Seit Oktober 2023 schwelen im Nahen Osten die Konflikte wieder auf. Im Februar 2026 eskalierte der Iran-Konflikt erneut, die Lage verschärfte sich zusätzlich. Alle Updates im Ticker.
Der eskalierende Konflikt zwischen Saudi-Arabien und der Huthi-Miliz im Jemen droht eine Friedenslösung im Iran-Krieg zu erschweren. In der Nacht wurden nach Angaben des von Saudi-Arabien angeführten Militärbündnisses im Jemen bei Angriffen der vom Iran unterstützten Huthi mindestens elf Zivilisten in Saudi-Arabien verletzt. Zudem rechnet das Königreich Berichten zufolge «in sehr naher Zukunft» mit koordinierten Angriffen durch irakische Milizen und Huthi-Rebellen unter Anleitung von Irans mächtigen Revolutionsgarden.
US-Präsident Donald Trump geht dagegen nach eigenen Angaben weiter davon aus, dass der Iran-Krieg «ziemlich bald» enden und eine Einigung zur Öffnung der Strasse von Hormus bevorstehen könnte. Er äusserte die Vermutung, dass der Iran unter dem militärischen und politischen Druck der USA und ihrer Verbündeten bald einknicken dürfte. «Ich denke nicht, dass sie noch lange durchhalten können», sagte er vor Reportern im Oval Office.
Manche Experten vermuten indes, dass den USA vorher selbst die Puste ausgehen könnte, weil die kostspielige Dauerbelastung des Kriegs für Trumps Regierung eine innenpolitische und wirtschaftliche Hypothek vor den wichtigen Parlamentswalen im November ist. Auf die Frage, ob eine Einigung zur Öffnung der für den Welthandel wichtigen Strasse von Hormus erreicht worden sei, sagte Trump, er sei in Verhandlungen eingebunden. «Es könnte bald sein.» Unabhängig von den USA hatten der Iran und der ebenfalls an die Meerenge grenzende Oman zuvor bekanntgegeben, kurz vor einer Einigung für die blockierte Strasse von Hormus zu stehen.
Anders als von Trump suggeriert nähren die nächtlichen Angriffe in Saudi-Arabien nun Befürchtungen, dass sich der ohnehin schon komplexe Konflikt im Nahen Osten ausweiten könnte. Das sunnitische Königreich kämpft gemeinsam mit der international anerkannten Regierung im Jemen seit mehr als zehn Jahren gegen die schiitische Huthi-Miliz. Im Zuge des Iran-Kriegs ist nun auch dieser Konflikt aufs Neue eskaliert.

Huthi-Kämpfer stehen während einer Protestkundgebung Tausender Huthi-Anhänger gegen Saudi-Arabien in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa am 17. Juli 2026 Wache.
Keystone/EPA/Yahya Arhab
Saudi-Arabien bereitet sich Berichten zufolge auf mehrere koordinierte Angriffe durch irakische Milizen und die ebenfalls vom Iran unterstützten jemenitischen Huthi-Rebellen vor. Verschiedene Medien wie der US-Sender beriefen sich dabei auf einen saudi-arabischen Beamten, der auf Geheimdienstberichte aus den USA, Saudi-Arabien und anderen Ländern der Nahost-Region verwiesen habe. Demnach sollen einige Mitglieder irakischer Milizen in Abstimmung mit den Huthis planen, den Golfstaat «in sehr naher Zukunft» unter Anleitung von Irans mächtigen Revolutionsgarden anzugreifen.
US-Präsident Donald Trump geht nach eigenen Angaben davon aus, dass der Iran-Krieg «ziemlich bald» enden könnte. «Ich denke nicht, dass sie noch lange durchhalten können», sagte er mit Blick auf den Iran vor Reportern im Oval Office. Auf die Frage, ob eine Einigung zur Öffnung der Strasse von Hormus erreicht worden sei, sagte Trump, er sei in Verhandlungen eingebunden. «Es könnte bald sein.» Auffällig war, dass der Präsident anders als an den Vortagen keinen Wochentag für ein mögliches Abkommen mehr nannte. Trump hatte diese Woche Hoffnungen geweckt, dass am Mittwoch oder Donnerstag die für den Öltransport wichtige Meerenge geöffnet werden könnte.

US-Präsident Donald Trump im Oval Office. (6. August 2026)
Keystone/AP Photo/Alex Brandon
Donnerstag, 6. August 2026
Schiffe sollen bei einer möglichen Übergangslösung für die Strasse von Hormus die Meerenge nach Darstellung aus dem Weissen Haus gebührenfrei befahren können. «Alle temporären Routen werden ohne jegliche Hindernisse befahrbar sein – das heisst, es sind keine Genehmigungen oder Erlaubnisse erforderlich und es werden keine Mautgebühren oder Gebühren erhoben», betonte ein ranghoher US-Beamter auf Anfrage. Er verwies darauf, dass die Meerenge eine internationale Wasserstrasse sei.
Mittwoch, 5. August 2026
Die Huthi-Miliz im Jemen hat nach eigenen Angaben erneut einen saudischen Öltanker im Golf von Aden angegriffen. Das Schiff sei getroffen und zur Umkehr gezwungen worden, teilte der Militärsprecher Jahja Sari auf Telegram mit. Unabhängig überprüfen liessen sich die Angaben zunächst nicht. Saudi-Arabien äusserte sich bisher nicht.
Kurz vor einer von US-Präsident Donald Trump in Aussicht gestellten Öffnung der Strasse von Hormus hat das US-Finanzministerium Sanktionen gegen eine den iranischen Revolutionsgarden nahestehende irakische Airline aufgehoben.
Die Fluggesellschaft Fly Baghdad, die auch als Iraq Express bekannt sei, sowie zwei Maschinen vom Typ Boeing 737 mit den Kennzeichen YI-BAF und YI-BAN seien von einer entsprechenden Terrorsanktionsliste gestrichen worden, teilte das Ressort mit.
Der saudi-arabische Beamte sagte laut CNN weiter, durch die geplanten Angriffe sollten Fortschritte in den Verhandlungen über eine Beendigung des Iran-Kriegs untergraben werden. Potenzielle Ziele seien überwiegend «zivile und wirtschaftliche Einrichtungen» wie Energieanlagen, Häfen und Flughäfen.
Saudi-Arabien kämpft gemeinsam mit der international anerkannten Regierung im Jemen seit mehr als zehn Jahren gegen die schiitische Huthi-Miliz. Im Zuge des Iran-Kriegs ist auch dieser Konflikt neu eskaliert.

Protestkundgebung gegen Saudi-Arabien in Sanaa: Ein Huthi-Kämpfer mit einem Maschinengewehr auf der Ladefläche eines Pick-ups vor einer digitalen Anzeigetafel mit Bildern von Huthi-Kämpfern, die bei US-Angriffen im Roten Meer getötet wurden. (31. Juli 2026)
Keystone/EPA/Yahya Arhab
Nach Angaben des von Saudi-Arabien angeführten Militärbündnisses im Jemen sind bei Angriffen der jemenitischen Huthi-Miliz mindestens elf Zivilisten in Saudi-Arabien verletzt worden. Sieben seien saudische Staatsbürger gewesen, die bei dem Beschuss in der Region Nadschran unter anderem Verbrennungen erlitten hätten, teilte Koalitionssprecher Turki al-Maliki in der Nacht auf der Plattform X mit. Zudem seien zwei Staatsbürger Ägyptens sowie einer Pakistans und einer des Jemens aufgrund der «terroristischen Huthi-Angriffe» am Donnerstag verletzt worden.
Die Huthi hätten «wahllos zivile Objekte» beschossen, was einen eklatanten Verstoss gegen das Völkerrecht darstellte, hiess es. Weitere Details wurden nicht genannt.
Die Huthi hatten den Jemen, ein armes Land auf der Arabischen Halbinsel, 2014 förmlich überrannt und in einen Bürgerkrieg gestürzt. Saudi-Arabien unterstützt die jemenitische Regierung, während die Huthi Hilfe des Irans bekommen. 2022 trat in dem Konflikt eine Waffenruhe in Kraft, kleinere Gefechte gab es allerdings auch danach weiterhin.
Zuletzt eskalierten die Kämpfe vor einigen Wochen mit Luftangriffen in der Hauptstadt Sanaa. Die Huthi griffen in der Folge auch mehrere saudische Schiffe an oder zwangen sie zu Kurswechseln. Am Donnerstag wurden bei Angriffen der Huthi-Miliz im Jemen Regierungskreisen zufolge mehrere Menschen getötet und verletzt. Die Miliz habe mit Raketen und Drohnen Ziele der Streitkräfte in den jemenitischen Provinzen Marib und Hadramaut angegriffen, teilte das Verteidigungsministerium mit.
Derzeit kontrolliert der Iran weiterhin die Strasse von Hormus, die normalerweise eine wichtige Route für den Export von Öl und Flüssiggas aus den Golfstaaten ist.
Der Iran steht nach eigenen Angaben kurz vor einer Einigung mit dem Oman über die Schifffahrt durch die Meerenge. Mit Blick auf eine Öffnung der Meerenge soll der Iran übereinstimmenden Berichten zufolge eine Art Rundkurs ins Spiel gebracht haben: Schiffe könnten dabei auf einer nördlichen Route durch die Meerenge in den Persischen Golf einfahren und ihn auf einer südlichen Route entlang der Küste des Omans wieder verlassen. An den Verhandlungen der beiden Golfstaaten sollen die USA nicht beteiligt gewesen sein.
Es soll sich um eine Übergangslösung handeln, während der vom Iran verlegte Seeminen beseitigt werden könnten. Der Streit um die Meerenge und die Frage, wie die Durchfahrt geregelt wird, sind wesentliche Gründe, warum der Krieg zwischen den USA und dem Iran zuletzt wieder eskalierte. Vor Ausbruch des Krieges Ende Februar konnten Schiffe ungehindert durch die Meerenge fahren.
US-Präsident Donald Trump hat sich erneut für ein Abkommen mit dem Iran ausgesprochen. «Ich würde lieber einen Deal schliessen, weil ich keine Menschen töten will. Ich will keine Menschen töten», sagte der Republikaner in einer Rede vor Anhängern in Las Vegas. Zum aktuellen Stand von möglichen Gesprächen machte er keine Angaben. Trump sagte lediglich, dass man rede. Man werde sehen, was passiere. Der US-Präsident hatte davor Hoffnungen geweckt, dass an diesem Mittwoch oder Donnerstag die für den Öltransport wichtigen Strasse von Hormus geöffnet werden könnte.

US-Präsident Donald Trump tanzt nach einer Rede über die US-Wirtschaft im Red Rock Casino in Las Vegas. (5. August 2026)
Keystone/EPA/Bizuayehu Tesfaye
Vizepräsident JD Vance sagte in einem Fox-News-Interview, dass die Entwicklung in eine Richtung gehen werde, die gut für die USA sei. Man werde alle Werkzeuge nutzen, die zur Verfügung stünden – militärische, wirtschaftliche und diplomatische. Einen zeitlichen Ausblick gab er nicht.
Am 28. Februar hatten die USA gemeinsam mit Israel begonnen, den Iran anzugreifen. Im Gegenzug attackierte der Iran Verbündete der USA am Persischen Golf und in der weiteren Region. Die Schifffahrt durch die Meerenge Strasse von Hormus kam quasi zum Erliegen, was weltweit Energiepreise nach oben trieb. Trump betont stets, dass der Iran niemals in der Lage sein dürfe, an eine Atomwaffe zu gelangen. Der Konflikt sollte nach ursprünglichen Angaben Trumps nur einige Wochen dauern. Inzwischen sind es rund fünf Monate. Kritiker werfen ihm vor, sich verkalkuliert zu haben und warnen vor einem noch langwierigeren Krieg.
Die britische Behörde zur Sicherheit der Schifffahrt (UKMTO) hatte zuvor von einer Explosion in der Nähe eines Tankers vor der Küste des Jemen berichtet. Der Kapitän des Schiffes habe südöstlich der jemenitischen Hafenstadt Aden eine laute Explosion in unmittelbarer Nähe des Tankers gemeldet.
Alle Besatzungsmitglieder seien unverletzt und in Sicherheit. Hinweise auf Umweltschäden gebe es bislang nicht. Die zuständigen Behörden untersuchten den Vorfall.

Ein Tanker fährt in den Gewässern nördlich der Strasse von Bab al-Mandab. (Archivbild)
sda
Iranische und omanische Unterhändler sollen sich nach Angaben von Regierungsvertretern aus der Region in Grundzügen auf eine Vereinbarung zur Wiederöffnung der Strasse von Hormus geeinigt haben. Von iranischer Seite stehe noch die endgültige Zustimmung des Obersten Führers, Ajatollah Modschtaba Chamenei, aus, sagten zwei über den Stand der Verhandlungen informierte Quellen am Mittwoch der Nachrichtagentur AP.
Das mögliche Abkommen könnte demnach eine vorübergehende Lösung im Streit um die Durchfahrt von Schiffen durch die Strasse von Hormus darstellen. Denn es knüpfe an die im Juni zwischen den USA und dem Iran erzielte – und letztlich gescheiterte – Vereinbarung an, die darauf abzielte, die Kämpfe zu beenden und die Strasse von Hormus wieder zu öffnen. Das neue Abkommen soll den informierten Quellen zufolge den Weg für die Wiederaufnahme der Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran ebnen, um eine endgültige Einigung über das Atomprogramm Teherans zu erzielen.
Kern der Einigung zwischen dem Iran und Oman ist demnach, dass Schiffe über eine vom Iran kontrollierte Route in den Persischen Golf einlaufen und ihn über eine von Oman kontrollierte Route wieder verlassen. Für die Gewährleistung der Sicherheit und den Schutz des Meeres würden Dienstleistungsgebühren erhoben, sagten die regionalen Regierungsvertreter, die anonym bleiben wollten, der AP. Eine offizielle Bestätigung aus dem Oman und dem Iran zu dem vorläufigen Abkommen lag zunächst nicht vor.

Der Iran und der Oman haben sich nach Angaben aus Teheran auf eine neue Route durch die Strasse von Hormus verständigt. (Archivbild)
sda
Im Iran-Krieg stehen die USA, der Iran und der Oman dem US-Nachrichtenportal Axios zufolge kurz vor einer Übergangslösung zur Öffnung der für die Handelsschifffahrt wichtigen Strasse von Hormus. Demnach streben die USA bereits für heute eine Einigung an, berichtet Axios unter Berufung auf einen US-Regierungsbeamten sowie zwei Quellen aus der Golfregion. Die Übergangslösung erfülle einige der Forderungen des Iran und gebe ihm mehr Kontrolle über diese strategisch wichtige Meerenge, als er vor dem Krieg hatte. Vom Weissen Haus oder anderen US-Behörden gab es zunächst keine Stellungnahme.

Ein Containerschiff und andere Handelsschiffe liegen in der Strasse von Hormus vor Anker. (27. Juli 2026)
Keystone/Razieh Poudat/ISNA via AP
US-Präsident Donald Trump sagte vor Reportern auf den Medienbericht hin angesprochen, es könnte passieren, dass die Meerenge am Mittwoch geöffnet wird – oder am darauffolgenden Tag. Er sprach von Fortschritten. Dem Sender Fox News sagte der Republikaner in einem Interview ausserdem, man führe «sehr gute» Gespräche.
Bereits am gestrigen Dienstag hatten alle Zeichen darauf hingedeutet, dass in Kürze eine Einigung verkündet werden könnte. Entsprechend äusserten sich etwa US-Finanzminister Scott Bessent und ein Sprecher des katarischen Aussenministeriums, Madschid al-Ansari. Angesprochen auf eine mögliche Gebührenerhebung sagte Bessent, er gehe von einer freien Durchfahrt aus.
Die anhaltenden Spannungen in der Region setzen den Schiffsverkehr im Nahen Osten weiterhin unter Druck: In der vergangenen Woche durchfuhren demnach täglich im Schnitt etwa 16 Schiffe die Meerenge zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman. Vor den von Israel und den USA gestarteten Luftangriffen auf den Iran Ende Februar waren es Branchendiensten zufolge täglich zwischen 60 und 140.
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