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Jetzt meldenVermummte Agenten auf den Strassen Washingtons.
Bild: KEYSTONE
US-Präsident Donald Trump lässt hunderte Nationalgardisten und Bundespolizisten in Washington D.C. patrouillieren. Bürgermeisterin Muriel Bowser verurteilt seine Rhetorik, begrüsst aber zusätzliche Ressourcen im Kampf gegen Kriminalität.
In Washington D.C. hat sich das Stadtbild in den vergangenen Tagen spürbar verändert. Nationalgardisten patrouillieren an Denkmälern und in Parks, während FBI-, DEA- und ICE-Beamte in Wohnvierteln und Geschäftsstrassen präsent sind. US-Präsident Donald Trump will den Ausnahmezustand verlängern und die föderale Kontrolle über die Hauptstadt ausweiten – offiziell, um Kriminalität zu bekämpfen.
Die demokratische Bürgermeisterin Muriel Bowser reagierte mit einer Doppelstrategie: Am Dienstagabend sprach sie in einer Online-Sitzung von einem «autoritären Vorstoss» und wies Trumps Darstellung der Stadt als «dreckig» und «unsicher» entschieden zurück.
Am Mittwochmorgen hingegen zeigte sie sich im Lokalfernsehen pragmatisch: Die zusätzlichen rund 500 Einsatzkräfte könnten helfen, illegale Waffen aus dem Verkehr zu ziehen und Straftaten zu verhindern.
Auch D.C.-Polizeichefin Pamela Smith begrüsste die Verstärkung. «Wir sind personell unterbesetzt – diese Präsenz wird uns positiv beeinflussen», sagte sie. Laut Stadtrat Phil Mendelson gebe es «zwei Realitäten»: Trumps öffentliches Narrativ einer Stadt im Chaos und die tatsächliche Zusammenarbeit auf operativer Ebene, die bisher kooperativ verlaufe.
Trump selbst kündigte an, das «schönste Hauptstadtbild der Welt» schaffen zu wollen – inklusive Strassen- und Parkrenovierungen. Kritiker werfen ihm vor, mit martialischer Rhetorik und sichtbarer Truppenpräsenz vor allem ein politisches Signal zu senden.
Seit dem Start der Aktion am vergangenen Donnerstag wurden laut Weissem Haus über 100 Personen festgenommen. Darunter seien Verdächtige wegen Mord, Diebstahl, Körperverletzung, Trunkenheit am Steuer und illegalem Waffenbesitz. Etwa 800 Nationalgardisten wurden mobilisiert, rund die Hälfte ist bereits im Einsatz.
Während Bowser betont, sie wolle die Stadt «durch diese Krise manövrieren», warnte sie Eltern davor, dass grosse Jugendgruppen leicht ins Visier der Operation geraten könnten. Sie kündigte an, eine Beschwerdestelle für problematisches Verhalten von Bundesbeamten einzurichten.
Der Konflikt um Washingtons Autonomie dürfte sich damit verschärfen – zumal Trump das Ziel, D.C. den Status als Bundesstaat zu verwehren, erneut bekräftigte.