat den ehemaligen britischen Premierminister Tony Blair in ein Gremium berufen, das die Ziele des «Friedensrats» von Trump im Gazastreifen umsetzen soll. Zu dem Gründungsvorstand (founding Executive Board) gehören nach Angaben des Weissen Hauses auch US-Aussenminister Marco Rubio, Weltbank-Präsident Ajay Banga, der US-Geschäftsmann Marc Rowan, Trump-Berater Robert Gabriel sowie Trumps Schwiegersohn Jared Kushner und der US-Sondergesandte Steve Witkoff. Das Gremium soll den Wiederaufbau und die Verwaltung in dem vom Krieg grossflächig zerstörten Gazastreifen steuern.

    Die von der US-Regierung zuvor ausgerufene zweite Phase des Friedensplans von Trump soll zu einem endgültigen Ende des Kriegs führen. Sie sieht auch die Entwaffnung der islamistischen Terrororganisation Hamas vor, was diese jedoch weiterhin ablehnt. Am Donnerstag war eine neu gebildete Übergangsregierung aus 14 palästinensischen Technokraten, die keine Verbindung zur Hamas haben sollen, erstmals in Kairo zusammengekommen. Der Bulgare und frühere UN-Nahostgesandte Nikolaj Mladenow soll künftig als Vertreter des «Friedensrats» die Umsetzung von Trumps Friedensplan in dem Küstengebiet überwachen.

    Tony Blair war von 1997 bis 2007 Premierminister des Vereinten Königreichs.
    Tony Blair war von 1997 bis 2007 Premierminister des Vereinten Königreichs.
    Daniel Leal/Pool AFP/dpa

    Er werde als Verbindungsmann zwischen dem «Friedensrat» und der Technokratenregierung vor Ort fungieren, teilte das Weisse Haus mit. Zu ihrer Unterstützung werde ein weiterer Exekutivrat für den Gazastreifen eingerichtet, hiess es. Auch diesem Gremium gehört neben Witkoff, Kushner und Mladenow unter anderem auch Blair an. Unter dem Ex-Premier hatten britische Truppen an der Seite der USA an den Kriegen in Afghanistan und im Irak teilgenommen. Insbesondere der Irak-Einsatz sorgte damals innenpolitisch für grosse Kritik.

  • Freitag, 16. Januar 2026, 4.21 Uhr

    Trump: Kontrollgremium für Gaza-Übergangsregierung gebildet

    Die internationale Aufsicht über die Übergangsregierung im Gazastreifen steht: US-Präsident Donald Trump gab die Bildung des entsprechenden Kontrollgremiums bekannt. Der «Friedensrat» (Board of Peace) habe sich formiert, schrieb der Republikaner auf der Plattform Truth Social und verwies darauf, dass die Namen der Mitglieder bald bekanntgemacht würden. Trump steht dem Kontrollrat vor.

    Vor kurzem waren die Mitglieder der Übergangsregierung bekanntgegeben worden – 14 Palästinenser, die keine Verbindung zur islamistischen Hamas haben sollen. Das Gremium soll alle Aufgaben und Verantwortungen in dem in zwei Kriegsjahren weitgehend zerstörten Gazastreifen übernehmen. Teil des «Friedensrats» soll nach israelischen Angaben der Bulgare und frühere UN-Nahost-Gesandte Nikolaj Mladenow werden. Auch der Name des ehemaligen britischen Premierministers Tony Blair wurde in Medienberichten genannt.

    Palästinenser zwischen Gebäuden in Gaza-Stadt, die bei israelischen Angriffen zerstört wurden. (14. Januar 2026)
    Palästinenser zwischen Gebäuden in Gaza-Stadt, die bei israelischen Angriffen zerstört wurden. (14. Januar 2026)
    Bild: Keystone/AP Photo/Jehad Alshrafi

    Am Donnerstag war die neue Technokratenregierung palästinensischer Fachleute für Gaza unter US-ägyptischer Schirmherrschaft erstmals in Kairo zusammengekommen, wie das regierungsnahe ägyptische Medium «Al-Qahera News» berichtete. Technokraten sind Regierungsmitglieder, die ihre Ämter vor allem aufgrund fachlicher Qualifikation und beruflicher Erfahrung übernehmen, nicht wegen parteipolitischer Zugehörigkeit. Solche Regierungen kommen häufig in Übergangs- oder Krisenphasen zum Einsatz, um Verwaltung und öffentliche Dienste professionell zu organisieren.

    Teil der von den USA verkündeten zweiten Phase des Friedensplans ist die Entwaffnung der Hamas im Gazastreifen. Die islamistische Terrororganisation hat zwar der Einrichtung der Regierung unpolitischer Fachleute ohne Hamas-Verbindungen zugestimmt. Eine Entwaffnung lehnt sie jedoch weiterhin ab. Zudem hat die Hamas ihre Verpflichtungen der ersten Phase noch nicht erfüllt. Dazu gehört die Übergabe aller noch im Gazastreifen befindlichen Geiseln. Die sterblichen Überreste einer israelischen Geisel sind aber weiterhin dort.

  • 0.01 Uhr

    UN werfen Israel Apartheid vor – Israel weist Kritik zurück

    Das Menschenrechtsbüro der Vereinten Nationen wirft Israel eine immer stärker werdende systematische Diskriminierung der Palästinenser im Westjordanland vor. «Ob es sich um den Zugang zu Wasser, zur Schule, den Weg ins Krankenhaus, den Besuch von Familie oder Freunden oder die Olivenernte geht – jeder Aspekt des Lebens der Palästinenser im Westjordanland wird durch Israels diskriminierende Gesetze, Richtlinien und Praktiken kontrolliert und eingeschränkt», sagte der UN-Menschenrechtsbeauftragte Volker Türk. Der Trend habe sich sogar noch beschleunigt.

    «Das ist eine besonders schwere Form der Rassendiskriminierung und Segregation, die dem Apartheid-System ähnelt, das wir bereits kennen», sagte Türk mit Blick auf einen neuen Bericht des UN-Menschenrechtsbüros über das Leben der Palästinenser im Westjordanland und Ost-Jerusalem. Apartheid wird die Doktrin der Trennung einzelner ethnischer Bevölkerungsgruppen genannt, vor allem bis 1994 in Südafrika.

    Israel wies die Kritik als absurd und verzerrt zurück. Seine UN-Vertretung in Genf teilte mit, grundlegende Fakten, die dem Konflikt zugrunde lägen, insbesondere die schwerwiegenden Bedrohungen, denen Israel ausgesetzt seien, würden völlig ignoriert.

    Israel hatte 1967 unter anderem das Westjordanland und Ost-Jerusalem erobert, wo heute mehr als 700'000 Siedler inmitten von rund drei Millionen Palästinensern leben. Nach internationalem Recht sind die Siedlungen dort illegal. Die Lage dort hatte sich mit Beginn des Gaza-Kriegs im Oktober 2023 noch einmal extrem verschärft.

    In dem Bericht des UN-Menschenrechtsbüros heisst es weiter, die systematische Diskriminierung der Palästinenser in den besetzten palästinensischen Gebieten sei seit langem ein Problem. Die Lage habe sich seit mindestens Dezember 2022 drastisch verschlechtert. Die israelischen Behörden behandelten israelische Siedler und Palästinenser, die im Westjordanland leben, nach zwei unterschiedlichen Rechts- und Politikrahmen.

  • Dienstag, 6. Januar 2026, 16.54 Uhr

    Weitere Unruhen im Westen Irans

    Im Westen Irans sind mit Einbruch der Dunkelheit erneut schwere Proteste ausgebrochen. In der mehrheitlich kurdischen Provinz Ilam kam es am Dienstag zu Ausschreitungen, wie Aktivisten in den sozialen Medien berichteten. Bei einem Begräbnis von getöteten Demonstranten riefen Trauernde in der Stadt Malekschahi Protestslogans gegen die autoritäre Führung der Islamischen Republik. «Tod dem Diktator», war in Videos zu hören.

    In den Provinzen geht Irans Staatsmacht seit Beginn der Proteste vor mehr als einer Woche deutlich härter vor als in den Metropolen. Menschenrechtlern zufolge wurden bei den Unruhen bislang mindestens 29 Menschen getötet. Auslöser der Demonstrationen war die schwere Wirtschaftskrise. Die Proteste richten sich inzwischen jedoch offen gegen die autoritäre Herrschaft der Islamischen Republik.

  • Jemen: Regierung bringt Separatistengebiete unter Kontrolle

    Die von Saudi-Arabien unterstützte jemenitische Regierung hat einen grossen Teil der von Separatisten eingenommenen Gebiete im Osten des Landes wieder unter ihre Kontrolle gebracht. Dabei handelt es sich um die ölreiche Provinz Hadramaut an der Grenze zu Saudi-Arabien, inklusive der Provinzhauptstadt Mukalla, und um Teile der Provinz al-Mahra, wie die dpa aus Kreisen der jemenitischen Regierung erfuhr. Beide Provinzen machen im Jemen etwa die Hälfte der Landesfläche aus.

    Die Gebiete waren seit Dezember unter der Kontrolle des sogenannten Südlichen Übergangsrats (STC), der bis 30.12. von den Vereinigten Arabischen Emiraten militärisch unterstützt wurde. Die STC-Separatisten hatten in den vergangenen Wochen grosse Gebiete im Osten des Landes eingenommen, die auch an Saudi-Arabien grenzen, wodurch Riad unter Druck geriet. Die eigentlich mit Saudi-Arabien verbündeten Vereinigten Arabischen Emirate kündigten daraufhin am 30.12. den Abzug ihrer Truppen an.

  • 13.32 Uhr

    Proteste im Iran werden zunehmend gewaltsamer

    Die landesweiten Proteste im Iran dauern an und werden nach acht Tagen zunehmend gewaltsamer. Laut Augenzeugen kam es in der Hauptstadt Teheran zu Zusammenstössen zwischen Demonstrierenden auf der einen sowie Polizei- und Sicherheitskräften auf der anderen Seite. Es waren Parolen wie «Tod dem Diktator» zu hören.

    Die Demonstrierenden nahmen aber auch Bezug auf die jüngsten Ereignisse in Venezuela, wo US-Streitkräfte bei einem Angriff am Samstag den Staatschef Nicolás Maduro gefangen nahmen. «Ihr seid als Nächste dran», skandierten einige Demonstrierende. Mehrere Protestierende seien festgenommen und in Minibussen abtransportiert worden, so die Augenzeugen.

    Vor dem ehemaligen Stadttheater im Zentrum Teherans kam es laut Augenzeugenberichten zu dramatischen Szenen. Demonstrierende ignorierten die Aufforderung der Polizei, den Ort unverzüglich zu verlassen. Daraufhin gingen die Beamten mit Schlagstöcken gegen die Menge vor, darunter viele junge Frauen. Einige Teilnehmer der Proteste wurden in Minibusse gezerrt und abtransportiert, andere suchten in nahegelegenen Geschäften Schutz vor Polizei- und Sicherheitskräften.

    Seit vergangenen Sonntag erschüttern politische Unruhen den Iran. Sie richten sich gegen die islamischen Machthaber des Landes. Demonstration am 29. Dezember 2025 in Teheran.
    Seit vergangenen Sonntag erschüttern politische Unruhen den Iran. Sie richten sich gegen die islamischen Machthaber des Landes. Demonstration am 29. Dezember 2025 in Teheran.
    Keystone/Fars News Agency/AP/-

    Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Hengaw mit Sitz in Norwegen wurden in den ersten sieben Tagen der Proteste mindestens 17 Menschen getötet. Zudem seien mehr als 500 Personen verhaftet worden. Die Angaben stützen sich auf Berichte in den sozialen Medien sowie auf Aussagen von Menschenrechtsaktivisten im Ausland. Sie können nicht unabhängig verifiziert werden. Die iranische Regierung veröffentlicht keine genauen Informationen.

  • 13.23 Uhr

    Netanjahu äussert Solidarität mit Protesten im Iran

    Angesichts der anhaltenden Proteste im Iran hat Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu dem iranischen Volk seine Solidarität ausgesprochen und von einem möglichen Wendepunkt gesprochen: «Es ist gut möglich, dass wir uns an einem Moment befinden, in dem das iranische Volk sein Schicksal selbst in die Hand nimmt.»

    «Wir identifizieren uns mit dem Kampf des iranischen Volkes und mit seinen Bestrebungen nach Freiheit, Unabhängigkeit und Gerechtigkeit», sagte Netanjahu nach Angaben seines Büros zu Beginn der wöchentlichen Kabinettssitzung in Jerusalem. (Archiv)
    «Wir identifizieren uns mit dem Kampf des iranischen Volkes und mit seinen Bestrebungen nach Freiheit, Unabhängigkeit und Gerechtigkeit», sagte Netanjahu nach Angaben seines Büros zu Beginn der wöchentlichen Kabinettssitzung in Jerusalem. (Archiv)
    KEYSTONE/Kay Nietfeld

    Netanjahu sprach zudem von seinem «historischen Besuch» in den USA und einem «sehr wichtigen Gipfeltreffen» mit US-Präsident Donald Trump. Bei dem Treffen am Montag hätten die beiden auch über das Thema Iran gesprochen. «Wir haben unsere gemeinsame Position bekräftigt: null Urananreicherung einerseits und selbstverständlich die Notwendigkeit, die 400 Kilogramm angereicherten Materials aus dem Iran zu entfernen und die Anlagen unter strenger und echter Aufsicht zu kontrollieren», sagte der israelische Regierungschef.

    Aus der Sicht des jüdischen Staates bedroht die islamistische Führung in Teheran mit ihren möglichen Plänen, atomare Waffen herzustellen, die Existenz Israels.

  • Sonntag, 4. Dezember 2026 - 2.00 Uhr

    Britische und französische Luftwaffe greifen IS in Syrien an

    Das britische Militär hat unterstützt von der französischen Luftwaffe eine Anlage der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien angegriffen. Die britische Regierung teilte in der Nacht zu Sonntag mit, auf eine unterirdische Anlage der Terroristen nördlich der antiken Stätte von Palmyra sei ein gemeinsamer Angriff ausgeführt worden. Es seien Lenkbomben eingesetzt worden, um Zugangstunnel zu der Anlage, in der der IS «höchstwahrscheinlich» Waffen und Sprengstoff lagere, zu zerstören. Erste Auswertungen deuteten auf einen Erfolg der Operation hin.

  • 19.15 Uhr

    Erneut Unruhen im Iran - Augenzeugen: Tote

    Bei den andauernden Unruhen im Iran ist es nach Angaben von Augenzeugen im Westen des Landes zu gewaltsamen Zusammenstössen zwischen Demonstrierenden und Sicherheitskräften gekommen. Augenzeugen in der Provinz Ilam berichten von mehreren Toten und ebenso vielen Verletzten in der Kleinstadt Malekschahi. Zudem seien mehrere Demonstrierende festgenommen worden.

    Den Augenzeugen zufolge könnte die Rede des obersten Führers Ali Chamenei die Sicherheitskräfte ermutigt haben, in Ilam härter gegen die Demonstrierenden vorzugehen. In seiner ersten Stellungnahme zu den Protesten hatte Chamenei am Samstag jeglichen Dialog mit den «Unruhestiftern» abgelehnt und strenge Massnahmen gegen sie gefordert. 

    Die Proteste bezeichnete Ali Chamenei als Verschwörung in- und ausländischer Feinde Irans, die konsequent unterbunden werden müsse.
    Die Proteste bezeichnete Ali Chamenei als Verschwörung in- und ausländischer Feinde Irans, die konsequent unterbunden werden müsse.
    KEYSTONE

    Da die Behörden keine genauen Zahlen zu Festnahmen und Todesfällen nennen, lassen sich die Berichte in den sozialen Medien sowie die vorliegenden Aussagen von Augenzeugen nicht unabhängig verifizieren. Die Polizei spricht jedoch von einem «bewaffneten Aufstand», der konsequent bekämpft werden müsse.

    Auch in der Hauptstadt Teheran berichteten Augenzeugen von einer neuen Verhaftungswelle gegen die Demonstrierenden. Besonders im Stadtzentrum und in der Nähe der Universität Teheran soll es erneut zu heftigen Protesten und Zusammenstössen mit Polizei und Sicherheitskräften gekommen sein. Es soll auch zu Festnahmen gekommen sein.

  • Samstag, 3. Januar 2026 - 7.20 Uhr

    Emirate schliessen Abzug ihrer Truppen aus dem Jemen ab

    Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) haben den Abzug ihrer Soldaten aus dem Bürgerkriegsland Jemen abgeschlossen. Das Verteidigungsministerium gab auf der Plattform X bekannt, alle Einheiten der Streitkräfte zurückgeführt zu haben, wie mehrere Medien des Landes berichteten.

    Der seit 2014 andauernde Bürgerkrieg im Jemen, in dem neben den VAE auch Länder wie Saudi-Arabien und der Iran ihre Interessen durchsetzen wollen, war in den vergangenen Tagen erneut aufgeflammt.

    Die VAE, die die Separatisten des Südlichen Übergangsrats (STC) unterstützen, sind eigentlich seit Jahren mit Saudi-Arabien im Kampf gegen die vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen verbündet. Die Huthi kontrollieren grosse Teile im Norden des Landes, einschliesslich der Hauptstadt Sanaa. Die offizielle Regierung in dem Bürgerkriegsland, die wiederum von Saudi-Arabien unterstützt wird, ist sehr schwach.

    Zerstörter Strassenzug im Jemen. (Archiv)
    Zerstörter Strassenzug im Jemen. (Archiv)
    Keystone/AP/Maad Al Zekri

    Zuletzt hatten die VAE im Jemen zunehmend eigene Interessen verfolgt. Die von ihnen unterstützten Separatisten nahmen in den vergangenen Wochen grosse Gebiete ein, die auch an Saudi-Arabien grenzen, was Riad unter Druck setzte.

    Am Dienstag gerieten die eigentlichen Verbündeten gefährlich aneinander, als ein von Saudi-Arabien angeführtes Militärbündnis den Hafen der jemenitischen Stadt Mukalla bombardierte und den Emiraten vorwarf, dort Waffen und Fahrzeuge für die Separatisten zu liefern, was Abu Dhabi zurückwies. Zugleich kündigten die VAE den Rückzug ihrer verbliebenen Einheiten an. Um wie viele Soldaten es sich handelte, blieb zunächst unklar.

    Am Freitag hatten die STC-Separatisten erklärt, ein Referendum zur «Selbstbestimmung des Südens» abhalten zu wollen. Die Abstimmung solle den Bewohner des Südens das Recht geben, über ihre politische Zukunft zu entscheiden. Die Separatisten streben bereits seit längerem eine Abspaltung südlicher und östlicher Gebiete vom Norden des Landes an.

    Jemen war bereits von 1967 bis zu einer Wiedervereinigung im Jahr 1990 geteilt. Ein unabhängiger Südjemen würde die regionale Konkurrenz zwischen den VAE und Saudi-Arabien, beispielsweise um strategische Häfen, Energieexporte und Handelsrouten, wohl weiter verschärfen.

  • 23.20 Uhr

    Berichte über neue Proteste in Teheran

    Die Proteste gegen die iranische Staatsführung sind Berichten zufolge in die Hauptstadt und Millionenmetropole Teheran zurückgekehrt.

    Demonstranten demonstrieren gegen die schlechten wirtschaftlichen Bedingungen in Teheran. (Archiv)
    Demonstranten demonstrieren gegen die schlechten wirtschaftlichen Bedingungen in Teheran. (Archiv)
    Keystone/ZUMA Press Wire

    In dem südlichen Stadtviertel Nasi Abad kam es zu Ausschreitungen, wie Aktivisten und Nutzer in den sozialen Medien berichteten. Auf Videos im Netz war zu sehen, wie Menschen durch die Strassen zogen und Slogans gegen die Führung der Islamischen Republik riefen. Bilder zeigten vereinzelt brennende Müllcontainer. Die Echtheit der Aufnahmen liess sich zunächst nicht verifizieren.

    In anderen Landesteilen gingen die Proteste Berichten zufolge weiter. Auch die staatliche Nachrichtenagentur Irna berichtete über Demonstrationen unter anderem in Ghom, Marwdascht, Maschhad und Hamedan. Zuletzt war es vor allem auf dem Land zu heftigen Ausschreitungen und Zusammenstössen zwischen Sicherheitskräften und Demonstranten gekommen. Mindestens zehn Menschen kamen laut Menschenrechtsaktivisten bisher ums Leben.

  • 19.45 Uhr

    Angelina Jolie besucht Grenzübergang nach Gaza

    Die US-Schauspielerin Angelina Jolie hat die ägyptische Seite des Grenzübergangs Rafah zum Gazastreifen besucht. Beim Ägyptischen Roten Halbmond verschaffte sie sich einen Überblick zu laufenden Hilfsmassnahmen für den abgeriegelten Küstenstreifen, wie es aus Kreisen der Hilfsorganisation hiess.

    Jolie sei vom zuständigen Gouverneur empfangen worden. Er habe sie bei ihrer Tour begleitet. Arabische Medien berichteten, dass auch ein Vertreter des US-Aussenministeriums anwesend war.

    Die amerikanische Schauspielerin und Filmproduzentin Angelina Jolie (M) steht während ihres Besuchs am Grenzübergang Rafah.
    Die amerikanische Schauspielerin und Filmproduzentin Angelina Jolie (M) steht während ihres Besuchs am Grenzübergang Rafah.
    Keystone/AP/Emad Elgebaly

    Den Informationen zufolge hat sie in einer symbolischen Geste dabei geholfen, Hilfsgüter für Gaza zusammenzupacken. Jolie bedankte sich demnach für die Bemühungen Ägyptens. Sie habe zudem die entscheidende Rolle der Freiwilligen und Mitarbeiter bei der effizienten Organisation und Verteilung der Hilfsgüter trotz der zahlreichen Herausforderungen gelobt.

  • 14.58 Uhr

    Jemen: Angriffe im Süden befeuern Sorge vor Eskalation

    Neue Angriffe im Süden des Jemen befeuern die Sorge vor einer weiteren Eskalation in dem Bürgerkriegsland.

    Saudische Kampfjets hätten Stellungen der von den Vereinigten Arabischen Emiraten unterstützten Separatisten des Südlichen Übergangsrats (STC) in der Provinz Hadramaut angegriffen, sagte ein STC-Sprecher der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Sieben Menschen seien getötet oder verwundet worden, hiess es.

    Anhänger des sogenannten Südlichen Übergangsrats (STC), einer Koalition separatistischer Gruppen, die den Staat Südjemen wiederherstellen wollen, halten eine südjemenitische Flagge während einer Kundgebung.
    Anhänger des sogenannten Südlichen Übergangsrats (STC), einer Koalition separatistischer Gruppen, die den Staat Südjemen wiederherstellen wollen, halten eine südjemenitische Flagge während einer Kundgebung.
    Keystone/AP/Uncredited

    Im Jemen war 2014 ein Bürgerkrieg ausgebrochen, als die vom Iran unterstützte Huthi-Miliz den Norden samt der Hauptstadt Sanaa gewaltsam einnahm. Nachbar Saudi-Arabien sieht die eigene Sicherheit durch die Huthi bedroht und begann 2015 mit Verbündeten, darunter auch die Vereinigten Arabischen Emirate, Ziele der Miliz zu bombardieren. Ziel war, die jemenitische Regierung zu unterstützen und den Einfluss der Huthi - und damit des Irans - im Land zurückzudrängen.

    Die Emirate verfolgen in dem Konflikt zunehmend eigene Interessen und unterstützen seit Jahren die STC-Separatisten, die eine Abspaltung südlicher und östlicher Gebiete vom Norden des Landes anstreben. Die Separatisten haben in den vergangenen Wochen grosse Gebiete im Osten eingenommen, die auch an Saudi-Arabien grenzen, wodurch Riad unter Druck geriet.

  • 13.09 Uhr

    Israel greift mehrere Ziele im Süden des Libanons an

    Das israelische Militär hat nach eigenen Angaben mehrere Ziele im Libanon angegriffen. Die Armee habe in mehreren Gebieten im Süden des Nachbarlandes auf Einrichtungen der Hisbollah gezielt, teilte das Militär mit.

    Dabei sei auch ein Gelände getroffen worden, das eine Eliteeinheit der vom Iran unterstützten Miliz zum Training nutze. Ein weiteres Ziel sei ein Gebäude gewesen, das der Hisbollah als Waffenlager gedient habe.

    Lokale Medien meldeten Dutzende Angriffe, Berichte über Opfer gab es zunächst nicht. Augenzeugen berichteten, über der Hauptstadt Beirut Kampfflugzeuge gesehen zu haben. Nach Angaben der libanesischen Nachrichtenagentur NNA wurden Kampfflugzeuge auch im Osten des Landes gesichtet.

  • Freitag, 2. Januar 2026 - 9.53 Uhr Uhr

    Proteste den sechsten Tag in Folge - Trump droht dem Iran

    US-Präsident Donald Trump hat sich in die seit mehreren Tagen laufenden Proteste im Iran eingeschaltet und mit einem Eingreifen gedroht.

    Wenn der Iran friedliche Demonstranten töte, «werden die Vereinigten Staaten von Amerika ihnen zu Hilfe kommen», schrieb Trump auf seiner Online-Plattform Truth Social. Was er konkret vorhat, liess der US-Präsident offen. (Archiv)
    Wenn der Iran friedliche Demonstranten töte, «werden die Vereinigten Staaten von Amerika ihnen zu Hilfe kommen», schrieb Trump auf seiner Online-Plattform Truth Social. Was er konkret vorhat, liess der US-Präsident offen. (Archiv)
    Keystone/AP/Evan Vucci

    Eine harsche Reaktion aus dem Iran folgte prompt. «Trump sollte wissen, dass eine Einmischung der USA in diese innere Angelegenheit die gesamte Region destabilisieren würde», schrieb Ali Laridschani, Generalsekretär des iranischen Sicherheitsrats, auf der Plattform X. Ali Schamchani, ein ranghoher Berater der Staatsführung, warnte ebenfalls auf X mit drastischen Worten: Jede eingreifende Hand, die sich unter dem Vorwand der Sicherheit nähere, werde abgeschnitten.

    Den sechsten Tag in Folge gehen im Iran wieder Menschen auf die Strasse. Es ist die grösste Protestwelle seit den landesweiten Aufständen unter dem Motto «Frau, Leben, Freiheit» vor rund drei Jahren. Noch ist offen, wie sich die Proteste weiter entwickeln und wie viele Menschen sich den Demonstrationen in dem Land mit knapp 90 Millionen Einwohnern anschliessen.

  • Donnerstag, 1. Januar 2026 - 14.16 Uhr

    Israel entzieht Dutzenden Hilfsorganisationen die Lizenz

    Ungeachtet von Protesten hat Israel Dutzenden internationalen Hilfsorganisationen die Lizenzen entzogen. Die israelischen Behörden haben für die Arbeit ab 1. Januar 2026 eine Registrierung gefordert, die viele Organisationen als gesetzeswidrig ablehnen.

    Sie müssen ihre Aktivitäten nach Angaben des Aussenministeriums bis März endgültig einstellen, dies betrifft auch Tätigkeiten im vom Krieg zwischen Israel und der Hamas weitgehend zerstörten Gazastreifen. Betroffen sind 37 Organisationen, unter anderem Ärzte ohne Grenzen und Oxfam.

    Der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Volker Türk, hatte Israels Vorgehen als «empörend» bezeichnet. Das israelische Aussenministerium hatte erklärt, die Registrierung diene dazu, «die Beteiligung terroristischer Elemente zu verhindern und die Integrität der humanitären Arbeit zu schützen».

  • 5.44 Uhr

    Netanjahu sieht Zukunft für Gaza – ohne Hamas

    Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hält eine stabilisierte Regierung in Gaza im neuen Jahr für möglich. «Wenn wir die Hamas entwaffnen, sei es mit einer internationalen Truppe oder mit anderen Mitteln, dann sehe ich eine andere Zukunft für Gaza», sagte Netanjahu dem US-Sender Fox News. Das sei der einzige verbleibende Schritt. Es gehe nicht darum, mit der islamistischen Palästinenserorganisation zu verhandeln. Aufgabe der Hamas sei es, «zu verschwinden, aufhören zu existieren. Und wissen Sie, wer das mehr als jeder andere will? Die Menschen in Gaza.»

    US-Präsident Donald Trump (r.) und der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu am Montag bei einer Pressekonferenz in Florida.
    US-Präsident Donald Trump (r.) und der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu am Montag bei einer Pressekonferenz in Florida.
    Bild: Keystone/AP Photo/Alex Brandon

    Nach einem Treffen am Montag mit US-Präsident Donald Trump in Florida hatte Netanjahu angekündigt, Trump werde den Israel-Preis erhalten – die höchste Auszeichnung des Landes, die noch nie an einen Menschen ohne israelische Staatsangehörigkeit verliehen worden sei. Trump solle für «seine herausragenden Verdienste» für Israel und das jüdische Volk geehrt werden.

  • 5.42 Uhr

    Netanjahu sieht viele Gemeinsamkeiten mit Trump bei Westjordanland

    Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sieht sich mit US-Präsident Donald Trump mit Blick auf die Friedensbemühungen in der Region auf einer Linie. Beide Seiten seien sich über den Wunsch nach Frieden in der Region einig, sagte Netanjahu dem US-Sender Fox News auf die Frage nach möglichen Meinungsverschiedenheiten mit Trump bezüglich des von Israel besetzten Westjordanlands. «Es ist eine Partnerschaft von Gleichgesinnten und Führungskräften.»

    US-Präsident Donald Trump (r.) und der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu am Montag beim Lunch in Trumps Club Mar-a-Lago in Florida.
    US-Präsident Donald Trump (r.) und der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu am Montag beim Lunch in Trumps Club Mar-a-Lago in Florida.
    Bild: Keystone/AP Photo/Alex Brandon

    Am Montag (Ortszeit) hatte Trump nach einem Treffen mit dem israelischen Premier auf die Frage, ob Israels Vorgehen im Westjordanland, einschliesslich der Gewalt durch Siedler, sein Ziel der Stabilisierung des Nahen Ostens untergrabe, gesagt, der israelische Premier und er stimmten in der Westjordanlandfrage nicht «hundertprozentig» überein. Netanjahu werde aber «das Richtige» tun.

    Netanjahu sagte nun: «Ich denke, es gibt viele Gemeinsamkeiten, denn wir wollen beide eine Zukunft, in der dieses Gebiet nicht für Terroranschläge genutzt wird.» Es sei in dieser Hinsicht schon viel erreicht worden. Es solle dort auch viel Infrastruktur sowohl für Israel als auch für die palästinensischen Nachbarn aufgebaut werden.

  • Mittwoch, 31. Dezember 2025, 4.30 Uhr

    Schweiz fordert ungehinderte humanitäre Hilfe in Gaza

    Die Schweiz hat die israelischen Behörden aufgefordert, einen ungehinderten Zugang für humanitäre Hilfe in Gaza zu gewährleisten. Aussenminister Ignazio Cassis unterschrieb eine vom Vereinigten Königreich initiierte Ministererklärung mit. Diese fordert unter anderem, dass internationale Nichtregierungsorganisationen im Gazastreifen tätig sein können, wie das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) auf seiner Website schrieb. Die Vereinten Nationen und ihre Partner sollen zudem ihre Arbeit fortsetzen können.

  • 4 Uhr

    USA verteidigen Israels Anerkennung von Somaliland als Staat

    Die USA haben Israel gegen Kritik an der Anerkennung der ostafrikanischen Republik Somaliland als unabhängigen Staat verteidigt. Bei einer Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrats in New York zu dem Thema warf die stellvertretende US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Tammy Bruce, den Ratsmitgliedern Doppelmoral vor. Mehrere Länder hätten Anfang des Jahres «einseitig» einen «nicht existierenden palästinensischen Staat» anerkannt, ohne dass eine Dringlichkeitssitzung einberufen worden sei.

    Die stellvertretende US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Tammy Bruce, am Montag in New York. 
    Die stellvertretende US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Tammy Bruce, am Montag in New York. 
    Bild: Keystone/EPA/Kena Betancur

    «Israel hat das gleiche Recht auf diplomatische Beziehungen wie jeder andere souveräne Staat», sagte Bruce. Israel hatte am vergangenen Freitag als weltweit erstes Land die Republik Somaliland als souveränen Staat anerkannt. Somaliland, eine muslimische Region im Norden Somalias mit nur wenigen Millionen Einwohnern, ist seit mehr als drei Jahrzehnten praktisch unabhängig. Israels Anerkennung der Region als souveräner Staat erfolgte kurz bevor Somalia turnusgemäss die Präsidentschaft im UN-Sicherheitsrat übernimmt.

    Somalia verurteilte Israels Schritt bei der Sicherheitsratssitzung als Angriff auf seine territoriale Integrität. Die Region Somaliland sei rechtlich nicht befugt, ohne die Regierung in Mogadischu internationale Vereinbarungen einzugehen. Zum Vergleich der USA mit der Anerkennung eines palästinensischen Staates auch durch einige Ratsmitglieder, sagte der Vertreter Sloweniens, es handele sich dabei um ein illegal besetztes Gebiet. Somaliland hingegen sei Teil eines UN-Mitgliedsstaats. Seine Anerkennung verstosse gegen die UN-Charta.

    Die Doppelmoral und «falsche Fokussierung» des UN-Sicherheitsrats lenke von seiner Aufgabe ab, den internationalen Frieden und die internationale Sicherheit zu wahren, argumentierte dagegen die stellvertretende UN-Botschafterin der USA. Ihr Land kündigte keine Anerkennung Somalilands als unabhängiger Staat an. Es gebe keine Änderung der US-Politik diesbezüglich, fügte Bruce hinzu.

  • 3.40 Uhr

    Trump droht Iran mit Militärangriffen

    US-Präsident Donald Trump unterstützt israelische Angriffe auf den Iran, sollte das Land ein Abkommen ablehnen und seine Raketen- und Atomprogramme fortsetzen. Er befürworte einen Schlag, falls der Iran weiter Raketen baue, sagte Trump bei einem Treffen mit dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu in seiner Residenz Mar-a-Lago in Florida. Noch dringlicher ist aus Sicht des Republikaners ein Eingreifen, falls diplomatische Versuche scheitern und der Iran sein Nuklearprogramm fortsetzt. «Wir werden es sofort tun», sagte er zu möglichen Angriffen in dem Fall und stellte damit eine US-Beteiligung in Aussicht. Kurz zuvor hatte Trump gesagt, man werde dem Iran harte Schläge versetzen, sollte Teheran wieder aufrüsten.

    US-Präsident Donald Trump (r.) empfing am Montag den israelischen Premierminister Benjamin Netanjahu in Florida. 
    US-Präsident Donald Trump (r.) empfing am Montag den israelischen Premierminister Benjamin Netanjahu in Florida. 
    Bild: Keystone/AP Photo/Alex Brandon

    Ein wichtiger Berater von Irans oberstem Führer Ali Chamenei schrieb in einem Post auf der Plattform X, die Raketenkapazität und Verteidigung des Irans könnten nicht beschränkt werden und bedürften keiner Erlaubnis. Ali Schamchani warnte: «Jede Aggression wird mit einer sofortigen harten Reaktion beantwortet, die jenseits der Vorstellungskraft ihrer Planer liegt.»

    Israel hatte im Juni zwölf Tage lang Krieg gegen den Iran geführt und gemeinsam mit den USA zentrale Atomanlagen bombardiert. Der Grundkonflikt der Erzfeinde besteht trotz einer Waffenruhe fort – eine diplomatische Lösung ist nicht in Sicht. Zuletzt gab es in beiden Ländern zunehmend Berichte über einen möglichen Neubeginn des Kriegs. Nach israelischen Informationen arbeitet Teheran intensiv am Wiederaufbau seines Raketenarsenals, durch das der jüdische Staat sich stark bedroht sieht, ebenso durch das iranische Atomprogramm.

  • Dienstag, 30. Dezember 2025, 3.29 Uhr

    UN-Chef Guterres sieht Welt zum Jahreswechsel an Scheideweg

    Angesichts von Kriegen und Klimawandel sieht UN-Generalsekretär António Guterres die Welt zum Jahreswechsel an einem Scheideweg. «Chaos und Unsicherheit umgeben uns. Spaltung. Gewalt. Klimakollaps. Und systematische Verstösse gegen das Völkerrecht», heisst es in seiner Neujahrsbotschaft für 2026. «Eine sicherere Welt beginnt damit, mehr in den Kampf gegen Armut zu investieren und weniger in Kriege.»

    Guterres sagte weiter, Menschen stellten sich überall die Frage, ob die politisch Verantwortlichen überhaupt noch zuhörten und bereit seien zu handeln. Die Ausmasse des menschlichen Leids seien niederschmetternd. Mehr als ein Viertel der Menschheit lebt den Angaben zufolge in von Konflikten betroffenen Gebieten. Weltweit benötigten mehr als 200 Millionen Menschen humanitäre Hilfe.

    Zugleich seien die weltweiten Militärausgaben auf 2,7 Billionen Dollar gestiegen – und damit 13 Mal höher als die Ausgaben für Entwicklungshilfe, sagte Guterres. Die Höhe der Militärausgaben entspreche dem Bruttoinlandsprodukt des Kontinents Afrika. Sie würden sich – wenn die aktuellen Trends anhielten – bis 2035 sogar auf 6,6 Billionen Dollar erhöhen.

    «Es ist klar, dass die Welt die Ressourcen hat, um Leben zu verbessern, den Planeten zu heilen und eine Zukunft des Friedens und der Gerechtigkeit zu sichern», sagte Guterres. «Unsere Zukunft hängt von unserem gemeinsamen Mut zum Handeln ab.»

  • 19.56 Uhr

    Trump bekräftigt bei Treffen mit Netanjahu Forderung nach Hamas-Entwaffnung

    US-Präsident Donald Trump hat den israelischen Regierungschef Benjamin Netanjahu am Montag zu einem Gespräch über die Waffenruhe im Gazastreifen in seiner Privatresidenz Mar-a-Lago in Florida empfangen. Zum Auftakt des Treffens bekräftigte Trump seine Forderung nach einer Entwaffnung der radikalislamischen Hamas. «Es muss eine Entwaffnung der Hamas geben», sagte der US-Präsident.

    Die radikalislamische Palästinenserorganisation hatte kurz zuvor betont, dass sie ihre Waffen nicht abgeben werde. Die Entwaffnung der Hamas ist zentraler Bestandteil der zweiten Phase des Waffenruhe-Plans der USA für den Gazastreifen.

    Es ist bereits der fünfte Besuch des israelischen Regierungschefs in den USA in diesem Jahr.
    Es ist bereits der fünfte Besuch des israelischen Regierungschefs in den USA in diesem Jahr.
    KEYSTONE/Alex Brandon

    Bei dem Treffen in Florida will Netanjahu der israelischen Regierungssprecherin Schosch Bedrosian zufolge neben dem Gaza-Plan aber auch über die «Gefahr» durch den Iran für den Nahen Osten und die USA sprechen. In den vergangenen Wochen hatten israelische Medien und Politiker wiederholt darauf verwiesen, dass der Iran seine militärischen Fähigkeiten wieder ausbaue, die durch den Zwölf-Tage-Krieg mit Israel im Juni deutlich verringert worden waren.

  • 15.45 Uhr

    Wintersturm verschärft Leid der Menschen in Gaza

    Ein heftiger Wintersturm hat das Leid für Hunderttausende Palästinenser im weitgehend kriegszerstörten Gazastreifen weiter verschärft.

    In viele der Zelte, in denen die nach zwei Jahren Krieg geschwächten Menschen Schutz vor Kälte und Regen suchen, drang Wasser ein. Manche wurden von Sturmböen zerrissen, wie die palästinensische Nachrichtenagentur Wafa berichtete. Zelte, die in Strandnähe standen, wurden nach einem Bericht des arabischen Nachrichtensenders Al Dschasira durch hohe Wellen zerstört. Nach Angaben des Zivilschutzes kamen eine Frau und ein Kind ums Leben.

    «Das Wasser drang noch vor Sonnenaufgang in unser Zelt ein. Binnen Minuten war alles überflutet – die Matratzen, die Decken und die Kleidung unserer Kinder», sagte Khaled Abu Labda der Deutschen Presse-Agentur (dpa). «Den Rest der Nacht verbrachten wir stehend in der Kälte, weil wir nirgendwo anders hingehen konnten», klagte der 41-Jährige aus Deir al-Balah, das im zentralen Abschnitt des Gazastreifens liegt. Aischa al-Nadschar äusserte sich verzweifelt: «Wir haben monatelange Bombardierungen überlebt, aber jetzt macht uns der Regen fertig.»

  • 12.28 Uhr

    Fristablauf: Sorge vor neuer Eskalation im Libanon

    Der Libanon steuert mit dem Jahresende auf eine Phase der Ungewissheit mit einer möglichen neuen Eskalation zu. Am 31. Dezember, also Mittwoch dieser Woche, läuft eine wichtige Frist aus zur geforderten Entwaffnung der vom Iran unterstützten Hisbollah-Miliz. Auch die libanesische Regierung hat sich nach Druck der USA und Israels darauf geeinigt, die erste wichtige Phase der Entwaffnung bis Jahresende zu vollziehen.

    Konkrete Schritte in diese Richtung sind allerdings nicht sichtbar. Hisbollah-Chef Naim Kassim bezeichnete die Pläne als «Entwaffnungs-Projekt» der USA und Israels. «Wir werden uns nicht ergeben, und wir werden unser Land verteidigen», sagte Kassim in einer im Fernsehen übertragenen Ansprache. Die Hisbollah habe sich anders als Israel an die Bedingungen der geltenden Waffenruhe gehalten.

    Libanesische Rettungskräfte untersuchen ein Auto, das am 22. Dezember 2025 in Aatqanit im Südlibanon von einer israelischen Drohne getroffen wurde. Laut der libanesischen Nachrichtenagentur wurden dabei drei Menschen getötet.
    Libanesische Rettungskräfte untersuchen ein Auto, das am 22. Dezember 2025 in Aatqanit im Südlibanon von einer israelischen Drohne getroffen wurde. Laut der libanesischen Nachrichtenagentur wurden dabei drei Menschen getötet.
    KEYSTONE

    Die Hisbollah und Israel lieferten sich nach Beginn des Gaza-Kriegs im Oktober 2023 einen parallel laufenden Krieg, in dem die Hisbollah und ihr wichtigster Unterstützer Iran stark geschwächt wurden. Trotz einer inzwischen geltenden Waffenruhe greift Israels Militär fast täglich im Libanon mit dem erklärten Ziel an, die Bedrohung durch die Miliz zu verringern. Seit Inkrafttreten der Waffenruhe wurden im Libanon mehr als 300 Menschen getötet, nach UN-Angaben darunter mehr als 100 Zivilisten.

  • 4.30 Uhr

    Netanjahu bei Trump in Florida

    US-Präsident Donald Trump spricht am heutigen Montag mit dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu über die Zukunft des Gazastreifens. Es soll bei ihrem Treffen um die nächsten Schritte des von den USA vorangetriebenen Plans zur dauerhaften Beendigung des Gaza-Kriegs gehen. Die Zusammenkunft in Trumps Residenz Mar-a-Lago in Florida ist bereits das sechste Treffen der Politiker in diesem Jahr.

    Palästinenser*innen in einem Übergangslager für Vertriebene am Strand nahe des Hafens von Gaza-Stadt. (28. Dezember 2025)
    Palästinenser*innen in einem Übergangslager für Vertriebene am Strand nahe des Hafens von Gaza-Stadt. (28. Dezember 2025)
    Bild: Keystone/AP Photo/Jehad Alshrafi
  • Montag, 29. Dezember 2025, 4.21 Uhr

    Huthi: Israels Präsenz in Somaliland wäre militärisches Ziel

    Der Anführer der vom Iran unterstützten Huthi-Miliz droht Israel nach dessen Anerkennung von Somaliland als souveränen Staat. «Jegliche israelische Präsenz in Somaliland wird von unseren Streitkräften als militärisches Ziel betrachtet, da sie eine Aggression gegen Somalia und den Jemen sowie eine Bedrohung für die Sicherheit der Region darstellt», sagte Abdul-Malik al-Huthi in einer Erklärung. Israel hatte am Freitag als weltweit erstes Land die Republik Somaliland als souveränen Staat anerkannt. Somalia lehnt die Anerkennung seiner abtrünnigen Region im Norden entschieden ab.

    Die nur wenige Millionen Einwohner zählende ostafrikanische Republik ist seit mehr als drei Jahrzehnten praktisch unabhängig. Israelische Medien verwiesen darauf, dass Somaliland unweit der strategisch wichtigen Meeresenge Bab al-Mandab liegt, wo es immer wieder zu Angriffen der Huthi-Miliz auf internationale Handelsschiffe mit mutmasslichem Bezug zu Israel gekommen war. Die «Times of Israel» schrieb, ein Zugang zu Somaliland würde es Israel erleichtern, Angriffe gegen die Miliz durchzuführen und sie zu überwachen.

    Nach Beginn des Gaza-Kriegs hatte die Huthi-Miliz in Solidarität mit der islamistischen Terrororganisation Hamas Israel immer wieder auch direkt mit Raketen und Drohnen angegriffen. Israels Luftwaffe griff im Gegenzug Ziele der Miliz im 2000 Kilometer entfernten Jemen an. Seit Beginn der Waffenruhe in Gaza am 10. Oktober liessen auch die Huthi-Rebellen die Waffen schweigen. Nach Israels Anerkennung von Somaliland als Staat erklärte ihr Anführer nun, man werde nicht hinnehmen, dass ein Teil Somalias dem Feind Israel als Stützpunkt diene.

    Menschen in Sanaa versammeln sich vor einem riesigen Bildschirm, auf dem Abdul-Malik al-Huthi, der Anführer der vom Iran unterstützten Huthi-Miliz, zu sehen ist. (28. Dezember 2025) 
    Menschen in Sanaa versammeln sich vor einem riesigen Bildschirm, auf dem Abdul-Malik al-Huthi, der Anführer der vom Iran unterstützten Huthi-Miliz, zu sehen ist. (28. Dezember 2025) 
    Bild: Keystone/EPA/Yahya Arhab

    Der UN-Sicherheitsrat kommt wegen Israels Schritt heute zu einer Dringlichkeitssitzung zusammen. Zuvor hatten 21 überwiegend muslimische Länder in einer gemeinsamen Erklärung vor «schwerwiegenden Folgen» des beispiellosen Vorgehens Israels für «den Frieden und die Sicherheit am Horn von Afrika und im Roten Meer» sowie für die internationale Sicherheit gewarnt. 

  • Freitag, 26. Dezember 2025 - 1.45 Uhr

    Erneut tödlicher Zwischenfall im Gazastreifen

    Israels Militär hat nach eigenen Angaben erneut zwei Palästinenser im Gazastreifen getötet. «Zwei Terroristen» hätten im Süden des abgeriegelten Küstenstreifens die sogenannte gelbe Linie überschritten und sich den israelischen Truppen genähert, teilte die Armee mit. Die beiden hätten «eine unmittelbare Bedrohung» dargestellt und seien deshalb nach ihrer Identifizierung «eliminiert» worden. Im Rahmen der Vereinbarung über eine Waffenruhe würden israelische Truppen auch weiterhin im Süden des Gazastreifens stationiert bleiben, um unmittelbare Bedrohungen zu beseitigen.

    Israelische Soldaten im Süden des Gazastreifens (Archivbild). 
    Israelische Soldaten im Süden des Gazastreifens (Archivbild). 
    Bild: Keystone/dpa/Ilia Yefimovich
  • Mittwoch, 24. Dezember 2025, 19.56 Uhr

    Kritik an Schaffung 19 neuer Siedlungen im Westjordanland

    Der vom israelischen Kabinett gebilligte Bau von 19 neuen Siedlungen im Westjordanland stösst bei westlichen Staaten auf heftige Kritik. Eine Gruppe von Staaten, darunter Deutschland, verurteilte den Schritt als Verstoss gegen das Völkerrecht. Er berge auch die Gefahr, die Instabilität in der Region zu verschärfen und die Bemühungen um ein Ende des Gaza-Krieges zu untergraben sowie die Aussichten auf langfristigen Frieden und Sicherheit in der gesamten Region zu beeinträchtigen.

    In der unter anderem vom Auswärtigen Amt veröffentlichten Erklärung von Belgien, Kanada, Dänemark, Frankreich, Italien, Island, Irland, Japan, Malta, den Niederlanden, Norwegen, Spanien, Grossbritannien und Deutschland wird Israel aufgefordert, die Entscheidung rückgängig zu machen.

    Westliche Staaten kritisieren den Siedlungsbau im Westjordanland. (Archivbild)
    Westliche Staaten kritisieren den Siedlungsbau im Westjordanland. (Archivbild)
    dpa
  • Dienstag, 23. Dezember 2025, 0.10 Uhr

    Schwere Gefechte zwischen syrischen Truppen und kurdischen Kämpfern

    In der syrischen Stadt Aleppo haben sich Regierungstruppen und kurdische Kämpfer schwere Gefechte geliefert. Anwohner berichteten der Deutschen Presse-Agentur, dass schwere Waffen eingesetzt worden seien. Die staatliche Nachrichtenagentur Sana berichtete unter Berufung auf das Innenministerium, zwei Zivilisten seien getötet und mindestens 15 weitere verletzt worden. Die von der Kurdenmiliz YPG angeführten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) sprachen von einer getöteten Frau und 17 weiteren verletzten Zivilisten.

    Auf einem Bild der syrischen Nachrichtenagentur SANA ist ein brennendes Gebäude in Aleppo zu sehen. (22. Dezember 2025)
    Auf einem Bild der syrischen Nachrichtenagentur SANA ist ein brennendes Gebäude in Aleppo zu sehen. (22. Dezember 2025)
    Bild: SANA via AP

    Die SDF hätten Stellungen der Sicherheitskräfte angegriffen, erklärte das Verteidigungsministerium in Damaskus. Es wies Vorwürfe der SDF zurück, die Regierungstruppen hätten deren Stellungen angegriffen. Die Armee habe lediglich auf das Feuer reagiert.

    Die SDF erklärten, regierungsnahe Kämpfer hätten einen Kontrollpunkt angegriffen. Sie bezeichneten den Vorfall als Teil einer «unkontrollierten Eskalation», die das Leben von Zivilisten und die Sicherheit der gesamten Stadt bedrohe, und machten die Regierung in Damaskus dafür verantwortlich.

    Dutzende Menschen hätten Augenzeugen zufolge die Gegend aus Sorge vor einer weiteren Eskalation verlassen. Die staatliche Nachrichtenagentur berichtete, dass auch ein Rettungswagen unter Beschuss geraten sei. Mehrere Personen seien verletzt worden.

  • 19.45 Uhr

    Bericht: US-Regierung verschickt Gaza-Plan an potenzielle Investoren

    Die US-Regierung hat offenbar einen umfassenden Plan für den Wiederaufbau des Gazastreifens an potenzielle Geldgeber übermittelt. Das berichtet das Wall Street Journal unter Berufung auf eine 32-seitige Präsentation aus Regierungskreisen. Darin legt die Administration von Präsident Donald Trump dar, wie der Gazastreifen nach ihren Vorstellungen neu gestaltet werden soll. Vorgesehen ist eine Beteiligung der USA, Ägyptens, der Türkei sowie privater Investoren. Auch Geschäftsleute aus dem Umfeld Trumps sollen Interesse bekundet haben. Die Gesamtkosten werden auf mehr als 100 Milliarden US-Dollar geschätzt.

    Dem Papier zufolge ist ein mehrstufiges Vorgehen geplant. Zunächst sollen Kriegsschäden beseitigt und Blindgänger geräumt werden, während die Bevölkerung vorübergehend in provisorischen Unterkünften untergebracht wird. In einer zweiten Phase soll der Wiederaufbau beginnen, mit einem Schwerpunkt auf Wohnraum, Schulen und medizinischen Einrichtungen. Zudem ist vorgesehen, den Regierungssitz von Gaza-Stadt nach Rafah zu verlegen.

    In einem weiteren Schritt sollen unter anderem Luxusresorts, ein Hochgeschwindigkeits-Schienennetz sowie ein KI-gestütztes Stromnetz entstehen. Die US-Regierung und mit ihr verbundene Akteure erhoffen sich davon langfristig Einnahmen, insbesondere aus dem Tourismussektor.

  • 13.46 Uhr

    Israels Regierung genehmigt 19 neue Siedlungen im Westjordanland

    Im von Israel besetzten Westjordanland soll die Zahl der umstrittenen israelischen Siedlungen weiter zunehmen: Das israelische Sicherheitskabinett hat der Gründung von 19 neuen Siedlungen zugestimmt. Ein entsprechender Vorschlag des rechtsextremen Finanzministers Bezalel Smotrich und von Verteidigungsminister Israel Katz sei vom Sicherheitskabinett angenommen worden, teilte Smotrichs Büro am Sonntag mit. Die Zahl der seit drei Jahren genehmigten Siedlungen in dem Palästinensergebiet stieg damit auf 69.

    Die erneute Ausweitung des israelischen Siedlungsbaus soll laut Smotrich die Gründung eines Palästinenserstaats verhindern. Die Schaffung eines eigenen Staates für die Palästinenser wird von zahlreichen Staaten rund um den Globus unterstützt. Die rechtsgerichtete israelische Regierung sieht in einem Palästinenserstaat jedoch eine Bedrohung für die Sicherheit Israels.

    Israel hält das Westjordanland seit Ende des Sechstagekriegs von 1967 besetzt. In dem Gebiet leben rund drei Millionen Palästinenser und etwa 500'000 Israelis. Nach internationalem Recht sind alle israelischen Siedlungen in dem Palästinensergebiet illegal. Einige Aussenposten gelten auch nach israelischem Recht als illegal, viele davon wurden jedoch von den israelischen Behörden legalisiert.

  • Sonntag, 21. Dezember 2025 - 8.00 Uhr

    Friedensplan in Gaza stockt – Entwaffnung der Hamas als Hürde

    Die nun anstehende zweite Phase des 20-Punkte-Plans von US-Präsident Donald Trump sieht eine Entwaffnung der Hamas und die Einsetzung einer internationalen Stabilisierungstruppe (ISF) vor. Die Terrororganisation lehnt es jedoch strikt ab, ihre Waffen niederzulegen.

    Laut einer Umfrage des Palästinensischen Zentrums für Politik und Meinungsforschung in Ramallah lehnen rund 70 Prozent der Palästinenser die im Friedensplan Trumps vorgesehene Entwaffnung der Hamas ab. Besonders im Westjordanland ist die Ablehnung mit 80 Prozent hoch, während sie im vom Krieg gezeichneten Gazastreifen bei 55 Prozent liegt.

    Der lateinische Patriarch von Jerusalem, Kardinal Pierbattista Pizzaballa (Mitte), trifft am Sonntag vor Weihnachten in der lateinischen Kirche in Gaza-Stadt ein.
    Der lateinische Patriarch von Jerusalem, Kardinal Pierbattista Pizzaballa (Mitte), trifft am Sonntag vor Weihnachten in der lateinischen Kirche in Gaza-Stadt ein.
    KEYSTONE/MOHAMMED SABER

    Die humanitäre Lage in dem blockierten Gebiet hat sich zwar seit der Waffenruhe etwas verbessert, doch insgesamt bleibt die Situation prekär. Nach jüngsten Angaben des UN-Nothilfebüros Ocha sind mehr als 80 Prozent der Gebäude in dem Küstenstreifen am Mittelmeer zerstört oder beschädigt. Zahlreiche Menschen, die ihre Häuser verloren haben, hausen weiter in Zeltlagern und sind dabei winterlichem Wetter ausgesetzt.

    Es ist unklar, wie die nächste Phase umgesetzt werden soll. Und damit ist auch offen, ob sich die Lage dauerhaft stabilisieren lässt.

  • Freitag, 19. Dezember 2025 - 15.13 Uhr

    Keine Hungersnot mehr in Gaza - aber Krise hält an

    Der Gazastreifen ist aus Sicht von Fachleuten nicht mehr von einer Hungersnot betroffen. Doch trotz des Friedensplanes und der verstärkten Hilfslieferungen bleibe die Lage in dem Gebiet kritisch, hiess es von der IPC-Initiative (Integrated Food Security Phase Classification), die Nahrungskrisen in aller Welt beobachtet. Israel wies den Bericht zurück.

    Die Lage sei wegen des im Oktober in Kraft getretenen Friedensplanes besser als zuvor, hiess es von der Initiative. Der bewaffnete Konflikt sei stark zurückgegangen. Die Versorgung mit humanitären und kommerziellen Nahrungsmittel-Lieferungen habe sich verbessert.

    Dennoch sei die Bevölkerung des Gazastreifens stark von akuter Mangelernährung und Ernährungsunsicherheit betroffen, betonte die Initiative: «Obwohl humanitäre Hilfe, inklusive Nahrungsmittelhilfe, zugenommen hat, werden nur die grundlegendsten Bedürfnisse zum Überleben abgedeckt.»

    Israels Aussenministerium kritisierte den neuen Bericht als «verzerrt». So werde darin ignoriert, dass derzeit täglich im Schnitt zwischen 600 und 800 Lkw mit Hilfslieferungen in den Gazastreifen kämen. 600 Transporter am Tag sind Teil der Waffenruhe-Vereinbarung, die seit mehr als zwei Monaten gilt.

    Die für Palästinenserangelegenheiten zuständige israelische Behörde Cogat sagte: «Diese Mengen übersteigen den Ernährungsbedarf der Bevölkerung im Gazastreifen». Sie sprach von «gravierende Lücken in der Datenerhebung» des IPC-Berichts. Es gebe keine akute Ernährungsunsicherheit im Gazastreifen. Israel hatte im Sommer nach der Veröffentlichung des damaligen IPC-Berichts auch erklärt, dass es keine Hungersnot in Gaza gebe.

  • 19.08 Uhr

    Israel unterzeichnet Vertrag mit Berlin über Raketenabwehr-Erweiterung

    Deutschland und Israel haben israelischen Angaben zufolge einen Vertrag für die Erweiterung des Raketenabwehrsystems Arrow 3 unterschrieben. Das teilte Israels Aussenministerium mit. Zuvor hatte am Mittwoch der Haushaltsausschuss des Bundestages Geld dafür bewilligt. Israels Verteidigungsministerium sprach von Kosten in Höhe von umgerechnet rund 2,6 Milliarden Euro. Die Zeremonie zur Unterzeichnung habe in Deutschland stattgefunden.

    Der Aufbau des in Israel beschafften Systems ist eine Reaktion auf die Bedrohung durch Russland. Das Verteidigungssystem kann feindliche Raketen ausserhalb der Atmosphäre im beginnenden Weltraum durch einen direkten Treffer zerstören - eine Fähigkeit, die es in der Bundeswehr bisher nicht gibt.

    Israelischen Angaben zufolge beläuft sich der Gesamtwert der beiden Abkommen auf umgerechnet rund 5,7 Milliarden Euro. Es handle sich um das grösste Rüstungsgeschäft in der Geschichte des jüdischen Staats.

  • Donnerstag, 18. Dezember 2025, 4.30 Uhr

    Ex-SVP-Nationalrat Claudio Zanetti in Hinwil ZH vor Gericht

    Der ehemalige SVP-Nationalrat Claudio Zanetti muss sich heute Donnerstag vor dem Bezirksgericht Hinwil im Zürcher Oberland verantworten. Er ist angeklagt, weil er auf der Plattform X einen Beitrag eines israelischen Armeesprechers teilte. Im Januar 2024 re-postete Zanetti einen Beitrag eines israelischen Armeesprechers. Das Bild zeigt eine Faust mit Israel-Logo, welches ein Hakenkreuz in Palästina-Farben zerschlägt. Darüber stand «Nie wieder ist jetzt, komme was wolle.» Hintergrund ist der Angriff der Hamas auf Israel im Oktober 2023.

    Diesen Beitrag habe Zanetti kommentarlos und ohne kritische Einordnung geteilt, wirft ihm die Staatsanwaltschaft vor. Damit habe er in Kauf genommen, dass die palästinensische Volksgruppe durch die Gleichsetzung mit dem Nationalsozialismus herabgesetzt werde. Zudem werde mit dem Bild zu ihrer Bekämpfung aufgefordert.

    Ex-SVP-Nationalrat Claudio Zanetti. (Archivbild)
    Ex-SVP-Nationalrat Claudio Zanetti. (Archivbild)
    Bild: Keystone/Melanie Duchene

    Dafür soll Zanetti wegen Diskriminierung und Aufruf zu Hass verurteilt und mit einer bedingten Geldstrafe belangt werden. Die Staatsanwaltschaft fordert 30 Tagessätze zu 80 Franken sowie eine Busse von 600 Franken.

    Parteikollegen kritisierten nach Bekanntwerden der Anklage das Strafverfahren. Man müsse Zanettis Aussagen nicht unterstützen, sagte etwa SVP-Kantonsrat Ueli Bamert im Februar im Kantonsparlament. «Aber die Toleranzschwelle liegt bei SVP-Politikern ganz offensichtlich tiefer als bei anderen.» Die SVP wehre sich gegen die «Verpolitisierung des Justizapparats».

  • Montag, 15. Dezember 2025, 4.40 Uhr

    22 Festnahmen bei Protesten gegen Konzert in Amsterdam

    Bei Protesten gegen einen Auftritt des israelischen Armeekantors Schai Abramson in Amsterdam sind nach Angaben der niederländischen Polizei am Sonntag 22 Menschen festgenommen worden.

    Wie die Polizei mitteilte, hatten sich am Abend mehrere hundert Menschen vor dem renommierten Concertgebouw versammelt. Die Polizei habe mehrmals eingegriffen, «um die Demonstranten auf Distanz zu halten und die öffentliche Ordnung aufrechtzuerhalten». Als Demonstranten Rauchbomben zündeten, setzten die Polizisten den Angaben zufolge Schlagstöcke ein. Ein Beamter habe bei den Zusammenstössen leichte Verletzungen erlitten, erklärte die Polizei. Den 22 Festgenommenen werden demnach Verstösse gegen das Versammlungsgesetz, der Besitz von Feuerwerkskörpern und Widerstand gegen ihre Festnahme zur Last gelegt.

    Protest am Sonntag vor dem Royal Concertgebouw in Amsterdam.
    Protest am Sonntag vor dem Royal Concertgebouw in Amsterdam.
    Bild: Keystone/EPA/Ramon Van Flymen

    Abramson sollte ursprünglich am Sonntagnachmittag beim alljährlichen Konzert zum jüdischen Lichterfest Chanukka im Concertgebouw auftreten. Wegen seiner Verbindungen zur israelischen Armee gab es jedoch Proteste gegen seinen Auftritt. Seine Teilnahme an dem grossen Konzert am Nachmittag wurde daraufhin abgesagt, er trat aber bei zwei kleineren Konzerten am Abend auf.

  • 16.12 Uhr

    Uno: Siedlungsbau im Westjordanland deutlich ausgeweitet

    Im Westjordanland sind nach Angaben der Vereinten Nationen im Jahr 2025 deutlich mehr israelische Siedlungen gebaut worden als noch im Vorjahr. Seit Jahresbeginn seien 47'390 Wohneinheiten entwickelt, genehmigt oder öffentlich ausgeschrieben worden, hiess es in einem am Freitag von UN-Generalsekretär António Guterres veröffentlichten Bericht, welcher der Nachrichtenagentur AFP vorlag. Im Jahr 2024 seien es hingegen 26'170 gewesen.

    Die diesjährige Anzahl neuer Siedlungen war demnach die grösste, seit die Uno im Jahr 2017 begonnen hat, diesen jährlichen Wert zu erheben. Von 2017 bis 2022 wurden die israelischen Siedlungen laut den UN-Erhebungen jährlich im Schnitt um 12'815 neue Wohneinheiten erweitert.

    UN-Generalsekretär Guterres erklärte zu den Zahlen, die Entwicklung festige die «unrechtmässige Besetzung durch Israel weiter». Sie untergrabe «das Selbstbestimmungsrecht des palästinensischen Volkes». Guterres verurteilte zudem die «anhaltende Eskalation» im Westjordanland. Seine Kritik richtete er insbesondere gegen Einsätze der israelischen Armee. Dabei sei «eine grosse Anzahl» an Menschen getötet, Anwohner vertrieben sowie Wohnhäuser und weitere Infrastruktur zerstört worden.

    Palästinensische Studenten warten am Strassenrand, während israelische Soldaten am 10. Dezember 2025 in der Nähe der Siedlung Kiryat Arba in Hebron mit einem gepanzerten Fahrzeug den Zugang blockieren.
    Palästinensische Studenten warten am Strassenrand, während israelische Soldaten am 10. Dezember 2025 in der Nähe der Siedlung Kiryat Arba in Hebron mit einem gepanzerten Fahrzeug den Zugang blockieren.
    Bild: IMAGO/Middle East Images/Mosab Shawer

    Israel hält das Westjordanland seit Ende des Sechstagekriegs im Jahr 1967 besetzt. Seit Beginn des Gaza-Kriegs vor zwei Jahren hat die Gewalt auch im Westjordanland deutlich zugenommen. Seither wurden im Westjordanland mehr als 1000 Palästinenser von israelischen Soldaten oder Siedlern getötet, wie eine AFP-Zählung auf Basis von Daten der palästinensischen Gesundheitsbehörden ergab. Im selben Zeitraum wurden nach Behördenangaben mindestens 44 Israelis getötet.

  • 15.26 Uhr

    Israel tötet hochrangigen Hamas-Kommandeur im Gazastreifen

    Das israelische Militär hat nach eigenen Angaben einen hochrangigen Kommandeur der Hamas im Gazastreifen getötet. In den vergangenen Monaten sei der Terrorist im Einsatz gewesen, um die Fähigkeiten der Hamas und deren Waffenproduktion wieder herzustellen, teilte die Armee mit. Um wen es sich genau handelte, blieb in der Mitteilung offen.

  • 15.06 Uhr

    Abbas stellt Wahlen erst nach Ende des Gaza-Kriegs in Aussicht

    Der palästinensische Präsident Mahmoud Abbas hat Hoffnungen auf seit Jahren überfällige Wahlen gedämpft. Präsidentschafts- und Parlamentswahlen sollten binnen eines Jahres nach Ende des Gaza-Kriegs abgehalten werden, sagte Abbas der palästinensischen Nachrichtenagentur Wafa zufolge am Freitag in Rom.

    Die italienische Premierministerin Giorgia Meloni (l.) begrüsst den palästinensischen Präsidenten Mahmoud Abbas am 12. Dezember 2025 im Palazzo Chigi in Rom, Italien.
    Die italienische Premierministerin Giorgia Meloni (l.) begrüsst den palästinensischen Präsidenten Mahmoud Abbas am 12. Dezember 2025 im Palazzo Chigi in Rom, Italien.
    KEYSTONE

    Ein Ende des Gaza-Kriegs ist derzeit nicht absehbar. Die Terrororganisation Hamas hat bislang nicht alle Punkte der ersten Phase aus dem Gaza-Friedensplan erfüllt. Ob die zweite Phase dann erfolgreich umgesetzt werden kann, wird sich erst noch zeigen. Dabei stehen besonders strittige Fragen wie eine Entwaffnung der Hamas im Fokus.

  • 13.43 Uhr

    Hamas-Behörde: Humanitäre Katastrophe nach Unwetter im Gazastreifen

    Nach einem schweren Unwetter mit grossflächigen Überschwemmungen sprechen die Behörden im Gazastreifen von einer «komplexen humanitären Katastrophe». Demnach wurden bislang elf Personen tot geborgen. Wie das der islamistischen Hamas nahestehende Medienbüro weiter berichtete, stürzten 13 Häuser ein.  Rund 250.000 von 1,5 Millionen Menschen, die in Zelten oder provisorischen Unterkünften als Folge des Gaza-Kriegs lebten, seien betroffen. Die Angaben lassen sich derzeit nicht unabhängig überprüfen.

    Mehr als 53'000 Zelte sind in dem schweren Unwetter beschädigt, zerstört oder weggeschwemmt worden.
    Mehr als 53'000 Zelte sind in dem schweren Unwetter beschädigt, zerstört oder weggeschwemmt worden.
    Bild: IMAGO/Xinhua
  • Samstag, 13. Dezember 2025 - 11.56 Uhr

    Israels Armee tötet Palästinenser an neuer Grenze zum Gazastreifen

    Israelische Soldaten haben an der selbst definierten neuen Grenze zum Gazastreifen einen Palästinenser getötet. Nach Angaben der israelischen Armee identifizierten Truppen am Freitag im südlichen Gazastreifen «zwei Terroristen, die die sogenannte "gelbe Linie» überschritten hatten und eine unmittelbare Bedrohung für sie darstellten". Einer der beiden Männer sei «eliminiert» worden, um die Bedrohung zu beseitigen. Die Truppen blieben im Rahmen der Vereinbarung über eine Waffenruhe weiter in dem Gebiet stationiert, um jede unmittelbare Bedrohung zu beseitigen. Israels Generalstabschef Ejal Zamir hatte am vergangenen Sonntag die sogenannte «gelbe Linie» zur neuen Grenze zum Gazastreifen erklärt. Diese Linie markiert die Rückzugsposition der Armee im Rahmen der Gaza-Waffenruhe. Sie ist durch gelb markierte Betonelemente und Schilder gekennzeichnet.

  • 12.39 Uhr

    Israelische Angriffe im Süden und Osten des Libanon

    Die israelische Armee hat libanesischen Staatsmedien zufolge Angriffe im Süden und Osten des Libanon verübt. Die staatliche Nachrichtenagentur NNA berichtete am Freitag über israelische Angriffe an rund einem Dutzend Standorten, die Ziele befanden sich demnach bis zu 30 Kilometer von der israelischen Grenze entfernt. Die israelische Armee sprach von Angriffen gegen Stellungen der pro-iranischen Hisbollah-Miliz, darunter ein Ausbildungslager.

  • Freitag, 12. Dezember 2025 - 10.09 Uhr

    Tote nach Gebäudeeinsturz im Gazastreifen

    Im grossflächig zerstörten Gazastreifen sind palästinensischen Angaben zufolge während eines Unwetters fünf Menschen durch ein einstürzendes Gebäude getötet worden.

    Die palästinensische Nachrichtenagentur Wafa berichtete, in dem Haus seien Vertriebene untergekommen. Mehrere Menschen seien verletzt worden. Nach Angaben des von der Hamas kontrollierten Zivilschutzes liegt das Haus im Norden des Küstengebiets.

    Zwei weitere Palästinenser kamen nach Angaben von Wafa und Zivilschutz ums Leben, als eine Mauer auf ein Zeltlager für Vertriebene in der Stadt Gaza krachte.

    Vertriebene Palästinenser bahnen sich ihren Weg auf von Tieren gezogenen Karren durch eine überflutete Strasse nach heftigen Regenfällen in Khan Younis im südlichen Gazastreifen, am 11. Dezember 2025. 
    Vertriebene Palästinenser bahnen sich ihren Weg auf von Tieren gezogenen Karren durch eine überflutete Strasse nach heftigen Regenfällen in Khan Younis im südlichen Gazastreifen, am 11. Dezember 2025. 
    KEYSTONE/HAITHAM IMAD

    Insgesamt kamen infolge des Sturmtiefs «Byron» nach Angaben des Zivilschutzes in den vergangenen 24 Stunden neun Menschen ums Leben. Darunter sei auch ein Kind, das an Unterkühlung gestorben sei. Augenzeugen und Berichten zufolge überfluteten Unwetter in den vergangenen beiden Tagen auch Zeltlager für Binnenvertriebene.

  • Donnerstag, 11. Dezember 2025, 4.30 Uhr

    UN: Israel schiesst auf Blauhelme im Südlibanon

    Israelische Soldaten haben nach Angaben der UN-Friedenstruppe auf Blauhelme im Südlibanon geschossen. Die Unifil-Soldaten seien entlang der Blauen Linie, der Grenze zwischen Israel und dem Libanon, patrouilliert, als sie von israelischen Soldaten in einem Panzer beschossen worden seien, teilte die Beobachtermission mit. Das israelische Militär erklärte, die Schüsse hätten nicht den Friedenstruppen, sondern einem Verdächtigen gegolten.

    Eine zehn Schuss umfassende Maschinengewehrsalve sei über den Konvoi hinweg abgefeuert worden, hiess es in der UN-Mitteilung. Vier weitere Salven schlugen nach UN-Angaben mit jeweils zehn Schüssen in der Umgebung ein. Sowohl die Blauhelme als auch der Panzer der israelischen Streitkräfte befanden sich demnach zum Zeitpunkt des Vorfalls auf libanesischem Gebiet. Es habe keine Verletzte gegeben.

    Ein gepanzertes Fahrzeug der United Nations Interim Force in Lebanon (UNIFIL) fährt an zerstörten Gebäuden im Südlibanon vorbei. (8. Dezember 2025)
    Ein gepanzertes Fahrzeug der United Nations Interim Force in Lebanon (UNIFIL) fährt an zerstörten Gebäuden im Südlibanon vorbei. (8. Dezember 2025)
    Bild: Keystone/EPA/Wael Hamzeh

    Das israelische Militär sei im Voraus über den Ort und den Zeitpunkt der Patrouille informiert worden. Unifil forderte die israelischen Streitkräfte auf, ihr «aggressives Verhalten» sowie Angriffe auf und in der Nähe der Friedenstruppen einzustellen.

    In einer Stellungnahme der israelischen Armee zu dem Vorfall hiess es, Soldaten hätten einen Verdächtigen ausgemacht, der sich einem israelischen Stützpunkt genähert habe. Auf ihn seien Warnschüsse abgegeben worden. «Während des Warnfeuers nahmen Unifil-Kräfte Kontakt mit der israelischen Armee auf und erklärten, sie hätten Schüsse in ihre Richtung gehört», hiess es weiter. «Ihnen wurde klargemacht, dass das Feuer nicht auf sie oder in ihre Richtung abgegeben wurde, sondern auf die sich nähernde Bedrohung in dem Gebiet.» Das Militär betonte, es gehe nicht gegen UN-Truppen vor und werde weiter umfassend mit ihren Repräsentanten kooperieren.

  • Dienstag, 9. Dezember 2025, 1.07 Uhr

    Israel fliegt erneut Angriffe im Libanon

    Die israelische Luftwaffe hat nach eigenen Angaben erneut Stellungen der proiranischen Hisbollah-Miliz im Süden Libanons angegriffen. Unter anderem sei ein Trainingsgelände der Hisbollah-Eliteeinheit Radwan attackiert worden, teilte die Armee in der Nacht mit. Das Gelände habe dazu gedient, Terrorangriffe auf israelische Soldaten und Zivilisten zu planen und durchzuführen. Zudem seien militärische Einrichtungen und eine Raketenabschussrampe der Hisbollah angegriffen worden. Über mögliche Opfer wurde zunächst nichts bekannt.

    «Die angegriffenen Ziele und die militärischen Übungen zur Vorbereitung von Aktivitäten gegen den Staat Israel stellen einen Verstoss gegen die Vereinbarungen zwischen Israel und dem Libanon und eine Bedrohung für den Staat Israel dar», hiess es in der Mitteilung der Armee. Israel und die Hisbollah-Miliz hatten sich im November 2024 nach mehr als einjährigem gegenseitigen Beschuss auf eine Waffenruhe geeinigt. Seither werfen sich beide Seiten immer wieder Verstösse gegen die Vereinbarung vor.

    Die Grenzmauer zwischen Israel und dem Libanon. (Archivbild)
    Die Grenzmauer zwischen Israel und dem Libanon. (Archivbild)
    Bild: Keystone/AP Photo/Ariel Schalit

    Teil des Waffenruhe-Deals ist die Entwaffnung der Hisbollah – ein politisch heikler und seit Jahrzehnten erfolglos angestrebter Prozess im Libanon. Offiziell befinden sich Israel und das nördliche Nachbarland im Kriegszustand. Libanons Präsident zeigte sich zuletzt offen für neue Verhandlungen mit Israel.

  • Montag, 8. Dezember 2025, 0.10 Uhr

    Hamas signalisiert Bereitschaft zur Waffeneinlagerung

    Die Hamas ist laut einem führenden Funktionär im Rahmen der Waffenruhe mit Israel zu einer Einlagerung ihrer Waffen bereit. Ein Mitglied des politischen Entscheidungsgremiums der militant-islamistischen Organisation, Bassem Naim, sagte am Sonntag in Doha, man sei offen für einen umfassenden Ansatz, um weitere Eskalationen zu vermeiden.

    Naim erklärte, die Hamas halte an ihrem Recht auf Widerstand fest, sei aber bereit, im Rahmen eines Prozesses zur Gründung eines palästinensischen Staates die Waffen niederzulegen. Er ging kaum auf Details ein, wie dies konkret aussehen könnte, schlug aber eine langfristige Waffenruhe von fünf bis zehn Jahren vor, um Gespräche zu ermöglichen.

    Bassem Naim, Mitglied des politischen Entscheidungsgremiums der Hamas. (Archivbild)
    Bassem Naim, Mitglied des politischen Entscheidungsgremiums der Hamas. (Archivbild)
    Bild: Keystone/EPA/Mohamed Messara

    «Diese Zeit muss ernsthaft und umfassend genutzt werden», sagte er und fügte hinzu, die Hamas sei hinsichtlich des Umgangs mit ihren Waffen sehr aufgeschlossen. «Wir können über das Einfrieren, Einlagern oder Niederlegen sprechen.» Voraussetzung sei, dass die Waffenruhe halte.

  • 20.02 Uhr

    Israels Generalstabschef erklärt neue Grenze zum Gazastreifen

    Israels Generalstabschef Ejal Zamir hat die Rückzugslinie der Truppen im Gazastreifen zu einer neuen Grenze erklärt. Zamir sagte nach Armeeangaben während eines Truppenbesuchs im nördlichen Gazastreifen, die sogenannte «gelbe Linie» sei eine neue Grenze, eine vordere Verteidigungslinie für die israelischen Grenzgemeinden und zugleich eine Angriffslinie. Israel werde nicht zulassen, dass sich die islamistische Hamas im Gazastreifen wieder etabliere. «Wir werden auf jeden Versuch, unsere Streitkräfte zu bedrohen, mit aller Härte reagieren», sagte er.

    Die israelische Armee hat sich im Rahmen einer vereinbarten Waffenruhe mit der Hamas hinter die «gelbe Linie» zurückgezogen. Sie ragt zwischen 1,5 und 6,5 Kilometer in den Küstenstreifen hinein. Nach unterschiedlichen Angaben kontrolliert Israel damit etwas mehr als die Hälfte des Gebiets.

    Vor der neuen Grenzziehung war der Gazastreifen rund 41 Kilometer lang sowie zwischen 6 und 12 Kilometer breit - eine Fläche, die etwas kleiner ist als die Stadt Köln. Im Gazastreifen leben mehr als zwei Millionen Palästinenser.

    Israelische Panzer stehen nahe der Grenze zum Gazastreifen im Süden Israels.
    Israelische Panzer stehen nahe der Grenze zum Gazastreifen im Süden Israels.
    Archivbild: Keystone
  • 15.10 Uhr

    Katar verteidigt Kontakte zur Hamas

    Katar hat seine Kontakte zur islamistischen Hamas verteidigt. «Diese Kommunikation hat zu Waffenruhen geführt, zur Freilassung von Geiseln, zu einer Linderung des Leids für die Menschen» im Gazastreifen, sagte Ministerpräsident Mohammed bin Abdulrahman Al Thani in Doha. Die Beziehungen Katars zur Hamas hätten 2012 begonnen auf Gesuch der USA, sagte er beim Doha Forum, einer jährlich stattfinden diplomatischen Konferenz.

    Katar beheimatet seit 2012 das politische Auslandsbüro der Hamas. Die USA sollen seinerzeit laut Berichten auf diese Vereinbarung gedrängt haben - unter Duldung Israels. Die Idee soll dabei auch gewesen sein, über den Vermittler Katar besser mit der Hamas-Führung verhandeln zu können, als wenn diese etwa im Iran unterkommt. Die USA haben in vergangenen Jahrzehnten immer wieder auf Katar als Vermittler gesetzt in Konflikten mit der Hamas oder auch mit den Taliban in Afghanistan.

    Der katarische Ministerpräsident Mohammed bin Abdulrahman Al Thani.
    Der katarische Ministerpräsident Mohammed bin Abdulrahman Al Thani.
    Nathan Howard/Pool Reuters/dpa

    Die Darstellung, dass Katar die Hamas finanziert habe, wies der Regierungschef heute zurück. «Die Hilfe und die Finanzierung, die den Vorwürfen zufolge zur Hamas floss, ging nach Gaza zum Volk unter einem sehr transparenten Prozess.» Die USA hätten davon gewusst und Israel habe diese Zahlungen selbst ermöglicht, sagte er.

    Katar hat den Gazastreifen jahrelang finanziert, unter anderem mit Geldern für Treibstoff, den Wiederaufbau, Gehälter im öffentlichen Dienst und zur Unterstützung von Menschen in Armut. Neben der humanitären Hilfe und Entwicklungshilfe ging es dem Emirat aber auch darum, diplomatischen Einfluss zu gewinnen und islamistische Bewegungen in der Region zu stärken.

    Die «New York Times» hatte nach dem Terrorangriff der Hamas vom 7. Oktober 2023 berichtet, dass diese Zahlungen faktisch auch dabei halfen, die Macht der Hamas zu erhalten und zu festigen. Diese Zahlungen in Milliardenhöhe seien von Israel explizit genehmigt und unterstützt worden mit dem Ziel, Gaza zu stabilisieren und die Hamas ruhigzustellen.

    In einem Bericht des israelischen Inlandsgeheimdienstes Schin Bet hiess es in diesem Jahr, der Transfer katarischer Gelder und deren Weiterleitung an den militärischen Hamas-Flügel und dessen Kräfteaufbau gehörten zu den Schlüsselfaktoren, die es der Terrororganisation ermöglichten, den Angriff vom 7. Oktober 2023 vorzubereiten. Katar bestreitet dies.

  • 13.23 Uhr

    Netanjahu spricht von «Gelegenheiten für Frieden» in Nahost

    Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat von «Gelegenheiten für Frieden» in der Region gesprochen, aber gleichzeitig einen unabhängigen palästinensischen Staat weiter abgelehnt. «Die iranische Achse ist zerschlagen», sagte Netanjahu nach einem Treffen mit Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) in Jerusalem mit Blick auf den Krieg in der Region in den vergangenen zwei Jahren.

    «Wir glauben, dass es einen Weg gibt, einen umfassenderen Frieden mit den arabischen Staaten voranzubringen, und auch einen Weg, einen funktionierenden Frieden mit unseren palästinensischen Nachbarn zu schaffen», sagte Netanjahu weiter. «Aber wir werden keinen Staat vor unserer Haustür schaffen, der sich unserer Zerstörung verschrieben hat.»

    Merz sagte, man arbeite «mit an dem Ziel eines neuen Nahen Ostens», in dem auch der Staat Israel anerkannt werde. «Unsere Überzeugung lautet, die perspektivische Gründung eines palästinensischen Staats an der Seite Israels eröffnet vermutlich die beste Aussicht auf diese Zukunft.»

    Der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz (l.) bei seinem Treffen mit dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu.
    Der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz (l.) bei seinem Treffen mit dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu.
    IMAGO/ZUMA Press Wire

    Eine Zweistaatenlösung werde sich aber nur durch Verhandlungen verwirklichen lassen und sie werde «am Ende dieser Verhandlungen stehen». Solche Verhandlungen seien aber «eben jetzt notwendig». Mit Zweistaatenlösung ist gemeint, dass Israel und ein unabhängiger Palästinenserstaat friedlich Seite an Seite existieren.

    Netanjahu sagte, die erste Phase des Gaza-Plans von US-Präsident Donald Trump sei «fast vorbei», im Gazastreifen befinde sich noch die Leiche einer Geisel. Eine Entwaffnung der islamistischen Terrororganisation Hamas sei eine Vorbedingung für eine friedliche Regelung, betonte er mit Blick auf das weitere Vorgehen. Die zweite Phase des Waffenruhe-Plans werde schwieriger sein als die erste.

    Netanjahu warnte ausserdem vor einem gefährlichen Wiedererstarken des Antisemitismus in aller Welt. Ungeachtet der Gräueltaten der Hamas gegen Zivilisten am 7. Oktober 2023 würden bei Demonstrationen in internationalen Hauptstädten Flaggen der Terrororganisation getragen, beklagte er. «Dies ist empörend.»

  • 9.41 Uhr

    Berichte: Netanjahu traf Blair heimlich zu Gaza-Zukunft

    Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat sich nach Medienberichten heimlich mit dem ehemaligen britischen Premierminister Tony Blair getroffen. Die «Times of Israel» und der israelische Rundfunk berichteten, bei dem Treffen vor gut einer Woche sei es um die Zukunft des Gazastreifens gegangen.

    Der Friedensplan von US-Präsident Donald Trump sieht die Einrichtung eines internationalen «Friedensrats» vor. Dessen Chef will US-Präsident Trump selbst sein. Auch Blair soll dabei sein. Eine Übergangsregierung aus unpolitischen palästinensischen Fachleuten ist ebenfalls geplant.

    Der ehemalige britische Premier Tony Blair.
    Der ehemalige britische Premier Tony Blair.
    Daniel Leal/Pool AFP/dpa

    Der israelische Kan-Sender berichtete, Blair habe bei einem Besuch in der Region neben dem palästinensischen Präsidenten Mahmud Abbas auch Netanjahu in Israel getroffen. Netanjahus Büro äusserte sich zunächst nicht zu den Berichten.

    Laut Kan soll Blair sich bei dem Gespräch dafür eingesetzt haben, dass die palästinensische Autonomiebehörde von Abbas zunächst in Teilen des Gazastreifens herrschen solle. Falls dieses «Pilotprojekt» gelinge, solle es auf weitere Gebiete ausgeweitet werden. Auch Neuwahlen in den palästinensischen Gebieten seien vorgesehen. Blair stimme sich sehr eng mit arabischen Staaten sowie den USA ab und werde in Kürze erneut in der Region erwartet, berichtete Kan weiter.

    Laut der «Times of Israel» dementierte eine «mit der Angelegenheit vertraute Quelle» jedoch die geplante Beteiligung der Autonomiebehörde an der künftigen Verwaltung des Gazastreifens. Netanjahus rechtsreligiöse Regierung lehnt eine solche Beteiligung offiziell vehement ab. Ausserdem verweigert die islamistische Terrororganisation Hamas ihre in Trumps Plan vorgesehene Entwaffnung.

  • 6.48 Uhr

    Merz: Deutschland steht immer an der Seite Israels

    Zum Auftakt seines ersten Israel-Besuchs als Bundeskanzler hat Friedrich Merz die besondere Verantwortung Deutschlands für das Existenzrecht des jüdischen Staats bekräftigt. «Wir werden immer an der Seite dieses Landes stehen», sagte er bei einem Treffen mit dem israelischen Staatspräsidenten Izchak Herzog in Jerusalem. «Ich weiss um die Verpflichtung, die jeder Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland in diesem Land hat.»

    Es bleibe für ihn persönlich ein Wunder, dass nach den Verbrechen des Holocaust die Freundschaft zwischen Deutschland und Israel bis heute so aufgebaut und vertieft werden konnte. Die deutsche Solidarität mit Israel gelte nun insbesondere auch «nach dem schrecklichen Massaker» der Hamas am 7. Oktober 2023.

    Der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz (l.) und der israelische Präsident Isaac Herzog am 6. Dezember 2025.
    Der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz (l.) und der israelische Präsident Isaac Herzog am 6. Dezember 2025.
    Keystone

    Merz betonte aber auch, dass er zu einer Zeit nach Israel komme, die «komplizierter kaum sein könnte». Das Vorgehen der israelischen Armee im Gaza-Krieg habe Deutschland «vor einige Dilemmata gestellt». Auf die habe man reagiert, sagte er offenbar auch mit Blick auf die vorübergehende Einschränkung von Rüstungsexporten nach Israel, die inzwischen wieder zurückgenommen wurde.

    Der Kanzler betonte aber, «dass wir bis heute im Grundsatz keinerlei Differenzen haben.» Israel habe das Recht, sich selbst zu verteidigen, es sei die Hamas gewesen, die den Krieg begonnen habe. Wenn sie ihre Waffen niederlege, sei der Krieg beendet. «Dann gibt es eine Zukunft für die Region, gibt es eine Zukunft auch für Gaza.»

    Er bekräftigte das Ziel einer Zweistaatenlösung in Nahost. Damit ist gemeint, dass Israel und ein unabhängiger Palästinenserstaat friedlich Seite an Seite existieren.

  • Sonntag, 7. Dezember, 6.45 Uhr

    Herzog: Israel entscheidet selbst über Netanjahu-Begnadigung

    Israels Staatspräsident Izchak Herzog weist die Forderung von US-Präsident Donald Trump nach Begnadigung des wegen Korruption angeklagten Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu zurück. «Ich respektiere die Freundschaft und die Meinung von Präsident Trump», sagte Herzog dem US-Nachrichtenportal «Politico» und verwies auf Trumps Verdienst um die Rückholung der Geiseln aus dem Gazastreifen. «Aber Israel ist natürlich ein souveränes Land, und wir respektieren das israelische Rechtssystem und seine Anforderungen in vollem Umfang», betonte Herzog.

    Israels Staatspräsident Izack Herzog. (Archivbild)
    Israels Staatspräsident Izack Herzog. (Archivbild)
    Peter Klaunzer/Keystone/dpa

    Gegen Regierungschef Netanjahu läuft seit mehr als fünf Jahren ein Korruptionsprozess. Er ist wegen Betrugs, Untreue und Bestechlichkeit angeklagt. Trump hatte Herzog wiederholt dazu aufgefordert, Netanjahu zu begnadigen. Er respektiere die Unabhängigkeit der israelischen Justiz, glaube aber, dass die Anklage gegen Netanjahu politisch motiviert und nicht gerechtfertigt sei, hiess es einem von Trump unterschrieben Brief an Israels Präsidenten, den Herzogs Büro zuletzt veröffentlicht hatte. Auch bei einem Besuch in Israels Parlament im Oktober hatte Trump die Forderung geäussert.

    Am vergangenen Wochenende bat Netanjahu dann Herzog selbst offiziell um Begnadigung. Herzog sagte dem US-Nachrichtenportal dazu, es gebe nun ein Verfahren, das unter anderem über das Justizministerium und das juristische Beratungsteam seines Büros laufe. «Dies ist gewiss ein aussergewöhnliches Gesuch, und bei seiner Behandlung werde ich vor allem berücksichtigen, was im besten Interesse des israelischen Volkes ist. Das Wohlergehen des israelischen Volkes ist meine erste, zweite und dritte Priorität», sagte der israelische Staatspräsident vor seiner Abreise zu einem Besuch in New York.

  • Freitag, 6. Dezember, 2025 13.12 Uhr

    Palästinenser: Drei Tote bei israelischen Angriffen

    Israels Militär hat nach palästinensischen Angaben trotz der geltenden Waffenruhe drei Palästinenser im nördlichen Gazastreifen getötet. Drei weitere Menschen seien bei dem Drohnenangriff auf eine Gruppe von Zivilisten westlich von Beit Lahia verletzt worden, berichtete die palästinensischen Nachrichtenagentur Wafa unter Berufung auf medizinische Kreise.

    Die israelische Armee teilte mit, dass «in zwei separaten Vorfällen mehrere Terroristen die gelbe Linie überschritten hatten und eine unmittelbare Bedrohung darstellten». Deshalb hätten die Truppen das Feuer eröffnet und «drei Terroristen eliminiert», um die Bedrohung zu beseitigen.

    Im Rahmen der vereinbarten Waffenruhe hat sich Israel hinter eine sogenannte «gelbe Linie» zurückgezogen. Die Angaben beider Seiten lassen sich derzeit nicht unabhängig überprüfen.

    Seit Beginn der Waffenruhe am 10. Oktober gibt es immer wieder einzelne tödliche Zwischenfälle im Gazastreifen. Laut der israelischen Armee werden weiterhin Operationen durchgeführt, «um jegliche unmittelbare Bedrohung zu beseitigen».

  • Donnerstag, 4. Dezember 2025, 4.10 Uhr

    Netanjahu will trotz Mamdanis Warnung nach New York reisen

    Trotz einer Warnung des designierten New Yorker Bürgermeisters Zohran Mamdani würde Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu nach eigenen Angaben in die US-Metropole reisen. «Natürlich werde ich das», sagte er auf Nachfrage der «New York Times». Mamdani zählt zu den schärfsten Kritikern der israelischen Regierung. Er wirft ihr einen Völkermord im Gazastreifen vor und weist den USA eine Mitschuld zu.

    Vor rund einem Jahr – also lange vor seinem Wahlsieg im November – hatte Mamdani angekündigt, Netanjahu im Falle seiner Wahl zum Bürgermeister aufgrund des internationalen Haftbefehls festnehmen zu lassen. Als er im September 2025 in Interviews vor der Wahl als aussichtsreichster Kandidat danach gefragt wurde, äusserte er sich allerdings zurückhaltender. New York müsse internationale Haftbefehle respektieren – «ob gegen Benjamin Netanjahu oder Wladimir Putin», sagte er dem Online-Portal «Zeteo» und dem Sender CNN. Er werde «jeden legalen Weg prüfen», um Rechenschaft sicherzustellen.

    Gegen Netanjahu liegt seit November 2024 ein Haftbefehl des Internationalen Strafgerichtshofs (IStGH) wegen Kriegsverbrechen im Gazastreifen vor. Netanjahu weist die Vorwürfe entschieden zurück. Israel erkennt das Gericht nicht an und fordert eine Aufhebung der Haftbefehle. Auch die USA erkennen den Gerichtshof nicht an – und sind damit auch nicht verpflichtet, von Den Haag erlassene Haftbefehlen zu vollstrecken. Es erscheint eher unwahrscheinlich, dass eine örtliche Polizei wie jene in New York handeln könnte, obwohl die Haftbefehle in den USA gar nicht anerkannt werden.

    Mamdani tritt sein Amt am 1. Januar an. Die Probe aufs Exempel könnte dann im Herbst 2026 folgen, wenn in New York die UN-Generalversammlung stattfindet - ein Termin, an dem für gewöhnlich auch der israelische Ministerpräsident teilnimmt. Teilnehmer haben aber in aller Regel weitgehende diplomatische Immunität, weswegen sie nicht von der örtlichen Polizei belangt werden können.

  • 18.36 Uhr

    Libanon: Annäherung an Israel weit entfernt

    Der libanesische Ministerpräsident Nawaf Salam hat Spekulationen über eine mögliche Annäherung an den Nachbarstaat Israel einen Dämpfer verpasst. Von einer diplomatischen Normalisierung oder wirtschaftlichen Beziehungen mit Israel sei der Libanon noch weit entfernt, sagte Salam am Mittwoch einer kleinen Gruppe von Journalisten.

    Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte zuvor erklärt, sein Land wolle einen Gesandten in den Libanon schicken, um zu versuchen, die Grundlagen für bilaterale Beziehungen und wirtschaftliche Zusammenarbeit zu schaffen.

    Sowohl der Libanon als auch Israel hatten ausserdem mitgeteilt, zivile Mitglieder in ein zuvor ausschliesslich aus Militärs bestehendes Gremium zu entsenden, das die Einhaltung der Waffenruhe zwischen Israel und der libanesischen Miliz Hisbollah überwacht. Die zivilen Mitglieder nahmen am Mittwoch an einer Sitzung teil.

    Die beiden Länder unterhalten keine diplomatischen Beziehungen und befinden sich seit 1948 offiziell im Kriegszustand. Die Einbindung ziviler Vertreter in die Waffenruhe-Gespräche schien ein Schritt in Richtung bilateraler Kontakte zu sein, auf die Washington gedrängt hat.

    Der libanesische Premierminister Nawaf Salam sieht noch keine Chance auf eine Annäherung seines Landes an Israel.
    Der libanesische Premierminister Nawaf Salam sieht noch keine Chance auf eine Annäherung seines Landes an Israel.
    Bild: Hassan Ammar/AP/dpa/Archiv
  • 21.31 Uhr

    Palästinensischer Journalist angeblich im Gazastreifen getötet

    Bei einem israelischen Angriff im Gazastreifen ist einem Medienbericht zufolge ein palästinensischer Journalist getötet worden. Ein weiterer Journalist sei bei dem Drohnenangriff in Chan Junis im Süden des Küstenstreifens verletzt worden, berichtete die palästinensische Nachrichtenagentur Wafa. Ein israelischer Armeesprecher sagte auf Anfrage, man prüfe den Bericht.

    Laut Wafa handelte es sich bei dem Getöteten um den Journalisten Mahmoud Wadi. Nach örtlichen Medienberichten hatte der Palästinenser bei seiner Arbeit für verschiedene Medien auch eine Drohnenkamera eingesetzt.

    Laut Informationen des Komitees zum Schutz von Journalisten (CPJ) sind seit Beginn des Gaza-Kriegs vor mehr als zwei Jahren mehr als 200 Journalisten im Gazastreifen getötet worden.

    Im Gazastreifen soll ein weiterer Journalist getötet worden sein. (Symbolbild)
    Im Gazastreifen soll ein weiterer Journalist getötet worden sein. (Symbolbild)
    Bild: IMAGO/Anadolu Agency
  • Dienstag, 2. Dezember 2025, 16.52 Uhr

    Netanjahu fordert Pufferzone bis Damaskus

    Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu erwartet von Syrien die Einrichtung einer «entmilitarisierte Pufferzone», die von der Hauptstadt Damaskus bis zu den von Israel annektierten Golanhöhen reichen soll.

    Das sagte Netanjahu in einer Videobotschaft beim Besuch von Soldaten in einer Klinik, die kürzlich bei einem Einsatz in Syrien verletzt worden waren.

    Nach dem Sturz des früheren Langzeitherrschers Baschar al-Assad hatte Israel Soldaten in die von den UN kontrollierte Pufferzone zwischen den von Israel annektierten Golanhöhen und syrisch kontrolliertem Gebiet verlegt, darunter auch auf die syrische Seite des Bergs Hermon. Israels Armee bleibe in dieser Pufferzone, «um die Sicherheit der israelischen Bürger zu gewährleisten», sagte Netanjahu weiter. Ausläufer der Pufferzone liegen rund 50 Kilometer von Damaskus entfernt.

    Eine Vereinbarung mit Syrien sei möglich, betonte der israelische Regierungschef zugleich. Voraussetzung sei aber das Verständnis für Israels «Grundsätze».

    Benjamin Netanjahu glaubt an eine Einigung mit Syrien. (Archivbild)
    Benjamin Netanjahu glaubt an eine Einigung mit Syrien. (Archivbild)
    Bild: Ohad Zwigenberg/AP/dpa
  • Montag, 1. Dezember 2025, 4.30 Uhr

    Kriege lassen bei Waffenbauern die Kassen klingeln

    Angesichts zahlreicher Kriege und Konflikte in der Welt hat die internationale Rüstungsindustrie einen neuen Umsatzrekord verzeichnet. Die 100 grössten Waffenproduzenten der Erde steigerten ihre Gesamteinnahmen aus dem Verkauf von Rüstungsgütern und Militärdienstleistungen im Jahr 2024 um währungsbereinigte 5,9 Prozent, wie das Stockholmer Friedensforschungsinstitut Sipri in einem neuen Bericht mitteilte. Sie erreichten zusammen einen Umsatz von rund 679 Milliarden US-Dollar, der höchste je verzeichnete Wert. Absoluter Branchenprimus bleiben demnach die USA.

    Mehr dazu hier.

    Ein vom US-Rüstungskonzern Northrop Grumman hergestellter B-2-Bomber der US Air Force. (Archivbild)
    Ein vom US-Rüstungskonzern Northrop Grumman hergestellter B-2-Bomber der US Air Force. (Archivbild)
    Bild: Keystone/AP Photo/U.S. Air Force photo, Staff Sgt. Bennie J. Davis III
  • Sonntag, 30. November 2025, 19.02 Uhr

    Proteste und Kritik nach Gnadengesuch Netanjahus in Israel

    Eine Bitte des wegen Korruption angeklagten Ministerpräsident Benjamin Netanjahu um eine Begnadigung hat in Israel grosse Kritik und Proteste hervorgerufen. Vor dem Haus von Präsident Izchak Herzog versammelten sich am Sonntag Demonstranten, um gegen die Möglichkeit einer Begnadigung durch den Staatschef zu protestieren, wie israelische Medien berichteten. Mit einem Haufen Bananen bekundeten sie ihre Ansicht, dass Israel zur Bananenrepublik verkomme.

    Der wegen Korruption angeklagte israelische Premierminister Benjamin Netanjahu hat offiziell um Begnadigung gebeten. Der Antrag sei bei Präsident Isaac Herzog eingegangen, bestätigte sein Büro am Sonntag.
    Der wegen Korruption angeklagte israelische Premierminister Benjamin Netanjahu hat offiziell um Begnadigung gebeten. Der Antrag sei bei Präsident Isaac Herzog eingegangen, bestätigte sein Büro am Sonntag.
    Bild: Keystone/EPA/Abir Sultan

    Auch die Opposition lehnte eine Begnadigung Netanjahus ab. «Man kann ihm keine Begnadigung gewähren, ohne dass er seine Schuld eingesteht, Reue zeigt und sich sofort aus dem politischen Leben zurückzieht», sagte Oppositionsführer Jair Lapid. Die Bewegung für gute Regierungsführung in Israel erklärte, dass die Begnadigung eines Regierungschefs, der wegen schwerer Vergehen wie Betrug und Untreue angeklagt ist, ein klares Signal senden würde, dass es Bürger gebe, die über dem Gesetz stehen.

    Netanjahu, der mit der Justiz des Landes seit Jahren auf Kriegsfuss steht, argumentierte, dass seine Begnadigung dazu beitragen würde, das Land in einer schwierigen Phase zu einen. Ausserdem kritisierte er, dass er dreimal pro Woche vor Gericht erscheinen müsse und deshalb in der Führung des Landes behindert werde. US-Präsident Donald Trump hatte bereits vor einigen Wochen die Begnadigung Netanjahus gefordert.

    Rechtsexperten sagen, dass das Gnadengesuch den Prozess gegen Netanjahu nicht stoppen kann.«Das ist unmöglich», sagte Emi Palmor, ehemalige Generaldirektorin des Justizministeriums. «Man kann nicht behaupten, unschuldig zu sein, während der Prozess läuft, und dann zum Präsidenten gehen und ihn bitten, einzugreifen», sagte sie. Die einzige Möglichkeit, den Prozess zu stoppen, sei, den Generalstaatsanwalt zu bitten, das Verfahren auszusetzen, sagte sie.

  • 22.17 Uhr

    Iranische Revolutionsgarden schwören Rache an Israel für getöteten Hisbollah-Militärchef

    Die iranischen Revolutionsgarden haben Rache für die Tötung des Hisbollah-Militärchefs Haytham Ali Tabatabai durch die israelische Armee geschworen. «Das Recht der Achse des Widerstands und der libanesischen Hisbollah, das Blut der mutigen Kämpfer des Islam zu rächen, ist unzweifelhaft», erklärten die Revolutionsgarden am Montag. Sie sind der wichtigste militärische und finanzielle Unterstützer der Hisbollah-Miliz im Libanon.

    Die israelische Armee hatte Tabatabai am Sonntag durch einen Luftangriff in Beirut getötet. Nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums wurden bei dem Angriff insgesamt fünf Menschen getötet und 28 weitere verletzt. Der israelischen Armee zufolge wurden neben Tabatabai vier weitere Kämpfer der Hisbollah getötet.

    Der Militärchef ist der ranghöchste Hisbollah-Vertreter, der seit Beginn der Waffenruhe vor einem Jahr einem israelischen Angriff zum Opfer fiel. Der israelischen Regierung zufolge war Tabatabai für den Wiederaufbau und die Wiederbewaffnung der Organisation verantwortlich. An seiner Beerdigung in Beirut nahmen hunderte Hisbollah-Anhänger teil.

    Der Iran erkennt Israel nicht an und unterstützt radikalislamische Gruppierungen in der Region, darunter die Hisbollah im Libanon, die Huthis im Jemen und die Hamas im Gazastreifen. Erklärtes Ziel der vom Iran angeführten und gegen Israel und die USA gerichteten «Achse des Widerstands» ist die Vernichtung Israels.

    Die iranischen Revolutionsgarden wollen Vergeltung an Israel üben für die Tötung des Hisbollah-Militärchefs Haytham Ali Tabatabai.
    Die iranischen Revolutionsgarden wollen Vergeltung an Israel üben für die Tötung des Hisbollah-Militärchefs Haytham Ali Tabatabai.
    Bild: Keystone/AP/Vahid Salemi
  • Montag, 24.11.2025, 21.08 Uhr

    Umstrittene Gaza-Stiftung GHF stellt Arbeit in Gaza ein

    Die umstrittene, von den USA und Israel unterstützte Gaza Humanitarian Foundation (GHF) beendet sechs Wochen nach Beginn der Waffenruhe endgültig ihren Einsatz im Gazastreifen. Nach der Verteilung von mehr als 187 Millionen Mahlzeiten an Einwohner des Küstenstreifens stelle die Stiftung ihre Arbeit ein, teilte die Organisation mit. Man habe bewiesen, «dass es einen besseren Weg gibt, Hilfe für die Menschen in Gaza bereitzustellen», sagte GHF- Geschäftsführer John Acree.

    Die Stiftung ist demnach seit Wochen im Gespräch mit internationalen Organisationen sowie mit dem US-geführten Koordinationszentrum (Civil Military Coordination Centre, CMCC) in Südisrael, das die Waffenruhe zwischen Israel und der Hamas überwachen soll. «Es ist klar, dass sie das von GHF erprobte Modell übernehmen und ausweiten werden», sagte Acree den Angaben zufolge.

    Palästinenser tragen Lebensmittelpakete, die von der The Gaza Humanitarian Foundation (GHF) verteilt wurden. (Archivbild)
    Palästinenser tragen Lebensmittelpakete, die von der The Gaza Humanitarian Foundation (GHF) verteilt wurden. (Archivbild)
    Bild: Keystone/Omar Ashtawy/APA Images via ZUMA Press Wire

    Die GHF hatte ihren Einsatz in dem abgeriegelten Küstengebiet im Mai nach einer fast dreimonatigen israelischen Blockade von Hilfslieferungen begonnen. Israel warf der islamistischen Hamas damals vor, sie stehle humanitäre Hilfe. Die GHF war als Mittel gedacht, dies zu umgehen, sowie als Alternative für andere Hilfsorganisationen, denen Israel kritisch gegenübersteht. Während der gesamten viereinhalbmonatigen Einsatzzeit sei kein einziger Hilfslastwagen der Stiftung geplündert worden, hiess es in der Mitteilung von GHF. Immer wieder gab es aber Berichte über tödliche Zwischenfälle in der Nähe der von der GHF betriebenen Verteilstellen.

    Die Hamas begrüsste das Ende des Einsatzes der GHF. Diese habe mit Israel kollaboriert und dabei einen Verteilungsmechanismus eingesetzt, der «völlig losgelöst von humanitären Grundsätzen» gewesen sein, hiess es in der Mitteilung der Terrororganisation. Dies habe «gefährliche und entwürdigende Bedingungen» für die hungernde palästinensische Bevölkerung geschaffen.