Trump mit sechs Frauen US-Demokraten veröffentlichen neue Epstein-Fotos

dpa

12.12.2025 - 20:04

Die US-Demokraten haben weitere Fotos aus dem Nachlass von Jeffrey Epstein veröffentlicht. Auf einem Schwarz-Weiss-Bild ist Präsident Donald Trump gemeinsam mit sechs Frauen zu sehen.

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DPA, Redaktion blue News

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  • US-Demokraten haben neue Aufnahmen aus dem Epstein-Nachlass veröffentlicht.
  • Auf einem von ihnen ist Donald Trump mit sechs Frauen zu sehen, deren Gesichter unkenntlich gemacht wurden.
  • Auch Bill Clinton und der frühere britische Prinz Andrew sind auf weiteren Bildern zu erkennen.

Dieser Artikel wurde zuletzt um 20.04 Uhr umfassend aktualisiert.

Die US-Demokraten haben weitere Aufnahmen aus dem Nachlass des verstorbenen Sexualstraftäters Jeffrey Epstein publiziert. Eines der Schwarz-Weiss-Fotos zeigt Präsident Donald Trump mit sechs unkenntlich gemachten Frauen. Auch Bill Clinton und der frühere britische Prinz Andrew sind auf weiteren Bildern zu erkennen. Auch Microsoft-Gründer Bill Gates, Unternehmer Richard Branson und der ultrarechte Publizist Steve Bannon sind auf Bildern aus Epsteins Nachlass zu erkennen.

Die Aufnahmen zeigen die Personen während Gesprächen oder wie sie für die Kamera posieren. Die Echtheit der Fotos konnte zunächst nicht unabhängig verifiziert werden. Etwaige strafbare Handlungen waren für den Betrachter nicht zu erkennen.

Trump ist auf den Fotos unter anderem in Begleitung mehrerer Frauen zu sehen. Auf einem anderen Bild steht er direkt neben Epstein. Auf einer weiteren Aufnahme ist ein Abbild von ihm auf Kondomverpackungen mit der Aufschrift «I'm HUUUUGE!» (zu Deutsch etwa: Ich bin riesig!) erkennbar. Laut National Museum of American History handelt es sich bei dem Kondom um Satire. Von Clinton wurde ein Foto veröffentlicht, das den Ex-Präsidenten mit Epstein und seiner langjährigen Vertrauten Ghislaine Maxwell zeigt. Das Bild ist mit Clintons Namen versehen.

Sprecherin attackiert Demokraten

Die Sprecherin des Weissen Hauses, Abigail Jackson, warf den Demokraten vor, erneut «selektiv ausgewählte Fotos mit willkürlichen Schwärzungen» für eine falsche Darstellung veröffentlicht zu haben. Bereits in der Vergangenheit hatte der Präsident gesagt: «Ich habe nichts mit diesem Mann zu tun.» Kreise aus dem Weissen Haus verwiesen nun zudem darauf, es keine Dokumente gebe, die jemals ein Fehlverhalten von Trump belegt hätten.

Die anderen abgebildeten Menschen äusserten sich zunächst nicht zu den jüngst veröffentlichten Fotos. Ein Sprecher Clintons hatte bereits vor Jahren erklärt, Clinton sei «nie auf Little St. James Island, Epsteins Ranch in New Mexico, oder in seiner Residenz in Florida» gewesen. Clinton habe 2002 und 2003 vier Reisen mit Epsteins Flugzeug unternommen - auch im Kontext der Arbeit seiner Stiftung.

Kein Kontext, keine Bildunterschriften

Die 19 Fotos, die am Freitag von den demokratischen Abgeordneten im Kontrollausschuss des US-Repräsentantenhauses veröffentlicht wurden, sind nur ein winziger Teil der mehr als 95'000 Aufnahmen, die sie aus dem Nachlass Epsteins erhalten haben. Warum die Fotos der sechs Frauen in dem Bild mit Trump geschwärzt waren, teilten die Abgeordneten nicht mit. Auch Bildunterschriften oder Kontext zu den Fotos gab es nicht.

Einige der Aufnahmen waren bereits bekannt. Sowohl Trump als auch Clinton und Andrew gehörten zum Freundeskreis des gut vernetzten Epstein. Trump hat mehrfach erklärt, er habe sich schon von Epstein distanziert, lange bevor gegen diesen Vorwürfe aufkamen, er habe über viele Jahre hinweg Dutzende minderjährige Mädchen missbraucht. Epstein wurde 2019 tot in seiner Zelle aufgefunden.

«Zeit, Vertuschungsaktion zu beenden»

Die Demokraten wollen in den kommenden Tagen und Wochen weitere Aufnahmen veröffentlichen. Parallel dazu ist auch das Justizministerium nach einem Beschluss im Kongress verpflichtet worden, Ermittlungsakten zum Fall Epstein zu veröffentlichen. Dagegen hatte sich Trump lange gesperrt, aber dann doch eingelenkt.

«Es ist an der Zeit, diese Vertuschungsaktion des Weissen Hauses zu beenden und den Überlebenden von Jeffrey Epstein und seinen mächtigen Freunden Gerechtigkeit widerfahren zu lassen», sagte Robert Garcia, der führende Demokrat im Kontrollausschuss. 

Nicht die erste Veröffentlichung aus dem US-Kongress

Erst Anfang des Monats hatten US-Kongressmitglieder Fotos und Videos veröffentlicht, die einen Einblick in die Privatinsel Epsteins gaben. Das Material zeigte das Grundstück sowie die Innenräume der Villa auf der Insel Little Saint James in der Karibik, wo Epstein seine Opfer missbraucht haben soll.

Die nun verbreiteten Bilder greifen einer Frist für die Veröffentlichung von Ermittlungsakten durch die US-Regierung vor. Nach langem Druck auf Trump, die Akten zu veröffentlichen, hatte der US-Präsident im vergangenen Monat ein Gesetz des US-Kongresses unterschrieben. Dieses sieht vor, dass das Justizministerium Ermittlungsakten zu dem Fall bis zum 19. Dezember freigibt.

Erster Epstein-Fall landete vor zwei Jahrzehnten vor Gericht

Der New Yorker Finanzier Epstein war über viele Jahre Teil der High Society und in einflussreichen Kreisen vernetzt. Der US-Multimillionär hatte jahrelang einen Missbrauchsring betrieben, dem Dutzende junge Frauen und Minderjährige zum Opfer fielen. Auch er selbst soll Frauen und Mädchen etwa in New York und Florida missbraucht haben.

Vor etwa 20 Jahren landete der Fall erstmals vor Gericht. Zu bestimmten Vorwürfen bekannte sich Epstein schuldig. Jahre später wurde der Fall nochmals aufgerollt und der Multimillionär erneut festgenommen. Noch bevor ein mögliches weiteres Urteil gefällt werden konnte, starb Epstein 2019 mit 66 Jahren in seiner Gefängniszelle. Im Obduktionsbericht wurde Suizid als Todesursache genannt.